27. April 2015

Schmöker: “Nichts. Was im Leben wichtig ist” von Janne Teller

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136 Seiten, die sich ins Gehirn brennen

Am ersten Schultag nach den Sommerferien steht Pierre Anthon von seinem Stuhl auf und verlässt das Klassenzimmer mit den Worten: „Nichts bedeutet irgendetwas, deshalb lohnt es sich nicht, irgendetwas zu tun“. In einem Zwetschgenbaum macht er es sich von nun an gemütlich, das restliche Leben verweigert er. Seine Mitschüler reagieren geschockt. Ist das Leben tatsächlich ohne Bedeutung und sinnlos? Sie sind verunsichert und wollen Pierre Anthon vom Gegenteil überzeugen. Es ist der Beginn eines Experiments, das völlig aus den Fugen gerät. Der Roman „Nichts. Was im Leben wichtig ist“ von Janne Teller ist explosiv und nachhaltig beeindruckend. 136 Seiten, die sich ins Gehirn brennen. Weiterlesen »

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7. März 2015

Schmöker: “Bienensterben” von Lisa O’Donnell

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Es ist eine schöne Bescherung: Ausgerechnet an Heiligabend müssen die 15-jährige Marnie und ihre kleine Schwester Nelly ihre Eltern im Garten begraben. Der Vater liegt tot im Bett, die Mutter erhängte sich in der Garage. Hilfe holen? Das ist keine Option für die beiden Mädchen. Sie haben keine Angehörigen und möchten nicht ins Heim. Also beschließen sie, die beiden Leichen zu verbuddeln. Gar nicht so einfach bei dem frostigen Boden. Es bleibt nicht das einzige Problem.

Pechschwarzer Humor

Lisa O’Donnell erzählt die unendlich traurige Geschichte von Marnie und Nelly so bitterböse und lakonisch, dass die Gefühle Achterbahn fahren. Lachen oder weinen? Es ist eine turbulente Fahrt, die durch das gesamte Buch kaum an Geschwindigkeit verliert. Nicht nur einmal blieb mir bei „Bienensterben“ das Lachen im Hals stecken. Die Frage nach einer Lösung treibt an. Weiterlesen »

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26. Januar 2015

Schmöker: “Der Koch” von Martin Suter

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Erotik und Krimi

Er zaubert Love-Food, das alle Hemmungen verschwinden lässt: Der tamilische Koch Maravan bietet mit der attraktiven Kellnerin Andrea ein Catering der besonderen Art an. Er kocht spezielle aphrodisierende Menüs zuerst nur für zerstrittene Paare, dann für zwielichtige Politiker und Männer aus der Wirtschaft. Das geht nur eine Weile gut, moralische Fragen kommen auf.

Gut für triste Sonntage
„Der Koch“ von Martin Suter ist eine Mischung aus erotischem Roman (ohne Schlüpfrigkeiten) und ein wenig Kriminalgeschichte. Die erste Hälfte las ich rasend schnell, die zweite zog sich dagegen sehr. Auch das Ende kommt ohne großen Knall aus. Fazit: ein solides Buch für triste Sonntage. Weiterlesen »

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4. Januar 2015

Schmöker: “Die Tribute von Panem – Tödliche Spiele” von Suzanne Collins

Tribute von Panem

Grausame Geschichte

Was steckt hinter dem Gewinner des Jugendliteraturpreises 2010? Nachdem mir mehrere Freunde begeistert von “Die Tribute von Panem” erzählt hatten, war ich neugierig geworden. Gelesen habe ich den ersten Teil der Trilogie nun innerhalb kürzester Zeit. Fazit: Ich bin hin- und hergerissen. Es ist sehr gelungene Unterhaltung, doch finde ich die Geschichte für Jugendliche äußerst grausam. 24 Heranwachsende, die sich gegenseitig niedermetzeln, davon bin ich alles andere als Fan. Weiterlesen »

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13. Dezember 2014

Schmöker: “Etwas, das mich glücklich macht” von Tessa Müller

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Einfühlsame Kurzgeschichten
Und plötzlich ist alles anders. Als Sophie von ihrem Freund verlassen wird, dreht sich ihre Welt. Sie muss aus der gemeinsamen Wohnung ausziehen, sich ein neues Leben aufbauen – und damit zurecht kommen, dass er eine neue Freundin hat. Loslassen kann ganz schön schwer sein. „Die Lösung eines Problems“ ist eine von insgesamt elf Kurzgeschichten in Tessa Müllers Debüt „Etwas, das mich glücklich macht“. Jede Geschichte ist aus der Sicht einer anderen Frau geschrieben. Alter und Lebenslagen differieren. Ihre Gemeinsamkeit: Alle Protagonistinnen haben mit ihrem Leben zu kämpfen. Tessa Müller schafft es dabei, jeder Geschichte eine ganz eigene Atmosphäre zu geben – voller Empathie. Weiterlesen »

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3. Dezember 2014

Schmöker: “8 1/2 Millionen” von Tom McCarthy

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Philosophie trifft Thriller
Der Brite Tom McCarthy hat mit 8 ½ Millionen ein sehr außergewöhnliches und spannendes Buch geschaffen: einen Thriller mit philosophischem Hintergrund. Verfilmt wurde das literarische Werk nun mit Tom Sturridge. Titel des Films, der 2015 in die Kinos kommen soll: „Remainder“.

Ausgelöschte Erinnerungen
„Etwas fiel vom Himmel. Technologie. Teile, Bruchstücke.“ Sie befördern den Protagonisten ins Koma. Was danach bleibt, ist „eine Leerstelle. Ein weißes Blatt, ein schwarzes Loch“. Im Krankenhaus und in der Reha muss er jede Bewegung neu erlernen. 8 ½ Millionen Pfund bekommt der Londoner als Schmerzensgeld dafür zugesprochen. Das ist die Ausgangssituation. Weiterlesen »

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4. November 2014

Heimat: “Ein Abend mit Luise Winter”

Das ist Luise.

Das ist Luise.

Die Geschichte über den „Krokodilsgeburtstag“ entstand im Zug – auf der Strecke zwischen Berlin und Stuttgart. „Plötzlich war die Idee da“, erinnert sich Autorin Luise Winter. Von Anfang bis Ende. Zum Glück hatte die 28-Jährige etwas zum Schreiben dabei. Schnell notierte sie sich die Gedanken, hielt sie auf Papier fest. In Stuttgart angekommen, überreichte Luise die niedergeschriebenen Sätze ihrer Freundin Stephanie Gustai, einer Illustratorin. Zusammen feilten sie noch ein wenig an der Geschichte, aber nur ein wenig, Luises Grundgedanken blieben bestehen. Stephanie Gustai setzte sich an den Schreibtisch und zeichnete die passenden Bilder dazu. Bunt sind sie und eindrucksvoll. Der Jaja-Verlag zeigte sich begeistert – seit Oktober gibt es das Kinderbuch zu kaufen. Weiterlesen »

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27. Oktober 2014

Schmöker: “Der 35. Mai oder Konrad reitet in die Südsee” von Erich Kästner


Was für ein Spaß!

Ein rollschuhlaufendes Pferd, ein verrückter Apotheker und ein aufgeweckter Junge: „Der 35. Mai oder Konrad reitet in die Südsee“ von Erich Kästner ist eine wunderbare Unsinnsgeschichte. Eigentlich für Kinder, doch wer Freude an Quatsch und Unfug hat, wird sie jeden Alters lieben. Weiterlesen »

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21. Oktober 2014

Schmöker: “Not that kind of girl” von Lena Dunham

DSC_8245Meine Erwartungen waren wohl einfach zu hoch. Ich freute mich so sehr auf „Not that kind of girl“, dass ich dem Erscheinungstag sehnsüchtig entgegenfieberte und das Buch sofort kaufte. Der Vorabdruck in der „Zeit“ hatte meine Hoffnungen noch bestärkt, dass es sich um ein ganz außergewöhnliches Werk handelt. Weiterlesen »

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8. Oktober 2014

Schmöker: “Sterben” von Karl Ove Knausgård

Einblick in die Seele eines Norwegers

Zwischen Kot, Urin und leeren Flaschen stirbt sein Vater. Es ist ein Bild des Grauens, das sich Karl Ove Knausgård bietet, als er mit seinem Bruder zu dem Haus fährt, wo ihr Vater zuletzt lebte. Alles ist vermüllt, es stinkt bestialisch und die Großmutter, die als Erste den Toten in einem Sessel fand, steht völlig neben sich. Bei Karl Ove Knausgård kommen Erinnerungen hoch: an die Kindheit, die Jugend und das schwierige Verhältnis mit dem Vater. Gefühlskalt war der Alkoholiker, desinteressiert, stur und selbstzerstörerisch. Weiterlesen »

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Hallo, ich bin Miriam

Stets bin ich auf der Reise: durch Karlsruhe, die Kultur und die Welt. Dabei begegnen mir immer wieder interessante Menschen, Bücher, Filme und anderer Krimskrams. Damit all diese Erfahrungen und Eindrücke nicht einsam in meinem Kopf schwirren, gibt es diesen Blog. Aus Grau wird Kunterbunt.

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