6. Januar 2016

Fernweh: “7 Tage Portugal – Lissabon II”

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Wunderhübsches Alfama.

Alfama zu Fuß

Genug. Gegen 15 Uhr setze ich mich einfach in Alfama auf eine Bank, schaue die Gasse nach oben und möchte keinen Schritt mehr laufen. “Wir hätten es wie die Senioren machen sollen – mit der Tram hoch und dann hinunter laufen, nicht umgekehrt”, sage ich zu Fabi. Sie ist dank ihres alltäglichen Sportprogramms nach wie vor sehr fit, lächelt aber mitfühlend. Sehr warm ist es an diesem Tag, die Sonne scheint und taucht den mittelalterlichen Teil Lissabons in zauberhafte Farben. Ein perfekter Tag, um die Stadt zu erkunden. Ich hole deshalb kurz tief Luft und reiße mich nochmals zusammen. Weiter geht es.

Alfama ist ein Labyrinth aus kleinen Gassen, Treppen, Plätzen und imposanten Gebäuden. Zahlreiche Touristen treffen wir deshalb auch dort an, zugleich ist es aber auch ein Arbeiterviertel. Überall wird gehämmert und gewerkelt. Sehr dicht bebaut ist es außerdem dort. Trotzdem macht es unwahrscheinlich viel Freude, sich einfach durch die Straßen treiben zu lassen und alles zu bestaunen. Die Mauren haben in Alfama ihre Spuren hinterlassen. 

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In Alfama gibt es außerdem sehr viele Fado-Bars. Fado heißt übersetzt “Schicksal” Die Musik ist elegant-melancholisch und setzt sich zusammen aus einer Singstimme, einer spanischen und einer zwölfsaitigen portugiesischen Gitarre. Die Texte handeln von den Rätseln und Leidenschaften des Lebens. Leider schaffen wir es in den drei Tagen in Lissabon nicht, eine zu besuchen. Auch für die Burg und die hoch oben gelegene Kirche Sao Vicente bleiben an diesem Nachmittag keine Zeit und keine Energie. Für den mittelalterlichen Teil der Stadt sind vier Stunden viel zu kurz. Nur ein Grund, auf jeden Fall wiederzukommen.

Bairro Alto bei Nacht

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Das Künstlerviertel Bairro Alto: Der zweite Grund, warum ich unbedingt zurück nach Lissabon möchte. Denn wir schaffen es leider nicht, tagsüber dorthin zu gehen und durch die kleinen Lädchen zu schlendern. Zu viel Interessantes gibt es einfach in Lissabon zu sehen – und wir müssen uns entscheiden. Da sich Bairro Alto auch am Abend lohnt, beschließen wir, dort zumindest Essen zu gehen, ein Kompromiss.

Wir sind an diesem Abend auf der Suche nach dem Restaurant “1 de Maio”. Eine Empfehlung aus unserem Reiseführer. Es ist fantastisch dort. Der Kellner kann die komplette Karte auf Deutsch herunterrasseln. Und Charme hat er. “Do you like reading and have a sense of humor?”, fragt er mich nach dem Essen. Ich schaue ein wenig irritiert. Was möchte er denn nun von mir? Dann sehe ich, dass er ein kleines Stück weißes Papier in der Hand hält. Mit wenigen geschickten Handgriffen zaubert er mir ein “Pornogami”. Was sich dahinter versteckt? Wir haben in der Bar danach ein Video damit gedreht. Ein sehr illustres Lesezeichen. In der Bar entdeckten wir außerdem einen super leckeren Drink: weißer Portwein kombiniert mit Tonicwater.

Dann ging es zurück in unsere Loft – für den nächsten Tag haben wir einen Tagesausflug nach Belém geplant. Dort gibt es den größten Touristenmagneten Lissabons: ein Hieronymiten-Kloster.

So war unsere Ankunft in Lissabon: https://dieschreibmaschine.net/2015/11/03/fernweh-7-tage-portugal-lissabon-i/

3 thoughts on “Fernweh: “7 Tage Portugal – Lissabon II”

  1. Michael sagt:

    Toller Artikel. Ich bin ebenfalls begeistert von dieser Stadt. Hast du in Belem die Original Törtchen probiert? Ein absoluter Traum. Komisch, eigentlich wollte ich im Internet nach einer Schreibmaschine stöbern, da ich gedenke, mir demnächst eine zuzulegen, doch dann stieß ich auf deinen Blog. Schicksal. ;-) Grüße! Micha

    1. Miriam Steinbach sagt:

      Hallo Micha,

      schön! Ja, haben wir probiert. Kommt dann im nächsten Teil!

      Herzliche Grüße!

  2. Beate Grenz sagt:

    Wir haben im April Portugal gebucht. Lesen deinen Bericht deshalb intensiv. Freuen uns über Tipps! Die Fotos Kassenbücher Herzen höher schlagen. Bin sehr gespannt!

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Hallo, ich bin Miriam

Stets bin ich auf der Reise: durch Karlsruhe, die Kultur und die Welt. Dabei begegnen mir immer wieder interessante Menschen, Bücher, Filme und anderer Krimskrams. Damit all diese Erfahrungen und Eindrücke nicht einsam in meinem Kopf schwirren, gibt es diesen Blog. Aus Grau wird Kunterbunt.

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