22. August 2021

Flimmerkasten: “Sex Education”

“Sex Education”: eine bunte Serie mit Tiefgang und Humor

Es ist ausgerechnet der unbeholfene und unerfahrene Otis (Asa Butterfield), der an der Moordale Highschool ein ganz neues Business-Feld entdeckt: Sex-Beratung für seine Mitschüler*innnen. In einer heruntergekommenen Toilette, zwischen Matsch und Staub, hilft er weiter, wenn es um Liebesprobleme, Komplexe und unerfüllte Bedürfnisse geht.

Seine Kund*innen akquiriert die unnahbare und coole Maeve (Emma Mackey). Otis ist hoffnungslos verliebt in sie, doch für Maeve ist ihre Beziehung zunächst nur freundschaftlich. Durch ihre gemeinsame Mission lernen sie sich von Folge zu Folge aber besser kennen und kommen sich näher.

Bunt, zeitgemäß und voller liebevoll gestalteter Dramen: „Sex Education“ ist definitiv eine meiner Lieblingsserien auf Netflix. Zwei Staffeln mit jeweils acht Folgen sind dort bereits abrufbar – jede einzelne habe ich geliebt. Die dritte Staffel ist ab 17. September zu sehen.

Alle zeitgemäßen Themen vereint

Die beiden Regisseure Ben Taylor und Kate Herron schaffen es auf wunderbare Weise, all die drängenden Fragen des Lebens ohne zuviel Schwere auf den Bildschirm zu bringen. Freundschaft, Identitätsfindung, Sexismus, Schwangerschaftsabbruch, Feminismus, Drogenmissbrauch, Homophobie. Mit viel Respekt, aber auch sehr trockenem, britischem Humor behandelt „Sex Education“ diese Themen – wohldosiert über die einzelnen Folgen hinweg.

In welcher Zeit „Sex Education“ spielt, lässt sich nicht eindeutig einordnen. Die stylischen Outfits erinnern an die 1980er-Jahre. Jedoch gibt es Smartphones und Laptops. Auch der Soundtrack umfasst Hits aus verschiedenen Jahrzehnten. An manchen Stellen wirken die Szenen wie aus einer fernen Zukunft – dadurch hat die Serie etwas Zeitloses, etwas Universelles.

Was für eine märchenhafte Kulisse

Wunderbar ist die märchenhafte Kulisse in Südostwales, in der die Serie spielt. Sattgrüne Wälder, die herrschaftliche Moordale Highschool, die einst ein Universitätscampus war, oder das prächtige Haus von Otis und seiner Mutter (Gillian Anderson). Letzteres liegt am Fluss Wye in Wales und ist ein Bed and Breakfast. Definitiv ein Grund, in Wales Urlaub zu machen.

Otis Mutter, Dr. Jean Milburn, nimmt auch eine bedeutende Rolle in der Serie ein. Sie ist studierte Sex-Therapeutin, behandelt ihre Patient*innen in ihrem Büro im Haus und verhilft so unbeabsichtigt Otis zu seinem theoretischen Wissen. Da Otis Vater mit einer anderen Frau in den USA lebt, ist die Mutter-Sohn-Bindung eng. Vor allem Jean überschreitet immer wieder Grenzen, schnüffelt in Otis Zimmer herum, fährt zu Partys, bei denen er ist, und schafft es nicht richtig, loszulassen.

Außergewöhnliche Charaktere mit gewöhnlichen Problemen

Generell ist „Sex Education“ voll mit außergewöhnlichen Charakteren, die letztlich aber alle sehr gewöhnliche Probleme haben. Otis, der als Jugendlicher mit sich selbst überfordert und unsicher ist. Oder der attraktive Jackson (Kedar Williams-Stirling), der nach außen zwar cool wirkt, aber voller Ängste ist und seit seiner Kindheit Panikattacken hat.

Besonders ans Herz gewachsen ist mir außerdem Otis bester Freund Eric (Ncuti Gatwa). Er ist homosexuell, voller Lebensfreude und mag es gerne schrill. Dafür wird er gemobbt und angefeindet. Seine Entwicklung und Kämpfe zeigen die Serien-Machen mit viel Sensibilität. Allein seine Geschichte mit Adam (Connor Swindells) könnte einen ganzen Spin-Off füllen.

Perfekter diverser Cast

Dass die Geschichten von „Sex Education“ so gut funktionieren, liegt auch an der Auswahl der Schauspieler*innen. Eine interessante Mischung aus altbekannten Gesichtern wie Gillian Anderson (Akte X) oder Asa Butterfield („Der Junge im gestreiften Pyjama“, „Hugo Cabret“) und noch völlig unbekannten wie Tanya Reynolds, die die bezaubernde und durchgeknallte Lily spielt, sowie Patricia Allison, die als toughe Ola gegen Ende der ersten Staffel dazukommt.

Kommen Otis und Maeve in Staffel 3 zusammen?

Staffel 2 endet offen – was mit Otis und Maeve passiert, wird sich in Staffel 3 zeigen, die nun bald erscheint. Meine Vorfreude ist riesig. Denn zu dem bekannten Cast kommt Jemima Kirke dazu. Sie spielte Jessa in der Serie “Girls”, die ich ebenfalls sehr liebte. Jemima Kirke wird die neue Rektorin an der Moordale Highschool. Es wird also spannend.

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Hallo, ich bin Miriam

Stets bin ich auf der Reise: durch Karlsruhe, die Kultur und die Welt. Dabei begegnen mir immer wieder interessante Menschen, Bücher, Filme und anderer Krimskrams. Damit all diese Erfahrungen und Eindrücke nicht einsam in meinem Kopf schwirren, gibt es diesen Blog. Aus Grau wird Kunterbunt.

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