22. Oktober 2015

Flimmerkasten: “The Walk”

Ein spannender Drahtseilakt

Die letzte halbe Stunde konnte ich mir das Treiben auf der Leinwand vor Spannung kaum mehr anschauen. Der französische Akrobat Philippe Petit balanciert seelenruhig auf einem Seil, das in über 400 Metern Höhe zwischen die Twin Towers in New York gespannt ist. Der junge Mann ist ohne jede Absicherung. Aufgebrachte Polizisten stehen auf beiden Seiten und wollen ihn verhaften. Philippe bleibt nichts anderes übrig, als den Drahtseilakt in schwindelerregender Höhe fortzuführen. Eine riesige Menschenansammlung beobachtet das Spektakel vom Boden aus. Die Melodie von “Für Elise” erklingt dazu. Wird er es schaffen? Der beeindruckende 3D-Film “The Walk” basiert auf einer wahren Begebenheit aus dem Jahr 1974 und ist seit heute im Kino zu sehen. Das ist bestes Popcorn-Kino, das besonders durch die Dreidimensionalität und Architektur der Stadt New York unglaubliche Dynamik und Tiefe entwickelt. Ich hatte das Gefühl, ich stehe mit Philippe auf dem Seil. Ein Thriller ohne Bösewicht. 

Ein verspielter Anfang

“The Walk” beginnt beschwingt. Philippe erscheint als Erzähler auf der Leinwand, die Twin Towers sind bereits im Hintergrund zu sehen. Da ich den Film in einer englischsprachigen Sneak Preview sah und zuvor nichts über den Film gelesen hatte, dachte ich zunächst an eine nette Komödie über einen Artisten. Denn Philippe erzählt rückblickend, mit mehreren Zeitsprüngen, von seiner Kindheit, Jugend und seinen ersten Erfahrungen auf dem Seil in Frankreich. Die Bilder sind spielerisch und leicht.

Spannung steigt von Minute zu Minute

In einem Magazin, das im Wartezimmer einer Zahnarztpraxis liegt, entdeckt er dann die Twin Towers. Für ihn steht fest: Er muss zwischen ihnen auf einem Seil balancieren – illegal. So entwickelt sich ein Krimi, bei dem Philippe neben der bezaubernden Marie weitere Unterstützung von einer bunt zusammengewürfelten Truppe erhält. Die Spannung steigt im Film nun von Minute zu Minute.

Mehr als ein typischer Thriller

Es ist das Zusammenspiel einer besonderen Geschichte mit tollen Bildern, die “The Walk” so sehenswert machen. Als Zuschauerin zuckte ich zusammen, als plötzlich ein Stab scheinbar aus der Leinwand flog, ein Pfeil auf mich zuraste und Pistolenkugeln durch das Bild schossen. Oscarpreisträger Robert Zemeckis ist ein großartiger Film gelungen. Unbedingt anschauen.

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Stets bin ich auf der Reise: durch Karlsruhe, die Kultur und die Welt. Dabei begegnen mir immer wieder interessante Menschen, Bücher, Filme und anderer Krimskrams. Damit all diese Erfahrungen und Eindrücke nicht einsam in meinem Kopf schwirren, gibt es diesen Blog. Aus Grau wird Kunterbunt.

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