10. August 2014

Flimmerkasten: “Searching for Sugar Man”

Es ist ein wenig wie ein Pop-Märchen, ein schöneres Ende könnte es kaum geben: Der Dokumentarfilm „Searching for Sugar Man“ handelt von der Suche nach dem amerikanischen Sänger Rodriguez, der in den 1970er-Jahren in seiner Heimat erfolglos blieb, in Südafrika aber großen Erfolg hatte. Niemand wusste in dem zerrütteten Land mehr über ihn, Gerüchte über seinen Selbstmord auf der Bühne kursierten. Die beiden Südafrikaner Stephen „Sugar“ Segerman und Craig Bartholomew Strydom wollen nun wissen, was hinter dem Mythos „Rodriguez“ steckt. Sie beginnen zu recherchieren – mit überwältigenden Ergebnissen. „Searching for Sugarman“ bekam 2013 den Oscar als besten Dokumentarfilm.

Das Geheimnis um den Sänger aus Detroit

Während in den USA keiner Notiz von Rodriguez nahm, traf er in Südafrika in den 1970er-Jahren mit seiner Musik genau den Nerv der Zeit. In dem Land ging es sehr konservativ zu, die Apartheid war auf ihrem Höhepunkt. Es gab kein Fernsehen, alles wurde zensiert und war verboten. Rodriguez‘ Songs wie „I wonder“ kamen an – besonders bei den jungen Menschen. Das Album „Cold fact“ wurde in Südafrika zu einer der bekanntesten Platten – und lag neben denen von den Beatles und Simon & Garfunkel in nahezu jedem liberalen Mittelschichtshaus. Die Botschaft der Platte: „Seid gegen das Etablishment“. Rodriguez wurde zu einem Rebell, einer Ikone. Seine Platten verkauften sich bestens, aber niemand wusste, wer er eigentlich ist.

Ein stiller Star mit großem Talent

Die Geschichte um den Künstler Rodriguez ist unglaublich interessant und berührend. Es wird unter anderem gezeigt, auf welche Art Schallplatten in Südafrika zensiert wurden und wie berechnend und kalt die Musikbranche in den USA ist. Die Erkenntnisse, die die Autoren um den Menschen Sixto Rodriguez herausfinden, sind darüber hinaus unglaublich facettenreich. Ein stiller Star, mit großem Talent. Über Jahrzehnte würdigten nur die Menschen in Südafrika seine wunderbare Musik. Dank „Searching for Sugar Man“ ist er nun weltweit bekannt. Es ist ein Dokumentarfilm, den man sich unbedingt anschauen sollte. Ich saß am Ende völlig gerührt und glücklich auf meinem Sofa.

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1. August 2014

Flimmerkasten: “Wir sind die Neuen”

Ein neuer Film von Ralf Westhoff. Juchei. Nachdem ich vor wenige Wochen mein Herz an „Der letzte schöne Herbsttag“ verlor, war meine Freude groß, als ich den Trailer von „Wir sind die Neuen“ sah. Nun schaffte ich es vor wenigen Tagen endlich ins Kino – und hatte einen leicht schrägen Abend.

Der Saal war voll mit Senioren. Meine Begleitung und ich waren wohl die beiden einzigen Menschen unter 35 Jahren. Während wir vermehrt den Kopf über die Dialoge und die Handlung schüttelten, hatten die Älteren einen großen Spaß. Warum? Es ist vor allem das Thema des Films, was für sie ansprechender ist.

Anne, Johannes und Eddi sind frisch pensioniert und suchen sich gemeinsam eine WG, in der sie zusammen alt werden möchten. Anne kann sich von der Rente als Biologin sonst auch keine Wohnung in der teuren bayerischen Hauptstadt leisten. Lebhafte Diskussionen, Rotwein und Feten: Die Drei möchten an ihr früheres Studentenleben anknüpfen. Leider sind die Nachbarn davon gar nicht begeistert. Zwei Jura- und eine Kunstgeschichte-Studentin wohnen in der WG über ihnen. Sie sind im Lernstress, arrogant und distanziert. Lärm: nicht erwünscht.

Ralf Westhoff packt in diesen Film die unterschiedlichsten Themen: den demografische Wandel, die teuren Mieten in München, den Lernstress vieler Studenten und auch den Austausch zwischen den Generationen. Das ist alles ganz nett, aber vor allem die Studenten-WG ist völlig überzeichnet.

Vielleicht muss man aber tatsächlich auch ein paar Jahre älter sein, um von dem Film nachhaltig begeistert zu sein. „Die Zeit“ schreibt von einem „kleinen filmischen Juwel“. Das versteh ich nicht. Weder an der dargestellten Welt der Studenten konnte ich etwas Realitätsnahes entdecken, noch an den Alt-68er. Ich fand die Komödie ok, mehr aber nicht. Einen Kinobesuch würde ich nicht empfehlen. Irgendwann kommt der Film bestimmt auch im Fernsehen.

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22. Juli 2014

Heimat: “Werders Wohnzimmer mit ,die Anstoß e.V.'”

20140722-194725.jpgKunst inmitten von fünf Privatwohnungen, Kneipen und sogar einer Kirche – der  Ausstellungsrundgang „Werders Wohnzimmer“ findet am Samstag, 2. August, von 16 bis 21 Uhr zum vierten Mal statt. Seit 2011 gibt es die Veranstaltung in der Karlsruher Südstadt. Zum ersten Mal hat ihn nun der Verein „die Anstoß e.V.“ organisiert – und das Konzept ein wenig verändert. Lisa und Norina sind zwei von insgesamt zehn „die Anstoß“-Vereinsmitgliedern. Mit ihnen traf ich mich im „Gold“ auf einen Kaffee.

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Das sind Lisa (links) und Norina.

Ein neues Konzept

„Wir wollen mit ,Werders Wohnzimmer’ einen Überblick über die zeitgenössische Kunstszene in Karlsruhe schaffen“, sagen die beiden Studenten von der Hochschule für Gestaltung (HfG). Was neu ist? Mitten auf dem Werderplatz wird es einen Pavillon als zentrale Anlaufstelle geben, Flyer werden dort verteilt. Weitere Ausstellungsräume sind außerdem dazugekommen: unter anderem Planet Vélo, die Johanniskirche und Kopf & Kragen. Das Rahmenprogramm ist entsprechend breitgefächert: Es gibt Lesungen, Medienkunst und performative Installationen. „Mit ,Werders Wohnzimmer’ soll ein Anreiz geschaffen werden, Kunst nicht nur als elitäres Konsumgut wahrzunehmen“, erläutern Norina und Lisa. Es gehe darum, die durch Institutionen und Galerien entstehende Schwelle zwischen Betrachter und Werk zu verringern.

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Das Interesse von den Künstlern, beim Ausstellungsrundgang mitzumachen, war groß: „Wir konnten aus 70 Bewerbungen aussuchen“, erzählt Norina. „Unter anderem Jovana Reisinger wird um 20.45 Uhr eine Lesung veranstalten.“ Und auch die Künstler Erik Sturm und Ingrid Raab sind dabei.

„Glücklicherweise fanden wir mit dem Kulturbüro und der LBBW-Bank zwei Sponsoren.“ Sie ermöglichen es, dass die Künstler eine Aufwandsentschädigung bekommen und Installationen davon bezahlt werden können. „Wir wollen fair sein“, erläutert Norina. Die Ausbeutung der Künstler sei ihnen zuwider.

Unabhängig von der Kamuna

Die Veranstaltung zu organisieren, war gar nicht so einfach, betont Norina. „Am gleichen Tag ist auch die Kamuna – wir wollten eigentlich kooperieren.“ Dieser Vorschlag wurde aber nicht angenommen. „Deshalb läuft unsere Veranstaltung nun unabhängig davon“, erzählen Lisa und Norina.

Das Karlsruher Stadtleben bereichern

Seit Oktober 2013 gibt es „die Anstoß e.V.“ – ein Zusammenschluss von Studenten des KIT, der Kunstakademie, der Hochschule für Musik und der HfG. „Anregt wurde unsere interdisziplinäre Planungsgruppe von Benedikt Stoll“, berichtet Lisa. Er ist Architekturstudent am KIT und wollte Studenten der einzelnen Hochschulen vernetzen. „Es ist uns allen wichtig, das Stadtleben zu bereichern“, sagen Norina und Lisa. „Viele beklagen sich, dass hier nichts passiert und wollen nach dem Studium schnell wieder weg.“ Daran soll sich etwas verändern.

Erfolgreicher Start

„Wir arbeiten alle ehrenamtlich“, sagt Lisa. Die erste “die Anstoß”-Veranstaltung vor wenigen Wochen in der Günther-Klotz-Anlage war ein voller Erfolg. „Anlässlich des internationalen Restaurantdays haben wir Burger dort gemacht – rund 200 Leute kamen.“ Darunter auch Senioren, Jogger und Spaziergänger. „Das hat uns bestärkt.“ Für den Stadtgeburtstag im nächsten Jahr arbeiten sie außerdem an einem Kulturprogramm, das in einem Pavillon auf dem Karstadt-Hochhaus drei Monate lang stattfinden soll. „Wir sind gerne in Karlsruhe und wollen den kreativen Bereich stärken, damit die Stadt noch lebenswerter wird.“

Weitere Informationen unter
www.dieanstoss.de
www.facebook.com/events/837950869550302/

 

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20. Juli 2014

Flimmerkasten: “Borgen – Gefährliche Seilschaften”

Eine moderne Frau zwischen Karriere und Familie: Die dänische Serie „Borgen“ zeigt genau diesen Zwiespalt. Und lässt darüber hinaus einen Blick zu hinter die Kulissen des Politikbetriebs. Es wird deutlich, wie nützlich Netzwerke sein können, wie Intrigen entstehen und welche Rolle die Medien dabei spielen. Ich bin ein großer Fan dieser Serie und habe mir allein an diesem verregneten Sonntag fünf Folgen hintereinander angeschaut.

Brigitte Nyborg wird zu Beginn der ersten Staffel die neue Premierministerin in Dänemark. Glücklich verheiratet ist sie mit Philipp, der selbst erfolgreicher Dozent an der Uni ist. Zwei Kinder haben sie gemeinsam. Der neue Job von Brigitte wirft nun alles durcheinander, sie ist kaum zuhause, hat weniger Zeit für ihren Mann und ihre Kinder. Da Philipp beruflich zwar zurücksteckt, aber nicht alles aufgeben will, treten ständig neue Konflikte auf.

Auch bei der Arbeit als Premierministerin wird Brigitte schnell klar, dass sie pragmatisch sein muss – und ihre Ideale nicht länger so umsetzen kann, wie sie es sich wünscht. Kompromisse sind notwendig. Sie muss beispielsweise erfahren, wie beim Thema Frauenquote Vertreter aus der Wirtschaft intervenieren. Oder beim Thema Menschenrechte Geld und Verträge eine Rolle spielen.

Viele aktuelle Probleme aus dem derzeitigen Politikgeschehen werden in „Borgen“ sehr interessant und spannend aufgegriffen – und es wird immer wieder mit der engagierten Journalistin Katrine gezeigt, inwieweit die Medien Einfluss auf das Gesehen haben und als vierte Gewalt agieren.

„Borgen“ ist die umgangssprachliche Bezeichnung für das Parlament in Kopenhagen. Drei Staffeln gibt es insgesamt, ich bin nun bei der zweiten angekommen und freu mich über jede einzelne Folge.

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13. Juli 2014

Heimat: “Ein Kaffee mit Aaron Schmitt”

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Foto: Aaron Schmitt

Auf einer Couch im „Bento“ hat es sich Aaron Schmitt gemütlich gemacht, als ich ihn an diesem sonnigen Samstagabend treffe. Ein WM-Spiel läuft auf der großen Leinwand im Hintergrund, die Stimme des Kommentators schallt immer wieder kurz auf, emotional, toreslustig. Ansonsten ist nur das Rattern der Kaffeemaschine zu hören. „Ich bin gerne im Bento“, sagt Aaron. 2012 lebte er für ein Jahr lang in Karlsruhe, studierte an der Kunstakademie, gründete mit Stefan Unser die Lesebühne. Danach zog er nach Braunschweig. Nun ist der Wortakrobat für ein Wochenende in die Fächerstadt zurückgekehrt. Zwei Poetry Slam-Auftritte sind der Anlass dafür.

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Foto: Arno Helfer

Gewöhnliche Fragen mag der 26-Jährige nicht, das wird schnell klar. „Von was lässt du dich inspirieren?“ Die Antwort ist knapp: „vom Leben“. Ein skeptischer Blick in meine Richtung folgt. Weitere Ausführungen bleiben aus. Ok, es geht um das große Ganze, Eindimensionalität unerwünscht. Ein gewöhnliches Wohlfühl-Porträt soll es nicht werden, muss es auch nicht.

Die ersten Texte schrieb Aaron, als er neun oder zehn Jahre alt war, ganz genau weiß er es nicht mehr. „Ich bastelte mir in diesen Geschichten meine eigene Welt – mit Fabelwesen.“ Er hielt sie fest auf weißem Papier, auf einzelnen losen Blättern, die er ordnete.

Jahre später entstand sein erstes Gedicht, die Wörter malte er an seine Zimmerwand, sie war danach voll: mit Substantiven, Verben und Adjektiven. Ist Schreiben seine Leidenschaft? „Es ist ein innerer Drang, hat etwas Passives, Erleidendes“, sagt er. In einem Teeladen, wo sich Literaten trafen, trug er sein Gedicht vor. Da war er 18 oder 19 Jahre alt und lebte noch in der Nähe von Darmstadt.

Seither steht Aaron regelmäßig vor Publikum, reist durch ganz Deutschland, trägt seine Geschichten vor. Zehn Texte gehören zu seinem festen Repertoire, er hat sie alle im Kopf. Welchen er wählt, hängt von der Stimmung ab. „Ich entscheide das spontan, intuitiv.“

Viele gute Abende hat er in den vergangenen Jahren erlebt. An das Poetry Slam-Jahresfinale 2012 in Ravensburg erinnert er sich noch. „Das war eine Veranstaltung in einem alten Theater, es war ausverkauft und die Stimmung war toll.“ Leute kamen danach auf ihn zu. „Der Austausch und das Feedback ist mir wichtig.“ Ehrlich und authentisch soll es sein, das bereichert.

Nach Karlsruhe kehrt er immer wieder gerne zurück. „Mein Fahrrad ist noch hier“, sagt er. Ob er jemals wieder hier leben werde, das weiß er nicht. Aber bei der baden-württembergischen Poetry Slam-Meisterschaft am 18. September im Tollhaus ist er auf jeden Fall dabei.

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12. Juli 2014

Schmöker: “Traumsammler” von Khaled Hosseini

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Wunderbare Geschichten aus Afghanistan: Khaled Hosseinis Bücher habe ich bislang mit Begeisterung gelesen. Sowohl „Drachenläufer“ als auch „Tausend strahlende Sonnen“ wuchsen mir ans Herz, brachten mich zum Nachdenken – über das, was da in dem zerrütteten Land alles passiert.

Ich freute mich deshalb sehr, als ich vor Monaten entdeckte, dass es ein neues Werk von ihm gibt: „Traumsammler“. Groß waren meine Erwartungen, enttäuscht bin ich nun. „Traumsammler“ ist sprachlich nett erzählt, aber die Geschichte um die zwei Geschwister Abdullah und Pari überzeugt mich nicht.

Die kleine Pari wird von ihrem Vater an eine reiche Familie in Kabul verkauft. Abdullah bleibt zurück in einem kleinen afghanischen Dorf, zutiefst traurig. Das ist die Basis des Buchs. Danach geht es kreuz und quer. Eigentlich mag ich es sehr, wenn eine Handlung nicht chronologisch aufgebaut, sondern verschachtelt ist. Doch letztlich verliert sich Hosseini in den einzelnen Strängen. Immer wieder neue Personen werden eingeführt, jedes Kapitel wirkt dadurch wie eine neue Kurzgeschichte. Das kann spannend sein, ist es in diesem Fall aber nicht. Vielmehr strengt es an, sich ständig mit neuen Geschichten zu beschäftigen, deren Ende oft nur angerissen, aber nicht erzählt wird.

Auch von Pari und Abdullah erfährt man lange Zeit gar nichts mehr, ich blätterte von Seite zu Seite, wartete auf die Fortschreibung ihrer Geschichte. Von Abdullah ist gar mehrere Hundert Seiten überhaupt nicht mehr die Rede. Erst gegen Ende wird dann seine Geschichte wie im Zeitraffer erzählt, das wirkt aber lieblos und ist absolut nicht befriedigend. Ich hatte mir mehr von Khaled Hosseinis neuestem Werk erhofft. Schade.

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6. Juli 2014

Heimat: “Kunstfestival im Nordbecken”

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Performances, Lesungen, Filme, Konzerte – es sind nur noch wenige Tage, bis die Jungs vom Nordbecken zum zweiten Mal ein Kunstfestival in ihrem rund 900 Quadratmeter großen Atelier (Nordbeckenstraße 9) veranstalten. Vor einem Jahr besuchte ich sie zum ersten Mal, freute mich nun über eine erneute Einladung. Tobias Talbot, Ross Jago, Marius Walter und Nemanja Sarbaic erzählen mir an diesem Abend, wie es im vergangenen Jahr lief und was sie nun geplant haben. Außerdem mit dabei am Tisch: der Musiker Jonathan Zacharias, der das Programm am 18. Juli mitgestaltet.

Bilder vom vergangenen Jahr (Fotonachweis: Nordbecken)

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Ihr veranstaltet vom 11. bis 18. Juli bereits zum zweiten Mal ein Kunstfestival, die Premiere im vergangenen Jahr scheint also geglückt zu sein…

Nordbecken: … ja, es war überwältigend. Allein bei der großen Feier am Eröffnungstag waren mehr als 800 Leute da. Damit hätten wir nie gerechnet. Aber nicht nur bei der Party, auch an den einzelnen Festival-Tagen war die Resonanz groß, ein toller Austausch fand statt. Deshalb war klar, dass wir das wiederholen wollen. Wir haben uns in den vergangenen Monaten zusammengesetzt, ein Konzept überlegt und haben nun ein Programm, bei dem 40 Künstler aus Deutschland mit dabei sind.

Und so sieht es aus:

Der Eröffnungstag

Beginn ist mit einer Vernissage am kommenden Freitag, ab 19 Uhr. Rund 20 Werke aus den Bereichen der Malerei, Fotografie, Grafik und Skukptur stellt das Künstlerkollektiv in seinem riesigen Atelier selbst aus. Bei der anschließenden Party legen DJs wie .Gerd aus Heidelberg (hip hop, soul, funk, jazz) und le Bris Ber aus Karlsruhe (truly awesome electronics) auf. Außerdem ist die Band „The Visit“ (devotional electronic pop) mit dabei. Der Eintritt ist frei, die Getränkepreise sind günstig: Bier kostet 1,50 Euro, ein großes Glas Wein gibt es für zwei Euro.

Performances

Die Sängerin von Le Grand uff Zaque, Laura Oyewale, zeigt am Montag ab 19 Uhr ihre Performance-Kunst. Auch aus Berlin hat sich Besuch angekündigt: Frederic Krauke, und Mathieu Sylvestre kommen nach Karlsruhe. Ihr Schwerpunkt liegt auf Aktionismus angelehnt an den1960er-Jahren.

Lesungen

Er war einst Chef bei „ARD-Buffet“ und „Kaffee oder Tee“: Georg Felsbeck. Nun schaut er am Dienstag beim Nordbecken vorbei und liest aus seinen Büchern vor. Auch Florian Arleth vom Karlsruher Verlag „Brot und Kunst“ ist dabei. Mit weiteren Autoren präsentiert er die Reihe „Lyrik im Quadrat“.

Filme

Verschiedene Dokumentarfilme sind am Donnerstag zu sehen. Milos Tomic aus Belgrad konnten die Jungs vom Nordbecken gewinnen und zahlreiche andere Künstler aus Hamburg, Köln und Berlin zeigen ihre Werke. Auch Videoarbeiten aus Asien sind zu sehen.

Konzerte

Die Instrumentalgruppe von Le Grand uff Zaque tritt am Freitag bei Musik und Tonkunst auf. Schlagzeuger Jonathan Zacharias steht an diesem Tag auch mit dem Frenzl/Zacharias-Trio auf der Bühne. Der Trompeter Ingo Gabriel kommt aus Berlin angereist.

Das vollständige Programm ist abrufbar unter www.nordbecken.de

Bilder aus dem Nordbecken:

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29. Juni 2014

Flimmerkasten: “Der letzte schöne Herbsttag”

Es kommt selten vor, dass ich mir einen Film gleich zweimal innerhalb von wenigen Tagen anschaue. Bei „Der letzte schöne Herbsttag“ war es der Fall. Eigentlich reizte mich der Film gar nicht, den Titel fand ich viel zu melancholisch. Noch so eine Geschichte über das Scheitern einer Liebe, nein danke. Nur über Wirrungen fand die Leih-DVD überhaupt den Weg zu mir.

Zum Glück. Die 89 Minuten über das Paar Claire und Leo haben mich verzaubert. Ich bin so begeistert von der Komödie von Ralf Westhoff, dass ich mir die DVD nun sogar gekauft habe. Ein wirklich schöner Film aus Deutschland.

Was passiert? Claire (Julia Koschitz) und Leo (Felix Hellmann) sind um die 30 Jahre alt und lernen sich kennen, weil Claire Leo einen Reifen flickt. Er lädt sie danach zum Kochen ein und dann kommt eines zum anderen. Verliebt. Erst läuft alles gut, dann kommt der Alltag. Probleme treten auf, Claire wünscht sich mehr Aufmerksamkeit, Leo scheint überfordert. Miteinander reden ist jedoch nicht ihre Stärke, so reihen sich Missverständnisse aneinander, die Distanz wird immer größer.

Es sind zwei Dinge, die mir an der „Der letzte schöne Herbsttag“ so gut gefallen: Zum einen ist die Konzeption sehr abwechslungsreich. Claire und Leo erzählen dem Zuschauer immer wieder direkt, was in ihren Köpfen vorgeht. Diesen pseudo-dokumentarische Stil fand ich auch bei „Stromberg“ sehr amüsant. Zum anderen sind die Dialoge wunderbar, stundenlange könnte ich den Gesprächen und Monologen lauschen: witzig, durchdacht, intelligent.

„Der letzte schöne Herbsttag“ ist ein leichter Film, der aber keineswegs trivial ist. Und vor allem das Ende fand ich so schön, dass ich mir alles gleich nochmals anschauen musste. Ein Film fürs Herz: zum Lachen und Weinen.

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24. Juni 2014

Schmöker: “Mir fehlt ein Tag zwischen Sonntag und Montag” von Katrin Bauerfeind

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Schlechter Start

Nach dem ersten Kapitel hätte ich Katrin Bauerfeinds-Buch am liebsten aus dem Zugfenster geworfen. Auf der Fahrt nach Mannheim begann ich es am Samstag zu lesen. Bereits nach den ersten Sätzen fing ich an zu fluchen. Katrin Bauerfeind erzählt von ihrem gescheiterten Versuch Yoga mit der Wii zu machen – völlig konstruiert wirkt die Geschichte. Kein guter Start. Weiterlesen »

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20. Juni 2014

Heimat: “Kunstauktion am Bundesverfassungsgericht”

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Hoch in die Luft hält das kleine Mädchen das weiße Stück Papier. „Ehe und Familie stehen unter dem besonderen Schutze der staatlichen Ordnung“ steht in schwarzen Buchstaben darauf. Mitten auf einem Spielplatz befindet sie sich, die Füße im Sand, andere Kinder und zwei Männer umringen sie.

Seit knapp drei Jahren hängt dieses Plakat neben anderen großflächigen Kunstarbeiten an dem Bauzaun beim Bundesverfassungsgericht. Alle Werke haben die Auseinandersetzung mit dem Grundgesetz gemeinsam. Studenten der Hochschule für Gestaltung (HfG) Karlsruhe und das Staatliche Hochbauamt Baden-Baden stehen hinter dem Projekt. Nun werden die Arbeiten am Samstag, 28. Juni, ab 11 Uhr versteigert.

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„Es ist Karlsruhes erste Open-Air-Kunstauktion“, sagt Judith Milz, Studentin der HfG. Sie hat gemeinsam mit Grischa Erbe und Moritz Jähde die analogen Schwarzweiß-Porträts gemacht, die Artikel des Grundgesetzes auf besondere Art und Weise repräsentieren. „Bürgerrechte“ lautet  der Titel ihres Projekts. Insgesamt 14 ihrer Bilder werden am Samstag versteigert.

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“Urteile des Bundesverfassungsgerichts, Remix”

Außer den Porträts landen auch etwa 50 Meter des Projekts von Bea Stach unter dem Hammer: „Urteile des Bundesverfassungsgerichts, Remix“. Ihre Arbeit setzt sich mit Entscheidungstexten des Bundesverfassungsgerichts auf grafischer und sprachlicher Ebene auseinander.

„In den mehrfach prämierten Arbeiten wird das Grundgesetz und dessen gesellschaftspolitische Rezeption zum einen aus dem Blick der Kunst, zum anderen aus dem Kontext der engen Verflechtung zu Karlsruhe und dessen Bürgern heraus betrachtet“, erklärt Judith Milz weiter.

Seit September 2011 konnten Passanten die Arbeiten im Schlossbezirk bestaunen, nun sollen sie bei der Versteigerung eine neue Heimat finden. „Die auf Aludibond aufgezogenen Werke eignen sich auch für das Ausstellen im Freien“, erläutert die Mitorganisatorin. Für den Transport werde gesorgt.

Weitere Informationen unter www.schlossbezirk3.de. Wer am Samstag keine Zeit hat, aber trotzdem ein Gebot abgeben möchte, kann sich vorher unter versteigerung@schlossbezirk3.de melden.
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Hallo, ich bin Miriam

Stets bin ich auf der Reise: durch Karlsruhe, die Kultur und die Welt. Dabei begegnen mir immer wieder interessante Menschen, Bücher, Filme und anderer Krimskrams. Damit all diese Erfahrungen und Eindrücke nicht einsam in meinem Kopf schwirren, gibt es diesen Blog. Aus Grau wird Kunterbunt.

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