5. Juni 2019

Heimat: “Ein Nachmittag mit Daniel Bollinger”

Das ist Daniel. Von ihm kommen auch alle Bilder.

Karlsruhe: Ein Wohnzimmerkonzert bei Daniel Bollinger

Versteckt in einem Hinterhof in der Karlsruher Südstadt, abseits des Trubels am Werderplatz, hat es sich Daniel Bollinger schön gemacht. In seiner mehrstöckigen Wohnung versammeln sich Dinge, die sein Leben ausmachen, ihn prägen, ihn widerspiegeln. Bücher, Bilder, Blumen. Eine Leiter aus dunklem Holz lehnt im großen Wohnraum im Erdgeschoss an einer Ecke, ein großer Stern hängt an der Decke, auf einem kleinen Schränkchen steht ein Plattenspieler. In diese Kulisse lädt er am Donnerstag, 13. Juni, zu einem Wohnzimmerkonzert ein. Zu Gast: Das Duo Loulou, das besteht aus der Sopranistin Lisa Ströckens und dem Jazz-Kontrabassisten Stephan Goldbach.

Gute Erfahrungen mit “Werders Wohnzimmer”

„Ich freue mich schon sehr auf den Abend“, erzählt mir der Klarinettist des Badischen Staatstheaters, als ich ihn an einem sommerlichen Sonntagnachmittag besuche. Daniel ist der perfekte Gastgeber, zum Kaffee bietet er mir frischgebackene Pfannkuchen an, das Orangen-Chutney hat er selbst gemacht und kaum ist mein Getränk leer, steht schon das nächste vor mir.

“Für meine Konzertreihe habe ich mich für den Namen Werders Wohnzimmer entschieden”, beginnt er mir zu erzählen. Angelehnt an das einstige Ausstellungsformat, das sich über verschiedene Wohnungen und Einrichtungen in der Südstadt verteilte. Auch bei Daniel war damals ein Stopp, Kunst von Karlsruher Künstlern hing an seinen Wänden. „Ich habe damals gute Erfahrungen gemacht, auch fremden Menschen meine Tür zu öffnen“, erinnert er sich. Deshalb nun die Idee, das für Konzerte erneut zu tun.

Das Karlsruher Stadtleben mitgestalten

Daniel lebt seit 17 Jahren in Karlsruhe. Wegen seines Engagements am Badischen Staatstheater zog er damals in die Fächerstadt. 23 Jahre war er alt, sein Studium hatte er in Köln an der Musikhochschule absolviert. Mit seiner damaligen Freundin und der gemeinsamen kleinen Tochter musste er sich in der zunächst noch fremden Stadt erstmal orientieren – und begann früh, sich einzubringen. “Zu einem der größeren Projekte gehörte die Montagsbar”, erinnert er sich. In unterschiedlichen Locations fanden in unregelmäßigen Abständen am ersten Tag der Woche Events statt. In einem Zirkuszelt am Ostring, im ehemaligen Vanguarde im Tempel oder auf dem Schlachthof – Hunderte Gäste kamen. Die Montagsbar war ein riesiger Erfolg. Doch berufliche Veränderungen brachten einen Wandel in das Organisationsteam.

Daniel blieb in der Fächerstadt. Nach wie vor ist er fest am Badischen Staatstheater angestellt und hat einen Lehrauftrag an der Hochschule für Musik in Karlsruhe. “Das ist mir aber noch nicht genug”, sagt er lachend. Große Lust hat er auf freie Musik-Projekte, aus seinen zahlreichen Kontakten und Freudschaften entstehen immer wieder neue Synergien. Kunst, Musik, Texte. „Es ist toll, etwas auf die Beine zu stellen und Neues entstehen zu lassen“, betont der Klarinettist.

“Werders Wohnzimmer” reloaded

Bei der Premiere seiner Version von „Werders Wohnzimmer“ versammelten sich 50 neugierige Gäste im Erdgeschoss, einige nahmen auf Stühlen Platz, andere standen, außerdem saßen noch welche auf den Treppenstufen, die zur nächsten Etage führen. „Der Teppich diente als Bühne“, erzählt Daniel. Den großen, rustikalen Holztisch hatte er zur Seite geschoben, in der Küchenecke gab es Suppe und Wein – alles gegen Spende. Zu Gast war bei der Premiere die theatrale Pop-Jazz-Kapelle „Anna brennt“. “Es war wahnsinnig schön”, resümiert Daniel.

Nun folgt die zweite Auflage mit Loulou am nächsten Donnerstag, 13. Juni. Einlass ist ab 19 Uhr, das Konzert beginnt um 20 Uhr. “Es wird dieses Mal etwas Orientalisches zu essen geben”, verrät Daniel. Auch das nächste Konzert seiner Konzert-Reihe ist bereits in Planung. Am 11. Juli wird unter anderem die Sängerin Liv Solveig Wagner den Abend gestalten – inmitten Daniels gemütlicher Wohnung, versteckt in einem Hinterhof in der Karlsruher Südstadt – zwischen Plattenspieler, Porzellan und Pflanzen.

Wer Interesse hat zu kommen, ist herzlich eingeladen. Wer Fragen hat, kann Daniel über Facebook schreiben.

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Hallo, ich bin Miriam

Stets bin ich auf der Reise: durch Karlsruhe, die Kultur und die Welt. Dabei begegnen mir immer wieder interessante Menschen, Bücher, Filme und anderer Krimskrams. Damit all diese Erfahrungen und Eindrücke nicht einsam in meinem Kopf schwirren, gibt es diesen Blog. Aus Grau wird Kunterbunt.

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