3. November 2015

Fernweh: “7 Tage Portugal – Lissabon I”

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Lissabon Tag 1

Fünf Stockwerke. Kein Aufzug. Dafür ein vollgestopfter Koffer und eine Tasche, die gefühlt fünf Kilo wiegt. Den Marsch durch das edle Treppenhaus von Antonios Airbnb-Unterkunft überstehe ich nur fluchend. Da Antonio nicht persönlich kommen kann, legen wir im ersten Stock einen kurzen Zwischenstopp ein, um bei seiner Mutter die Schlüssel für die Loft zu holen. Dann geht es weiter. Eine knarzende Treppenstufe jagt die nächste.
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Als wir endlich ganz oben vor der großen Holztür unter dem Dach stehen, lasse ich vor Erleichterung alles fallen. Da! ABER: nicht drin. Denn leider lässt sich die Tür nicht öffnen. Fabi probiert die unterschiedlichsten Varianten aus, rütteln, ziehen, drücken. Nichts hilft. Die Tür bleibt zu. Da Antonios Mutter die 80 Jahre weit überschritten hat, scheint es uns aussichtslos, dass sie es die vier Stockwerke zu uns hoch schafft. Also rufen wir Antonio an. Doch alle Instruktionen über Handy bringen nichts – die Tür bleibt zu. Verdammt. Weiterlesen »

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31. Oktober 2015

Heimat: “Auf einen Wein mit Sebastian Bingel in der ,Venus'”

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Hereinspaziert!

“Sorry, sorry, sorry.” Sebastian Bingel sprintet die letzten Meter, bevor er vor mir steht. Er ist ein wenig außer Atem und muss dann lachen. “Jetzt habe ich dich auch noch warten lassen – verdammt.” Oft haben wir dieses Treffen verschoben, es war ein ständiges Koordinieren via Facebook. Einen Termin mit dem “Venus”-Geschäftsführer zu finden: eine Herausforderung. Nun haben wir es aber endlich geschafft. Sebastian zieht aus seiner Hosentasche einen Schlüsselbund und öffnet die Tür der “Venus”: “Hereinspaziert”.

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30. Oktober 2015

Kurioses: “Das Geräusch”

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Unruhe im Schlafzimmer

Plötzlich war es da. In einer lauen Sommernacht erwachte ich und hörte dieses diffuse Geräusch. Es hörte sich an wie ein Schrei. Eindringlich und laut. Es war ein wenig wie in diesen schlechten Filmen. Erst ist es stockdunkel, dann erfolgt ein Schrei. Dann ist jemand tot. Als in meinen Schlafzimmerfenster dazu noch das Knattern einer Vespa ertönte, wusste ich: Es ist 4 Uhr.

Immer um diese Uhrzeit kommt nämlich mein Zeitungsausträger. Er fährt jede Nacht (bis auf Sonntag) durch die Straßen und wirft Zeitungen vor die Haustüren. Er stoppt dazu ganz kurz und fährt dann mit einigem Wumms weiter. Ich stelle ihn mir mit Kippe im Mundwinkel vor, leicht strähnigen Haaren und so Mitte 50. Die eine Hand immer an der Bremse, in der anderen ein Zeitungsbündel. Kaum ist er weg, kommt gegen 5 Uhr der große, weiße Lastwagen mit den Lebensmitteln für den türkischen Supermarkt – er lädt ziemlich lange direkt unter meinem Fenster aus. Wenn ich schlaflose Nächte habe, kann ich zusehen, wie Tomaten und Zitronen ins Lager rollen. Wer nachts Langeweile hat, kann sich gerne in meine Straße stellen, dort wird immer etwas geboten. Weiterlesen »

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24. Oktober 2015

Fernweh: “7 Tage Portugal – Porto II”

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Porto Tag 3

Es ist eine fast unlösbare Aufgabe, in Porto an einem Sonntagmorgen ein schönes Café zum Frühstücken zu finden. Nachdem wir schon am vorherigen Tag zwar billig, aber in eher steriler Atmosphäre aßen, wollen wir nun etwas Hübsches. Zweite Bedingung: Es soll nicht so weit weg sein. Kaffee schnell nach dem Aufstehen ist indiskutabel. Also blättern wir gezielt unseren Reiseführer durch – und stellen erstaunt fest: Alle Cafés, die in 20-Minuten-Fußweg-Umgebung liegen, haben sonntags nicht geöffnet. Schade. So landen wir in der Santa Catarina wieder in einem Laden, der zwar unfassbar billig ist, aber in dem wir ewig warten müssen – und dann auch noch andere Dinge als bestellt bekommen. Aber Hauptsache: endlich Kaffee, Toast und Sandwiches. Weiterlesen »

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22. Oktober 2015

Flimmerkasten: “The Walk”

Ein spannender Drahtseilakt

Die letzte halbe Stunde konnte ich mir das Treiben auf der Leinwand vor Spannung kaum mehr anschauen. Der französische Akrobat Philippe Petit balanciert seelenruhig auf einem Seil, das in über 400 Metern Höhe zwischen die Twin Towers in New York gespannt ist. Der junge Mann ist ohne jede Absicherung. Aufgebrachte Polizisten stehen auf beiden Seiten und wollen ihn verhaften. Philippe bleibt nichts anderes übrig, als den Drahtseilakt in schwindelerregender Höhe fortzuführen. Eine riesige Menschenansammlung beobachtet das Spektakel vom Boden aus. Die Melodie von “Für Elise” erklingt dazu. Wird er es schaffen? Der beeindruckende 3D-Film “The Walk” basiert auf einer wahren Begebenheit aus dem Jahr 1974 und ist seit heute im Kino zu sehen. Das ist bestes Popcorn-Kino, das besonders durch die Dreidimensionalität und Architektur der Stadt New York unglaubliche Dynamik und Tiefe entwickelt. Ich hatte das Gefühl, ich stehe mit Philippe auf dem Seil. Ein Thriller ohne Bösewicht.  Weiterlesen »

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17. Oktober 2015

Fernweh: “7 Tage in Portugal – Porto I”

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Porto, Tag 1

Regen, Regen, Regen. Es ist ein wenig ungemütlich, als wir am Freitagabend in Porto ankommen. Zum Glück liegt unsere Airbnb-Unterkunft bei Ana nur wenige hundert Meter von der großen Metro-Station “Trindade” entfernt. Ihre Wohnung ist ein großes Einzimmer-Apartment mit Bad – kein Palast, aber zentral, sauber und im typischen Ikea-Stil eingerichtet. Weiterlesen »

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5. Oktober 2015

Heimat: “Ein Nachmittag bei Jette Weber”

Das ist  Jette

Schmuckstücke aus Stoff

Jette Weber hat es sich gemütlich gemacht. Mit einer dampfenden Tasse Kaffee sitzt sie an diesem tristen Herbstnachmittag an einem großen Holztisch in ihrem Esszimmer. Um sie herum liegen verschiedene Stoffe verteilt. Mit Linien, Rauten, Punkten, in grün, blau oder beige. Das Rattern der Nähmaschine durchdringt die Stille, fügt die Stoffteile zusammen – zu einem bunten Patchwork-Schal. Ihre kleinen Stoff-Schmuckstücke präsentiert Jette auf ihrer Webseite und verkauft sie dort sowie bei Dawanda.  Weiterlesen »

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3. Oktober 2015

Heimat: “Ein Abend mit dem UND#8-Team”

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Das UND#8-Team von links: Jonathan Zacharias, Kaleki Witte, Therese Keßler, Maren Pfeiffer, Betty Dragan und Constanze Zacharias

Kulturfestival in der Dragonerkaserne

Wo einst eine Tankstelle für Druckerpatronen ihr einsames Dasein fristete, ist nun wieder Leben eingekehrt: Das Orga-Team der „UND#8” hat sich in der Fritz-Erler-Straße 7 ein Planungszentrum eingerichtet. Ein langer Zeitplan erstreckt sich in Papierform über die Wand, die gestalteten UND#8-Poster hängen daneben und auf Knopfdruck zeigt sich in einem Teil des Raums weißer Rauch, der sich zu einer Wolke formiert. Hinter der UND#8 steckt eine Plattform für freie Kunst, Karlsruher Kulturinitiativen und internationale Gäste, die sich bei einem Festival von 15.-18 Oktober in der Dragonerkaserne (Kaiserallee 12, Haltestelle Yorckstraße) präsentiert.

 

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26. September 2015

Schmöker: “Girl on the Train” von Paula Hawkins

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Dynamisch, kurzweilig, spannend

Ein Krimi, der bereits vor seiner Veröffentlichung als Bestseller vermarktet wird: Als ich im Juni den “Spiegel”-Artikel über “Girl on the Train” las, wurde ich neugierig. Kann ein Buch, das unter solchen kommerziellen Bedingungen entsteht, und der großen Masse gefallen soll, gut sein? Ich habe es nun gelesen und bin positiv überrascht. Dynamisch, kurzweilig und ein überaus gut gestrickter Plot – das Buch von Paula Hawkins ist gelungen. Einzige Einschränkung: die Konzeption der weiblichen Charaktere. Weiterlesen »

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19. September 2015

Kurioses: “Und dann war plötzlich das Auto weg”

Anhang 1-8Frieren im Winter, schwitzen im Sommer

Die Klimaanlage meines Autos ist kaputt. Das ist an heißen Tagen ein weitaus größeres Problem als an kalten. Denn während ich mich im Winter mit dicken Fäustlingen, Schal und Mütze in meinen kleinen Fiat setzen kann, sind meine Entkleidungsmöglichkeiten im Sommer begrenzt. Eine automatisierte Erfrischungsmaschine schwebte mir in den vergangenen Monaten deshalb des Öfteren vor. So eine, die ab und an kühlende Wassertropfen von sich gibt – aber selbstverständlich nur ganz hauchdünn und wohl verteilt. Wie so ein Mini-Sprenkler, der über den Sitzen befestigt ist; Bad-Hair-Days exklusive. Da diese Wundermaschine unglücklicherweise noch nicht den Weg in mein Auto fand, musste ich mir an diesem einen, ganz besonderen Tag anders helfen. Weiterlesen »

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Hallo, ich bin Miriam

Stets bin ich auf der Reise: durch Karlsruhe, die Kultur und die Welt. Dabei begegnen mir immer wieder interessante Menschen, Bücher, Filme und anderer Krimskrams. Damit all diese Erfahrungen und Eindrücke nicht einsam in meinem Kopf schwirren, gibt es diesen Blog. Aus Grau wird Kunterbunt.

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