8. Dezember 2020

Fernweh: “Limoncello in Limone am Gardasee”

Limone

Ein Ausflug nach Limone

Das Gefühl, dass irgendetwas nicht stimmt, kam mir nachts um 4 Uhr. Es war ein kalter Februartag, dick eingepackt lag ich in meinem Bett, nur das matte Laternenlicht von der Straße fiel in mein dunkles Zimmer. Wo ist dieser Bahnhof in Limone? In meinem Kopf ratterte es. Ich tastete nach meinem Handy auf dem Nachttisch, deaktivierte den Schlafmodus, setzte meine Brille auf und schrieb meiner Freundin eine Nachricht: „Wir müssen unsere Zugverbindung nochmals checken, ich habe ein ganz komisches Gefühl – wirklich, ein ganz komisches.“

Pool, Pizza und Pasta

Die Schnapsidee, eine Woche lang als Profi-Touris am Gardasee zu chillen, war uns zu später Stunde beim Abendessen in einem italienischen Restaurant gekommen. „Lass uns irgendwo hinfahren, wo es gemütlich ist“, hatte ich zu meiner Freundin gesagt. “Cose della vita”. Eros Ramazzotti trällerte im Hintergrund seine Schnulzen, ließ unser Kopfkino anspringen. Gemeinsam überlegten wir: Wie wäre ein entspannter Urlaub in Norditalien. Ohne Partys. Einfach nur Pool, Pizza und Pasta?

Limone
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5. Dezember 2020

Fernweh: “Beautiful Brügge”

Brügge

Reisen: Prunk, Pralinen und Pommes in Brügge

Eine Reise ins märchenhafte Mittelalter: Brügge steht schon lange weit oben auf meiner Liste. Eine Freundin hatte mir von der belgischen Stadt erzählt – von der tollen Architektur, den Waffeln, Pommes und Pralinen. Ich hatte mich daraufhin durchs Netz geklickt, Bilder angeschaut und dachte mir: “Oh, das sieht hübsch aus. Da will ich auch hin.”

Brügge

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5. Dezember 2020

Flimmerkasten: “Fleabag”

Bitterböse: “Fleabag”

Eine ungewöhnliche Geschichte, pechschwarzer Humor und liebevolle Details: Von „Fleabag“ hörte ich soviel Gutes, dass ich dafür vor geraumer Zeit meinen Amazon-Boykott kurz unterbrach und ein kostenloses 30-tägiges Probe-Abo abschloss.

Innerhalb kürzester Zeit habe ich die britische Serie von Phoebe Waller-Bridge nun gesehen und finde: Es ist ein herrliches Vergnügen. „Fleabag“ tut an manchen Stellen weh, ist voll mit kleinen Bösartigkeiten, aber mit einer unglaublich starken Protagonistin und herrlichen Dialogen. Die vielen Preise (unter anderem mehrere Emmys- und Golden Globes-Auszeichnungen) hat die Serie verdient bekommen.

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3. Dezember 2020

Heimat: “Ein Morgen mit Verena und Lea vom Lametta-Team”

Credit (alle Fotos): Lametta

Lametta: ein Kunsthandwerkermarkt für Karlsruhe!

Glitzer, Bling-Bling und ganz schön viel Handgemachtes: Der Kunsthandwerkermarkt Lametta verwandelt am kommenden Freitag und Samstag das Tollhaus wieder in ein kleines Adventskaufhaus. Wohnaccessoires, Schmuck und Kleidung. Etwa 50 verschiedene Designer bauen in diesen Tagen ihre Stände auf und werden dort ihre kleinen und großen Kunstwerke verkaufen.

Es ist bereits die neunte Lametta-Auflage. Ich erinnere mich noch genau an die Premiere im Jahr 2010 in der Fleischmarkthalle. Groß war damals meine Neugier: ein Kunsthandwerkermarkt für Karlsruhe. Wie wird er aussehen? Was wird es geben? Ich war gespannt.

Hübsch war es dort, die goldene Deko funkelte, das Angebot war bunt, der Andrang enorm. „Dass bereits im ersten Jahr so viele Menschen kommen, hat uns selbst ein wenig überrascht“, erzählt mir Verena, die zum fünfköpfigen Lametta-Organisationsteam gehört. Mit ihr und der Praktikantin Lea treffe ich mich an diesem kalten Herbstmorgen in einem Café in der Weststadt. Gemeinsam erzählen sie mir, wie es überhaupt zur Lametta kam, warum es nun Eintritt kostet und was 2018 auf dem Programm steht. Weiterlesen »

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1. Dezember 2020

Heimat: “Ein Abend mit Mathias Becker und Gildas Coustier von ,Manufaktor'”

frerk nase probe

Modernes Puppen-Figuren-Theater: Manufaktor

Eine große hellgrüne Hand liegt zwischen Styroporschnipseln auf dem Boden. Knallrote Lippen daneben und ständig ertönt der Ausdruck “Brät! Brät!”. Auf der “Insel”-Bühne des Jungen Staatstheaters ist das Chaos ausgebrochen. Wenig verwunderlich: Denn dort laufen die Proben für “Frerk, du Zwerg” auf Hochtouren.

Basis des Stücks ist das mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis ausgezeichnete Buch von Finn-Ole Heinrich – ein Plädoyer für Anarchie, Mut und Selbstbewusstsein. Das Besondere: Mit Mathias Becker und Gildas Coustier inszenieren zwei Absolventen der Ernst-Busch-Hochschule zum ersten Mal an der “Insel” ein modernes Puppen-Figuren-Theater. Bekannt sind die beiden Künstler auch als “Manufaktor”. Premiere von “Frerk, du Zwerg” ist am Samstag, 5. Dezember.

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30. November 2020

Schmöker: “4321” von Paul Auster

"4321" von Paul Auster

Besser geht es nicht: “4321” von Paul Auster!

Als ich nach 1259 Seiten von Archibald Ferguson Abschied nehme, bin ich zutiefst traurig. Knapp drei Monate hat mich „4321“ am Feierabend und am Wochenende begleitet, vorrangig zuhause, da ich den schweren Schmöker im Rucksack nicht durch die Welt schleppen wollte. Es war wie eine Sucht. Wann immer ich Zeit hatte, wollte ich wissen, wie es Archie geht, was er erlebt, wie er mit all den vielen Herausforderungen des Lebens klarkommt.

Das Besondere an diesem Buch: Autor Paul Auster lässt seinen jungen Protagonisten gleich viermal durchs Leben stolpern – mit unterschiedlichen Rahmenbedingungen. Nach dem Prinzip: Was wäre passiert, wenn…? Paul Auster ist damit ein außergewöhnliches Buch geglückt. Nicht nur diese Konzeption ist hochspannend, sondern auch der Inhalt ist so berührend und bereichernd, dass ich am Ende dankbar war, dass ich diese meisterhafte Literatur lesen durfte – und dadurch so viele neue Gedanken zum Leben bekommen habe. Besser geht es nicht.  

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27. November 2020

Schmöker: “Ein wenig Leben” von Hanya Yanagihara

“Ein wenig Leben”: eine emotionale Wucht!

Ich hoffte, litt und bangte – und am Ende war ich emotional komplett am Ende. „Ein wenig Leben“ hat mich in einen gewaltigen Gefühlsstrudel gerissen. So sehr, dass ich Autorin Hanya Yanagihara auf einigen Seiten dafür verfluchte, wie sie mir nur solch eine traurige Geschichte zumuten kann.

Aber auf den meisten der knapp 1.000 Seiten war ich ihr zutiefst dankbar, dass sie dieses wunderbare Buch geschrieben hat – einen literarischen Orkan, der zwar erstmal alles platt macht, in die schlimmsten menschlichen Abgründe führt, mir schrecklich oft die Tränen in die Augen trieb, aber gleichzeitig soviel Weisheit und Klugheit offenbart. Die Wortwahl, die Anordnung der Sätze, die Handlungsstruktur: „Ein wenig Leben“ ist ein Roman, der mich unglaublich bereicherte und mich sehr zum Nachdenken brachte. Er ist für mich ein Meisterwerk. Weiterlesen »

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21. November 2020

Fernweh: Illustres Island, Teil 2 – von Elfen und Fjorden, der Osten

Island Osten

Werd ich zum Augenblicke sagen:
Verweile doch! Du bist so schön!

Von Gletscherlagunen und Walen – der Osten Islands

Lavafelder, Gletscher, Fjorde. Die Autofahrt auf der Ringstraße vom Süden in den Osten Islands ist ein Spektakel. Stopp. Stopp. Stopp. Wir müssen sofort anhalten! Sofort. Immer wieder fällt an diesem fünften Tag dieser Satz. Es hat tatsächlich etwas Paradiesisches, als an diesem Sommerabend die Sonne langsam untergeht und die Berge und Seen in den wärmsten, herrlichsten Farben strahlen. Ein ganz besonderer Anblick.

Island Ringstraße

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17. November 2020

Schmöker: “Die Wahrheit über den Fall Harry Quebert” von Joel Dicker

"Die Wahrheit über den Fall Harry Quebert"

Spannend und gut: “Die Wahrheit über den Fall Harry Quebert”

Eine Mischung aus Gesellschaftsroman, spannendem Krimi und Liebesgeschichte: “Die Wahrheit über den Fall Harry Quebert” hat mich in den vergangenen Tagen komplett in den Bann gezogen. 

Von der Buchhandlung zuhause angekommen, fing ich direkt an zu lesen und konnte gleich am ersten Abend drei Stunden lang nicht mehr damit aufhören. In kürzester Zeit war ich gedanklich nach Aurora, einer Stadt in New Hampshire, gereist. Dort spielt sich die Geschichte von Joel Dicker zum größten Teil ab. Weiterlesen »

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15. November 2020

Fernweh: Illustres Island – Teil 1, der Süden

Island Rundreise durch Israel: Selfoss und The Golden Circle

Es gab bislang wenige Momente in meinem Leben, in denen ich das Gefühl hatte, dass nur noch beten hilft. Auf dem Weg nach Mjóifjörður, einem abgelegenen Fjord im Osten von Island, ist aber nur ein einziger Gedanke in meinem Kopf: Wenn es irgendwo da draußen eine übermächtige Kraft gibt, wäre es supernett, wenn sie uns ohne Katastrophen wieder zur Unterkunft bringt. Supernett, wirklich. Beamen wäre auch okay.

Schon die Beschreibung im Reiseführer hätte uns eigentlich stutzig machen sollen: „Die ungeteerte Straße verlangt einem normalen Pkw einiges ab. Aber wer sich durchkämpft, dem eröffnet sich ein Blick auf üppig grüne Berge mit faszinierenden Ruinen und auf Schwärme von Zuchtfischen im eisigen Fjordwasser.“ Wale sind dort auch zu entdecken, heißt es einige Sätze weiter.

Super, denke ich zunächst an diesem Morgen, unserem siebten Tag in Island.

Wale. Und grüne Berge.

Island

Das wird schon passen mit der ungeteerten Straße. Wir haben ja extra eine Auto-Zusatzversicherung gegen Steinschlag abgeschlossen.

Los gehts.

Dass wir uns mit dem kleinen Peugeot eine halbe Stunde später im dichtesten Nebel auf einer unbefestigten und einspurigen Serpentinenstraße einen Berg zunächst hinauf, dann hinunter kämpfen müssen, nein, damit rechnen wir nicht. Der Abgrund nun neben uns: nicht mal einen Meter entfernt. Etwa 25 Kilometer liegen vor uns – nur die gelb leuchtenden Pfosten am Rand geben uns Orientierung. Umdrehen: einfach nicht möglich. Ein Adrenalinschub jagt den nächsten.

Aber erstmal zurück zu Tag 1 – und alles in der richtigen Reihenfolge. Weiterlesen »

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Hallo, ich bin Miriam

Stets bin ich auf der Reise: durch Karlsruhe, die Kultur und die Welt. Dabei begegnen mir immer wieder interessante Menschen, Bücher, Filme und anderer Krimskrams. Damit all diese Erfahrungen und Eindrücke nicht einsam in meinem Kopf schwirren, gibt es diesen Blog. Aus Grau wird Kunterbunt.

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