18. Mai 2015

Schmöker: “Die Analphabetin, die rechnen konnte” von Jonas Jonasson

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Gefällt mir nicht: “Die Analphabetin, die rechnen konnte” von Jonas Jonasson

Das Schicksal meint es nicht gut mit Nombeko: Im elendigsten Slum in Südafrika wächst sie auf. Bereits als junges Mädchen arbeitet sie als Latrinenträgerin und muss Fäkalien durch die Gegend tragen. Damit nicht genug: Ein betrunkener Ingenieur fährt sie dann mit dem Auto halbtot. Und statt Schmerzensgeld zu bekommen, landet das blitzgescheite Mädchen in einem Kernkraftwerk. Ihre ehrenvolle Aufgabe: Böden schrubben.

Ein Ende mit Wehmut

Puuuh. In Jonas Jonassons jüngstem Werk „Die Analphabetin, die rechnen konnte“ ist bereits im ersten Viertel ganz schön viel los. Was in seinem Vorgänger „Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand“ noch Charme und Witz hatte, zieht sich hier trotz des Trubels zäh in die Länge. Konsequenz nach fünf Monaten: Ich brach bei der Hälfte ab. Mit Wehmut. Hatte ich mich doch sehr auf den Roman gefreut. Weiterlesen »

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15. Mai 2015

Heimat: “Ein Kaffee im Zwischenraum”

Das sind Katharina (links) und Sophie.

Haar-Utensilien raus, Kunst rein: Studentinnen der Hochschule für Gestaltung (HfG) und die „Kurbel“ haben in der Kaiserpassage in einem leer stehenden Frisörladen den „Zwischenraum“ geschaffen. Bis 7. Juni gibt es dort verschiedene Veranstaltungen rund um das Thema „Kino“. „Neben Filmvorführungen sind Workshops, Konzerte, Diskussionen, Ausstellungen und Performances geplant“, sagt Sophie Burger von der „Kurbel“. Außerdem kann jeder von dienstags bis sonntags zwischen 15 und 19 Uhr zum Arbeiten vorbeikommen, fügt Katharina Küster von der HfG hinzu.

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5. Mai 2015

re:publica: “Sketchnotes für Einsteiger”

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Toll!

Mit Zeichnen hatte ich bislang wenig am Hut. Weder der Prozess noch das Ergebnis machten mir Freude. Bis heute. Nun bin ich gerade drei Tage auf der re:publica, dem großen Medienkongress in Berlin. Beim Durchstöbern des Programms stolperte ich über „Sketchnotes für Einsteiger“,  über einen Workshop mit dem Ziel, die Ergebnisse eines Vortrags grafisch festzuhalten. Randbemerkung: „Kein zeichnerisches Talent notwendig“. Hervorragend, dabei! Weiterlesen »

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27. April 2015

Schmöker: “Nichts. Was im Leben wichtig ist” von Janne Teller

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136 Seiten, die sich ins Gehirn brennen

Am ersten Schultag nach den Sommerferien steht Pierre Anthon von seinem Stuhl auf und verlässt das Klassenzimmer mit den Worten: „Nichts bedeutet irgendetwas, deshalb lohnt es sich nicht, irgendetwas zu tun“. In einem Zwetschgenbaum macht er es sich von nun an gemütlich, das restliche Leben verweigert er. Seine Mitschüler reagieren geschockt. Ist das Leben tatsächlich ohne Bedeutung und sinnlos? Sie sind verunsichert und wollen Pierre Anthon vom Gegenteil überzeugen. Es ist der Beginn eines Experiments, das völlig aus den Fugen gerät. Der Roman „Nichts. Was im Leben wichtig ist“ von Janne Teller ist explosiv und nachhaltig beeindruckend. 136 Seiten, die sich ins Gehirn brennen. Weiterlesen »

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25. April 2015

Heimat: “Ein Nachmittag bei Marc Ringswald von cårlsrue”

Das ist Marc.

Das ist Marc.

Produktion in den eigenen vier Wänden

Einfarbige Stoffteile stapeln sich an diesem Sonntagnachmittag auf ganz schön vielen Kisten. Weiße T-Shirts, weinrote Pullis und schwarze Turnbeutel – alle neu, alle unbedruckt. Marc Ringswald lässt seinen Blick darüber schweifen und meint: „Heute steht wohl eine Nachtschicht an.“ Der 32-Jährige ist Kopf des Labels „cårlsrue“. In seiner Wohnung ist das Zentrum, dort entstehen die Ideen und werden zur Realität. Marc verziert jedes einzelne Stoffteil selbst mit dem Logo – mithilfe einer Transferpresse, die er sich über Ebay ersteigerte. Das Geschäft läuft: Der KA300-Shop (Kaiserstraße 97) verkauft seine Kleidung sowie „Save our Sole“ in der Erbprinzenstraße 26. In wenigen Tagen öffnet außerdem das Designkaufhaus „Loft“ in der Neuen Messe seine Türen. Dort hat Marc einen Stand und stellt seine Kollektion vor. Die Produktion läuft in diesen Tagen deshalb auf Hochtouren. Weiterlesen »

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18. April 2015

Flimmerkasten: “Finding Vivian Maier”

 

Ein toller Dokumentarfilm!

Es ist ein großer Zufall, der die Werke von Vivian Maier ans Licht bringt. Auf einer Auktion in Chicago ersteigert John Maloof 2007 eine Kiste voll mit Negativen, eigentlich für die Arbeit an einem Stadtteilbuch. Schnell stellt er fest, dass er damit nichts anfangen kann. Er verräumt sie zunächst achtlos. Zwei Jahre später inspiziert er seinen Kauf dann doch nochmals genauer. Und ist fasziniert.

Die Fotografien von Vivian Maier zeigen Aufnahmen von Menschen hauptsächlich in Chicago und New York – präzise, einfühlsam und voller Neugier. John Maloof Mission steht fest: „Finding Vivian Maier“. Der gleichnamige Dokumentarfilm, der für einen Oscar nominiert war, erzählt von dieser Suche – spannend, aber auch ambivalent. Weiterlesen »

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9. April 2015

Fernweh: Dublin

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Wunderbares Irland

Guiness, Georg und Gefängnis: Drei sehr kurzweilige Tage verbrachten wir in Dublin. Vor allem der Ausflug zur malerischen Halbinsel Howth südöstlich der irischen Hauptstadt war die Reise wert.  Weiterlesen »

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7. April 2015

Flimmerkasten: “In meinem Kopf ein Universum”

 

Bewegend, aber nicht kitschig: “In meinem Kopf ein Universum”

Er kann nicht richtig greifen, laufen und auch das Sprechen bleibt ihm verwehrt: Mateus leidet an einer zerebralen Bewegungsstörung – von Geburt an. Ärzte halten ihn so wenig aufnahmefähig wie „Gemüse“. Doch seine Mutter glaubt fest daran, dass Mateus’ Verstand funktioniert und er bewusst mitbekommt, was um ihn herum geschieht. Der Film „In meinem Kopf ein Universum“ beruht auf einer wahren Geschichte. Der polnische Regisseur Maciej Pieprzyca hat sie nun auf die Leinwand gebracht und 108 Minuten geschaffen, die tief bewegen, aber trotz der Tragik keineswegs schwer sind oder kitschig. Im Gegenteil: Es ist ein Film entstanden, der so wunderschön ist, dass er noch lange nachwirkt.

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18. März 2015

Flimmerkasten: “Willkommen auf Deutsch”

 

Sehr interessante Doku: “Willkommen auf Deutsch”

Nicht einmal einen Bäcker gibt es in dem 450-Seelenkaff Appel (Niedersachsen). Doch nun sollen 53 Flüchtlinge im ehemaligen Alten- und Pflegeheim untergebracht werden. Eine mittlere Katastrophe – zumindest für die Bürgerinitiative Appel, die ernsthaft um den Dorffrieden besorgt ist. Etwas muss geschehen. Der Anführer der Bürgerinitiative, Horst Prahm, gibt alles. Der Dokumentarfilm „Willkommen auf Deutsch“ zeigt, wie die deutsche Mittelschicht mit dem Flüchtlingsproblem umgeht. Am Montag war der Film in der „Kurbel“ zu sehen, ein interessantes Publikumsgespräch folgte.

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7. März 2015

Schmöker: “Bienensterben” von Lisa O’Donnell

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Pechschwarzer Humor: “Bienensterben” von Lisa O’Donnell

Es ist eine schöne Bescherung: Ausgerechnet an Heiligabend müssen die 15-jährige Marnie und ihre kleine Schwester Nelly ihre Eltern im Garten begraben. Der Vater liegt tot im Bett, die Mutter erhängte sich in der Garage. Hilfe holen? Das ist keine Option für die beiden Mädchen. Sie haben keine Angehörigen und möchten nicht ins Heim. Also beschließen sie, die beiden Leichen zu verbuddeln. Gar nicht so einfach bei dem frostigen Boden. Es bleibt nicht das einzige Problem.

Lisa O’Donnell erzählt die unendlich traurige Geschichte von Marnie und Nelly so bitterböse und lakonisch, dass die Gefühle Achterbahn fahren. Lachen oder weinen? Es ist eine turbulente Fahrt, die durch das gesamte Buch kaum an Geschwindigkeit verliert. Nicht nur einmal blieb mir bei „Bienensterben“ das Lachen im Hals stecken. Die Frage nach einer Lösung treibt an. Weiterlesen »

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Hallo, ich bin Miriam

Stets bin ich auf der Reise: durch Karlsruhe, die Kultur und die Welt. Dabei begegnen mir immer wieder interessante Menschen, Bücher, Filme und anderer Krimskrams. Damit all diese Erfahrungen und Eindrücke nicht einsam in meinem Kopf schwirren, gibt es diesen Blog. Aus Grau wird Kunterbunt.

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