14. März 2022

Kurioses: Autofrei

Mein Leben ohne Auto

Es war an einem Samstagnachmittag, als ich auf einem Parkplatz Abschied von meinem Auto nahm. Mit großer Vorfreude hatte ich zwei Tage vor meinem Geburtstag in einem Supermarkt einen Großeinkauf erledigt. Sektflaschen, Chips und Bierkästen waren bereits nach feinster Tetris-Technik im Kofferraum gestapelt.

Als ich erleichtert auf dem Fahrersitz Platz nahm, den Schlüssel umdrehte, ertönte aber statt eines harmonischen Brummens ein mysteriöses Geräusch. Eine Mischung aus Rattern, Knirschen und Kreischen. Ein Grrrrkrrkjrrrrkkkkrrrrjrrrrrrr. Es war ein Laut, bei dem ich sofort wusste: Es gibt ein Problem – und zwar ein großes.

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26. November 2021

Kurioses: “Die Bäckerei-Fachverkäuferin”

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Ich schlafe gerne lange

Frühes Aufstehen gehört definitiv nicht zu meinen Stärken. Wer schon mal neben mir geschlafen hat, weiß das. Meine Schlummerfunktion im Handy tritt bereits zwei Stunden vor der eigentlichen Weckzeit ihren Dienst an. Das wiederholt sich dann mindestens fünf Mal. Das ist wichtig. Ich muss mich langsam darauf vorbereiten, dass es bald vorbei ist – vorbei, mit dem kuscheligen Abhängen unter der warmen Decke.

Alles, was vor 10 Uhr ist, gehört für mich zur tiefsten Nacht. Darüber diskutiere ich nicht. Als ich noch Redakteurin bei einer Zeitung war, begann der Arbeitstag genau um diese Zeit. Damit konnte ich noch einigermaßen umgehen. Mein jetziger Arbeitgeber sieht es dagegen gerne, wenn ich spätestens um 8.45 Uhr an meinem Platz sitze. Das ist eine Herausforderung, jeden Morgen. Weiterlesen »

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13. Oktober 2020

Kurioses: Der Anschlag

Kino Karlsruhe

Und plötzlich gehen im Kino die Sirenen an!

Es gibt viele Dinge, vor denen ich Angst habe. Vor großen Hunden, die laut kläffen beispielsweise oder vor schweren Gewittern mit Blitz und Donner. Bei Dingen dagegen, die nur rein hypothetisch eintreten können, fürchtete ich mich bislang dagegen nur selten.

Ein Terroranschlag müsste mich erstmal finden, dachte ich lange. Denn die Plätze, an denen ich mich aufhalte, sind nicht gerade prädestiniert für große Effekte. Ich vermeide das Herumgeschubse auf Weihnachtsmärkten. Die Konzerte, die ich besuche, gehören eher zur Kategorie „Nische“ und eine U-Bahn gibt es in Karlsruhe ja bekanntlich noch nicht.

Vor Terroranschlägen und Amokläufen fühlte mich also sicher. Bis zu diesem einen Samstag.

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22. August 2020

Kurioses: “Macho-Hölle”

Universum
Credit: Jeremy Thomas

Eine ganz schlechte Version von “Mad Men”

Vor geraumer Zeit hatte ich das Gefühl, ich sei in einem Paralleluniversum gefangen. In einem, in dem es fast genauso aussieht wie in meinem alltäglichen Leben – aber alles absurder, grotesker, skurriler ist. Die Menschen verhalten sich dort wie in einer düsteren Version von „Mad Men“ – adaptiert in die heutige Zeit. Für alle, die diese Fernseh-Serie nicht kennen: Sie spielt in den 1950er-Jahren. Dort machen die smarten Männer Karriere, trinken, rauchen und betrügen ihre Frauen, die ahnungslos daheim sitzen und die Kinder erziehen. Wer keinen Mann hat, muss oft als Sekretärin arbeiten – und ist Freiwild.

In diesem Paralleluniversum landete ich völlig überraschend. So als hätte ich meinen Laptop aufgeklappt, um ein bisschen herumzusurfen, dabei versehentlich die falsche Taste getippt – und schwups, schon war ich im Darknet. Konkret: in der Macho-Hölle. Wer denkt, diese Spezies Mensch ist inzwischen nahezu ausgestorben, irrt gewaltig. Sie spinnt noch immer gewaltig ihre Fäden.

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10. Mai 2020

Kurioses: “Umzug”

„Does it spark joy?“

Gerade packe ich Kisten. Jeden Abend stehe ich deshalb in meiner Wohnung und überlege mir: Was kommt mit, was nicht? Ich gehe dabei vor, wie es Marie Kondo gerne tut. „Does it spark joy?“, frage ich mich immer wieder, wenn ich einen verstaubten Gegenstand in meinen Händen halte. Alte Bücher, Secondhandtaschen, Deko-Bienenwachs-Kerzen, die das Sonnenlicht ein wenig verbogen hat. Hab ich noch Freude dran oder nicht? Ist das Kunst oder kann das weg?

Bei dieser Tabula Rasa durch meinen Haushalt, fallen mir immer wieder Erinnerungsstücke in die Hände. Eine riesige Foto-Collage aus der Schulzeit beispielsweise.

Flashback.

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25. März 2020

Kurioses: “Irrungen in Israel – Masada und Eilat”

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Isarel: Willkommen in Eilat

Meine Lieblingsformel ist “Humor = Tragik + Zeit”. Besonders die Ereignisse, die kreuz und quer laufen, sind im Nachhinein oft diejenigen, auf die ich mit einem Lachen zurückblicken kann. Die als Erinnerung hängen bleiben.

In Tel Aviv hörte es an unseren ersten Tagen der Israel-Reise nicht auf zu regnen. Es war bitterkalt und alles klamm in unserer Wohnung. Wir saßen in unserem kleinen Wohnzimmer in Florentin, auf einer Couch voller Hundehaare, hatten die kleine Elektro-Heizung auf Hochtouren laufen, sie bollerte laut vor sich hin, ließ den Stromkreislauf explodieren, plötzlich war alles dunkel, WLAN und Licht hatten uns verlassen. Was tun? Gehen, bleiben? Wir diskutierten.

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4. März 2020

Kurioses: “Plötzlich Affäre”

Vergangenheit: reloaded

Die Welt ist schlecht, sehr schlecht. Das war mein erster Gedanke, als ich an diesem einen Morgen auf mein Handy blickte. Dort war um kurz nach 8 Uhr die Vorschau einer Facebook-Nachricht auf meinem Display erschienen. „Hallo Miriam“, stand da. „Wir kennen uns nicht – aber wir müssen dringend über Herrn XY sprechen. Ich war bis vor wenigen Tagen mit ihm zusammen. Vielleicht kann ich nun auch für dich einige Rätsel lösen.“

Noch verschlafen blinzelte ich einmal, nochmals, dann öffnete ich schnell die Facebook-App, las die Nachricht der Dame in einem Zug, stoppte am Ende kurz, begann von vorne – langsam Satz für Satz. Und noch während ich am Lesen war, gab es in meinem Kopf einen leichten Knall und die vergangenen 18 Monate setzten sich neu zusammen – plötzlich ergab alles einen Sinn. Als ob nur noch dieses eine Puzzleteil gefehlt hatte. Vergangenheit: reloaded. Mein Kopf ratterte, mein Herz hämmerte: Ich hatte, ohne es zu wissen, eine romantische Liason mit einem vergebenen Herren gehabt – bereits zum vierten Mal. Weiterlesen »

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18. Januar 2020

Kurioses: “Das Fahrrad”

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Abenteuer auf dem Rad

Wenn ich mit dem Fahrrad zur Arbeit fahre, erlebe ich des Öfteren Abenteuer. Das liegt daran, dass ich sowohl morgens als auch abends zur Rush Hour durch die ganze Stadt muss. Den Ampeln gehe ich dabei gerne aus dem Weg. Deshalb habe ich mir in den vergangenen zwei Jahren einen individuellen Weg zusammengetüftelt. In der Praxis bedeutet das: Ich fahre ziemlich kreuz und quer durch die ganze Stadt – erst zwei Mal rechts, dann links, später auch mal eine Weile geradeaus. Dann geht es nochmals rechts, links und auch mal über Schienen. Gradlinig läuft das alles nicht. Eher ergebnisorientiert und effizient. Weiterlesen »

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7. Januar 2020

Kurioses: “Computerspiele”

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Schlaflos in Karlsruhe

Seit geraumer Zeit kann ich nachts nicht mehr schlafen. Schuld daran ist mein neuer Nachbar. Ich habe ihn zwar noch nie gesehen, aber in meinem Kopf ist es ein Mann – mit leichtem Bart, kurzem Haar und grauem T-Shirt.

Als er Anfang August in die Wohnung im Nebenhaus einzog, es rumpelte und krachte, war ich zunächst noch positiv eingestellt. Jeder hat eine Chance verdient, dachte ich mir. Doch dann fing es an. Quietsche-Schreie, Pistolengewitter, Geknattere. Monster-Jagd per excellence – virtuell, auf vollster Lautstärke, die ganze Nacht. Ich bin wach! Weiterlesen »

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23. März 2019

Kurioses: “Gerd”

Chaosmagnetin & Katastrophensammlerin

In meinem Leben regiert das Chaos. Kleinere und größere Katastrophen schauen gerne mal bei mir vorbei. Ich habe mich damit abgefunden. Meine Erfahrung ist: Abnormalitäten nach außen zu vertuschen, bringt nix. Im Gegenteil: Es macht alles nur noch schlimmer. Offenheit ist deshalb die beste Devise. Meine Freunde betrachten meinen turbulenten Alltag inzwischen mit Humor. “Bei dir ist halt immer was los”, sagen sie.

In meinem Flur steht deshalb nun ein Letterboard mit besonderer Botschaft, also so eine Tafel, auf der sich Buchstaben wild zusammenstecken lassen. Es ist ein Geschenk, das mir meine beste Freundin zu Weihnachten überreichte. „Du kannst damit Worte und Sätze bunt mixen – deiner Fantasie sind keine Grenzen gesetzt“, sagte sie zu mir.

Toll.

Ich überlegte kurz, zog aus der Buchstabentüte zuerst ein “W” heraus, dann ein “C”, ein “I” folgte. Am Ende stand da: „Welcome To Crazy Island“. Mit diesem Schriftzug landete das Board auf der Kommode neben der Eingangstür, wo es jeder Gast sehr schnell sehen kann. Eine kleine Warnung zur Begrüßung sozusagen.

Irritation!

Als vor geraumer Zeit ein netter Herr zum ersten Mal in meine Wohnung kam, sie genauer inspizierte, blieb sein Blick auf dieser Tafel haften. “Welcome To Crazy Island – was soll das bedeuten?”, fragte er mich. Fragezeichen tanzten in seinen Augen, kleine Runzelfalten bildeten sich auf seiner Stirn. Ich entgegnete mit einem sanften Lächeln: „Warte ab, die Zeit wird es dir zeigen.“ Seine Stirn kräuselte sich noch mehr, die Fragezeichen in den Augen verdoppelten sich. Ansonsten behielt er die Fassung. “Okay”, entgegnete er freundlich. “Dann bin ich gespannt.”

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Hallo, ich bin Miriam

Stets bin ich auf der Reise: durch Karlsruhe, die Kultur und die Welt. Dabei begegnen mir immer wieder interessante Menschen, Bücher, Filme und anderer Krimskrams. Damit all diese Erfahrungen und Eindrücke nicht einsam in meinem Kopf schwirren, gibt es diesen Blog. Aus Grau wird Kunterbunt.

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