2. November 2020

Flimmerkasten: Call my agent

Eine wunderbare Serie: Call my agent!

Sie betreuen die berühmtesten Schauspieler Frankreichs: In der Serie „Call my agent“ dreht sich alles um eine fiktive Pariser Agentur, deren Mitarbeiter versuchen, Filmstars lukrative Angebote an Land zu ziehen. Zehn Prozent Provision bekommen die Agenten bei erfolgreich abgeschlossenen Verträgen. Deshalb heißt die Serie im Original auch „Dix pour cent“.

Dass von der Vertragsunterzeichnung bis zum letzten Drehtag aber alles klappt, ist bei den egozentrischen Schauspielern oft eine Herausforderung. Eitelkeiten, Sturheit, alte Feindschaften. Die Agenten benötigen Nerven aus Drahtseil. Das ist herrlich anzuschauen, unterhaltsam und oft auch spannend.

Wie kommen Schauspieler an ihre Rollen?

Auf „Call my agent“ bin ich vor mehreren Wochen zufällig gestoßen. Ich suchte eine leichte, helle Serie, die nicht albern und kitschig ist. In der ARD Mediathek entdeckte ich die französische Produktion, deren Kritiken äußert gut ausfielen. Neugierig begann ich die erste Folge zu schauen – und war sofort Fan!

„Call my agent“ gewährte mir einen Einblick in eine Welt, die mir bislang verschlossen war. Wie kommen Schauspieler an ihre Rollen? Was gibt es für Rivalitäten, für Intrigen und für Seilschaften? In jeder Folge steht in der Serie ein anderer Schauspieler im Fokus, der sich selbst spielt – stets in einer ironischen und überspitzten Version. Darunter: Christopher Lambert, Juliette Binoche und Monica Belluci.

Wie geht es nach dem Tod des Chefs weiter?

Eingebettet ist die Handlung in das muntere Treiben der Agentur. Der Chef stirbt gleich in der ersten Folge im Urlaub an einem Wespenstich – die Mitarbeiter stehen nun vor der Frage: Wie geht es weiter? Unter ihnen sind die vier sehr unterschiedlichen Teilhaber Andréa (Camille Cottin), Mathias (Tibault de Montalembert), Gabriel (Grégory Montel) und Arlette (Liliane Rovère).

Während Andréa ein wildes Privatleben hat und mit unzähligen Frauen schläft, ist sie in der Agentur äußert zielstrebig und ehrgeizig. Eine Dame, mit der sie einen unglücklichen Flirt hatte, taucht dann jedoch in der Agentur auf und bringt sie in Schwierigkeiten.

Gabriel ist dagegen sehr fürsorglich und verliebt sich in Sofia (Stéfi Celma), die an der Rezeption arbeitet und unbedingt selbst Schauspielerin werden möchte. Dadurch geraten seine beruflichen und privaten Interessen durcheinander.

Mathias scheint nach außen ein sehr geregeltes Leben zu führen. Glücklich verheiratet, engagiert und erfolgreich. Doch dann gerät alles aus den Fugen, als seine uneheliche Tochter Camille (Fanny Sidney) in Paris auftaucht und ebenfalls in der Agentur zu arbeiten beginnt.

Ein Ruhepol ist dagegen Arlette, die weit über 70 Jahre alt ist, und weise Ratschläge gibt. Immer an ihrer Seite ist ihr Jack Russell Terrier „Jean Gabin“, der gerne mal sanft zubeißt, wenn jemand etwas Schräges getan hat.

Dazu kommen die schrullige Noémi (Laure Calamy) und der überdrehte Hervé (Nicolas Maury), die beide als Assistent*innen arbeiten und helfen, dass die Agentur funktioniert.

Vorfreude auf die vierte Staffel!

Drei Staffeln gibt es von „Call my agent“ inzwischen auf Deutsch – ich habe nun alle gesehen und bin von jeder einzelnen Folge begeistert. Die Serie gehört für mich zu den besten, die in den vergangenen Jahren in Europa entstanden sind. Ein Hauch Liebe, eine Prise Skandal, garniert mit Glitzer und Glamour. Das Konzept ist perfekt, die Schauspieler sind durchweg klasse. Eine vierte und letzte Staffel wird derzeit in Frankreich ausgestrahlt. Ich kann es kaum erwarten, bis sie auch bei uns zu sehen ist.

Anmerkung: Derzeit gibt es “Call my agent” nicht mehr in der ARD Mediathek, bei Amazon Prime ist sie aber im Angebot inbegriffen.

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Hallo, ich bin Miriam

Stets bin ich auf der Reise: durch Karlsruhe, die Kultur und die Welt. Dabei begegnen mir immer wieder interessante Menschen, Bücher, Filme und anderer Krimskrams. Damit all diese Erfahrungen und Eindrücke nicht einsam in meinem Kopf schwirren, gibt es diesen Blog. Aus Grau wird Kunterbunt.

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