16. Januar 2016

Schmöker + Flimmerkasten: “Der große Trip” von Cheryl Strayed

1600 Kilometer durch die Wildnis

Sie kämpft mit Hitze, Schnee und mit vielen Wunden am ganzen Körper: Die 26-jährige Cheryl Strayed läuft von der mexikanischen zur kanadischen Grenze – 1600 Kilometer durch die Wildnis, alleine, nur mit “Monster”, ihrem riesigen Rucksack. An manchen Stellen heult Cheryl, an anderen lacht sie, dann singt sie Radiohits. Und hält all’ ihre Erfahrungen in dem Buch “Der große Trip” fest. Es sind 444 kurzweilige Seiten, die unterhalten, zum Nachdenken anregen und am Ende ein tolles Gefühl hinterlassen. Verfilmt wurde es im vergangenen Jahr mit Reese Witherspoon in der Hauptrolle, Nick Hornby schrieb das Drehbuch.

der-grosse-trip-cheryl-strayed-184696 Weiterlesen »

keine Kommentare
12. Januar 2016

Schmöker: “Das Herzenhören” von Jan-Philipp Sendker

51Q7jjhBLLL

Viel zu viele Adjektive

Es tut mir wirklich leid, diese Buchkritik über “Das Herzenhören” von Jan-Philipp Sendker zu schreiben. Eine gute Freundin hat mir diesen Roman sehr empfohlen. Nun, nach 131 Seiten, muss ich jedoch ehrlich sagen: Ich kann das Buch nicht zu Ende lesen. Die Geschichte ist abstrus, es wimmelt nur so von Adjektiven und Beschreibungen. Das Schöne ist außerdem so sehr gewollt, dass genau das verloren geht. Weiterlesen »

2 Kommentare
9. Dezember 2015

Schmöker: “Der Distelfink” von Donna Tartt

Distelfink

Wohltat für Herz und Verstand

Ich liebe den “Distelfink” – so unfassbar sehr. Ich kann mich tatsächlich nicht erinnern, dass ich so berührt und begeistert zugleich von einem Roman war. Donna Tartt befriedigt mit jedem einzelnen Satz Herz und Verstand. Seit Wochen lese ich in jeder freien Sekunde und kann von dem Protagonisten Theodore gar nicht genug bekommen. Nun bin ich bei ein bisschen mehr als der Hälfte angekommen: auf Seite 520 von 1020. Und habe schon jetzt Angst davor, dass diese wunderbare Geschichte ein Ende findet.  Weiterlesen »

2 Kommentare
21. November 2015

Schmöker: “Ich bin dann mal weg” von Hape Kerkeling

518jCU+JQWL

Klug und kurzweilig

Hape Kerkeling und der Jakobsweg waren bislang nicht unbedingt Themen, die mich brennend interessierten. Aus dem deutschen Unterhaltungsfernsehen bin ich seit längerer Zeit ausgestiegen und Pilgerreisen, nun ja, vielleicht mal mit 60 Jahren oder so. Aber bestimmt nicht jetzt. So war auch der Bestseller “Ich bin dann mal weg” komplett an mir vorbeigezogen.

Das änderte sich vor wenigen Wochen. Für ein Interview für die Arbeit prasselte ich mit dem Thema zusammen. Ich begann das Buch völlig unbefangen zu lesen, ging davon aus, dass es mich schrecklich langweilen wird. Aber, Überraschung: Ich war von Seite zu Seite mehr angetan. Hape Kerkeling schreibt so viele kluge Dinge auf solch kurzweilige Art, dass ich gar nicht mehr zu lesen aufhören wollte. Damit nicht genug: Er hat mich mit seinen Erfahrungen so sehr begeistert, dass ich nächstes Jahr eine Teilstrecke des Jakobwegs selbst laufen möchte.   Weiterlesen »

keine Kommentare
26. September 2015

Schmöker: “Girl on the Train” von Paula Hawkins

41JUtYeUSxL._SX312_BO1,204,203,200_

Dynamisch, kurzweilig, spannend

Ein Krimi, der bereits vor seiner Veröffentlichung als Bestseller vermarktet wird: Als ich im Juni den “Spiegel”-Artikel über “Girl on the Train” las, wurde ich neugierig. Kann ein Buch, das unter solchen kommerziellen Bedingungen entsteht, und der großen Masse gefallen soll, gut sein? Ich habe es nun gelesen und bin positiv überrascht. Dynamisch, kurzweilig und ein überaus gut gestrickter Plot – das Buch von Paula Hawkins ist gelungen. Einzige Einschränkung: die Konzeption der weiblichen Charaktere. Weiterlesen »

keine Kommentare
23. August 2015

Schmöker: “Letztendlich sind wir dem Universum egal” von David Leviathan

91qz7fo7v9l-_sl1500_

Neuer Tag, neues Leben

Die Geschichte ist ein wenig kurios: A ist 16 Jahre alt, lebt in den USA und wacht jeden Morgen in einem anderen Körper auf. Mal ist er ein Junge, mal ein Mädchen. An guten Tagen lebt er in geordneten Verhältnissen, an den schlechten im Chaos. A hat sich mit den Jahren daran gewöhnt, kein festes Zuhause und keine eigene Familie zu haben. Doch dann lernt er Rhiannon kennen. Er verliebt sich in sie – und wünscht sich nichts sehnlicher, als bei ihr bleiben zu können. „Letztendlich sind wir dem Universum egal” ist ein philosophischer Roman für Jugendliche. Ich habe ihn in kürzester Zeit durchgelesen, er ist klug, unterhaltsam und hat eine schöne Message.  Weiterlesen »

keine Kommentare
26. Juni 2015

Schmöker: “Was ich liebte” von Siri Hustvedt

656-was-ich-liebte

Vom netten Roman zum spannenden Thriller

Es beginnt so harmlos. Als ich die ersten Seiten von „Was ich liebte“ zu lesen begann, dachte ich: „Ach, das liest sich aber schön.“ Bei den ersten rund 200 Seiten handelt es sich um einen netten Roman um zwei Künstler-Ehepaare, die in Brooklyn leben. Es geht um Leo und Erica sowie Bill und Violet. Um die gewöhnlichen Irrungen und Wirrungen der Liebe – mit interessanten Exkursen zur Literatur, Kunst und Psychologie. Doch Seite für Seite steigert sich in „Was ich liebte“ die Spannung – auf so subtile Weise, dass ich zunächst kaum bemerkte, wie sehr mich dieser Roman verschlang und Platz in meinem Denken einnahm. Schließlich konnte ich das Buch nicht mehr weglegen. Erzählte Freunden ständig davon. Schönheit, Spannung, Schwieriges: „Was ich liebte“ vereint alles. Siri Hustvedt hat mit diesem Roman ein kleines literarisches Meisterwerk geschaffen. Weiterlesen »

keine Kommentare
18. Mai 2015

Schmöker: “Die Analphabetin, die rechnen konnte” von Jonas Jonasson

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Böden schrubben im Kernkraftwerk

Das Schicksal meint es nicht gut mit Nombeko: Im elendigsten Slum in Südafrika wächst sie auf. Bereits als junges Mädchen arbeitet sie als Latrinenträgerin und muss Fäkalien durch die Gegend tragen. Damit nicht genug: Ein betrunkener Ingenieur fährt sie dann mit dem Auto halbtot. Und statt Schmerzensgeld zu bekommen, landet das blitzgescheite Mädchen in einem Kernkraftwerk. Ihre ehrenvolle Aufgabe: Böden schrubben.

Ein Ende mit Wehmut

Puuuh. In Jonas Jonassons jüngstem Werk „Die Analphabetin, die rechnen konnte“ ist bereits im ersten Viertel ganz schön viel los. Was in seinem Vorgänger „Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand“ noch Charme und Witz hatte, zieht sich hier trotz des Trubels zäh in die Länge. Konsequenz nach fünf Monaten: Ich brach bei der Hälfte ab. Mit Wehmut. Hatte ich mich doch sehr auf den Roman gefreut. Weiterlesen »

keine Kommentare
27. April 2015

Schmöker: “Nichts. Was im Leben wichtig ist” von Janne Teller

DSC_1222

136 Seiten, die sich ins Gehirn brennen

Am ersten Schultag nach den Sommerferien steht Pierre Anthon von seinem Stuhl auf und verlässt das Klassenzimmer mit den Worten: „Nichts bedeutet irgendetwas, deshalb lohnt es sich nicht, irgendetwas zu tun“. In einem Zwetschgenbaum macht er es sich von nun an gemütlich, das restliche Leben verweigert er. Seine Mitschüler reagieren geschockt. Ist das Leben tatsächlich ohne Bedeutung und sinnlos? Sie sind verunsichert und wollen Pierre Anthon vom Gegenteil überzeugen. Es ist der Beginn eines Experiments, das völlig aus den Fugen gerät. Der Roman „Nichts. Was im Leben wichtig ist“ von Janne Teller ist explosiv und nachhaltig beeindruckend. 136 Seiten, die sich ins Gehirn brennen. Weiterlesen »

keine Kommentare
7. März 2015

Schmöker: “Bienensterben” von Lisa O’Donnell

38050746z

Es ist eine schöne Bescherung: Ausgerechnet an Heiligabend müssen die 15-jährige Marnie und ihre kleine Schwester Nelly ihre Eltern im Garten begraben. Der Vater liegt tot im Bett, die Mutter erhängte sich in der Garage. Hilfe holen? Das ist keine Option für die beiden Mädchen. Sie haben keine Angehörigen und möchten nicht ins Heim. Also beschließen sie, die beiden Leichen zu verbuddeln. Gar nicht so einfach bei dem frostigen Boden. Es bleibt nicht das einzige Problem.

Pechschwarzer Humor

Lisa O’Donnell erzählt die unendlich traurige Geschichte von Marnie und Nelly so bitterböse und lakonisch, dass die Gefühle Achterbahn fahren. Lachen oder weinen? Es ist eine turbulente Fahrt, die durch das gesamte Buch kaum an Geschwindigkeit verliert. Nicht nur einmal blieb mir bei „Bienensterben“ das Lachen im Hals stecken. Die Frage nach einer Lösung treibt an. Weiterlesen »

keine Kommentare
1 2 3 4 5 6 7 8

Hallo, ich bin Miriam

Stets bin ich auf der Reise: durch Karlsruhe, die Kultur und die Welt. Dabei begegnen mir immer wieder interessante Menschen, Bücher, Filme und anderer Krimskrams. Damit all diese Erfahrungen und Eindrücke nicht einsam in meinem Kopf schwirren, gibt es diesen Blog. Aus Grau wird Kunterbunt.

Newsletter abonnieren

Etwas verloren?
Vergangenes
Facebook
Instagram
Instagram@miriam_steinbach