11. Dezember 2015

Kurioses: “Das Paralleluniversum”

Quelle: Welt.de

Quelle: Welt.de

Wo sind all die Haargummis?

Bei StudiVZ gab es einst eine Gruppe mit dem Titel: „Meine Haargummis gründen definitiv ein Paralleluniversum“. StudiVZ, das war dieses soziale Netzwerk, das vor Facebook zum Stalken und Spionieren einlud. Wenig dynamisch und ohne „Gefällt mir“-Button. Aber dafür mit vielen lustigen Gruppen, mit denen man wunderbar seinen Charakter beschreiben konnte. Zu meinen Favoriten gehörte eindeutig die über das Haargummi-Paralleluniversum. Als ich sie damals entdeckte, dachte ich nur: Bingo. So sieht es aus. Denn in meinem Haushalt verschwinden auch ständig Sachen. Ernsthaft.

Ordnung ins Chaos

Ich muss gestehen: Ich bin auch in Sachen Aufräumen nicht die Beste. Das hat meine Eltern schon während meiner Pubertät regelrecht in den Wahnsinn getrieben. Damals hatte ich in meinem Zimmer so einen wunderhübschen aufblasbaren Sessel. Das war in den 1990er-Jahren Trend. Schön ist zwar anders, aber neben der riesigen dekorativen Armbanduhr, die an der Wand hing, stand eben dieses Plastikteil. Gesehen hat man ihn aber selten, denn er war damals schon immer vollbeladen mit Kleidern. „Kannst du bitte Ordnung in dein Chaos bringen“, diese Worte meines Vaters schwirren heute noch in meinem Kopf. Sie ertönten damals quasi in Dauerschleife.

Persönlicher Assistent wäre wünschenswert

Seit ich nun alleine wohne, ist die Situation nicht viel besser geworden. Ich wünsche mir manchmal einen persönlichen Assistenten, der meinen Haushalt strukturiert. Also nicht, dass es bei mir schmutzig wäre (wobei ich auch nichts gegen eine Putzfrau einzuwenden hätte), aber ich suche ständig etwas. Bad, Küche, Wohn- oder Esszimmer? Die Optionen sind zahlreich. Das kann dauern. Größtes Problem derzeit: die Handschuhe. Mal sind sie in der Jackentasche, mal auf der Ablage, mal auf dem Esszimmertisch. Immer woanders. Wäre ich metaphysisch veranlagt, würde ich denken, dass bei mir kleine Heinzelmännchen ein- und ausgehen und Dinge verräumen. Aber dies nun ernsthaft zu behaupten, nein, keine Sorge, soweit würde selbst ich an dieser Stelle nicht gehen.

Sammlung an Einzelexemplaren

Einen großen Verlust habe ich auch an Socken. Ich habe sogar schon eine Sammelstelle für verwaiste Einzelexemplare eröffnet. Die 13 Stück liegen fein säuberlich in einer karierten Tüte und warten auf ihren Partner. Zunächst dachte ich noch, dass sie alle unter dem Bett liegen. Aber als ich vor einer Weile nachschaute, waren da keine. Irgendwie muss die Waschmaschine sie fressen. Anders kann ich mir das nicht erklären.

Tupperschüsseln: dringend gesucht

Ein weiteres Problem habe ich außerdem mit meinen Tupperschüsseln. Es gab Zeiten, da bekam ich die Schranktür fast nicht zu, weil ich soviele davon hatte. Von Ikea, Tupperware, welche von meiner Mama oder von Freundinnen, die mir mal irgendwas zu essen brachten. Das waren bestimmt 20. Gerade habe ich nur zwei. Wo die anderen alle hin sind, ich weiß es nicht. Also ich glaube ja wirklich nicht an diese Heinzelmännchen-Theorie, aber manchmal ploppen schon so Gedanken auf, dass die sich ihre Pausenbrote für die Arbeit bei mir schmieren, alles vollkrümeln, und dann ihre Sandwiches in meine Plastikbehälter packen. Aber das ist natürlich völliger Irrsinn. Wo die ganzen Tupperschüsseln verblieben sind – ich weiß es tatsächlich nicht. Also falls das hier nun jemand liest, der Tupperschüsseln von mir zuhause hat: Ich könnte sie derzeit dringend gebrauchen.

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Stets bin ich auf der Reise: durch Karlsruhe, die Kultur und die Welt. Dabei begegnen mir immer wieder interessante Menschen, Bücher, Filme und anderer Krimskrams. Damit all diese Erfahrungen und Eindrücke nicht einsam in meinem Kopf schwirren, gibt es diesen Blog. Aus Grau wird Kunterbunt.

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