25. November 2014

Flimmerkasten: “Einer nach dem anderen”

Blutbad im weißen Schnee
Er packt die Leichen in Hühnerdraht und schmeißt sie den Wasserfall hinunter – eine nach der anderen. Nils schwört Rache, nachdem Ganoven von der Mafia seinen Sohn töteten. Er beginnt die Verantwortlichen zu eliminieren, arbeitet sich dabei vom Handlanger zum Boss hoch. Mal erwürgt er sie, mal erschießt er sie. Rot vs. Weiß: Blut fließt reichlich in der schneebedeckten Landschaft Norwegens. „Einer nach dem anderen“ ist eine bitterböse skandinavische Komödie, die voll subtilem und groteskem Humor ist. Ganz im Stil von „Adams Äpfel“. Weiterlesen »

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9. November 2014

Flimmerkasten: “A long way down”

Es ist weder die beste Zeit, noch der beste Ort: Moderator Martin Sharp hat sich ausgerechnet die Silvesternacht und das beliebteste Selbstmord-Hochhaus in der Stadt ausgesucht, um sein Leben zu beenden. Keine gute Wahl. So dauert es nicht lange und drei weitere Verzweifelte stehen neben ihm: Jess, JJ und Maureen. Sie kommen ins Gespräch und beschließen einen Pakt. Sie möchten dem Leben noch eine Chance geben – sechs Wochen lang bis zum Valentinstag. Eine turbulente Zeit beginnt. Weiterlesen »

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2. November 2014

Flimmerkasten: “Le passé – Das Vergangene”

Es ist ein sehr leiser Film, doch so voller Spannung, Emotion und wundervoller Schauspieler. Der Iraner Asghar Farhadi hat mit „Le Passé – Das Vergangene“ ein kleines Meisterwerk geschaffen. Weiterlesen »

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16. Oktober 2014

Flimmerkasten: “Hin und weg”

Kinostart: 23. Oktober
Auf gar keinen Fall wollte ich „Hin und weg“ sehen. Aber wirklich auf gar keinen Fall. Durch die Arbeit wurde ich auf den Film bereits vor Wochen aufmerksam, unterhielt mich mit Hauptdarstellerin Julia Koschitz über die unheilbare Nervenkrankheit ALS, um die es im Film geht und an der auch der Künstler Jörg Immendorf litt. Wir sprachen über Sterbehilfe und wie man am liebsten die letzten Tage seines Lebens verbringen möchte. All das steht im Mittelpunkt von „Hin und weg“. Nach dem Interview war für mich klar: „Das kann ich mir auf der Kinoleinwand nicht antun – das ist mir schlichtweg zuviel.“ Weiterlesen »

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22. September 2014

Flimmerkasten: “12 Years a Slave”

Nach 58 Minuten habe ich abgebrochen. Den Fernseher und den DVD-Player ausgemacht. Ich ertrug „12 Years a Slave“ einfach nicht mehr. Hatte genug von der rohen, barbarischen Gewalt. Und dem Wissen, dass all das keine Fiktion, sondern tatsächlich passiert ist. Weiterlesen »

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6. September 2014

Flimmerkasten: “Mann/Frau”

Ich mag Christian Ulmen sehr gerne. Vor allem seine Serie „Mein neuer bester Freund“ finde ich großartig. Nur dass er ausgerechnet das „VIVA“-Sternchen Collien Fernandes geheiratet hat, nein, das verstehe ich bis heute nicht. Frau Ulmen-Fernandes ist nun auch in seiner neuen Serie „Mann/Frau“ mit dabei ist. Aber: Das macht letztlich gar nichts. „Mann/Frau“ ist toll und die gelungenste deutsche Serie seit dem „Tatortreiniger“. Weiterlesen »

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22. August 2014

Flimmerkasten: “Das Mädchen Wadjda”

Sie trägt Chucks sowie Jeans unter ihrem Schleier und vertickt Mixtapes: Wadjda ist elf Jahre alt und weiß genau, wie sie am besten Geschäfte macht. Sie ist lebenslustig und voller Energie. Ihr größter Traum: Ein grünes Fahrrad, mit dem sie ein Rennen mit dem Nachbarsjungen fahren kann. Das große Problem: Wadjda lebt in Saudi-Arabien, dort ist das für ein Mädchen quasi unmöglich. Statt mit Rädern durch die Gegend zu flitzen, tragen bereits kleine Damen einen Schleier und müssen brav und anständig sein. Wadjda ist aber eine Kämpferin und gibt ihren Traum nicht so schnell auf.

Der Spielfilm der saudi-arabischen Regisseurin Haifaa Al Mansour ist der erste abendfüllende Streifen einer saudi-arabischen Regisseurin. Mit zahlreichen Preisen wurde der Film ausgezeichnet. Er lässt einen Blick in das alltägliche Leben des patriarchalisch-geprägten Saudi-Arabiens zu. Das ist ziemlich ernüchternd. Frauen werden ständig überwacht, dürfen selbst kein Auto fahren und sind von einem Mann abhängig.

Da Wadjdas Mutter keinen Sohn bekommt, sucht sich ihr Vater eine Zweitfrau. Die Familie bricht auseinander. Wadjda lässt sich aber nicht unterkriegen. Um an Geld für ihr Fahrrad zu kommen, meldet sie sich für einen Religions-Wettbewerb an und setzt sich erstmals mit dem Koran auseinander. Es bleibt dabei offen, ob es nur Mittel zum Zweck ist, um an ihr Fahrrad zu kommen, oder ob die Religion tatsächlich einen größeren Stellenwert für sie bekommt.

Da die Elfjährige unendlich viel Lebensfreude ausstrahlt, ist das Werk von Haifaa Al Mansour keineswegs schwer oder anstrengend. Vielmehr ist es ein Film, der sehr interessant und unwahrscheinlich kurzweilig ist.

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10. August 2014

Flimmerkasten: “Searching for Sugar Man”

Es ist ein wenig wie ein Pop-Märchen, ein schöneres Ende könnte es kaum geben: Der Dokumentarfilm „Searching for Sugar Man“ handelt von der Suche nach dem amerikanischen Sänger Rodriguez, der in den 1970er-Jahren in seiner Heimat erfolglos blieb, in Südafrika aber großen Erfolg hatte. Niemand wusste in dem zerrütteten Land mehr über ihn, Gerüchte über seinen Selbstmord auf der Bühne kursierten. Die beiden Südafrikaner Stephen „Sugar“ Segerman und Craig Bartholomew Strydom wollen nun wissen, was hinter dem Mythos „Rodriguez“ steckt. Sie beginnen zu recherchieren – mit überwältigenden Ergebnissen. „Searching for Sugarman“ bekam 2013 den Oscar als besten Dokumentarfilm.

Das Geheimnis um den Sänger aus Detroit

Während in den USA keiner Notiz von Rodriguez nahm, traf er in Südafrika in den 1970er-Jahren mit seiner Musik genau den Nerv der Zeit. In dem Land ging es sehr konservativ zu, die Apartheid war auf ihrem Höhepunkt. Es gab kein Fernsehen, alles wurde zensiert und war verboten. Rodriguez‘ Songs wie „I wonder“ kamen an – besonders bei den jungen Menschen. Das Album „Cold fact“ wurde in Südafrika zu einer der bekanntesten Platten – und lag neben denen von den Beatles und Simon & Garfunkel in nahezu jedem liberalen Mittelschichtshaus. Die Botschaft der Platte: „Seid gegen das Etablishment“. Rodriguez wurde zu einem Rebell, einer Ikone. Seine Platten verkauften sich bestens, aber niemand wusste, wer er eigentlich ist.

Ein stiller Star mit großem Talent

Die Geschichte um den Künstler Rodriguez ist unglaublich interessant und berührend. Es wird unter anderem gezeigt, auf welche Art Schallplatten in Südafrika zensiert wurden und wie berechnend und kalt die Musikbranche in den USA ist. Die Erkenntnisse, die die Autoren um den Menschen Sixto Rodriguez herausfinden, sind darüber hinaus unglaublich facettenreich. Ein stiller Star, mit großem Talent. Über Jahrzehnte würdigten nur die Menschen in Südafrika seine wunderbare Musik. Dank „Searching for Sugar Man“ ist er nun weltweit bekannt. Es ist ein Dokumentarfilm, den man sich unbedingt anschauen sollte. Ich saß am Ende völlig gerührt und glücklich auf meinem Sofa.

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1. August 2014

Flimmerkasten: “Wir sind die Neuen”

Ein neuer Film von Ralf Westhoff. Juchei. Nachdem ich vor wenige Wochen mein Herz an „Der letzte schöne Herbsttag“ verlor, war meine Freude groß, als ich den Trailer von „Wir sind die Neuen“ sah. Nun schaffte ich es vor wenigen Tagen endlich ins Kino – und hatte einen leicht schrägen Abend.

Der Saal war voll mit Senioren. Meine Begleitung und ich waren wohl die beiden einzigen Menschen unter 35 Jahren. Während wir vermehrt den Kopf über die Dialoge und die Handlung schüttelten, hatten die Älteren einen großen Spaß. Warum? Es ist vor allem das Thema des Films, was für sie ansprechender ist.

Anne, Johannes und Eddi sind frisch pensioniert und suchen sich gemeinsam eine WG, in der sie zusammen alt werden möchten. Anne kann sich von der Rente als Biologin sonst auch keine Wohnung in der teuren bayerischen Hauptstadt leisten. Lebhafte Diskussionen, Rotwein und Feten: Die Drei möchten an ihr früheres Studentenleben anknüpfen. Leider sind die Nachbarn davon gar nicht begeistert. Zwei Jura- und eine Kunstgeschichte-Studentin wohnen in der WG über ihnen. Sie sind im Lernstress, arrogant und distanziert. Lärm: nicht erwünscht.

Ralf Westhoff packt in diesen Film die unterschiedlichsten Themen: den demografische Wandel, die teuren Mieten in München, den Lernstress vieler Studenten und auch den Austausch zwischen den Generationen. Das ist alles ganz nett, aber vor allem die Studenten-WG ist völlig überzeichnet.

Vielleicht muss man aber tatsächlich auch ein paar Jahre älter sein, um von dem Film nachhaltig begeistert zu sein. „Die Zeit“ schreibt von einem „kleinen filmischen Juwel“. Das versteh ich nicht. Weder an der dargestellten Welt der Studenten konnte ich etwas Realitätsnahes entdecken, noch an den Alt-68er. Ich fand die Komödie ok, mehr aber nicht. Einen Kinobesuch würde ich nicht empfehlen. Irgendwann kommt der Film bestimmt auch im Fernsehen.

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20. Juli 2014

Flimmerkasten: “Borgen – Gefährliche Seilschaften”

Eine moderne Frau zwischen Karriere und Familie: Die dänische Serie „Borgen“ zeigt genau diesen Zwiespalt. Und lässt darüber hinaus einen Blick zu hinter die Kulissen des Politikbetriebs. Es wird deutlich, wie nützlich Netzwerke sein können, wie Intrigen entstehen und welche Rolle die Medien dabei spielen. Ich bin ein großer Fan dieser Serie und habe mir allein an diesem verregneten Sonntag fünf Folgen hintereinander angeschaut.

Brigitte Nyborg wird zu Beginn der ersten Staffel die neue Premierministerin in Dänemark. Glücklich verheiratet ist sie mit Philipp, der selbst erfolgreicher Dozent an der Uni ist. Zwei Kinder haben sie gemeinsam. Der neue Job von Brigitte wirft nun alles durcheinander, sie ist kaum zuhause, hat weniger Zeit für ihren Mann und ihre Kinder. Da Philipp beruflich zwar zurücksteckt, aber nicht alles aufgeben will, treten ständig neue Konflikte auf.

Auch bei der Arbeit als Premierministerin wird Brigitte schnell klar, dass sie pragmatisch sein muss – und ihre Ideale nicht länger so umsetzen kann, wie sie es sich wünscht. Kompromisse sind notwendig. Sie muss beispielsweise erfahren, wie beim Thema Frauenquote Vertreter aus der Wirtschaft intervenieren. Oder beim Thema Menschenrechte Geld und Verträge eine Rolle spielen.

Viele aktuelle Probleme aus dem derzeitigen Politikgeschehen werden in „Borgen“ sehr interessant und spannend aufgegriffen – und es wird immer wieder mit der engagierten Journalistin Katrine gezeigt, inwieweit die Medien Einfluss auf das Gesehen haben und als vierte Gewalt agieren.

„Borgen“ ist die umgangssprachliche Bezeichnung für das Parlament in Kopenhagen. Drei Staffeln gibt es insgesamt, ich bin nun bei der zweiten angekommen und freu mich über jede einzelne Folge.

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Hallo, ich bin Miriam

Stets bin ich auf der Reise: durch Karlsruhe, die Kultur und die Welt. Dabei begegnen mir immer wieder interessante Menschen, Bücher, Filme und anderer Krimskrams. Damit all diese Erfahrungen und Eindrücke nicht einsam in meinem Kopf schwirren, gibt es diesen Blog. Aus Grau wird Kunterbunt.

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