13. Juni 2013

Schmöker: “Die hellen Tage” von Zsusa Bánk

Schwer Start: “Die Hellen Tage” von Zsusa Bánk

“Schicksal oder Zufall – was bestimmt unser Leben? Was macht uns zu dem, was wir als Erwachsene sind?” Allein diese zwei Sätze auf dem Buchrücken von “Die hellen Tage” genügten. Gekauft. 

Sehr schwer tat ich mir aber mit dem Anfang. Die Sätze sind lang, verschachtelt. Viel Konzentration war dafür notwendig.

Beispiel: “Wir müssen uns im Sommer begegnet sein, im Sommer, der Aja umgab, als gehöre er ihr, als gehörten sein Licht, sein Staub, seine langen hellen Abende ihr, und durch den sie sich ohne Jacke und Schuhe, mit einem gelben Hut, den sie im Schrank ihrer Mutter gefunden hatte, bewegte wie durch ein großes, lichtes Haus, dessen Zimmer ohne Türen ineinanderliefen.”

Puuh. Aber ich las weiter – und wurde belohnt. Weiterlesen »

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14. Mai 2013

Schmöker: “Dienstags bei Morrie” von Mitch Albom

Dienstags bei Morrie: Gespräche über das Leben!

Mitch Albom ist Journalist und erfährt eines Tages, dass sein alter Soziologie-Professor an der grausamen und unheilbaren Nervenkrankheit ALS erkrankt ist. Albom besucht den damals liebgewonnenen Mentor deshalb zuhause. Ein tiefgründiges Gespräch kommt auf. Bewegt verlässt Albom das Haus, beschließt, nun jeden Dienstag bei Morrie vorbeizugehen und mit ihm über die wirklich wichtigen Dinge im Leben zu reden. Über die Unendlichkeit der Liebe, über Familie, Erfolg, Reue oder Selbstmitleid. Weiterlesen »

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5. Mai 2013

Schmöker: “Lola Bensky” von Lily Brett

Stars im Interview

Es sind nicht die besten Rahmenbedingungen für ein Interview mit Jimi Hendrix: Lola sitzt auf einem unbequemen Barhocker und hat sich ein Papiertaschentuch zwischen ihre Strumpfhose geklemmt. Die Nylonfäden sollen so nicht an ihren dicken Oberschenkeln reiben. Doch das Taschentuch zerfällt und das Fleisch quillt durch die Maschen. Lola hat Glück: Jimi Hendrix meint es gut mit ihr, erzählt von seiner Kindheit, seiner Einstellung zu Gott und macht ihr am Ende sogar Avancen.


Mit “Lola Bensky” hat Autorin Lily Brett eine sehr illustre, aber auch vielschichtige Protagonistin geschaffen: Ihre Geschichte beginnt in den 1960ern. Sie ist 19 Jahre alt und Nachwuchsreporterin für ein australisches Musikmagazin. Für dieses interviewt sie Mick Jagger, Janis Joplin, Mama Cass und Jim Morrison. Cher leiht sie falsche Wimpern – die sie nie mehr bekommt. Es ist ein aufregendes Leben. Die Stars gewähren Lola ein Einblick in ihr Leben, ihre Ängste, Probleme. Weiterlesen »

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17. April 2013

Schmöker: “Zwei an einem Tag” von David Nicholls

 

Ach, wie schön!

Es ist wohl eine der schönsten Liebesgeschichten überhaupt: Emma und Dexter stürzen nach ihrer Abschlussfeier gemeinsam ab. Beide sind sie Anfang 20. Er ist der smarte, verwöhnte, coole Typ. Sie ist eher bieder, gelegentlich kratzbürstig und hat eine vier Jahre überdauernde romantische Durststrecke hinter sich. Am nächsten Morgen trennen sich ihre Wege. Es ist der 15. Juli 1988. Über einen Zeitraum von 20 Jahren wird nun erzählt, was jeweils am 15. Juli in ihrem Leben passiert. Manchmal kreuzen sich ihre Wege, manchmal nicht….

“Zwei an einem Tag” gehört zu meinen absoluten Lieblingsbüchern. Es ist zum einen die Konzeption, die ich sehr gelungen finde. Einmal ist es Emmas, dann wieder Dexters Perspektive auf den 15. Juli. Die Geschichte ist außerdem total abwechslungsreich und nicht vorhersehbar. David Nicholls Buch lässt sich sehr einfach lesen, ist dadurch aber nicht kitschig oder banal.

 

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7. April 2013

Schmöker/Flimmerkasten: La Délicatesse (Nathalie küsst)

Und dann ist alles anders!

Nathalie und Francois begegnen sich auf einer Straße in Paris. Stammelnd spricht er sie an, schafft es, sie innerhalb einer Minute zum Lachen zu bringen. Es macht klick. Die beiden verlieben sich ineinander, heiraten, sind glücklich mit ihrem Leben. Bis ein Autounfall alles zerstört. Nathalie muss ihr Leben neu sortieren. Zum Glück gibt es da Marcus, ihren wenig attraktiven, aber liebenswerten Arbeitskollegen…

Das Buch “Nathalie küsst” legte mir eine Freundin ans Herzen. Allein wegen des sehr banalen deutschen Titels hätte ich es mir sonst wohl nicht gekauft. Auch die Thematik (Mann stirbt, Frau bleibt traurig zurück) hätte mich ansonsten abgeschreckt. Aber aufgrund der Empfehlung kaufte ich es trotzdem. Und hatte sehr viel Freude damit. Gelesen habe ich es nun während meines Urlaubs innerhalb weniger Tage. Weiterlesen »

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3. April 2013

Schmöker: “Léon und Louise” von Alex Capus

Verliebt vor Beginn des Krieges

Es ist eine Begegnung, die zwei Leben prägt: Louise trägt eine rot-weiß gepunktete Bluse und fährt auf einem alten, rostigen Herrenfahrrad umher, als Léon sie zum ersten Mal sieht.  Der junge Soldat  verliebt sich sofort in sie. Es ist jedoch gerade der Erste Weltkrieg ausgebrochen. Keine gute Ausgangsbedingung für die Liebe. Ein Bombenhagel trennt sie auf tragische Weise. Aber Léons und Louises Zuneigung ist tief und überdauert viele Jahrzehnte – trotz zahlreicher Widrigkeiten.

“Léon und Louise” bekam ich zu Weihnachten geschenkt. Zuerst hatte ich den Roman  auf meinen riesigen Stapel an ungelesener Bücher abgelegt, dann griff ich aber doch bereits nach wenigen Wochen danach – und las es letztlich rasend schnell. Weiterlesen »

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20. März 2013

Schmöker: “Tausend strahlende Sonnen” von Khaled Hosseini

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Es ist der Selbstmord ihrer Mutter, der das Leben von Mariam gehörig durcheinanderwirbelt. Sie ist gerade 15 Jahre alt, unehelich geboren und wird mit dem Schuhmacher Rashid verheiratet. Er ist 30 Jahre älter, lebt in Kabul und neigt zur Gewalt. Nach einigen Jahren nimmt er sich eine zweite Frau: Laila. Sie verlor ihre Eltern bei einem Bombenangriff.  Rashid tyrannisiert die beiden Frauen. Sie aber verbünden sich – gegen ihren aggressiven Ehemann und den Taliban-Terror.
Von Khaled Hosseini las ich bereits vor Jahren “Drachenläufer”, auch den Film sah ich dazu.  Die Geschichte um eine Freundschaft zwischen zwei Jungen in Afghanistan berührte mich sehr. “Tausend strahlende Sonnen” bekam ich zum Geburtstag geschenkt. Viele Wochen stand es im Regal, bis ich es Ende 2011 endlich in die Hand nahm, dann aber  nicht mehr davon lassen konnte.
Hosseinis Schreibstil ist sehr angenehm. Sehr detailreich beschreibt er das Leben in Afghanistan – in der Provinz, wo Mariam aufwächst, in Kabul, wo die Handlung später spielt.  Es ist ein Blick hinter die Kulissen, ein Blick in das Herz des geschundenen Landes.
Auch das politische Geschehen bringt der Autor dem Leser näher. Über Jahrzehnte zieht sich die Geschichte um die Freundschaft von Mariam und Laila. So erfuhr ich, wie das Leben der Menschen unter den Sowjets war und wie unter den Taliban.
Ich fand es zutiefst deprimierend zu lesen, wie viel sich für die Frauen in den Jahren unter den Taliban verschlechtert hat. Die Chance zur Schule zu gehen, zu studieren, sich gegen einen gewalttätigen Mann zur Wehr zu setzen – alle möglichen Rechte wurden beschnitten.  Es machte mich streckenweise richtig wütend, diese Ungerechtigkeiten zu lesen.  Die Situation in dem Land scheint so verfahren, aussichtslos. Viel habe ich nach dem Lesen darüber nachgedacht.  Das aktuelle politische Geschehen nehme ich seither anders wahr, bin bei der Bewertung oft hin- und hergerissen.
Im Februar 2012, kurz nachdem ich das Buch gelesen hatte, war ich beim Deutschen Medienpreis in Baden-Baden. Dort erlebte ich Sakena Yacoobi. Sie hat durch ihr Bildungsinstitut in Afghanistan vielen Frauen und Mädchen eine Lebenspersektive geschenkt – inmitten des Terrors. Dafür wurde sie ausgezeichnet. Ihr Engagement beeindruckte mich. Ich hoffe sehr, dass das Land nach dem Abzug der westlichen Soldaten nicht völlig im Chaos versinkt und möglichst viele Frauen ein Recht auf ein selbstbestimmtes Leben haben.

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12. März 2013

Schmöker: “Der weiße Tiger” von Aravind Adiga

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Vom Sohn eines armen Rikschafahrers zum Denker und erfolgreichen Unternehmer: Der Inder Balram Halwai erzählt in sieben Nächten seine Lebensgeschichte – mittels Briefen an den chinesischen Ministerpräsidenten. Er berichtet, wie er als junger Mann den Sprung aus einem kleinen Dorf nach Delhi schaffte, dort reiche Männer im Honda durch die Großstadt fährt und dabei zum Mörder wird.

“Der weiße Tiger” wurde mir von einer Freundin empfohlen. Aravind Adiga bekam für das Werk 2008 den Booker-Preis. Sehr froh bin ich, dieses Buch gelesen zu haben. Es ist ein Roman mit Herz, schwarzem Humor und Ironie. Darüberhinaus vermittelt er sehr viel vom Leben in Indien. Bis ins kleinste Detail werden die Angewohnheiten der Menschen beschrieben. In das pulsierende Delhi tauchte ich dank der präszisen Beschreibung von Aravind Adiga völlig ein. Spürte die widrigen Umstände der Menschen am Rande der Millionen-City auf der einen Seite und konnte mir den protzigen Reichtum auf der anderen Seite sehr bildhaft vorstellen.

Es ist ein Schelmenroman, der mit leichter Feder geschrieben ist und schnell mitreißt. Der aber auch aufzeigt, wie schwierig das Leben in Indien ist, wie groß die Missstände und welche Unterschiede zu den entwickelten Industrieländern immer noch vorhanden sind. “Der weiße Tiger” ist ein Buch, bei dem ich viel lachen musste (dank des frechen Balram Halwai), bei dem ich aber auch viel zum Nachdenken kam – und durch das ich mein Leben mit meinen Rahmenbedingungen wieder sehr zu schätzen weiß.

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11. März 2013

Flimmerkasten: “Nachtzug nach Lissabon”

Raus aus dem tristen Alltag

Es ist eine Begegnung, die sein Leben verändert: Lateinlehrer Raimund Gregorius sieht an einem verregneten Morgen in seiner Heimatstadt Bern eine junge Frau auf einer Brücke stehen. Sie möchte sich scheinbar das Leben nehmen. Er spricht sie an und nimmt sie mit in die Schule. Doch während des Unterrichts verschwindet die Frau wieder und lässt nur ihren roten Mantel zurück. Darin findet Raimund ein dünnes, altes Buch von dem portugiesischen Arzt und Philosophen Almeida Prado. Außerdem stecken in einer Innentasche Zugtickets für den Nachtzug nach Lissabon.

Der Lateinlehrer fängt an, in dem Buch zu blättern und wird neugierig. „Wenn es so ist, dass wir nur einen kleinen Teil von dem leben können, was in uns ist – was geschieht mit dem Rest?“ steht darin. Spontan setzt sich Raimund in den Nachtzug, entfliehet seinem grauen Alltag und begibt sich in Lissabon auf die Spurensuche von Almeida Prado. Weiterlesen »

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27. Februar 2013

Schmöker: “Ich habe sie geliebt” von Anna Gavalda

Die große Liebe: Mathilde

Es ist aus. Chloé ist am Boden zerstört. Ihr Mann liebt eine andere. Verzweifelt packt sie ihre Koffer und fährt mit ihren zwei kleinen Töchtern und ihrem Schwiegervater in die Berge. Pierre ist eigentlich ein wortkarger, kühler Mann. In der Abgeschiedenheit öffnet er aber sein Herz und erzählt Chloé eine Geschichte – die Geschichte von seiner großen Liebe Mathilde.

“Ich habe sie geliebt” kaufte ich vor Jahren unmittelbar nachdem ich “Zusammen ist man weniger allein” von Anna Gavalda gelesen hatte. Anna Galvaldas leichte, aber sehr gefühlvolle Art zu schreiben, ihre sympathischen, oft aber auch verqueren Charaktere – ich war angetan und wollte mehr von diesem wunderbaren Lesevergnügen. “Ich habe sie geliebt” verschlang ich an einem nur einzigen Abend. Ich konnte einfach nicht mehr davon lassen. Pierres Geschichte von Mathilde wuchs mir so sehr ans Herz, ich wollte wissen, was passiert, was er tut, wie es endet. Und ich litt schrecklich mit ihm. Weiterlesen »

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Hallo, ich bin Miriam

Stets bin ich auf der Reise: durch Karlsruhe, die Kultur und die Welt. Dabei begegnen mir immer wieder interessante Menschen, Bücher, Filme und anderer Krimskrams. Damit all diese Erfahrungen und Eindrücke nicht einsam in meinem Kopf schwirren, gibt es diesen Blog. Aus Grau wird Kunterbunt.

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