9. April 2017

Heimat: “Ein Abend bei Hasan und David von ,The Black Dog'”

Das sind David, Hasan und Juan (von links). Alle Bilder sind von Sebastian Heck.

Verrückte Hotdogs!

Mit eindringlichem Blick steht er vor der Eingangstür, schaut jeden Besucher still an, wacht genau über sein Zuhause, den kleinen Hotdog-Laden „The Black Dog“ im Passagehof nahe der Kaiserpassage. Stolz sieht er aus, eine silberne Kette baumelt um seinen steinernen Hals und Oberkörper, verbindet ihn mit der Tür. „Das ist unser Maskottchen, Karabasch heißt es, benannt nach dem türkischen Hirtenhund, der seine Herde beschützt“, erklärt mir David von „The Black Dog“, als ich dort vor einigen Tagen vorbeischaue. Es ist Karabasch, der Zweite. „Sein Vorgänger wurde uns kurz nach der Eröffnung direkt vor dem Laden gestohlen – wir konnten es gar nicht fassen, dass uns jemand quasi vor den Augen unser Maskottchen klaut“, sagt David und schaut verständnislos.

Das ist Karabasch.

Ansonsten läuft es bei „The Black Dog“ aber reibungslos. Seit sechs Monaten gibt es in dem Passagehof nun schon Hotdogs in den verrücktesten Varianten – mit Auberginen, Kartoffeln, Möhren oder geriebenem Schafskäse. Mit klassischem Würstchen, vegetarisch oder vegan. Hinter dem Laden steht Hasan, ein Koch aus Berlin, der schon in Kreuzberg Hotdogs verkaufte. Weiterlesen »

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2. April 2017

Heimat: “Ein Nachmittag mit Romy und Lisa von ,Slow Sunday'”

Das sind Romy und Lisa (von links). Die Bilder sind alle von Sebastian Heck.

“Slow Sunday” in der Fettschmelze

Es zischt leise, dann versinken die Karottenspiralen im wilden Öl-Strudel. Sie tauchen für einen kurzen Moment in der brodelnden Flüssigkeit ab, dann wieder auf – bis sie Romy Marquart aus dem großen Topf holt. „Ich bin gespannt, wie die frittierten Gemüsenudeln zu Salaten und Suppen schmecken“, sagt sie zu Lisa Gewecke, die neben ihr in der Küche steht.

Die beiden Mädels testen an diesem sonnigen Samstag in Romys Wohnung verschiedene Rezepte aus: Passt selbst gemachte Salzbutter zu Radieschen? Schmeckt ein Hefekranz auch mit Mandelmilch, Bärlauch, Petersilie, Ruccola und Feta? Das kreative Tüfteln hat einen Grund: Am kommenden Sonntag, 9. April, laden Romy und Lisa wieder zu „Slow Sunday“ in der Fettschmelze – zu einem Frühstücks- und Brunchbüffet voller besonderer Leckereien. Weiterlesen »

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13. März 2017

Heimat: “Ein Besuch bei ,Inschrift Heimat'”


Wie klingt Heimat?

Es piepst, summt und klingelt auf die verschiedensten Arten. Hoch, tief, mehrmals hintereinander. Dann ist die Stimme eines jungen Manns zu hören. Er beginnt zu erzählen, von whatsapp und Instagram, den Apps, mit denen er sein Leben organisiert. Für die er viel Zeit aufwendet, die zu seinem Leben dazu gehören, die Verknüpfungspunkt zu seinen Freunden sind. „Nur Facebook ist bei uns inzwischen out“, sagt er. „Da sind auch meine Eltern angemeldet.“

Foto: Kai Rußwurm

Die Stimme des jungen Herrn tönt aus einer kleinen schwarzen Box, die in einer Unterführung auf dem Schlachthofgelände hängt. Insgesamt neun solcher Lautsprecher mit MP3-Player sind dort verteilt. Aus jeder einzelnen Box strömen an diesem Abend Geschichten und Klänge, die sich auf ganz unterschiedliche Art mit dem Thema „Heimat“ beschäftigen.

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6. März 2017

Heimat: “Ein Abend bei Sven Brunner von Nick & Nora”

Das ist Sven.

Ein Flohmarkt im Spirituosen-Laden

Leise klirrt der Eiswürfel, als ihn Sven Brunner vorsichtig in mein noch leeres Glas fallen lässt, Gin folgt dem transparenten Quader, umhüllt ihn sanft, vermischt sich dann mit dem Tonicwater, das den Drink komplettiert. Donnerstagabend, ich bin zu Besuch im Spirituosen-Laden „Nick & Nora“, den Sven Brunner seit November 2014 in der Körnerstraße 26 (Ecke Goethestraße) betreibt. Der Karlsruher ist in diesen Tagen damit beschäftigt, sein Lager auszumisten. Grund dafür: Am kommenden Samstag, 11. März, veranstaltet er zum ersten Mal einen Hausbar Flohmarkt. „Ich möchte unter anderem alte Regale, Gläser und Deko-Sachen verkaufen – ich brauche Platz für Neues, der Frühling kommt“, sagt er und lacht.

Nicht nur Sven Brunner wird an diesem Samstag ab 10 Uhr in seinem Laden Dinge anbieten, auch die Besitzerin des „MAPA”, Tati, kommt vorbei, verrät er. Nachdem sie ihr Café zu einer Bar verwandelte, sind nun Einrichtungsgegenstände übrig, die nicht mehr zum aktuellen „MAPA“-Konzept passen. „Es wird bunt“, sagt Sven Brunner mit einem Augenzwinkern.

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28. Februar 2017

Heimat: “Schwanger”

Freude, überall!

Wenn man den 30. Geburtstag überschritten hat, kommen die Einschläge näher: Wir heiraten, wir sind schwanger. Hurra, ein Baby. Es vergeht inzwischen kaum mehr ein Monat, ohne dass mir Freunde mit solch netten Botschaften gegenüberstehen. Ich freue mich dann mit, umarme und spreche Glückwünsche aus – ehrlich und von tiefstem Herzen. Nur bei meiner besten Freundin, da musste ich ganz kurz Luft holen.
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26. Februar 2017

Heimat: “Ein Mittag bei ,SOUP DU JOUR'”

Das sind Melina, Katharina und Sarah vom Verein “SOUP DU JOUR”.

Austausch mit Suppe

Langsam schiebt der ältere Herr seinen Rollator über das Kopfsteinpflaster am Werderplatz, es ruckelt leicht, sein Vorankommen ist schleppend, doch zielorientiert: Er möchte zum Pavillon des Vereins “SOUP DU JOUR”. Dort gibt es an diesem Samstag Suppe – auf Spendenbasis, nach dem Prinzip: Jeder bezahlt soviel er kann und möchte. „Darf ich einen Nachschlag haben“, fragt der ältere Herr nun Sarah von Keudell, die an diesem Morgen hinter der Theke gerade die Bestellungen entgegennimmt. „Klar, sehr gerne“, antwortet sie ihm, nimmt seinen Pappteller entgegen und dreht sich um zu dem großen Warmhaltebehälter, in dem sich 80 Liter dampfende Wirsing-Kartoffel-Möhrensuppe befinden.


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12. Februar 2017

Heimat: Ein Mittag mit Astrid und Sarah von ‘The Hunter'”

Das sind Sarah und Astrid.

The Hunter: Schönheiten unter sich

Es sind große und kleine Schätze, die sich in dem Lagerraum im Hinterhof in der Winterstraße 44a auf 240 Quadratmetern verteilen: Eine edle Vitrine aus Nussbaumholz und Retrotapete steht dort neben Sesseln mit salbeifarbenen Polstern, eine Deckenleuchte aus Messing baumelt von der Decke. Besonders ein Klappsofa mit einem Überzug in Petrolblau zieht all meine Aufmerksamkeit auf sich. „Hier bewahren wir die Möbel auf, die wir aufkaufen, bearbeiten und dann wieder weiterverkaufen“, erzählt mir Astrid Ochsenreither bei einem Rundgang. Die Karlsruherin steht mit Sarah Bürklin hinter „The Hunter“. Gemeinsam bieten sie seit mehr als 2,5 Jahren hochwertige und ausgewählte Vintage-Möbel an – in dem Lagerraum in der Südstadt und online.

„Es läuft“, sagt Astrid Ochsenreither, sie lächelt, ein wenig Erleichterung ist ihr dabei anzusehen. „Sich selbstständig zu machen, ist immer ein Risiko, aber wir sind froh, dass wir es gewagt haben“, resümiert sie. Kunden aus der ganzen Welt bestellen inzwischen bei den Karlsruherinnen die hübschen Einzelstücke – aus Shanghai, den USA oder Frankreich. Weiterlesen »

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18. Januar 2017

Heimat: “6 x Heimat”

Was ist Heimat?

Kuckucksuhren, Bollenhüte oder schnulzige Filme, die eine heile Welt vorgaukeln: Noch vor wenigen Jahren kamen mir beim Begriff “Heimat” zuerst solche Assoziationen in den Kopf. Seit ich aber einige Male Umzugskisten packte, bekam ich ein neues Bewusstsein dafür, was es heißt, irgendwo daheim zu sein. Darüber habe ich im vergangenen Jahr bereits geschrieben: https://dieschreibmaschine.net/2016/10/13/heimat-karlsruhe/

Dieses Jahr sind nun auch die Heimattage in Karlsruhe. Deshalb habe ich andere Menschen aus Karlsruhe mal gefragt, was für sie Heimat eigentlich ist. Hier sind sechs Antworten:

Mira Sturm

Das ist Mira. Sie steht hinter dem Blog minglemangle und ist unter diesem Namen auch bei Instagram zu finden.

Home is where the heart is / Home is wherever I’m with you / Home is where the bra comes off …
…das sind alles kitschige Sprüche, die man gerne auf bildlastigen Social Channels findet. Aber wenn ich ehrlich bin, ist ja irgendwie doch was dran. Mit meinen fast 31 Jahren durfte ich schon viel von der Welt sehen – und zugegeben, mich ZUHAUSE zu fühlen, ist mir noch nicht mal am entlegensten Ort wirklich schwer gefallen. Weiterlesen »

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15. Januar 2017

Heimat: “Ein Abend bei ‘Wie der Soldat das Grammofon repariert'”

Flucht und Ankommen

Apathisch sitzt Aynur in einem kargen, grauen Kellerraum, lässt Murmeln über den Rand einer weißen Emaille-Schüssel fahren, dann schaut sie auf, ihr Blick wandert zunächst umher, bleibt dann aber bei mir hängen, verharrt dauerhaft, aus Sekunden wird eine Ewigkeit. Grenzen verschwimmen, Aynur ist mir plötzlich ganz nah, ihr trauriger Blick, ihre Standhaftigkeit, es ist kaum auszuhalten.

Aynur ist eine von sechs Karlsruhern unterschiedlichster kultureller Herkunft, die derzeit in „Wie der Soldat das Grammofon repariert“ am Badischen Staatstheater mitwirken. Basis der inszenierten Rauminstallation ist das Buch des bosnischen Autors Saša Stanišić, der in den 1990er-Jahren aus seiner Heimat nach Deutschland floh und seine Geschichte in einem teils autobiografischen Roman verarbeitete.

Alaa Hudaifa und Aynur Mammadova. Fotocredit: Felix Grünschloß

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4. Dezember 2016

Heimat: “Ein Besuch im Pop Up Store Karlsruhe”

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Ein Pop Up Store für Karlsruhe!

Wo einst die Finanzgeschäfte einer Bank im Mittelpunkt standen, hat sich nun die Kunst breit gemacht. Auf 150 Quadratmetern reihen sich im Pop Up Store Karlsruhe in der Kaiserstraße 58-60 hübsche Dinge nahtlos aneinander. Mützen, Schmuck, Lampen, Taschen. „Wir haben hier Produkte von mehr als 40 verschiedenen Künstlern und Labels“, sagt Pien den Hengst. Sie entwarf gemeinsam mit Nadine Bers das Konzept für den Pop Up Store. Hinter dem temporären Laden, der noch bis 23. Dezember geöffnet hat, stehen das K³ Kultur-und Kreativwirtschaftsbüro und die Wirtschaftsförderung Karlsruhe – unterstützt vom Kulturamt, der Fächer GmbH und der Fettschmelze.

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Das ist Pien.

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Hallo, ich bin Miriam

Stets bin ich auf der Reise: durch Karlsruhe, die Kultur und die Welt. Dabei begegnen mir immer wieder interessante Menschen, Bücher, Filme und anderer Krimskrams. Damit all diese Erfahrungen und Eindrücke nicht einsam in meinem Kopf schwirren, gibt es diesen Blog. Aus Grau wird Kunterbunt.

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