29. Juni 2016

Fernweh: “Alleine reisen”

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Ich bin dann mal weg!

Badeanzug, Bücher, Barcelona. Mein Koffer ist gepackt, die Reise kann beginnen. Selten freute ich mich so auf einen Urlaub. Die Spannung ist wohl deshalb so groß, weil ich mal wieder alleine unterwegs bin. Über Airbnb habe ich mich bei Gema, Aaron und ihrem kleinen Sohn Ismael eingemietet, sie wohnen zwischen La Barceloneta und Montjuic. https://www.airbnb.de/rooms/4439189

Abenteuer statt Alltag

Das alleine Verreisen ist wie ein kleines Abenteuer für mich, einfach mal raus aus dem stressigen Alltag, Luft holen, treiben lassen. Nur das tun, was mir vorschwebt. Ich muss gestehen: Bis vor wenigen Jahren wäre es absolut unvorstellbar gewesen, dass ich ohne Begleitung in den Urlaub gehe. Ich wollte einen bekannten Menschen an meiner Seite haben. Und dazu kam: Das Fliegen war mir völlig suspekt.

Turbulenzen in der Luft

Die Flugangst wurde mir quasi in die Wiege gelegt. Meine Mutter war gerade mit mir schwanger, als sie in einem Flugzeug saß und in ganz schön heftige Turbulenzen kam. Das reichte ihr fürs restliche Leben. Ich flog so zum ersten Mal, als ich 16 Jahre alt war. Nach Chalkidiki. Meine Freundinnen und ich wollten unseren ersten großen, gemeinsamen Urlaub an einem besonderen Ort verbringen. Unsere Wahl war bescheiden. Der Strand war steinig, das Hotel-Essen schlecht und die anderen Touristen sehr alt.

Meinen ersten Flug überstand ich dank meiner Freundinnen damals ganz gut. Eine der jungen Damen saß rechts von mir, die andere links, und sie erzählten mir durchgehend witzige Geschichten. Egal ob nach Stockholm, Mailand oder London: Ganz entspannt sah ich diese Flugsache danach aber trotzdem nie, meist musste meine beste Freundin mit mir Kreuzworträtsel machen oder ich las ihr vor, stundenlang.

Freiheit!

Das wäre wohl immer so weiter gegangen, gäbe es nicht diese romantischen Verwirrungen, wegen denen ja plötzlich wieder alles möglich ist. Denn da war ein Herr, der im Ausland lebte und mit dem ich nicht nur skypen wollte. Zum Glück. Ich überwand mich, flog alleine dorthin, wieder zurück. Und, Überraschung: Ich hatte Spaß dabei. Sah, dass es funktionierte. Der Knoten war geplatzt. Die Freiheit da. Das war ein wirklich schönes Erlebnis.

Seither möchte ich mindestens einmal im Jahr alleine verreisen. Morgens so lange schlafen, wie ich möchte. Nur die Museen besuchen, die mir zusagen und nur das Restaurant wählen, auf das ich am meisten Lust habe. Das ist keine Entscheidungen gegen andere Menschen, sondern eine Entscheidung für mich.

Picknick am Strand

Im vergangenen Jahr wohnte ich beispielsweise in einer Männer-WG in Palma. Die Jungs nahmen mich mit zum Picknick an den Strand und schauten mit mir spanische Casting-Sendungen. Ich plauderte zunächst ein wenig auf Englisch mit ihnen, dann probierte ich es nach ein paar Tagen mit meinem Schul-Spanisch. Und siehe da: Ganz schön viele vergessene Vokabeln ploppten wieder auf.

Nun sitze ich wieder hier mit meinem gepackten Koffer. Und habe keinen Schimmer, was in den nächsten Tagen alles passieren wird. Aber ich freue mich sehr. Badeanzug, Bücher, Barcelona.

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Hallo, ich bin Miriam

Stets bin ich auf der Reise: durch Karlsruhe, die Kultur und die Welt. Dabei begegnen mir immer wieder interessante Menschen, Bücher, Filme und anderer Krimskrams. Damit all diese Erfahrungen und Eindrücke nicht einsam in meinem Kopf schwirren, gibt es diesen Blog. Aus Grau wird Kunterbunt.

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