5. Mai 2014

“Melodien: Ein Nachmittag mit Mine”

Was bleibt ist ein wohliges Glücksgefühl. 70 Minuten mit Mine und ihrer Musik verzaubern an diesem sonnigen Nachmittag im “Peer 23“ in Mannheim. Begeistert applaudiert das zahlreich erschiene Publikum am Ende, fordert Zugaben. Mine gibt sie gerne. Covert unter anderem „B-Seite“ von Jan Delay. Als die Sängerin und ihre Band kurz danach die Bühne verlassen, ist einzig der Gedanke übrig: Schade, dass es vorbei ist. Weiterlesen »

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11. März 2014

Melodien: “Sonic Avalanche”

Raus aus dem Studio, rauf auf die Bühne: „Sonic Avalanche“ sind zurück. Am kommenden Freitag, 14. März, präsentieren die vier Jungs im Jubez die Songs von ihrer gerade erschienenen EP „Emily, It’s Future“. Mit dabei sind an diesem Abend außerdem “The Ikarus Effect” und Mareike Berg.

„Es steckt viel Arbeit in der neuen CD“, erzählt “Sonic Avalanche”-Sänger und Gitarrist Daniel Thomas. Insgesamt drei Monate nahmen sich die Musiker Zeit, um in Weingarten die vier Lieder einzuspielen. Jedes Detail sollte passen. „Wir haben den Schaffensprozess im Studio mit einem Musikvideo dokumentiert“, sagt der 26-Jährige. “Science for Fiction” heißt es. Die Mühen haben sich gelohnt. Bei einem Auftritt im Substage vor wenigen Wochen war die Resonanz toll.

Ihren Stil beschreiben? „Schwierig“, meinen die Jungs. Rock, Progressive und Indie: Verschiedene Richtungen beeinflussen die Musik von „Sonic Avalanche“, einfache Genreschubladen funktionieren nicht. Jedoch: Wie ein roter Faden ziehen sich die kreativen und klugen Texte, kombiniert mit äußerst angenehmen Melodien, durch die Alben. „Incubus“ lässt grüßen.

2008 erschien die erste “Sonic Avalanche”-EP mit dem Titel “How to define Destiny”. Viel ist seither passiert. Die Band spielte unter anderem in Köln, Hamburg und Frankreich. „Höhepunkt war 2010 der Auftritt am Freitagabend bei ,Das Fest’, wo wir auf der gleichen Bühne wie später Jan Delay standen“, sagt Sänger Daniel. Außerdem wurde die Band mit dem Preis „Musik ist Kunst“ ausgezeichnet.

„Gerade sind wir dabei, neue Gigs zu organisieren“, verrät der Frontmann. Fix sind bereits die Auftritte am 27. März in der Bruchsaler PZ Lounge, am 8. Mai in der Heidelberger Halle 01 und am 8. August beim Kraichtaler Anti Fruschd. Nun steht aber erstmal der Auftritt im Jubez am Freitag an. Beginn ist um 20 Uhr.

“Sonic Avalanche” sind Daniel Thomas (Gesang und Gitarre), Daniel Mayer (Gitarre), Fabian Altermann (Bass) und David Büchner (Drums). Weitere Informationen unter www.sonicavalanche.de und https://www.facebook.com/sonicavalanche?fref=ts

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8. März 2014

Melodien: “Ein Abend mit Arthur Gepting”

Arthur

Arthur Gepting sah ich im vergangenen Herbst zum ersten Mal beim Songslam im Kulturraum „Kohi“. Ganz in Schwarz gekleidet stand er mit seiner Akustikgitarre auf der Bühne, stimmte im Halbfinale sein Lied „Beaugency“ an. Vom ersten Takt an hatte er meine gesamte Aufmerksamkeit. Melancholisch, voller Gefühl. Sehnsucht. Arthur Gepting berührte mich mit diesem Lied. Er schaffte es ins Finale. Und blieb in meinem Kopf. Als ich vor wenigen Wochen eine Email von ihm in meinem Postfach entdeckte, beschloss ich, mich mit ihm zu treffen.

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Seine neue EP hat der 24-Jährige an diesem verregneten Abend dabei, schiebt sie mir über den Tisch. Fünf Songs sind darauf, inklusive Intro und Outro. „Friend, Foe And Lover“ lautet der Titel. „Produziert hat sie Dr. Robin von Both“, erzählt Arthur. Jedes Lied erzählt eine Geschichte, aufgeteilt in verschiedene Akte, quasi eine Tragödie. „Die CD ist eine Herausforderung, als Hintergrundmusik eignet sie sich nicht“, sagt er. Dem Text lauschen: unabdingbar. Es sind sehr intime Aufnahmen geworden.

Außer der Musik macht Arthur gerade sein Diplom an der Kunstakademie. Bis zum Sommer möchte er damit fertig sein. „An der Akademie hatte ich 2009 auch meinen ersten Auftritt in Karlsruhe“,  erinnert er sich. Es war auf einer Semesterparty und die Resonanz war toll. „Das motivierte mich, weiterzumachen.“

Arthurs Ursprünge liegen im Punk. „Mit 15 Jahren hatte ich meine erste Band.“ Damals lebte er noch in einem kleinen Dorf im Odenwald, eckte in dem scheinbar friedlichen Idyll mit seinem dunklen Aussehen und der lauten Musik an. „Es war schwierig für uns, dort Auftritte zu bekommen“, sagt er mit Blick zurück.

Als er nach dem Abitur nach Karlsruhe zum Studieren kam, machte er alleine weiter. Folk, Country und ganz viel Drama: Arthurs Musik wurde facettenreicher. „Gefühlsdusseligkeit versuche ich zu vermeiden“, betont er. Nicht weinerlich, sondern direkt soll es sein. „Was bewegt mich?“ Das spiegle sich in seinen Songs wider, sagt der 24-Jährige. Das Resultat: Lieder über Liebe, Freundschaft, Hass. Im Mai 2013 erschien seine erste EP mit vier Liedern. „Money For The Saints“ heißt sie.

Ein musikalischer Landstreicher auf Tour: Bereits 2010 trat Arthur im Kohi bei einem Songslam auf, gewann. Seither hatte er zahlreiche Auftritte, durfte im Herbst vergangenen Jahres in Karlsruhe den Support für die Band „Candellila“ machen. „Das lief so gut, dass ich mit ihnen auch in Passau spielte“, sagt Arthur. Ansonsten sei es in Karlsruhe ein wenig schwierig, an Auftritte zu kommen. „Bei der Liedermachernacht im Vanguarde wäre ich gerne dabei.“ Oder “Das Fest” reize ihn sehr.

Fest eingeplant ist dagegen schon die Tour mit Joe Astray. „Wir wollen im Herbst durch Deutschland reisen, eine gemeinsame EP soll es vorher noch geben“, verrät Arthur. Gerade seien sie dabei, Locations zu buchen sowie Flyer und Plakate zu entwerfen. „Ich freue mich auf die nächste Zeit, es bleibt spannend“, ist sich der 24-Jährige sicher.

Weitere Infos:
https://arthurgepting.bandpage.com/
https://www.facebook.com/arthurgepting

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20. Februar 2014

Melodien: “Lauschattacke No.1”

Sie kommen aus Hamburg und machen feinen Elektro-Pop, eingängig und federleicht: „Wilhelm Tell Me” eröffnen am morgigen Freitag, 21. Februar, eine neue Konzertreihe in der Scenario Halle im Kulturzentrum Tempel.

„Lauschattacke“ lautet der Titel der Veranstaltungsserie, die von nun an monatlich stattfindet. Das Ziel dahinter: Aufstrebende Künstler sollen in der Scenario Halle eine Plattform erhalten, um ihre Songs zu präsentieren. So heißt es vonseiten des Veranstalters. Dabei ergänzen sich lokale und nationale Musiker. Den Support übernimmt an diesem Freitag die Band „The Tape Riders“, die aus der Region kommt. Beginn ist um 20.30 Uhr.

Schön, dass es in Karlsruhe nun eine weitere Konzertreihe gibt, bei der es möglich ist, neue Künstler zu entdecken.  Ich bin gespannt. Fest steht schon, wer bei der zweiten Auflage am 20. März dabei ist: Sophie Steinchen (lokal) und “Two Wooden Stones”.

Weiter Infos unter http://www.kulturverein-tempel.de/index.php?id=498

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1. Februar 2014

Melodien: “Ein Abend mit Vereinsheim Baldu (die VI.)”

Seine Erkältung hätte er am liebsten ins Weltall geschossen. Ging aber nicht. So stand Maxim am Freitagabend ein wenig blass und angeschlagen auf der Bühne in der Scenario Halle im Kulturzentrum Tempel. Machte letztlich aber überhaupt nichts. Der Sänger riss mit seiner leicht rauchigen und eindringlichen Stimme das Publikum mit – bedingungslos. Kurz vor Ende sorgte er mit „Soldaten“ für den Höhepunkt eines insgesamt eindrucksvollen Abend.

Vereinsheim Baldu die sechste: Komplett ausverkauft waren die beiden Veranstaltungen in Karlsruhe und Mannheim. Sehr zur Freude des Vorstands um Tommy Baldu (Schlagzeug), David Maier (Gesang), Nico Schnepf (Tasten), Rouven Eller (Ton) und Haegar (Visuals). Auch Arthur Braitsch gehört inzwischen zum festen Inventar des Vereinsheims; bereits seit Beginn sitzt er jedes Mal mit im musizierenden Kreis, begeistert an der Gitarre.

Bunt gemischt sind an diesem Abend die Gäste. Besonders Jemma Endersby sticht hervor. Einen kurzen, knallgrünen Overall trägt die englische Sängerin, eine Netzstrumpfhose mit Blumenstickereien dazu. Ihre experimentelle Duttfriseur sowie ihre große Brille lassen an ein Gesamtkunstwerk denken.

Aber nicht nur optisch haut Jemma Endersby um, auch ihre Stimme ist eindrucksvoll. Eine Prise Blues gepaart mit Soul, klar und sicher: Die Britin trifft jeden Ton. Bei dem mitschwingenden „Bubble“ zeigt sie, welche Energie in ihr steckt. Bei dem ruhigen „Fairytales“ wiederum, wie tief ihre Songs gehen. Ihr Mann Paucker, der an diesem Abend ebenfalls mit dabei ist, Bass spielt, lauscht der Stimme seiner Frau mit geschlossenen Augen.

„Es ist nicht einfach nun zu singen“, meint Tim Neuhaus dann mit einem Schmunzeln, als er nach Jemma Endersby die Bühne betritt. Seine Bescheidenheit: nicht notwendig. Der ehemalige Schlagzeuger der Clueso-Band zeigt sich als Singer/Songwriter äußerst versiert. Vor allem mit „As Life Found you“ zieht er das Publikum mit, geschlossen summt es die Melodie, hört gar nicht mehr damit auf. Und bei „Easy Or Not“ kommt dann auch Jemma Endersby wieder auf die Bühne, singt mit Tim Neuhaus gemeinsam den ruhigen Song.

Schwarze Cap, orange-schwarz gesteiftes Hemd und Vans – Maxim entspricht keineswegs dem Stereotypen des deutschen Popsängers. Hat er seine Wurzeln auch im Reggae-Bereich. Davon ist inzwischen nichts mehr zu hören. Maxim 2014: Eingängige Melodien, Texte rund um das Leben, nicht kitschig, sondern ehrlich, nachdenklich. „Soldaten“ lief im Radio hoch unter runter. „Rückspiegel“, „Haus aus Schrott“ und „Wut“ komplettieren seine Songauswahl an diesem Abend. Wunderbar.

Die nächste Vereinsheim Baldu-Veranstaltung ist am 23. Mai in Karlsruhe.

Zum Konzept der Veranstaltung: http://wp.me/p3915e-j5

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8. Januar 2014

Heimat: “Liedermachernacht”

Sie schreibt ihre eigenen Texte, spielt verschiedene Instrumente und möchte mit ihrer Musik bewegen: Die Karlsruher Sängerin „Petite Rouge“ tritt am Freitag, 10. Januar, gemeinsam mit Sophie Steinchen bei der Liedermachernacht im Kulturraum Vanguarde auf. Beginn des Konzerts ist um 21 Uhr. Im Anschluss gibt es eine offizielle Aftershowparty mit dem DJ-Duo Les Artistes.

Liedermachernacht reloaded: Bereits im vergangenen Jahr fand in regelmäßigen Abständen ein Konzertabend mit zwei verschiedenen Künstlern im Kulturraum statt – ein Moderator führte durch das Programm, es gab Interviews, Kameras hielten das Geschehen auf mehreren Ebenen fest. „Wir haben den Ablauf nun ein wenig verändert“, sagt Nora Braun, die die Organisation von Constantin Sanders übernahm. „Es wird nur noch Musik geben.“ Kein Schnickschnack mehr um die Künstler herum.

Ziel der Liedermachernacht sei es nach wie vor, lokalen und regionalen Künstlern eine Plattform zu bieten, betont Nora Braun: „,Petite Rouge‘ und Sophie Steinchen kommen beide aus der Fächerstadt und sind Gesangsschülerinnen von Liv Solveig Wagner.“ Sie präsentieren am Freitagabend etwa zwei Stunde lang ihre eigenen Songs.

Sophie Steinchen singt auf Englisch und verarbeitet in ihren Liedern ihre Gefühle sowie Dinge, die sie um sich herum im Alltag beobachtet. Bei ihrem Konzert im Vanguarde wird sie außerdem ihre erste und gerade frisch gepresste EP mit vier Titeln vorstellen, die sie anschließend auch verkauft.

Die Liedermachernacht soll es 2014 wieder in regelmäßigen Abständen geben, sagt Veranstalterin Nora Braun. „Dazu suchen wir noch Künstler, die Lust haben, im Vanguarde aufzutreten.“

Kontakt: https://www.facebook.com/LiedermacherNachtKarlsruhe?fref=ts

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5. November 2013

Melodien: “Ein Abend mit Nicolas Sturm und Yasmine Tourist”

 

Ein Singer/Songwriter mit deutschen Texten voller Poesie und eine Band, die sich auf ihrer Debütplatte beschwingtem amerikanischem Folkrock widmet – eigentlich eine schöne Kombination für ein Doppelkonzert in der Scenario Halle im Kulturzentrum Tempel. Leider waren die rund zweieinhalb Stunden mit Nicolas Sturm und der Band „Yasmine Tourist“ gespickt von technischen Pannen und einigen schrägen Tönen.

Ganz alleine macht Sturm den Auftakt. Es fehlt sein Multiinstrumentalist Jeremy Dhôme – alias „Klingen Ensemble“ – mit dem er noch im Februar im Kulturraum Kohi das Publikum begeisterte. In der Scenario Halle bestreitet er mit seiner Gitarre (mal akustisch, mal elektrisch), einer Loop-Maschine und seiner markanten Stimme das Konzert. Das könnte bestens funktionieren, sind seine mit dem Udo-Lindenberg-Preis prämierten Texte doch einfallsreich und fantasievoll. Auch die Melodien sind ausgefeilt, weder trivial noch sperrig. Doch Sturm wirkt von Beginn an wenig motiviert.

Vielmehr spult er sein Programm ab. Kontakt zum Publikum sucht er kaum, zwischen den Liedern wurstelt er sich durch seine Songliste, wechselt die Gitarren, ein Schluck Bier, dann geht es weiter – schade und wenig nachvollziehbar, ist das Konzert doch ein Heimspiel und der Auftakt seiner „Manhattan“-Tour. Einen Tag zuvor erschien die gleichnamige EP. Fünf starke Songs sind darauf, alle Titel bestehen, ganz im Sturm-Stil, aus nur einem Substantiv, heißen „Sohn“, „Handschellen“ oder „Festung“. An diesem Abend spielt er aber nur zwei davon. Immerhin: Die Zugabe „Schiffbruch“ ist ein ruhiges Lied, das bewegt und sich als Akustik-Variante gut eignet.

 

 

Yasmine Tourist aus Stuttgart spielen zum ersten Mal live in der Fächerstadt. „Wir wollten schon im Frühjahr ein Konzert hier geben“, erzählt Sänger Dominik Gerwald dem Publikum. „Leider wollte uns da wohl kaum einer sehen.“ Der Auftritt wurde gecancelt, nun der nächste Versuch.

Sechs Männer stehen auf der Bühne, Schlagzeug, Bass, Klavier, Gitarre, alles vorhanden. Mit der Abstimmung der Instrumente klappt es aber nur verhalten. Vor allem im ersten Teil des Konzertes quietscht es ständig, Sänger Gerwald ist kaum zu hören. Der Auftritt zieht sich in die Länge. Gerwald bemüht sich redlich, erzählt immer wieder Anekdoten. Die Songs sind beschwingt, lassen Südstaatenflair aufkommen. Nett: die Instrumentalpassagen und das Glockenspiel. Aber letztlich berühren die Songs nur wenig. Die Leichtigkeit, die auf dem Album zu hören ist, schwappt nicht über. Auch hier bleibt der Eindruck: Da ist live noch viel Luft nach oben.

Der Artikel ist heute in den BNN nachzulesen:
Sturm

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30. Oktober 2013

Melodien: Laing

Für die BNN war ich am Wochenende beim Konzert von Laing, der Artikel ist heute in der Zeitung nachzulesen.

Männer sollten es sich besser nicht mit den Damen von Laing verscherzen, das macht Sängerin Nicola Rost gleich zu Beginn des Konzertes im Substage klar. Ihre Konsequenz aus einem gebrochenen Herzen: „Ich mache dich kalt.“ Diese Drohung haucht sie beim Opener „Ding Dong“ mit gefährlich unterkühlter Stimme ins Mikrofon. Das minimalistische Bühnenbild unterstützt die düstere Stimmung: Völlige Dunkelheit herrscht. Die drei großen Stehlampen sind alle aus – noch.

Schlagartig änderte sich die Stimmung, als danach die ersten Takte zu „Paradies naiv“ erklingen, der Groll bei den Sängerinnen ist wie weggeblasen. „Vielleicht geht er fremd. Ich will es nicht wissen”, ist statt Rachegelüsten nun zu hören. So zeigt sich schnell: Die äußerst adretten Damen von Laing sind keineswegs gefährlich, wollen nur spielen – und das auf eine sehr unterhaltsame Weise.

Wortspielereien, Stimmakrobatik und Lautmalereien: Es ist ein ausgefeiltes Programm, das die Frauenformation an diesem Abend in Karlsruhe zeigt. Laing, das sind die Sängerinnen Nicola Rost, Johanna Marshall und Atina Tabé sowie Choreografin Marisa Areny. Untermalt sind ihre meist durchdachten und oft auch humorvollen Texte von minimalistischen Beats. Funk- und Soul-Elemente tauchen darüber hinaus immer mal wieder auf. Interessant: ihre ganz eigene Coverversion von „Alles nur geklaut“ von den Prinzen.

Selbst wenn der Besucherandrang an diesem Abend im Substage ein wenig verhalten ist, schafft es die Damen-Band aus Berlin innerhalb kürzester Zeit, den Funken überspringen zu lassen. Das liegt nicht nur an den akustischen Reizen, sondern auch an der visuellen Gestaltung. Die Choreografie ist der Musik bis ins Detail angepasst. Bei „Maschinell“ zeigt die durchtrainierte Tänzerin Marisa Arney, wie sie sich auf den Punkt genau zu Melodie und Text bewegen kann, roboterhaft, abgehackt. Ergänzt wird die Einheit von Text, Melodie und Tanz durch das Bühnenoutfit der Künstlerinnen; minimalistisch, schwarz und weiß dominieren.

Außer Männerproblemen sind es vor allem Alltagserlebnisse, die die Songs von Laing prägen: Sei es der Wunsch nach Zigaretten, („Sehnsucht“) oder eine Autofahrt („Durch die Nacht“). Immer wieder tauchen in den Liedern Lautmalereien auf, werden kombiniert mit der Choreografie, machen das Konzert von Laing besonders. Das Zuschlagen einer Tür wird imitiert, die Ansage eines Navigationssystems ist zu hören. Und ein Insekt wird akribisch gesucht.

Bundesweit bekannt wurde die Band durch einen Auftritt beim Bundesvision Songcontest im Jahr 2012. Mit „Morgens immer müde“ landete Laing damals auf Platz zwei – ein Überraschungserfolg. Basis des Songs ist der Klassiker von Trude Herr aus den 1960er-Jahren. Die Berliner Damen machten ihn sich mit modifiziertem Text, Synthesizern und eingängigen Beats zu Eigen. Ein Ohrwurm entstand. Das Publikum im Substage wartet sehnsüchtig darauf. Als ihn die Musikerinnen ganz am Ende samt Intro anstimmen, ist die Stimmung am Siedepunkt. Zugaben werden gefordert. Zu Recht. Ein Konzert von Laing ist ein musikalisches und optisches Vergnügen.

Laing

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8. Oktober 2013

Melodien: “Fatones”

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Eine außer Rand und Band geratene WG-Party in Karlsruhe steht ganz am Anfang der Fatones. „Wir waren alle dort zum Feiern und griffen gegen 1 Uhr betrunken zu den Instrumenten“, erinnert sich Bassist Adrian. Das Ergebnis: leicht experimentell. Verzerrte Bass-Klänge, dazu Keyboardtöne und ein Schlagzeug. „Es war durchgeknallt, aber die Leute tanzten stundenlang dazu“, erzählt Gitarrist Markus. „Lasst uns eine ernsthafte Band gründen“, das beschlossen die vier Jungs danach. Die Fatones waren geboren.

Zwei Jahre sind seither vergangen, ihre erste EP „Until The Morning Light“ kam 2012 heraus, derzeit laufen die Arbeiten für die zweite Platte. „Sie soll noch vor Weihnachten erscheinen“, sagt Adrian. Sowohl neue als auch alte Songs präsentiert die Band am Donnerstag, 10. Oktober, im Kulturfenster in Heidelberg um 19.30 Uhr und am Freitag, 11. Oktober, im Vanguarde in Karlsruhe. Dort ist der Auftritt gegen 2 Uhr geplant. https://www.facebook.com/events/636000329784792/?fref=ts

Mando Diao, Kings Of Leon, Men in Black: „Wir lassen uns von verschiedenen Bands inspirieren, machen aber unser eigenes Ding“, sagt Markus. Als Indie-Rock mit poppigen und bluesigen Elementen beschreiben die Jungs ihren Stil. Die Texte schreibt Sänger Paddy alleine, an den Melodien feilen sie dann gemeinsam. „Jeder bringt sich ein“, sagt Adrian. Außer ihm wohnen alle anderen Bandmitglieder inzwischen zusammen in einer WG in der Nähe des Europaplatzes. „Die Wege, um sich über neue Ideen auszutauschen, sind dadurch kurz“, sagt Gitarrist Markus, der an der Hochschule für Musik studiert. Adrian und er kennen sich bereits aus der Schulzeit in Donaueschingen, Sänger Paddy und Drummer Jo kommen beide aus Backnang.

Wie sie in Karlsruhe dann zusammenfanden? „Paddy und ich studieren beide Architektur – dadurch lernten wir uns kennen“, erklärt Adrian. Während sie in ihren Heimatorten schon zahlreiche Konzerte spielten, waren Auftritte in der Fächerstadt bislang eher selten. Gitarrist Markus überlegt kurz und zählt dann auf: „Bei einem Science Slam im Jubez waren wir dabei.“ Außerdem bei einer Triple-Night im Jubez oder bei einem Open-Stage-Abend im Radio Oriente. „Der größte Auftritt war nun vor wenigen Monaten beim Parkplatzfest“, sagt Adrian. „Dort waren wir Headliner.“ Bis zu 2000 Zuschauer standen vor der Bühne, schauten und hörten den Fatones zu.

Drei sehr stressige Wochen haben die vier Studenten gerade hinter sich. „Wir haben angefangen, unsere Songs für die neue Platte aufzunehmen“, erzählen Adrian und Markus. Das Instrumental-Grundgerüst steht, nur Gesang und Gitarrensoli fehlen noch. Die Aufnahmen waren nicht immer ein Vergnügen: „Drei Wochen zusammen in einem Raum zu verbringen, das kann ganz schön anstrengend sein“, sagen die Jungs. Der Umgang miteinander sei oft sehr rau – Diskussionen normal. „Spätestens wenn wir dann aber die Instrumente in die Hand nehmen und anfangen Musik zu machen, ist wieder alles gut.“

Weitere Infos: https://www.facebook.com/fatonesband?fref=ts

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6. Oktober 2013

Melodien: “Kakkmaddafakka”

Oohh, Karten für das Kakkmaddafakka-Konzert in Karlsruhe. Ich freute mich sehr, als zwei meiner liebsten Schulzeit-Freundinnen mir die Tickets zum Geburtstag überreichten. In Köln und Mainz wohnen sie inzwischen, Dinge zu dritt unternehmen, das ist nicht mehr so selbstverständlich – leider.

Umso größer war die Freude auf diesen Abend. Eigentlich hätten Miriam und ich Kakkmaddafakka schon beim Dockville gesehen, dort wurde das Konzert aber kurzfristig abgesagt. Keyboarder Jonas litt an Herzproblemen. Nun hatten wir aber Glück, kurz vor 22 Uhr stand die norwegische Band zu acht auf der Bühne.

Beschwingte Musik, nackte Oberkörper und kreative Tanzeinlagen: Die rund 90 Minuten waren eine große Party. Allein die beiden Herren mit weißen Hemden und schwarzen Fliegen im hinteren Teil der Bühne waren das Eintrittsgeld wert. Ihre Funktion: eine Mischung aus Backgroundtänzern- und sängern. Ihre Moves: völlig drüber, aber herrlich anzuschauen.

„Six Months Is a Long Time“, so lautet der Titel des neuesten Albums. “It’s brilliant”, verkündete Sänger Axel gleich mehrmals. An ironischem Selbstbewusstsein mangelt es den Norwegern nicht. Sie dürfen es sich erlauben. Die Songs sind wieder eine bunte Mischung aus Sixties-Pop, Ska und ein bisschen Reggae.

In „Gangsta No More“ nehmen sie Bezug auf ihren früheren Song „Gangsta“, einen meiner Lieblingssongs. Erwachsener sind sie geworden, verkünden sie nun. Ähm ja, im Substage ist davon an diesem Abend nicht allzuviel zu merken. Denn als sie etwa in der Mitte des Konzerts dann den Klassiker „Gangsta“ anstimmen, tobt nicht nur das Publikum. Auch auf der Bühne herrscht Anarchie, die Jungs hüpfen von links nach rechts, von vorne nach hinten, eine Struktur ist nur noch schwerlich zu erkennen. T-Shirts werden ausgezogen, wirbeln durch die Luft. Die einzige Konstante des Abends: der Standort des Schlagzeugs. Die Musik leidet unter dieser Dynamik keineswegs, die Qualität ist top.

Wir drei kannten nicht jedes Lied, das Kakkmaddafakka an diesem Abend anstimmten, im Gegenteil: Melle kannte keins. Das machte gar nichts, die Show der Norweger ist so kunterbunt und abwechslungsreich, dass es einfach nur eine Freude ist, dabei zu sein, zuzuschauen und zuzuhören.

Zugabe um Zugabe forderte das Publikum. Zum Abschluss ertönte dann Tina Turners „Simply The Best“, Kakkmaddafakka verneigten sich vor völlig verschwitzten und überglücklichen Fans. Es war ein Fest, danke Miriam und Melle für diesen wunderbaren Abend.

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Hallo, ich bin Miriam

Stets bin ich auf der Reise: durch Karlsruhe, die Kultur und die Welt. Dabei begegnen mir immer wieder interessante Menschen, Bücher, Filme und anderer Krimskrams. Damit all diese Erfahrungen und Eindrücke nicht einsam in meinem Kopf schwirren, gibt es diesen Blog. Aus Grau wird Kunterbunt.

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