28. Oktober 2018

Heimat: Ein Nachmittag im Waffelwerk Karlsruhe”

Leider eine Enttäuschung: das Waffelwerk Karlsruhe

Waffeln. Jedes Mal, wenn ich in Berlin bin, muss ich in ein Kauf-dich-glücklich-Café, um mich damit in einen tranceähnlichen Zustand zu essen – egal ob herzhaft mit Lachs oder süß mit Kirschen und Vanilleeis. Ich liebe Waffeln. Schmerzlich habe ich deshalb in Karlsruhe bislang ein Café vermisst, wo es ein entsprechendes Angebot gibt. Nun entdeckte ich endlich in der Bürgerstraße einen neuen Laden: das Waffelwerk. Dort wo früher der italienische Imbiss “Il Gusto” war, gegenüber vom Krokokeller, soll es nun lecker duftende Waffeln in den verschiedensten Variationen geben. Mit Soßen, Früchten und Schokokram.

Hervorragend. Perfekt für verregnete Sonntage.

Mit Freundinnen bin ich dort nun gelandet. Die Enttäuschung ist groß.

Eine Überforderung für die Waffel

Bereits beim Auswählen war ich irritiert. Es gibt nur eine Preiskategorie. Eine Waffel in Herzform kostet 5,90 Euro. Immer. Egal wie viele Toppings ich drauf haue.

5,90 Euro für so eine niedliche Herzform-Form-Waffel finde ich sehr viel Geld. Wenn es wenigstens eine große, fluffige Variante wäre, so wie in Belgien, ja, dann wäre ich noch ein wenig nachgiebiger. Aber so, nein. Das ist zu viel. Für ein liebevoll zubereitetes Törtchen in der Patisserie Ludwig bezahle ich nur wenige Hundert Meter weiter 4,50 Euro. Und da stimmt jedes Detail.

Auch das Angebot, vier verschiedene Toppings auf diese kleine Herzform-Waffel zu werfen, ist völlig übertrieben. Das überfordert doch die Waffel. Erdbeeren, Himbeeren, Snickers und Kinderriegel auf so einem kleinen, dünnen Teil. Das ist mit Kanonen auf Spatzen geschossen. Außerdem war die Waffel auch sofort kalt, da hat nix mehr gedampft und geduftet. Die Toppings haben die Waffel einfach kalt gemacht.

Keine Auswahl ist keine Lösung

Warum gibt es keine Abstufungen? Also eine Waffel mit Puderzucker für 2 Euro, mit einem Topping für 2,50 Euro und so weiter. Wer viel will, soll wegen mir auch gerne viel bekommen. Aber keine Auswahl zu haben, ist doch keine Lösung. Das Besteck gab es darüber hinaus in einer völlig unnötigen Papiertüte – und die Servietten lagen so versteckt, dass wir sie nicht gefunden haben.

Alles für Instagram

Offensichtlich ist dagegen der Selfie-Point – alles für Instagram. Auch dass der eigene Name noch auf den Teller geschmiert wird. Likes, Likes, Likes. So sitzen an jedem Tisch Menschen, die zunächst ihr Essen fotografieren, von links, von rechts und von oben. Das dauert. Macht ja aber nix, kalt werden kann ja eh nix mehr.

 

 

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Hallo, ich bin Miriam

Stets bin ich auf der Reise: durch Karlsruhe, die Kultur und die Welt. Dabei begegnen mir immer wieder interessante Menschen, Bücher, Filme und anderer Krimskrams. Damit all diese Erfahrungen und Eindrücke nicht einsam in meinem Kopf schwirren, gibt es diesen Blog. Aus Grau wird Kunterbunt.

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