30. März 2016

Kurioses: “Das Essen”

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Was passiert nur auf Instagram?

Ich esse gerne. Diäten und Kalorienzählen sind nicht so meins. Ich muss mir mein Leben ja nicht noch selbst komplizierter machen, als es eh schon ist. Also es ist jetzt nicht so, dass ich den ganzen Tag unbeherrscht Torten, Snickers und Pizzen in mich hineinstopfe, aber dieser ganze Schönheits- und Fitnesswahn irritiert mich doch zunehmend.

Experimentelle Phase

Ich muss gestehen, ich hatte mit 15 Jahren auch mal so eine Phase, in der mir meine Figur sehr wichtig war. Das war aber zu einer Zeit, in der meine Freundinnen und ich zu unseren Adidas Superstar-Schuhen und unseren überdimensionierten Secondhand-Schlaghosen gerne bauchfreie Oberteile trugen. Herrje. Wenn ich heute Bilder aus dieser Zeit sehe, schlage ich die Hände über dem Kopf zusammen. Wir hatten uns in einer Nacht und Nebel-Aktion auch Bauchnabelpiercings stechen lassen. Meine Eltern wussten da nix davon. Die Freude ihrerseits war riesig, als sie das Ergebnis sahen. Den entsetzten Blick habe ich heute noch im Kopf.

Kalorien im Kopf

Aber damals zählte ich selbst wie besessen Kalorien. Überlegte genau, wann ich was essen kann und wann genug ist. Da sich mein Gehirn leider ganz schön viel merken kann, schwirren in meinem Kopf immer noch die ganzen Zahlen umher. Apfel: 50 Kalorien, Gummibärchen: 7 Kalorien, Salzstange: ebenfalls 7 Kalorien. Snickers: etwa 300 Kalorien, ein Stückchen Brot zwischen 100-120 Kalorien. Undsoweiter.

Egozentrische Selbstoptimierung

Seit ich mich nun vor einiger Zeit bei Instagram angemeldet habe, bin ich nur mehr und mehr irritiert. Da werden Menschen gefeiert, die sich im Fitnessstudio abkämpfen und völlig überschminkt mit Schmollmund posieren. Germany’s next Topmodel fand ich in der ersten Staffel schon furchtbar und boykottiere die Sendung konsequent, aber diese Selfie- und Narzissmus-Entwicklung im Netz toppt das noch mehr. Was wird denn da bitte für ein Frauen- oder Menschenbild vermittelt? Du musst dünn sein in dieser Welt?! Wenn ich eine Tochter hätte, würde ich alles geben, um ihr beizubringen, dass es nicht auf diese bescheuerten Äußerlichkeiten ankommt. Dass es wichtiger ist, ein Buch zu lesen, Nachrichten zu schauen, sinnvolle Dinge zu tun, als sich auf diese egozentrische Selbstoptimierung zu konzentrieren.

Alles ganz okay

Ich habe mit all den Jahren meinen Frieden mit meiner Figur und meinem Aussehen gefunden. Nach dem Aufstehen sehe ich meistens ganz schön zerknautscht aus, mit ein wenig Zeit im Bad ist das Ergebnis ganz okay. Manchmal wiege ich drei Kilo mehr, manchmal weniger. Manchmal habe ich voll viel Lust auf Joggen, dann wieder nicht. Aber die Proportionen sind einigermaßen ausgeglichen, ich kann das anziehen, was ich möchte, bekomme keinen Schreck, wenn ich in den Spiegel schaue – und wenn es einem Mann nicht passt, dass ich weder Size Zero, Schmollmund beziehungsweise Duckface auf einem Foto habe, kann er auch gerne weiterziehen. Dann habe ich definitiv nichts verpasst.

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Hallo, ich bin Miriam

Stets bin ich auf der Reise: durch Karlsruhe, die Kultur und die Welt. Dabei begegnen mir immer wieder interessante Menschen, Bücher, Filme und anderer Krimskrams. Damit all diese Erfahrungen und Eindrücke nicht einsam in meinem Kopf schwirren, gibt es diesen Blog. Aus Grau wird Kunterbunt.

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