28. Dezember 2025

Buchkritik: „Kein Sommer ohne dich“ von Emily Henry

Buchkritik: „Kein Sommer ohne dich“ von Emily Henry

Rezension „Kein Sommer ohne dich“ von Emily Henry – vorhersehbar, aber genau richtig

Es war die Netflix-Vorschau zum Film People We Meet on Vacation, die mich vor wenigen Wochen dazu brachte, doch noch einmal ein Buch von Emily Henry in die Hand zu nehmen. Book Lovers fand ich zwar ganz nett, aber an manchen Stellen zu kitschig, sehr vorhersehbar, und die vielen Sexszenen hatten mich eher abgeschreckt als angezogen.

Der Trailer zu „People We Meet on Vacation“ sah jedoch nach einer typischen Romcom aus, die ich manchmal sehr gerne zum Abschalten schaue. Wenn es aber eine Buchvorlage dazu gibt, möchte ich diese immer zuerst lesen. Da es Kein Sommer ohne dich, wie der Roman auf Deutsch heißt, problemlos in der Stadtbibliothek gab, dachte ich: perfekt, kein Risiko. Wenn ich das Buch gar nicht mag, gebe ich es einfach zurück.

Eines vorweg: „Kein Sommer ohne dich“ hat keine großen Überraschungen parat. Der Roman ist so eingängig, wie ich es erwartet hatte. Der Spannungsbogen ist eher flach, aber manchmal tut genau so etwas auch gut. Außerdem reisen die beiden Hauptfiguren sehr viel – das fand ich tatsächlich interessant. Der Film „People We Meet on Vacation“ erscheint am 9. Januar auf Netflix. Emily Bader spielt Poppy, Tom Blyth verkörpert Alex. Ich bin gespannt.

Worum geht es in „Kein Sommer ohne dich“?

Die Geschichte in „Kein Sommer ohne dich“ erzählt Emily Henry aus der Sicht von Poppy. Sie lebt als Reiseredakteurin in New York und führt ein illustres Leben. Für ein Magazin darf sie durch die ganze Welt reisen. Mit ihrer Freundin Rachel besucht sie hippe Restaurants und Cafés. Trotzdem spürt sie eine Leere in sich. Seit zwei Jahren hat sie kaum noch Kontakt zu ihrem besten Freund Alex. Bei einem gemeinsamen Sommerurlaub passierte etwas, das ihre Freundschaft ins Wanken brachte. Was genau es war, bleibt lange unerwähnt – mir wurde beim Lesen allerdings recht schnell klar, worum es gegangen sein könnte.

Poppy vermisst Alex sehr und möchte noch einmal mit ihm verreisen. Glücklicherweise sagt er zu. Es soll nach Palm Springs gehen. Dort heiratet ein Bruder von Alex, und Poppy soll als Begleitung mitkommen. Außerdem wollen sie sich dort am Pool erholen. Schnell stellt sich jedoch heraus, dass ihre Airbnb-Unterkunft eine Zumutung ist: Im Hochsommer funktioniert die Klimaanlage nicht. Alex und Poppy kämpfen mit der Hitze – und mit ihren Gefühlen füreinander.

Eine lange Freundschaft mit vielen unausgesprochenen Gefühlen

Die Geschichte wechselt zwischen der Gegenwart und früheren Urlaubsrückblenden. Mit jedem Kapitel erfährt man mehr über die Freundschaft von Alex und Poppy, die beide aus Ohio stammen ­ – wie sie sich am College in Chicago zum ersten Mal begegneten und sich auf einer gemeinsamen Heimfahrt besser kennenlernten. Obwohl sie grundverschieden sind (sie lebenslustig, er introvertiert), haben sie schnell einen Draht zueinander.

Dass daraus keine Liebesbeziehung wird, liegt vor allem daran, dass sich Poppy kein traditionelles Leben mit Kindern und einem Haus in Ohio vorstellen kann. Alex hingegen ist nach dem Studium und seiner Promotion dorthin zurückgezogen und arbeitet als Lehrer. Seine Verbundenheit zu seiner Familie ist groß, auch weil seine Mutter früh starb und er sich als ältester von drei Brüdern viel um seine Geschwister kümmern musste.

Poppy fühlt sich zu ihm hingezogen, liebt aber das Leben in New York und möchte den Zukunftswünschen von Alex nicht im Weg stehen – obwohl sie nie mit ihm darüber gesprochen hat. Offensichtlich ist jedoch, dass Alex von Beginn an in Poppy verliebt ist. So verbringen sie nun seit zehn Jahren als Freunde ihre Sommerurlaube gemeinsam und unterdrücken ihre Gefühle. Sie reisen durch die USA, nach Kanada oder auch nach Kroatien. Dass es deshalb irgendwann zu einem Knall kommen musste, ist keine Überraschung. In Palm Springs beginnen sie nun endlich, miteinander zu reden.

Fazit: Wie finde ich „Kein Sommer ohne dich“?

„Kein Sommer ohne dich“ erfindet das Rad nicht neu. Emily Henry bedient sich vertrauter Elemente des New-Adult-Genres. Neben der Liebesgeschichte von Alex und Poppy geht es auch darum, dass Poppy zu sich selbst findet – und sich selbst akzeptiert. Das mag ich an den Büchern von Emily Henry ganz gerne. Es gibt Raum für Therapien, Selbstzweifel und Heilung. Dadurch bekommt der Roman auf den letzten Seiten sogar etwas Ernsthaftes – natürlich ohne großes Drama. Denn was wäre ein Liebesroman schließlich ohne Happy End?

Wer also Lust hat, gedanklich an schöne Orte zu reisen und gerne unaufgeregte Romane liest, wird „Kein Sommer ohne dich“ mögen.

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Hallo, ich bin Miriam

Stets bin ich auf der Reise: durch Karlsruhe, die Kultur und die Welt. Dabei begegnen mir immer wieder interessante Menschen, Bücher, Filme und anderer Krimskrams. Damit all diese Erfahrungen und Eindrücke nicht einsam in meinem Kopf schwirren, gibt es diesen Blog. Aus Grau wird Kunterbunt.

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