6. März 2017

Heimat: “Ein Abend bei Sven Brunner von Nick & Nora”

Das ist Sven.

Ein Flohmarkt im Spirituosen-Laden

Leise klirrt der Eiswürfel, als ihn Sven Brunner vorsichtig in mein noch leeres Glas fallen lässt, Gin folgt dem transparenten Quader, umhüllt ihn sanft, vermischt sich dann mit dem Tonicwater, das den Drink komplettiert. Donnerstagabend, ich bin zu Besuch im Spirituosen-Laden „Nick & Nora“, den Sven Brunner seit November 2014 in der Körnerstraße 26 (Ecke Goethestraße) betreibt. Der Karlsruher ist in diesen Tagen damit beschäftigt, sein Lager auszumisten. Grund dafür: Am kommenden Samstag, 11. März, veranstaltet er zum ersten Mal einen Hausbar Flohmarkt. „Ich möchte unter anderem alte Regale, Gläser und Deko-Sachen verkaufen – ich brauche Platz für Neues, der Frühling kommt“, sagt er und lacht.

Nicht nur Sven Brunner wird an diesem Samstag ab 10 Uhr in seinem Laden Dinge anbieten, auch die Besitzerin des „MAPA”, Tati, kommt vorbei, verrät er. Nachdem sie ihr Café zu einer Bar verwandelte, sind nun Einrichtungsgegenstände übrig, die nicht mehr zum aktuellen „MAPA“-Konzept passen. „Es wird bunt“, sagt Sven Brunner mit einem Augenzwinkern.

Neues entdecken und ausprobieren

Gin-Tastings, Cocktail-Kurse oder eine Negroni-Woche: Bereits seit der Eröffnung von “Nick & Nora – Spirituosen” gibt es ganz unterschiedliche Veranstaltungen im Eckladen in der Weststadt. „Wir möchte die Kunden individuell beraten und ihnen außerdem die Möglichkeit bieten, auch mal etwas anderes auszuprobieren“, erklärt der Besitzer und studierte Informatiker seine Intention. Das genussvolle Konsumieren ist ihm wichtig – mit Stil und Expertise. Sein Angebot reicht so von edlen Cocktail-Gläsern über Shaker hin zu den unterschiedlichsten Spirituosen-Sorten, Likören, aber auch Craft-Beer.

Geschmackliche Herausforderung

Die Idee, sich mit einem Spirituosen-Laden selbstständig zu machen, kam vor einigen Jahren durch Cocktail-Abende im Freundeskreis auf. „Wir haben oft gemeinsam experimentiert“, erinnert er sich. Wie mischt man verschiedene Dinge, um einen guten und außergewöhnlichen Drink zu bekommen? Schmeckt Campari mit einem Hauch Marmelade? Welcher Gin funktioniert mit welchem Tonicwater besonders gut? „Das Tüfteln und Ausprobieren hat uns großen Spaß gemacht“, sagt Sven Brunner. Er beschäftigte sich nach und nach immer mehr mit den Zutaten, informierte sich über die Produkte, nahm an Wettbewerben teil.

Ein neues Projekt mit geregelten Zeiten

„Dadurch bekam ich einen guten Überblick über Spirituosen und Utensilien, die man für eine gute Hausbar braucht“, erklärt er. Der Plan, sich über seinen damaligen Job als Informatiker hinaus noch mit einem Laden selbstständig zu machen, reifte langsam in ihm. Eine Bar kam aber nie in Frage“, betont er. Sven Brunner wollte etwas machen, das kompatibel mit seinem Familienleben ist und geregelte Öffnungszeiten am Tag hat. So entschied er sich für einen Spirituosen-Laden – in den ehemaligen Räumen eines Goldschmieds.

Was für das Auge!

Holz, Metall und edle Sessel: Die Einrichtung ist geschmackvoll gehalten, auf Kunststoff und Plastik verzichtet Sven Brunner komplett. „Die Kunden sollen sich von der ersten Sekunde an hier wohlfühlen, es geht nicht um das günstigste Angebot und den schnellen Konsum – sondern um Wohlfühlen und ein faires Preis-Leistungsverhältnis“, betont der Besitzer.

Auch der Name „Nick & Nora“ ist kein Zufallsprodukt, sondern gut überlegt. „Er bezieht sich auf die Protagonisten des Films ,Der dünne Mann’ aus dem Jahr 1934“, erklärt Sven Brunner. Er spielt ein Jahr nach Ende der amerikanischen Prohibition, Nick und Nora trinken mit Stil und sind gastfreundlich. „Nora ist außerdem eine sehr moderne Frau, die gerne mal widerspricht, das gefällt mir“, fügt Sven Brunner hinzu und lacht.

Favoriten und Trends

Eine Frage drängt sich auf: Wenn man soviel mit Alkohol zu tun hat, experimentiert, was ist dann der Lieblingsdrink? „Ich mag einen gut gemachten Mai Tai sehr gerne“, sagt der Karlsruher nach kurzem Überlegen. Und der Trend, wo geht der hin? „Gin bleibt erstmal – in den unterschiedlichsten Varianten“, antwortet Sven Brunner. Potenzial sieht er außerdem für Rum, Mezcal sowie neue Spirituosen wie “Birds”, einen aromatischen Weissbrand. „Letzterer ist wie Gin, nur ohne Wacholder und kann auch mit Tonic gut gemischt werden“, beschreibt er mit Blick auf mein Glas, das nun nahezu leer ist. “Darf es noch etwas sein?”, fragt er mich dann. Gerne.

Hausbar Flohmarkt

Beginn ist am Samstag, 11. März, um 10 Uhr. Es gibt unterschiedliche Stände von verschiedenen Personen aus dem Barbetrieb in Karlsruhe. Weitere Infos unter https://www.facebook.com/events/1673865742913610/ und allgemein zu Nick & Nora: https://www.nicknora.de

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Hallo, ich bin Miriam

Stets bin ich auf der Reise: durch Karlsruhe, die Kultur und die Welt. Dabei begegnen mir immer wieder interessante Menschen, Bücher, Filme und anderer Krimskrams. Damit all diese Erfahrungen und Eindrücke nicht einsam in meinem Kopf schwirren, gibt es diesen Blog. Aus Grau wird Kunterbunt.

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