20. April 2021

Krimskrams: Crowdfunding-Aktion für das „achteintel—LitfassMuseum“

Litfassmuseum Karlsruhe

„achteintel—LitfassMuseum“: Kunst für die Karlsruher Innenstadt

Kunst, Grafik, Illustration, Fotografie: Michael Gibis und Daniel Ehniss möchten in Karlsruhe leerstehende Litfaßsäulen zu einem Open-Air-Museum verwandeln – zum sogenannten „achteintel—LitfassMuseum“. Heute startet die dazugehörige Crowdfunding-Aktion.

Mehr zu ihrem Konzept und wie sich Künstler*innen für die Gestaltung einer Litfaßsäule bewerben können, hat mir Michael Gibis im Interview verraten.

Michael Gibis Litfassmuseum Karlsruhe
Das ist Michael.

Was genau hat es mit dem „achteintel—LitfassMuseum“ auf sich?

Die Konzeption unseres „achteintel—LitfassMuseums“ umfasst zwölf leerstehende Litfaßsäulen im Karlsruher Stadtgebiet. An insgesamt zehn Tagen möchten wir diese „Kunsträume“ mit Werken von sechs Künstler*innen aus der Region bespielen. Zusätzlich wird es eine sogenannte Informationssäule geben, auf der alles Wichtige zu unserem Projekt steht.

Der Name bezieht sich auf das achteintel-Format (8 mal Din A1) der Litfaßsäule. Drei dieser Plakatformate füllen eine ganze Säule.

Die erste Ausstellung dieser Art planen wir für Juli 2021. Darüber hinaus haben wir mit achteintel.org ein digitales Zuhause. Dort gibt es dann nähere Informationen über die Werke und Biografien der Künstler*innen.

Unser Ziel ist es, das „acheintel–LitfassMuseum“ für Karlsruhe tatsächlich zu etablieren und weitere Ausstellungen zu realisieren. Es gibt hier in unserer Region so viele Kreative, die qualitativ hochwertige Werke schaffen, aber keine Plattform haben, sie zu zeigen.

Wie kamt ihr auf die Idee?

Ich kam einige Male an leeren Litfaßsäulen vorbei, dabei hat es mich in den Fingern gejuckt und ich wollte einfach drauf los malen. Der Drang war groß, nicht nur kreativ, sondern auch grundsätzlich etwas zu tun, da ich als Kommunikationsdesigner pandemiebedingte Ausfälle hatte. Resignieren und jammern kam für mich aber nicht infrage, vielmehr wollte ich aus den Missständen etwas Positves machen.

Konkret inspiriert hat mich ein Projekt in der Schweiz, bei dem ebenfalls Litfaßsäulen künstlerisch kuratiert wurden. Ich habe kurzerhand ein Konzept geschrieben und habe mich zunächst ans Kulturbüro in Karlsruhe gewendet.

Daniel Ehniss I Litfassmuseum Karlsruhe

Und die Resonanz war positiv?

Ja, sie fanden die Idee alle sehr gut und haben mir den Kontakt zu den Betreibern der Litfaßsäulen vermittelt. Irgendwann habe ich Daniel davon erzählt und er fand die Idee ebenfalls spannend. Beim Konkretisieren des Projekts kamen wir auf die Idee, das Ganze über die Crowdfunding Plattform wemakeit zu finanzieren, die viele Projekte im Kulturbereich erfolgreich unterstützt.

Während ich mich um Grafik und Kommunikation kümmere, hat Daniel die Website umgesetzt und organisiert den gesamten technischen Unterbau.

Welches Potenzial seht ihr gerade in Litfaßsäulen?

Vor circa 166 Jahren hat der Namensgeber Herr Litfaß die ersten Säulen in Berlin aufgestellt. Sie bedeuteten den Beginn der Kreativwirtschaft überhaupt. Davor gab es keine Möglichkeiten, großflächig Plakate zu präsentieren.

Wir wünschen uns einen Neustart des Kreativmotors. Uns motiviert, dass Kunst nicht nur schön ist, sondern aneckt und zum Denken und Handeln anregt. Dafür muss Kunst dort passieren, wo wir leben und unseren Alltag verbringen, in der Stadt.

Mit den Litfaßsäulen schaffen wir für die Kreativen einen eigenen Ausstellungsraum, der die Werke – anders als im Gebäude – nicht nach innen, sondern nach aussen richtet. Die Richtung ändert sich dadurch.

Wir bieten ein Freiluft-Museum an, das Interessierte zu Fuß oder mit dem Fahrrad besuchen können oder das einem im Vorbeigehen im Alltag begegnet.

Stehen die sechs Künstler*innen schon fest?

Für die erste Ausstellung haben mittlerweile vier Künstler*innen aus der Region zugesagt. Darüber hinaus sind wir aber auf jeden Fall offen und freuen uns über interessierte Künstlerinnen und Künstler.

Uns liegt Diversität am Herzen, wir sind bunt. Bekanntheitsgrad ist nicht der Schlüssel. Handwerklich gut, Qualität mit Tiefgang. Nicht ausgrenzend, aber gerne aneckend, aufweckend, lustig, komisch oder ernst. Interessierte Künstler*innen können sich gern über post@achteintel.org an uns wenden.

Warum denkt ihr, dass gerade jetzt eine Kulturintervention wichtig ist?

Das Fehlen kultureller Inspiration an konkreten Orten, die trüben Aussichten und die Belastung des Alltags in der Pandemie schlagen bei immer mehr Personen auch emotional durch. Mit dem „LitfassMuseum“ wollen wir das Stadtbild erfrischen und den Menschen in ihrem Alltag positive Signale senden, sie anregen, inspirieren und ihnen Mut machen.

Uns geht es nun darum, etwas zu bewirken, von dem alle profitieren und teilhaben können. Die Litfaßsäule ist kein elitärer Kunstraum. Sie steht mitten in der Stadt, mitten im Leben. Genau hier wollen wir die Menschen erreichen.

Wie genau läuft die Crowdfunding-Aktion ab?

Die Crowdfunding Kampagne startete am 20. April um 18 Uhr und läuft 30 Tage lang. Innerhalb dieser Zeit wollen wir 8.000 Euro sammeln. Als Belohnungen haben wir inspirierende und praktische Intervention-Kits zusammengestellt, die anhand eines Mindestbetrags ausgewählt werden können.

Unter den Belohnungen sind Art-Prints, die Ikone des “LitfassMuseums”, ein Comic Fanzine und ein Paket mit Kaffee-Spezialitäten.

Für alle, die auf dem Laufenden bleiben wollen, empfehlen wir gerne unseren Newsletter und unsere Profile auf Twitter und Instagram. Dort werden wir sowohl über die Crowdfunding Kampagne als auch die weiteren Entwicklungen des “LitfassMuseums” sprechen.

Hier geht es zur Crowdfunding Kampagne.

Wer steckt hinter dem “Litfassmuseum”?

Mit folgenden Worten beschreiben sich die Organisationen selbst:

Michael Gibis ist Kommunikationsdesigner aus Karlsruhe und arbeitet als Art Director in den Themengebieten Markenentwicklung, UX und UI Design, Editorial Design, Illustration und Fotografie. Inspiration findet er in der Bewegung. Bewegung bekommt er durch seine Familie, sein Skateboard, die Natur, das Reisen. Und eines Tages rollte er an einer leeren Litfaßsäule vorbei.

Mehr über ihn erfahren: michaelgibis.com

Daniel Ehniss ist Vater und Webdesigner aus Karlsruhe. Zu seinem Alltag gehört das Zubereiten von Mahlzeiten genauso wie semantischer Code. Gute Musik, anregende Bücher und hervorragender Kaffee begleiten ihn dabei. Leere Litfaßsäulen fielen ihm auf, als er in die Pedale trat, um von A nach B zu kommen.

Mehr über ihn erfahren: depone.net

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Hallo, ich bin Miriam

Stets bin ich auf der Reise: durch Karlsruhe, die Kultur und die Welt. Dabei begegnen mir immer wieder interessante Menschen, Bücher, Filme und anderer Krimskrams. Damit all diese Erfahrungen und Eindrücke nicht einsam in meinem Kopf schwirren, gibt es diesen Blog. Aus Grau wird Kunterbunt.

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