10. Februar 2019

Flimmerkasten: Yaloms Anleitung zum Glücklichsein”

 

Kluge Ansätze zum Leben: “Yaloms Anleitung zum Glücklichsein”

Seine Patienten bittet er, eine Linie zu zeichnen. Für die Zeitspanne des Lebens soll diese stehen. Links die Geburt, rechts der Tod. Dann sollen die Patienten einen Punkt machen für die Stelle des Lebens, an der sie vermutlich gerade stehen. Viele Menschen erkennen dadurch, wie wenig Zeit ihnen noch bleibt. Oft ist dieser Moment der Beginn eines Prozesses, in dem sie lernen, anders mit sich umzugehen.

Diese Sätze stammen von Irvin David Yalom. Er ist einer der bekanntesten Psychotherapeuten unserer Zeit. Der Dokumentarfilm „Yaloms Anleitung zum Glücklichsein“ erzählt aus seinem Leben und enthält viele kluge Ansätze über das Leben bereit. Weiterlesen »

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3. Februar 2019

Flimmerkasten: “Frances Ha”




Was für ein toller Film: Frances Ha!

Im Leben läuft nicht immer alles nach Plan. Das bekommt Frances (Greta Gerwig) deutlich zu spüren. Ihre beste Freundin Sophie zieht aus der gemeinsamen Wohnung aus, lässt sie im Stich. Damit nicht genug: Ihre Karriere als Tänzerin hakt, das Geld ist knapp. Ein passender Mann: nicht in Sicht. Aber die 27-Jährige lässt sich nicht unterkriegen, läuft durch die Straßen, stürzt, steht wieder auf, läuft weiter. Weiterlesen »

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27. Januar 2019

Flimmerkasten: “Capernaum – Stadt der Hoffnung”

Herzreißend und voller Wucht: Capernaum – Stadt der Hoffnung

Es ist der schräge Kakerlaken-Mann aus dem Freizeitpark, der in „Capernaum – Stadt der Hoffnung“ einen minikurzen Moment lang für Humor sorgt. Der ältere Herr im rosa Ganzkörperkostüm setzt sich im Bus zu dem zwölfjährigen Zain, der verzweifelt und planlos raus aus Beirut möchte. Mutterseelenallein. Nur einen blauen Müllsack hat er bei sich, in den er sein Hab und Gut gestopft hat. Etwas zum Anziehen, ein paar Geldscheine, sonst nix. Seine Eltern prügelten ihn zuvor aus der Wohnruine, als er seine jüngere Schwester beschützen wollte. Der Kakerlaken-Mann zeigt Interesse an Zain, fragt ihn, wohin die Reise geht, erklärt ihm scherzhaft, er sei der Cousin von Spiderman. Zain spürt die Wärme und folgt dem Mann in den Freizeitpark voller bunter Lichter und Fahrgeschäfte.

Diese Leichtigkeit, sie ist eine kostbare Rarität in dem libanesischen Film, der für den Oscar 2019 als bester nicht-englisch-sprachiger Film nominiert ist. Ansonsten ist das Werk von Regisseurin Nadine Labaki tieftraurig. Denn selbst in dem trubeligen Freizeitpark trifft Zain schnell wieder auf Menschen, die schwer vom Schicksal gebeutelt sind. „Das Leben ist die Hölle“, sagt er gegen Ende des Films. Und man kann ihm, nach all dem was vorausging, nur zustimmen.

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26. Januar 2019

Heimat: “Ein Wiedersehen mit Valentin Hennig”

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Szene aus “The Straw that Broke”

“The Straw that Broke”

Klirrend kalt ist es, als mich Valentin Hennig am Stuttgarter Hauptbahnhof abholt. Es ist unser drittes Aufeinandertreffen. Nun geht es um seine neueste Filmproduktion: “The Straw that Broke” lautet der Titel des Science-Fiction-Films, den der 29-Jährige gerade mit einem 16-köpfigen Team in Stuttgart dreht. 80 Minuten soll er lang werden. Basis dafür ist ein Roman des amerikanischen Autors Tom Whalen.

Valentin mit Kamera SW

Das ist Valentin.

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19. Januar 2019

Flimmerkasten: “Roma”

Ein wunderbarer Film: “Roma”

Wie eine Meereswelle, die am Ende ihrer Reise am Strand aufschlägt, schwappt das Putzwasser über den Plattenboden in der Hofeinfahrt. Mit Schwung und Dynamik platscht es vor und zurück, der Schaum schlägt kleine und große Blasen. In der Spiegelung des klaren Wassers taucht plötzlich ein Flugzeug auf, es zieht am Horizont seine Bahnen.

Bereits die ersten Minuten von „Roma“ sind voller Ästhetik. In Schwarz-Weiß-Bildern erzählt der mexikanische Regisseur Alfonso Cuarón, der für „Gravity“ bereits einen Oscar erhielt, die Geschichte des Kindermädchens, mit dem er aufwuchs – in Roma, einem Stadtteil von Mexico-City in den 1970er-Jahren. „Für Libo“ steht im Abspann, im Film heißt die tapfere und liebevolle Frau Cleo.

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17. Januar 2019

Flimmerkasten: “St. Vincent”

 

Grumpy old Man: “St. Vincent”

Zigaretten, Rum und Pferdewetten: Vincent McKenna (Bill Murray) führt alles andere als ein solides Leben. Das Geld ist knapp, in seinem Haus herrscht Chaos. Stets ist er mürrisch, ein grumpy old man. Für kurzzeitiges Vergnügen sorgt lediglich Daka, eine „Dame der Nacht” (Noami Watts), die regelmäßig bei ihm vorbeischaut. Als ihn seine neue Nachbarin Maggie bittet, nachmittags auf ihren Sohn aufzupassen, willigt er zunächst nur widerwillig ein. Doch der kleine, sensible Junge (Jaeden Lieberher) wächst ihm ganz schön schnell ans Herz. Weiterlesen »

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16. Januar 2019

Schmöker + Flimmerkasten: “Der große Trip” von Cheryl Strayed




“Der große Trip”: 1600 Kilometer durch die Wildnis

Sie kämpft mit Hitze, Schnee und mit vielen Wunden am ganzen Körper: Die 26-jährige Cheryl Strayed läuft von der mexikanischen zur kanadischen Grenze – 1600 Kilometer durch die Wildnis, alleine, nur mit “Monster”, ihrem riesigen Rucksack. An manchen Stellen heult Cheryl, an anderen lacht sie, dann singt sie Radiohits. Und hält all’ ihre Erfahrungen in dem Buch “Der große Trip” fest. Es sind 444 kurzweilige Seiten, die unterhalten, zum Nachdenken anregen und am Ende ein tolles Gefühl hinterlassen. Verfilmt wurde es im vergangenen Jahr mit Reese Witherspoon in der Hauptrolle, Nick Hornby schrieb das Drehbuch.

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13. Januar 2019

Flimmerkasten: “La Mélodie – Der Klang von Paris”

 

“La Mélodie – Der Klang von Paris”: Sozialprojekt mit Geigen

Der Ton untereinander ist rau, die Stimmung explosiv. Als Musiker Simon Daoud an eine Pariser Brennpunktschule kommt, um einer Klasse Geigenunterricht zu geben, stößt er schnell an seine Grenzen. Anstatt zuzuhören, kommentieren die Schüler alles mit wenig Interesse, beleidigen sich gegenseitig – und auch Simon Daoud bekommt die Häme ab, so sehr, dass er sich bereits nach wenigen Schulstunden verliert. Das Ziel, an der Philharmonie in Paris ein Konzert zu geben, scheint unerreichbar.

„La Mélodie – Der Klang von Paris“ erzählt auf sehr realistische und einfühlsame Weise von einem Projekt an einer Schule in einem Banlieue in der französischen Hauptstadt. Die Geschichte, hinter der der Regisseur Rachid Hami steht, ist fiktiv, wirkt aber wohl deshalb so authentisch, weil es tatsächlich solch ein Projekt in Paris gibt. Und: Die Schüler, zwischen 12 und 13 Jahre alt, sind keine Schauspieler, sondern wurden extra für den Film in Pariser Schulen ausgesucht.

Besonders Alfred Renely, der den begabten und sensiblen Arnold spielt, sticht hervor. Allein ihm dabei zuzusehen, wie er über den Dächern von Paris mit Geduld, Konzentration und Hartnäckigkeit das Geigenspielen lernt, ist es wert, in diesen Film zu gehen. Weiterlesen »

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3. Januar 2019

Flimmerkasten: “Wir sind jung. Wir sind stark.”




“Wir sind jung. Wir sind stark.”: Schwere Ausschreitung in Rostock-Lichtenhagen

Aus Schwarzweiß wird Bunt: Bis zur 82. Minute flimmern die Bilder von “Wir sind jung. Wir sind stark.” in lediglich zwei Nuancen über die Leinwand, dann plötzlich sind sie farbig. Ein Fernsehinterview ist der Anlass für den Wechsel. Ein Reporter fragt eine Gruppe rechtsgesinnter Jugendlicher, was ihre Träume sind. Stille. Dann die Antworten, sie kommen langsam, stockend. “Eine Wohnung und eine Frau”, meint einer. Ein anderer: “Dass sich hier etwas ändert. Das kann nicht das Endziel sein.”

Was er damit meint: Die Situation um das Sonnenblumenhaus in Rostock-Lichtenhagen. Dort ist die Zentrale Aufnahmestelle für Asylbewerber. Sie ist überfüllt und zahlreiche Sinti und Roma campieren vor dem Haus. Auch ein Wohnheim für Vietnamesen ist dort. Zwischen dem 22. und 26. August 1992 ereignen sich um das Sonnenblumenhaus die schwersten Ausschreitungen gegen Ausländer in der deutschen Nachkriegsgeschichte. “Wir sind jung. Wir sind stark.”, mit Devid Striesow und Jonas Nay in den Hauptrollen, beleuchtet den 24. August 1992 – von früh Morgens bis zu den schweren Krawallen am Abend. Das ist erschütternd, beängstigend und brutal. Aber sehr sehenswert. Der Film erhielt auch das Prädikat: “Besonders wertvoll”. Weiterlesen »

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28. Dezember 2018

Flimmerkasten: “Die Entdeckung der Unendlichkeit”

 

Ein sehr sehenswerter Film: “Die Entdeckung der Unendlichkeit”

Auf einer Party lernen sie sich kennen: Stephen, ein schlacksiger Physiknerd, und Jane, eine hübsche Sprachwissenschaftlerin. Anfang 20 sind sie da. Es ist Liebe auf den ersten Blick. Sie kommen sich näher, alles scheint gut zu werden. Bis Stephen kurze Zeit später an der Autoimmunkrankheit ALS erkrankt. Seine Lebenserwartung: zwei Jahre. Jane bleibt bei ihm. Der Film „Die Entdeckung der Unendlichkeit“ erzählt die Liebesgeschichte zwischen den beiden Briten und zeigt so einen Ausschnitt aus dem Leben des weltberühmten Physikers. Ein sehr gelungener Film, der trotz einiger Kitschmomente sehenswert ist und nachhaltig berührt. Weiterlesen »

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Hallo, ich bin Miriam

Stets bin ich auf der Reise: durch Karlsruhe, die Kultur und die Welt. Dabei begegnen mir immer wieder interessante Menschen, Bücher, Filme und anderer Krimskrams. Damit all diese Erfahrungen und Eindrücke nicht einsam in meinem Kopf schwirren, gibt es diesen Blog. Aus Grau wird Kunterbunt.

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