13. Juli 2014

Heimat: “Ein Kaffee mit Aaron Schmitt”

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Foto: Aaron Schmitt

Zurück in Karlsruhe

Auf einer Couch im „Bento“ hat es sich Aaron Schmitt gemütlich gemacht, als ich ihn an diesem sonnigen Samstagabend treffe. Ein WM-Spiel läuft auf der großen Leinwand im Hintergrund, die Stimme des Kommentators schallt immer wieder kurz auf, emotional, toreslustig. Ansonsten ist nur das Rattern der Kaffeemaschine zu hören. „Ich bin gerne im Bento“, sagt Aaron. 2012 lebte er für ein Jahr lang in Karlsruhe, studierte an der Kunstakademie, gründete mit Stefan Unser die Lesebühne. Danach zog er nach Braunschweig. Nun ist der Wortakrobat für ein Wochenende in die Fächerstadt zurückgekehrt. Zwei Poetry Slam-Auftritte sind der Anlass dafür. Weiterlesen »

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12. Juli 2014

Schmöker: “Traumsammler” von Khaled Hosseini

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Wunderbare Geschichten aus Afghanistan: Khaled Hosseinis Bücher habe ich bislang mit Begeisterung gelesen. Sowohl „Drachenläufer“ als auch „Tausend strahlende Sonnen“ wuchsen mir ans Herz, brachten mich zum Nachdenken – über das, was da in dem zerrütteten Land alles passiert.

Ich freute mich deshalb sehr, als ich vor Monaten entdeckte, dass es ein neues Werk von ihm gibt: „Traumsammler“. Groß waren meine Erwartungen, enttäuscht bin ich nun. „Traumsammler“ ist sprachlich nett erzählt, aber die Geschichte um die zwei Geschwister Abdullah und Pari überzeugt mich nicht.

Die kleine Pari wird von ihrem Vater an eine reiche Familie in Kabul verkauft. Abdullah bleibt zurück in einem kleinen afghanischen Dorf, zutiefst traurig. Das ist die Basis des Buchs. Danach geht es kreuz und quer. Eigentlich mag ich es sehr, wenn eine Handlung nicht chronologisch aufgebaut, sondern verschachtelt ist. Doch letztlich verliert sich Hosseini in den einzelnen Strängen. Immer wieder neue Personen werden eingeführt, jedes Kapitel wirkt dadurch wie eine neue Kurzgeschichte. Das kann spannend sein, ist es in diesem Fall aber nicht. Vielmehr strengt es an, sich ständig mit neuen Geschichten zu beschäftigen, deren Ende oft nur angerissen, aber nicht erzählt wird.

Auch von Pari und Abdullah erfährt man lange Zeit gar nichts mehr, ich blätterte von Seite zu Seite, wartete auf die Fortschreibung ihrer Geschichte. Von Abdullah ist gar mehrere Hundert Seiten überhaupt nicht mehr die Rede. Erst gegen Ende wird dann seine Geschichte wie im Zeitraffer erzählt, das wirkt aber lieblos und ist absolut nicht befriedigend. Ich hatte mir mehr von Khaled Hosseinis neuestem Werk erhofft. Schade.

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6. Juli 2014

Heimat: “Kunstfestival im Nordbecken”

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Das Nordbecken: eine Kunstoase in Karlsruhe

Performances, Lesungen, Filme, Konzerte – es sind nur noch wenige Tage, bis die Jungs vom Nordbecken zum zweiten Mal ein Kunstfestival in ihrem rund 900 Quadratmeter großen Atelier (Nordbeckenstraße 9) veranstalten. Vor einem Jahr besuchte ich sie zum ersten Mal, freute mich nun über eine erneute Einladung. Tobias Talbot, Ross Jago, Marius Walter und Nemanja Sarbaic erzählen mir an diesem Abend, wie es im vergangenen Jahr lief und was sie nun geplant haben. Außerdem mit dabei am Tisch: der Musiker Jonathan Zacharias, der das Programm am 18. Juli mitgestaltet. Weiterlesen »

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29. Juni 2014

Flimmerkasten: “Der letzte schöne Herbsttag”

Eine wunderbare Komödie über die Liebe: „Der letzte schöne Herbsttag“

Es kommt selten vor, dass ich mir einen Film gleich zweimal innerhalb von wenigen Tagen anschaue. Bei „Der letzte schöne Herbsttag“ war es der Fall. Eigentlich reizte mich der Film gar nicht, den Titel fand ich viel zu melancholisch. Noch so eine Geschichte über das Scheitern einer Liebe, nein danke. Nur über Wirrungen fand die Leih-DVD überhaupt den Weg zu mir.

Zum Glück. Die 89 Minuten über das Paar Claire und Leo haben mich verzaubert. Ich bin so begeistert von der Komödie von Ralf Westhoff, dass ich mir die DVD nun sogar gekauft habe. Ein wirklich schöner Film aus Deutschland.

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24. Juni 2014

Schmöker: “Mir fehlt ein Tag zwischen Sonntag und Montag” von Katrin Bauerfeind

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Schlechter Start

Nach dem ersten Kapitel hätte ich Katrin Bauerfeinds-Buch am liebsten aus dem Zugfenster geworfen. Auf der Fahrt nach Mannheim begann ich es am Samstag zu lesen. Bereits nach den ersten Sätzen fing ich an zu fluchen. Katrin Bauerfeind erzählt von ihrem gescheiterten Versuch Yoga mit der Wii zu machen – völlig konstruiert wirkt die Geschichte. Kein guter Start. Weiterlesen »

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20. Juni 2014

Heimat: “Kunstauktion am Bundesverfassungsgericht”

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Versteigerung von Bürgerrechten!

Hoch in die Luft hält das kleine Mädchen das weiße Stück Papier. „Ehe und Familie stehen unter dem besonderen Schutze der staatlichen Ordnung“ steht in schwarzen Buchstaben darauf. Mitten auf einem Spielplatz befindet sie sich, die Füße im Sand, andere Kinder und zwei Männer umringen sie.

Seit knapp drei Jahren hängt dieses Plakat neben anderen großflächigen Kunstarbeiten an dem Bauzaun beim Bundesverfassungsgericht. Alle Werke haben die Auseinandersetzung mit dem Grundgesetz gemeinsam. Studenten der Hochschule für Gestaltung (HfG) Karlsruhe und das Staatliche Hochbauamt Baden-Baden stehen hinter dem Projekt. Nun werden die Arbeiten am Samstag, 28. Juni, ab 11 Uhr versteigert.

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14. Juni 2014

Flimmerkasten: “Boyhood”

Vom kleinen Jungen zum Mann: “Boyhood”

Verträumt liegt der kleine Mason ganz zu Beginn von „Boyhood“ im Gras. Er schaut nach oben, Richtung Himmel, so lange, bis ihn seine Mutter holt, ihn ins Auto setzt und mit ihm nach Hause fährt. Mason ist zu diesem Zeitpunkt sechs Jahre alt. Eine kleine Stupsnase ziert sein Gesicht, seine braunen Haare fallen ihm ins Gesicht, sensibel ist er und seine Schwester nervt ihn mit Britney Spears-Liedern ganz gewaltig. Am Ende des Films ist aus dem kleinen Junge ein 18-Jähriger mit kantigem Gesicht geworden – sein Herz schlägt für die Fotografie. Und wie das Leben spielt, das versteht er nicht so ganz. Vor allem wenn es um Mädchen geht. Weiterlesen »

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12. Juni 2014

Heimat: “SeenSüchtig II”

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See in Plittersdorf

Zeit am See

Sommer, Sonne, “SeenSüchtig”: Die zweite Auflage des regionalen Bade- und Baggerseeführers ist da. Bereits im vergangenen Jahr schrieb ich über das Projekt von Daniel Rieck-Merkle:  http://wp.me/p3915e-oI

Die erste Ausgabe umfasste 50 Seen im Großraum Karlsruhe von Baden-Baden bis Germersheim und Bruchsal. “Die Resonanz darauf war enorm”, erzählt er mir heute. Weiterlesen »

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9. Juni 2014

Heimat: “Ein Besuch bei Eis Cassata Karlsruhe”

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Eine der leckersten Eisdielen in Karlsruhe

Als ich in der Oststadt auf den kleinen Laden von Giuseppe “Pino” Cimino stieß, wusste ich schnell: “Eis Cassata” wird mein Stamm-Eiscafe in Karlsruhe. Vor allem der Spaghetti-Eisbecher rettet mir seither jeden noch so verqueren Tag.

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Das ist Pino Cimino

„Etwa 80 Sorten haben wir insgesamt im Sortiment“, erzählt mir der Italiener, als ich ihn an diesen heißen Sommertagen besuche. „32 bieten wir parallel zum Verkauf an“, fügt er hinzu. Ist eine Sorte leer, kommt die nächste an die Reihe. Bitterschokolade wird so durch Tartufo ersetzt. Das Angebot wandelt sich ständig. Weiterlesen »

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3. Juni 2014

Flimmerkasten: “Monsieur Claude und seine Töchter”

Herrlich unterhaltsam: „Monsieur Claude und seine Töchter“

Monsieur Claude hat es nicht einfach. Nur das Beste möchte der Notar aus der französischen Provinz für seine vier adretten Töchter. Mit katholischen Ehemännern sollen sie glücklich werden. Doch es ist wie verhext. Seine drei ältesten Mädchen heiraten statt eines konservativen Franzosen lieber einen Chinesen, einen Juden und einen Muslim. Eine kunterbunte Mischung sitzt so bei Familientreffen am Tisch zusammen. Ein Spiegelbild der Multi-Kulti-Nation im heimischen Wohnzimmer. Das Familienoberhaupt kann es nicht fassen. Sticheleien, Reibereien und Konflikte reihen sich während des Essens aneinander. Handgreiflichkeiten: nicht ausgeschlossen. Weiterlesen »

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Hallo, ich bin Miriam

Stets bin ich auf der Reise: durch Karlsruhe, die Kultur und die Welt. Dabei begegnen mir immer wieder interessante Menschen, Bücher, Filme und anderer Krimskrams. Damit all diese Erfahrungen und Eindrücke nicht einsam in meinem Kopf schwirren, gibt es diesen Blog. Aus Grau wird Kunterbunt.

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