27. Februar 2013

Schmöker: “Ich habe sie geliebt” von Anna Gavalda

Die große Liebe: Mathilde

Es ist aus. Chloé ist am Boden zerstört. Ihr Mann liebt eine andere. Verzweifelt packt sie ihre Koffer und fährt mit ihren zwei kleinen Töchtern und ihrem Schwiegervater in die Berge. Pierre ist eigentlich ein wortkarger, kühler Mann. In der Abgeschiedenheit öffnet er aber sein Herz und erzählt Chloé eine Geschichte – die Geschichte von seiner großen Liebe Mathilde.

“Ich habe sie geliebt” kaufte ich vor Jahren unmittelbar nachdem ich “Zusammen ist man weniger allein” von Anna Gavalda gelesen hatte. Anna Galvaldas leichte, aber sehr gefühlvolle Art zu schreiben, ihre sympathischen, oft aber auch verqueren Charaktere – ich war angetan und wollte mehr von diesem wunderbaren Lesevergnügen. “Ich habe sie geliebt” verschlang ich an einem nur einzigen Abend. Ich konnte einfach nicht mehr davon lassen. Pierres Geschichte von Mathilde wuchs mir so sehr ans Herz, ich wollte wissen, was passiert, was er tut, wie es endet. Und ich litt schrecklich mit ihm. Weiterlesen »

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26. Februar 2013

Flimmerkasten: “No!”

Historie/Drama

Ab 7. März im Kino

Es ist ein Kampf gegen Augusto Pinochet und die Diktatur: Im Jahr 1988 soll eine Volksabstimmung über Chiles Zukunft entscheiden. Ein “Si” bestätigt Pinochet für acht Jahre im Amt, ein “No” ermöglicht neue Wahlen. Das breit gemischte Oppositionsbündnis setzt alles daran, den Regimewechsel herbeizuführen. Für die “No”-Kampagne engagiert es deshalb René Saavedra – einen brillianter Werbefachmann. Insgesamt 15 Minuten Sendezeit hat die Opposition täglich zur späten Stunde im Fernsehen zur Verfügung. Mit Regenbögen, Jingles, bunten Spots und ganz viel “Freude” versuchen die Gegner die Menschen in Chile von ihren Absichten zu überzeugen. Es bleibt jedoch nur wenig Zeit und das Regime hält dagegen – mit Drohungen und viel Gewalt.

“No” war für den besten fremdsprachigen Oscar 2013 nomiert – verlor aber gegen “Amour”. Gleichwohl: Der Film ist absolut sehenswert. Nicht nur, aber auch wegen seiner grandiosen 80er-Jahre Optik. Gedreht wurde mit analogen Kameras, statt HD heißt es hier: 4:3-Format. Der Film mutet streckenweise an wie ein Dokumentarfilm, Wirklichkeit und Fiktion sind schwer auseinanderzuhalten. Das macht es aber auch so spannend

Gael García Bernal glänzt in seiner Rolle als René Saavedra. Lange Jahre war er im Exil, nun ist er zurück, hat einen guten Job, fährt ein schnelles Auto – und ist zynisch. Die Unterstützung der Regimegegener führt zu Konflikten mit seinem Chef in der Werbeagentur. Erst nach und nach wird René Saavedra klar, was die Kampagne gegen das Regime für Konsequenzen mit sich bringt. Und dass er gut auf seinen kleinen Sohn aufpassen muss.

Randnotiz:
Traumhaft: Wie Gael García Bernal lässig auf einem Skateboard die Straße entlang fährt. Sonnenstrahlen fallen auf ihn, begleiten ihn. Anschauen!

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24. Februar 2013

Flimmerkasten: “Der Tatortreiniger”

Tatortreiniger Schotty (Bjarne Mädel) ist nicht zu beneiden: Seine Arbeit fängt nämlich dort an, “wo andere sich vor Entsetzen übergeben”. Angestellt ist er bei der Reinigungsfirma Lausen, von ihr erhält er seine Aufträge. Wenn ein Mord passiert und die menschlichen Überreste verschwinden sollen, macht er sich mit seinem weißen Lieferwagen voller Putzmittel und Chemikalien auf den Weg – und erlebt vor Ort die kuriosesten Geschichten.

Ich bin seit der ersten Stromberg-Staffel großer Fan von Ernie alias Bjarne Mädel. Als ich dann im “Spiegel” las, dass es eine neue Serie mit ihm gibt, war ich neugierig. Wie bei Stromberg führt Arne Feldhusen Regie: Ein weiterer Grund, dem “Tatortreiniger” eine Chance zu geben. Ich klickte mich durch das Netz und hatte Glück. Alle Folgen waren problemlos abrufbar.

Die Serie ist großartig. Die Dialoge sind witzig, aber auch intelligent und kein bisschen platt. Es ist eine fabelhafte Rolle für Bjarne Mädel. Er ist als Hanseat Schotty meist die Ruhe in Person. Ich schaute – obwohl ich ansonsten kein Serienjunkie bin – die vier Folgen der ersten Staffel hintereinander. Soviel Freude hatte ich daran. Inzwischen sind auch drei Folgen der zweiten Staffel im Netz abrufbar.

Die erste Staffel des “Tatorteinigers” ging 2011 im Fernsehen völlig unter. Die Quoten waren miserabel – was absolut gar nichts aussagt. Eine Web-Kampagne bewirkte, dass die Folgen 2012 ein zweites Mal ausgestrahlt wurden. Der Erfolg war deutlich größer. 2012 bekam die Serie den Deutschen Comedypreis, auch Bjarne Mädel wurde ausgezeichnet. Nun wurde die zweite Staffel als DVD veröffentlicht. Ich freue mich sehr.

http://www.ndr.de/info/programm/sendungen/lokaltermin/audio149053_podcastID-podcast2996.html

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21. Februar 2013

Flimmerkasten “Submarine”

Submarine
Dramedy 2010/11

Oliver Tate hat es nicht leicht: Sein Vater leidet an Depressionen, seine Mutter bandelt mit dem neuen Nachbarn, einem New-Age-Guru, an. Und dann ist er auch noch zum ersten Mal verliebt: In Jordana, die alles andere als einfach zu verstehen ist. Der 15-jährige Waliser stolpert so von einer skurillen Situation zur anderen – mit Dufflecoat und unbewegter Miene.

“Submarine” sah ich zum ersten Mal im Jahr 2011 in der Sneak – und war von der ersten Sekunde an restlos begeistert. Bei dem Regiedebüt von Richard Ayoade stimmt einfach jedes Detail. Der Soundtrack ist kompett von Alex Turner, Sänger der Arctic Monkeys. Die Bilder sind teilweise sehr schräg, aber voller Herz. Und der britische Humor ist in der Tat zum Brüllen. Obwohl streckenweise die Thematik tieftraurig ist (Jordanas Mutter hat Krebs), wird der Film nicht sentimental, sondern bleibt leicht – ohne dabei einfach zu sein. “Submarine” steht längst in meinem DVD-Regal und gehört zu meinen Lieblingsfilmen. Ich sah ihn inzwischen schon einige Male und hatte immer wieder große Freude daran. Die Katastrophen von Oliver Tate sind mir sehr ans Herz gewachsen.

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19. Februar 2013

Flimmerkasten: “Das Leben gehört uns”

Das Leben gehört uns
Tragi-Komödie aus Frankreich

Sie heißen Roméo und Juliette. Bei treibenden Beats lernen sie sich in einem Club kennen. Es macht klick. Gemeinsam genießen sie das Leben – voller Energie und Lebenslust. Alles läuft gut: Juliette wird schwanger, Adam kommt zur Welt. Doch wie bei Shakespeares Protagonisten tun sich Schwierigkeiten auf: Adam entwickelt sich nicht normal. Er übergibt sich, hält den Kopf schief. Ein Besuch bei der Ärztin bringt die schreckliche Diagnose: Adam hat einen Tumor. Roméos und Juliettes Kampf beginnt. Sie tun alles, um ihr Baby zu retten.

Als ich den Trailer für “Das Leben gehört uns” sah, stand für mich fest: Diesen Film werde ich mir nicht anschauen, auf keinen Fall. Ein Kind mit Tumor, Eltern, die verzweifelt sind. Nein, es klang mir zu schwer. Ich hatte Angst, dass mich der Film deprimieren würde. Dann kam der Film aber in der Sneak und ich musste mich damit auseinandersetzen – zum Glück. Es ist einer meiner Lieblingsfilme 2012. Denn trotz der Thematik ist der Film leicht und überhaupt nicht kitschig. Es ist ein Film, der Mut macht, der Lebensbejahend ist und der einen völlig mitnimmt – auf positive Weise. Das Ende überrascht außerdem. Ich ging damals aus dem Kino und war tief berührt. Die tollen Bilder, die Musik, die Geschichte. Zurecht der französische Beitrag zum Oscar 2012.
Randnotiz:
Besonders an diesem Film: Valérie Donzelli (Juliette) und Jérémie Elkaïm (Roméo) ist diese Geschichte tatsächlich widerfahren, sie haben ihr Erlebtes durch das Drehbuch festgehalten. Valérie Donzelli führte auch Regie. Vielleicht ist “Das Leben gehört uns” deshalb so eindringlich geworden.

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Hallo, ich bin Miriam

Stets bin ich auf der Reise: durch Karlsruhe, die Kultur und die Welt. Dabei begegnen mir immer wieder interessante Menschen, Bücher, Filme und anderer Krimskrams. Damit all diese Erfahrungen und Eindrücke nicht einsam in meinem Kopf schwirren, gibt es diesen Blog. Aus Grau wird Kunterbunt.

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