30. Oktober 2017

Fernweh: “Grey Glasgow”

Wo bist du?

Kurze Aufregung. Der Start in Glasgow verläuft ein wenig turbulent. Während ich mit dem Zug am Bahnhof „Queen Street“ ankomme, landet meine Freundin, die von London anreist, am Hauptbahnhof – irrtümlicherweise gingen wir fest davon aus, dass wir am gleichen Bahnhof sein werden. So stehen wir aber in unterschiedlichen Empfangshallen und suchen einander. Vergeblich.

Nicht mal unsere Smartphones können helfen. Der Handy-Akku meiner Freundin ist leer. Meine Anrufversuche enden so im Nirvana. Und nun? Wir greifen zurück zu konservativen Kommunikationsmitteln. Das heißt: auf das direkte Gespräch mit Bahnhofsangestellten. So erfahren wir, dass es unterschiedliche Möglichkeiten gibt, um mit Fernzügen nach Glasgow zu kommen. Und während sie intuitiv am Hauptbahnhof bleibt, ziehe ich mein Gepäck einmal quer durch die Fußgängerzone und finde sie endlich.

Juhu, geschafft, nun können wir weiter zusammen nach Dennistoun fahren – in dem Stadtteil im Eastend von Glasgow werden wir die nächsten 2,5 Tage wohnen. Weiterlesen »

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22. Oktober 2017

Heimat: #metoo

Darüber schreiben oder nicht?

Als ich vor einigen Tagen zahlreiche #metoo auf meinem Facebook- und Instagramfeed hatte, war ich keineswegs überrascht. Wenn es um den Machtmissbrauch von Männern in der Arbeitswelt geht, schockt mich gar nichts mehr – leider.

Bereits vor Jahren saß ich mit einer Freundin bei einem Glas Wein und überlegte, ob ich auf dem Blog aus meiner Perspektive darüber schreiben soll, ja, nein? Letztlich entschied ich mich nach dem Abend dagegen, es schien mir zu privat, zu gefährlich.

Aber nun, durch diesen Skandal um Harvey Weinstein, bin ich doch nochmals sehr ins Nachdenken kommen. Ist es tatsächlich nicht gerade der falsche Weg, zu schweigen? Aus Angst und falscher Rücksicht diese Geschichten nur mit sich selbst auszumachen beziehungsweise nur den allerengsten Freunden zu erzählen – und dadurch den Schein aufrechtzuerhalten, dass schon alles in Ordnung ist mit dieser Gesellschaft und der Arbeitswelt? Und mit diesen Männern? Weiterlesen »

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17. September 2017

Heimat: “Ein Abend mit Markus und Kian von ,interKArt'”

Das sind Markus (links) und Kian

Festival in der Fettschmelze!

Am Ende stehen alle Konzertbesucher im Tollhaus auf. Gerührte und beeindruckte Gesichter überall. Der Applaus dauert minutenlang. Er ist der verdiente Lohn für einen überwältigenden Abend, bei dem Musiker aus der ganzen Welt auf der Bühne vereint sind – aus dem Iran, der Mongolei, Italien und auch Deutschland.

„Wir waren selbst überrascht, wie toll alles lief“, erzählen mir Markus Widmaier und Kian Jazdi nun knapp vier Monate später, in ihren Augen blitzt es dabei, das Grinsen ist riesig. Die beiden Studenten der Hochschule für Musik organisierten mit ihrem interkulturellen Verein „interKArt“ diesen bunten Weltmusikabend – es war die erste Veranstaltung des Vereins, der Beginn seines sozialen Engagements, das nun mit dem dreitägigen Festival „ZwischenRäume“ in der Fettschmelze am letzten Septemberwochenende seine Fortsetzung findet. Weiterlesen »

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6. August 2017

Schmöker: Ein Abend mit Fatma Aydemir und ,Ellbogen’ im Kohi”

Wut und schlechte Laune

Fatma Aydemir und ihre “Ellbogen”-Protagonistin Hazal könnten unterschiedlicher kaum sein: Während die Autorin studierte, inzwischen Redakteurin bei der Taz ist, für Magazine schreibt und nun erfolgreich ihren Debütroman veröffentlichte, eiert Hazal in Berlin perspektivlos vor sich hin, steckt unmotiviert in berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahmen und läuft schnurstracks auf die Katastrophe zu. Aber trotzdem, eines haben sie dann doch gemeinsam: Sie sind beide wütend und schlecht gelaunt. Weiterlesen »

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31. Juli 2017

Fernweh: “Ein Tag in Jerusalem”

Jerusalem – ein Tag voller unglaublicher Eindrücke

Punkt 6 Uhr klingelt der Wecker. Puuh. Unser Ausflug nach Jerusalem beginnt früh. Um möglichst viel an einem Tag sehen zu können, haben wir uns für eine geführte Tour mit dem Anbieter „Viator“ entschieden. Eines der teuersten Angebote, aber dafür auch eines der umfangreichsten. Auf uns wartet ein Tag voll gepackt mit Geschichte, Religion und unglaublichen Bildern. Es ist so bewegend, dass der Ausflug selbst Monate später noch unglaublich präsent in meinem Kopf ist. Weiterlesen »

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19. Juli 2017

Kurioses: “Achterbahn”

Gestatten: Sad Saturday

Hereinspaziert: Sad Saturday

Vor einigen Wochen hatte ich einen “Sad Saturday”, völlig unvorhergesehen kam er vorbei, durchkreuzte meinen Alltag und brachte mich gehörig durcheinander.

Der Grund: Eine Freundin hatte mir kurzfristig abgesagt. Sie war krank geworden, das hieß für sie: wunderschöner Sommertag ade, hallo Bett. Für mich: Abendplanung futsch. Aber sowas passiert. Manche Pläne gelingen, manche scheitern. Manchmal kann man da einfach nix machen. Und eigentlich macht mir das Alleinsein auch gar nichts aus.  Weiterlesen »

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14. Juli 2017

Heimat: “Ein Abend mit CEON”

Das ist CEON. (Foto: Sebastian Heck)

Sommer am Rheinhafen

Es dauert nicht mehr lange, bis die Sonne an diesem Sommerabend untergeht, aber noch wirft sie ihre Strahlen auf das Wasser am Rheinhafen, lässt es glitzern und funkeln. René, aka CEON, und ich sitzen mit dieser Aussicht auf einer Bank und sehen den Ruderern zu, die vor uns vorbei gleiten. All das ist jedoch nur Kulisse, im Mittelpunkt stehen die Worte des 33-jährigen Graffiti-Künstlers, die sich Satz für Satz in eine bewegende Geschichte verwandeln. Das Gespräch mit CEON ist eines, das lange in meinem Kopf nachhallt. Weiterlesen »

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27. Juni 2017

Heimat: “Ein Abend in der Pop-up-Bar am Wasserturm”

4x Pop-up-Bar am Wasserturm

Pils, Crafter, Radler. Leere Bierflaschen reihen sich auf der Theke aneinander. Daneben stehen zahlreiche Gläser, ineinander gestapelt, noch mit Strohhalmen versehen, kleine Pfützen haben sich ganz unten an ihrem Bodenrand gebildet. „Oh, hier sieht es aus, als ob jemand eine Party gefeiert hätte“, kommentiert Marcel Böttner lachend, als er die massive Tür des Wasserturms öffnet und wir in das Innere eintreten. Es ist das erste Mal, dass der Organisator selbst nach der Eröffnung der Pop-up-Bar am vergangenen Freitagabend wieder auf dem Gelände hinter dem Hauptbahnhof ist.

„Ich bin überglücklich, wie gut alles angelaufen ist“, sagt Marcel dann zu mir und strahlt. Punkt 1 Uhr waren alle alkoholischen Getränke weg. Ausverkauft. „Aber es gibt nun noch ein paar Dinge, die wir unbedingt an der Bar bis zum zweiten Abend verbessern möchten“, fügt er hinzu – und meint damit vor allem die langen Schlangen, die sich bei der Premiere bereits am frühen Abend vor der Theke bildeten.

Das sind Marcel und Saskia.

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19. Juni 2017

Melodien: “Ein Nachmittag mit Nicolas Sturm”

Credit: Max Zerrahn

Angst!

Als sich die politische Situation in Deutschland vor drei Jahren zuspitzte, Pegida-Anhänger voller Wut und Hass durch die Straßen Leipzigs und Dresdens stapften, setzte sich Nicolas Sturm an seinen Schreibtisch und begann, Songtexte zu schreiben. Über eine verängstigte Gesellschaft, die sich trotz ihres Luxus’ fürchtet, nicht aus Fehlern lernt, in ihrer Doppelmoral gefangen ist und sich ständig um sich selbst kreiselt. „Ich konnte nicht mehr schweigend zusehen“, erzählt er mir, als wir uns an einem sonnigen Nachmittag auf dem Werderplatz treffen. Zehn Songs landeten auf „Angst Angst Overkill“, einem Album geprägt von poppigem 80er-Jahre-Gitarrensound gepaart mit sprachlich ausgefeilten Texten. Zu hören sind sie am kommenden Freitag bei seinem Konzert im Kohi Kulturraum.

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15. Juni 2017

Kurioses: “Homie”

 

Lieber C.,

du bist seit sechs Monaten mein liebster Homie. Bevor du auf die Welt kamst, haben deine Mama und ich ganz schön viel Schabernack getrieben – und einige schräge Vögel kennengelernt. Damit meine ich nicht diese Tiere, die durch die Luft flattern, nein, ich meine komische Männer, die nicht wissen, wie man sich Damen gegenüber verhält.

Da wir uns beide ja sehr regelmäßig sehen, ist es mir ein Anliegen, dass du mal nicht zu diesen Chaoten gehörst – sondern zu den Guten. Deshalb habe ich mir ein paar Gedanken gemacht, wie ich dich dabei unterstützen kann:

1) Die Welt braucht nicht nur Checker!

Du musst keine überdrehten Sprüche reißen und cool sein, um einer Dame zu imponieren. Es gibt ganz schön viele Frauen, die mögen auch leise Männer. Ihnen kannst du von Büchern erzählen, von Musikbands oder von Dingen, die du im Leben beobachtet hast. Interessiert sie das alles nicht, bist du keineswegs falsch, sondern es passt einfach nicht zwischen euch. Mach dir dann keinen Kopf, es kommt bestimmt bald die Nächste.

Wenn du aber keineswegs schüchtern bist, sondern gerne laut und mit viel Freude Witze und Geschichten erzählst, ist das natürlich auch okay. Dann hau raus. Es ist immer nur wichtig, du selbst zu sein, Eine aufmerksame Lady merkt es nämlich, wenn du ihr wochenlang etwas vorspielst. Und außerdem: Das ist ganz schön anstrengend. Weiterlesen »

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Hallo, ich bin Miriam

Stets bin ich auf der Reise: durch Karlsruhe, die Kultur und die Welt. Dabei begegnen mir immer wieder interessante Menschen, Bücher, Filme und anderer Krimskrams. Damit all diese Erfahrungen und Eindrücke nicht einsam in meinem Kopf schwirren, gibt es diesen Blog. Aus Grau wird Kunterbunt.

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