10. Dezember 2017

Fernweh: “Zauberhafte Isle of Skye”

Hier ist es schön, hier bleibe ich!

Es gibt Momente, da weiß ich einfach, dass ich genau richtig bin, dass das ein Ort ist, an dem ich bleiben möchte.

Genau so geht es mir an diesem verregneten Morgen im Cafe 1925 in Armadale auf der Isle of Skye. Ich sitze in dem alten Postcontainer auf meinem Stuhl, schaue mich um, sehe den Backpacker, der neben mir in seinem Buch liest, höre hinter mir zwei ältere Damen schwatzen und an der Theke einen kleinen Jungen mit seinen Autos spielen. Selbst gebackene Kuchen stehen neben frisch gebackenem Brot an der Seite des Cafés und bunte Papierwimpel dienen als Deko.

Hier in Armadale würde ich gerne länger bleiben, einfach den ganzen Tag schreiben, spazieren gehen und die Ruhe genießen. Dieser Mini-Ort auf der Isle of Skye verzaubert mich.

Foto-Fieber wegen Harry Potter

Bereits die Ankunft ist wunderbar. Die Sonne strahlt, als wir am frühen Abend mit der Fähre in Armadale ankommen. Gestartet sind wir mit dem Highland Express in Glasgow. Knapp fünf Stunden verbringen wir in dem hübschen Zug und fahren durch die Highlands – allein das ist schon ein kleines Abenteuer. Wir sitzen einfach nur da, schauen aus dem Fenster, staunen bei den vielen Seen, den Bergen und dem mystischen Ausblick.

Große Aufregung herrscht dann plötzlich in den Wagons, als wir auf den Glennfian-Viadukt zufahren, auf die markante Brücke, die aus den Harry-Potter-Filmen bekannt ist.

Entzückende Unterkunft

In Mallaig endet der Zug und wir wechseln von dort aus auf die Fähre, die uns auf die Isle of Skye bringt. Die Sonne scheint, wir stehen auf dem Deck, sehen einfach nur auf das Wasser, es glitzert und funkelt.

Glücksgriff!

Nach etwa 45 Minuten sind wir an der Anlegestelle und ziehen unser Gepäck in Richtung unserer Bed-and-Breakfast-Unterkunft, die wir für die nächsten zwei Nächte gebucht haben. „Homeleigh“ heißt sie, ein älteres Ehepaar betreibt sie. Die Unterkunft wird sich als absoluter Glücksgriff herausstellen.

Kaum sind wir an der Anlegestelle losgelaufen, hält ein Auto neben uns. “Soll ich euch und das Gepäck mitnehmen”, fragt uns der Herr, der am Steuer sitzt. Wir schauen ihn kurz an, er sieht nett aus, also sagen wir ja, verstauen das Gepäck und steigen ein.

In Armadale scheinen nur freundliche Menschen zu leben, alle, die wir treffen, sind offen, höflich und hilfsbereit. Es sind vorrangig Aussteiger, die sich dort niedergelassen haben – und wie unsere Bed-and-Breakfast-Vermieter nun Zimmer anbieten.

Natur, Natur, Natur!

Armadale ist winzig klein, es gibt dort ein Mini-Schloss, ein Restaurant, zahlreiche Bed-and-Breakfast-Unterkünfte und das kleine Café. Sonst ist nicht mehr viel da. Braucht es aber auch gar nicht, denn die Natur ist traumhaft schön. So verbringen wir die Zeit in Armadale weitestgehend draußen – und laufen die Wege entlang. Nach dem Trubel in Edinburgh und Glasgow ist es das perfekte Kontrastprogramm.

Hallo Portree!

Einen Tag verbringen wir auch in Portree, der “Hauptstadt” der Skye. Wobei Stadt völlig übertrieben ist, denn gerade mal 2.300 Menschen leben dort.

Es ist außerdem ein Ausflug mit Hindernissen. Denn der erste Bus, den wir an diesem Morgen in Armadale nehmen möchten, taucht an der Haltestelle einfach nicht auf – da die Busse nur ganz selten am Tag fahren, müssen wir so zwei Stunden warten. Bei strömendem Regen ist das weniger praktisch und zurück in unsere Unterkunft möchten wir nicht. Also laufen wir ins kleine Schloss und warten erstmal dort. Das Café 1925 hat an diesem Morgen nämlich geschlossen, feste Öffnungszeiten gibt es dort nicht.

Beim zweiten Anlauf klappt es dann zum Glück, der Bus taucht auf und wir sind nach etwa einer Stunde Fahrtzeit in Portree.

Viel zu viele Touristen

Zu den 2.300 Menschen, die in Portree leben, kommen nochmals mindestens so viele Touristen. Es ist alles komplett überlaufen: Die Gehwege sind zu schmal für all die Menschen, der Supermarkt ist unfassbar voll und bei strömendem Regen zwischen all den Menschen im Zentrum herumzulaufen, ist überhaupt kein Vergnügen. So entscheiden wir uns trotz des bescheidenen Wetters und nicht vorhandener Wanderausrüstung, für einen Rundweg, der ein wenig abseits liegt. Bei dem leichten Nebel kommt dabei tatsächlich sehr mystische Highlands-Stimmung auf.

Klatschnass kommen wir so am Abend wieder in Armadale an.

So schön!

Bevor wir dann am dritten Tag wieder in den Bus steigen, um nach Inverness und Beauly zu kommen, laufen wir nochmals länger in Armadale umher. Es ist einfach so wunderbar dort! Der mit Abstand schönste Stopp unserer Schottland-Reise. 

 

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Hallo, ich bin Miriam

Stets bin ich auf der Reise: durch Karlsruhe, die Kultur und die Welt. Dabei begegnen mir immer wieder interessante Menschen, Bücher, Filme und anderer Krimskrams. Damit all diese Erfahrungen und Eindrücke nicht einsam in meinem Kopf schwirren, gibt es diesen Blog. Aus Grau wird Kunterbunt.

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