21. August 2016

Heimat: “Ein Mittag mit ,my Boo'”

Hilfe für afrikanische Jugendliche

Es ist nun vier Jahre her, dass Maximilian Schay durch einen Freund vom Yonso-Projekt in Ghana erfuhr. Ein Akademiker aus Afrika hatte das wohltätige Projekt ins Leben gerufen. Sein Ziel: Die Jugendarbeitslosigkeit in einem kleinen Ort nahe Kumasi, der zweitgrößten Stadt Ghanas, zu senken. Er entwickelte die Idee, durch den Verkauf von Bambusfahrrädern Schulstipendien zu finanzieren. Als Maximilian Schay davon hörte, war er sofort begeistert. Er sprach mit seinem Freund Jonas Stolzke darüber – und noch im selben Jahr gründeten sie my Boo. Ihre Intention: Die Bambusfahrräder auf ökologische und sozial nachhaltige Weise auch auf dem deutschen Markt zu etablieren.

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Das sind Felix Habke, Jonas Stolzke (oben von links) und Maximilian Schay von my Boo zusammen mit dem Team vom Yonso Project. Credits: Felix Wenning/my Boo

Fester Arbeitsplatz und fairer Lohn

Ihre konkrete Geschäftsidee: Die Rahmen der Bambusfahrräder werden in Ghana gefertigt und dann in Kiel in einer Werkstatt vollendet. Die beiden jungen Männer machten sich an die Arbeit, entwickelten eine praktische Umsetzung. Mit Erfolg. Im April 2014 verkauften sie offiziell das erste my Boo-Fahrrad. Das Interesse wächst seither kontinuierlich. „20 Menschen in Ghana haben dadurch einen festen Arbeitsplatz erhalten und bekommen einen fairen Lohn“, erzählt mir Felix Habke von my Boo, als ich mich vor wenigen Tagen mit ihm über das Projekt unterhalte. Die Bambusfahrräder gibt es inzwischen europaweit in 80 verschiedenen Läden zu kaufen – unter anderem auch in Karlsruhe.

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Superleichtes Fahrrad

„Bambus ist die am schnellsten wachsende Pflanze der Welt, bindet eine Menge Kohlenstoffdioxid und ist deshalb sehr nachhaltig,” erklärt mir Felix. Die Sorte aus Ghana ist außerdem sehr stabil, steif und leicht. So wiegt ein Rahmen lediglich drei Kilogramm. „Insgesamt 80 Stunden Handarbeit stecken in jedem einzelnen Rahmen der my Boo-Bambusfahrräder“, sagt Felix.

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Erstes E-Bike aus Bambus

„Jedes Modell ist ein Unikat“, erläutert er weiter. Außerdem befinden sich die Räder alle auf dem neuesten Stand der Technik. Inzwischen gibt es vier verschiedene Modelle, für Frauen und für Männer. „Außerdem bringen wir nächstes Jahr das erste Bambus-E-Bike auf den Markt.“

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Besuch in den Werkstätten

Ein emotionaler Empfang: In diesem Jahr waren Felix, Jonas und Maximilian wieder in Ghana vor Ort, um zu schauen, wie die Lage in den Werkstätten ist und wie die Arbeit läuft. “Die Herzlichkeit, mit der wir dort empfangen werden, ist überwältigend”, erzählt Felix. Es war die beste Entscheidung, my Boo ins Leben zu rufen.

Weitere Infos: www.my-boo.de

my Boo Bambusfahrräder gibt es in Karlsruhe bei “Die Radecke”: http://www.die-radecke.de/

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Stets bin ich auf der Reise: durch Karlsruhe, die Kultur und die Welt. Dabei begegnen mir immer wieder interessante Menschen, Bücher, Filme und anderer Krimskrams. Damit all diese Erfahrungen und Eindrücke nicht einsam in meinem Kopf schwirren, gibt es diesen Blog. Aus Grau wird Kunterbunt.

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