17. Oktober 2013

Flimmerkasten: “Take This Waltz”

Take This Waltz: Michelle Williams im moralischen Dilemma

Gleich zwei Filme sah ich in den vergangenen Wochen mit Michelle Williams. „Blue Valentine“ und „Take This Waltz”. Beides Mal verkörpert sie eine Frau, die mit dem Leben und der Liebe kämpft. Es ist nicht einfach, ihr dabei zu zusehen. Vor allem „Blue Valentine“ ist oft verstörend und deprimierend. Gleichwohl: ein sehr sehenswerter Film.

In „Take This Waltz“ spielt sie Margot, eine junge Frau Ende 20, die davon träumt, ein Buch zu schreiben. Auf einer Reise lernt sie im Flugzeug Daniel (Luke Kirby) kennen. Die Beiden verstehen sich gut, eine große Anziehungskraft ist da. Wie es der Zufall will, ist Daniel nun Margots neuer Nachbar – was jedoch auch fatal ist. Margot ist verheiratet. Die Ehe schien glücklich, doch nun gerät alles ins Wanken. Weiterlesen »

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13. Oktober 2013

Schmöker: “Die Deutschlehrerin” von Judith W. Taschler

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Für eine Zugfahrt suchte ich mir aus meinem riesigen Stapel an ungelesenen Büchern etwas Kurzweiliges aus. Meine Wahl fiel auf „Die Deutschlehrerin“ von Judith W. Taschler. Zum Geburtstag hatte ich dieses Buch von Freundinnen geschenkt bekommen. Ein wenig wie „Tannöd“ sollte es sein, verriet mir Jenny. Ok, ich war gespannt.

„Die Deutschlehrerin“ ist besser, gar eines der spannendsten Bücher, das ich seit langem in der Hand hatte. Von der ersten Seite an entwickelte der Thriller so einen starken Sog auf mich, dass ich ihn nicht mehr weglegen konnte und in den vergangenen Tagen in jeder freien Minute las – regelrecht mitfieberte.

Das Besondere an dem Werk von Judith W. Taschler ist der verschachtelte Aufbau. Die Geschichte beginnt mit einem E-Mail-Dialog. Daran beteiligt ist Xaver, ein erfolgreicher Jugendbuchautor. Er soll an einer Schule eine Schreibwerkstatt veranstalten und nimmt dazu Kontakt mit der zuständigen Deutschlehrerin auf, Mathilda. Ist es Zufall oder Schicksal? Xaver und Mathilda kennen sich bereits. Sie waren 16 Jahre lang ein Paar. Eines Tages zog Xaver aber still und heimlich aus, ließ Mathilda verzweifelt und mit gebrochenem Herzen zurück.

Es gibt nun Rückblenden, wie sich Mathilda und Xaver bei ihrem Germanistik-Studium kennen lernten, ein Paar wurden und was dann schief lief. Es gibt Vorausblenden, wie ihr Wiedersehen läuft, was danach passiert und sie erzählen sich beide Geschichten. Die unterschiedlichen Schreibstile, Einschübe und zeitlichen Sprünge sorgen für eine große Dynamik.

Judith W. Taschler wirft einem als Leser immer wieder neue Puzzle-Stücke hin. Ständig tauchen neue Fragen auf, die Antworten sind kaum zu erwarten, ich las und las und las, gierte nach dem Gesamtbild. Zuviel der Handlung möchte ich gar nicht verraten, nur das: Xavers Sohn wurde entführt. Hat Mathilda etwas damit zu tun? Oder Xaver selbst? Diese Fragen sind die treibende Kraft.

Ich bin so begeistert von diesem Buch, dass ich es bedingungslos jedem ans Herzen lege – ein ungewöhnlicher Thriller, der einen alles um sich herum vergessen lässt.

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11. Oktober 2013

Fernweh: “Roadtrip Teil VI – Kopenhagen”

3. Stopp: Kopenhagen

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Kopenhagen. Endlich war es soweit. Wir packten am Morgen in Tiendegaarden wieder unsere Koffer, verstauten sie im Auto und fuhren los. Auf dem Weg in die dänische Hauptstadt wollten wir noch einen Zwischenstopp an den Kreidefelsen von Møn einlegen. Dass dieser Ausflug eine sportliche Herausforderung werden sollte, das war uns allen vorher nicht ganz klar. Weiterlesen »

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8. Oktober 2013

Melodien: “Fatones”

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Eine WG-Party führte zu den Fatones

Eine außer Rand und Band geratene WG-Party in Karlsruhe steht ganz am Anfang der Fatones. „Wir waren alle dort zum Feiern und griffen gegen 1 Uhr betrunken zu den Instrumenten“, erinnert sich Bassist Adrian. Das Ergebnis: leicht experimentell. Verzerrte Bass-Klänge, dazu Keyboardtöne und ein Schlagzeug. „Es war durchgeknallt, aber die Leute tanzten stundenlang dazu“, erzählt Gitarrist Markus. „Lasst uns eine ernsthafte Band gründen“, das beschlossen die vier Jungs danach. Die Fatones waren geboren. Weiterlesen »

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6. Oktober 2013

Melodien: “Kakkmaddafakka in Karlsruhe”

Eine große Party im Substage!

Beschwingte Musik, nackte Oberkörper und kreative Tanzeinlagen: Die rund 90 Minuten beim Kakkmaddafakka-Konzert in Karlsruhe waren eine große Party. Allein die beiden Herren mit weißen Hemden und schwarzen Fliegen im hinteren Teil der Bühne waren das Eintrittsgeld wert. Ihre Funktion: eine Mischung aus Backgroundtänzern- und sängern. Ihre Moves: völlig drüber, aber herrlich anzuschauen. Weiterlesen »

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1. Oktober 2013

Schmöker: “Ich hatte sie alle” von Katinka Buddenkotte

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Die schlimmsten Jobs, die miserabelsten Lebensabschnittgefährten, die abgefahrensten Ideen und die übelsten Krankheiten – als ich diese Aufzählung auf dem Buchrücken von „Ich hatte sie alle“ las, musste ich doch ein wenig schmunzeln. Zum Geburtstag bekam ich das Werk von Katinka Buddenkotte geschenkt. Parallelen zu meinem oftmals chaotischen Leben: nicht ausgeschlossen.

Laut dtv ist Katinka Buttenkotte das „Fräuleinwunder der deutschen Underground-Literatur“. Die 37-jährige Autorin ist auf Poetry Slams unterwegs und hatte bereits die verschiedensten Jobs. Sie arbeitete unter anderem in einem Call-Center und einer Düsseldorfer Werbeagentur. Was Katinka Buddenkotte dort erlebte, erzählt sie ein wenig überspitzt in „Ich hatte sie alle.“

Was auf Lesungen und Poetry Slams wohl noch ganz gut funktioniert, das war für mich in gedruckter Version an manchen Stellen viel zu viel des Guten. Von der ersten bis zur letzten Seite hatte ich das Gefühl, dass Frau Buddenkotte gerne übertreibt.

Beispiele? Gerne. „Interview mit einem Vamp“, so lautet der Titel des ersten Kapitels. Inhalt: Katinka Buddenkotte hat ein Vorstellungsgespräch bei der Plattenfirma „BMG“. Mit ihrem Freund Vassili bereitet sie sich vor. Resultat: Statt Business-Dress trägt sie danach ein Männerhemd und hat Beruhigungstropfen + Wodka intus. Dass das Bewerbungsgespräch so nicht klappen kann ist wenig verwunderlich. Es endet vielmehr in einer Aneinanderreihung von Kuriositäten – bis hin zur Ohnmacht.

„Nun ja“, dachte ich da noch. Skurriler Einstieg eben, wird besser werden. Frau Buddenkotte erzählt dann von ihren Erfahrungen im Call-Center. Dort soll sie verzweifelten Singles, die via Handy auf der Suche nach Liebe und einem Partner sind, zurückschreiben. Gleich mehrere Suchende bekommt sie zugeteilt – unterschiedlichen Geschlechts. Ganz schön durcheinander kommt sie dabei und stiftet allerhand Chaos.

Insgesamt 20 solcher Kurzgeschichten beinhaltet „Ich hatte sie alle“. Manchmal holpern sie etwas mehr und manchmal etwas weniger, aber das Gute ist: Sie sind alle sehr kurzweilig. Ich las das Buch meist im Zug auf dem Weg von der Arbeit nach Hause – für solche Zwecke ist es bestens geeignet. Einfache Unterhaltung, die nicht weiter fordert und mich dann doch ab und an zum Lachen brachte.

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29. September 2013

Melodien: “Ein Abend mit Paddy Bohr im Indicative Studio”

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Alle Fotos: Run Ten

Aufnahmen für neue EP

Es sind Tage mit wenig Schlaf für Paddy Bohr – Le Grand uff Zaque haben sich für eine Woche im „Indicative Studio“ in Bruchsal angemeldet, wuseln dort umher. Der Anlass: Die Aufnahmen für die neue EP „This is Shanghai“ stehen an. Es ist Ende Juni, ein heißer Sommertag. Pianist Max und Drummer Jonathan sitzen mit Paddy Bohr an diesem Abend in der Regie, dem Herzen des Studios. Gemeinsam gehen sie die bereits aufgenommenen Songs durch, feilen an den Details. An welchen Stellen ist der Gesang zu laut, zu leise, passt das Saxofon-Solo? Die Konzentration ist hoch. Die Nacht wird lang.

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26. September 2013

Heimat: “Longboard Open 2013 in Karlsruhe”

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Longboard Open in Karlsruhe

Wo ansonsten Autos geordnet nebeneinander stehen, da rollen am Donnerstag, 3. Oktober (Feiertag), zahlreiche Fahrer auf ihren Longboards über den Asphalt – und zeigen ihr Können. Im grauen Parkhaus in der Durlacher Allee finden dann ab 12 Uhr die Longboard Open 2013 statt. Was die Zuschauer erwartet? Organisatorin Daniela Schukalla erklärt: „Es gibt ein Parkhaus-Race, das Game of S.K.A.T.E., gute Musik, leckeres Essen und viele gut gelaunte Menschen sowie talentierte Fahrer.“ Weiterlesen »

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24. September 2013

Fernweh: “Roadtrip V – Insel Møn”

2. Stopp: Insel Møn

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Krimskrams und ein idyllischer Park

Ein Trödelmarkt und zahlreiche Sozialkaufhäuser – nach dem Frühstück in Tiendegarden machten wir uns auf nach Stege, dem Hauptort der Insel Møn. Hauptort klingt riesig, Stege ist jedoch sehr überschaubar. Weniger als 4000 Menschen leben dort. Gleichwohl fanden wir in der Hauptstraße, der Storegarde, einige kleine Geschäfte, in denen wir unter anderem Porzellan und Seifenspender kauften. Außerdem ergatterte Catharina experimentelle Kleidung.

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19. September 2013

Melodien: “Fräuleinjazz”

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Sarah Lipfert und Judith Goldbach als “Fräuleinjazz”

Extrovertiert, manisch und oberflächlich – wenn Sängerin Sarah Lipfert als „Claudette“ auf der Bühne steht, verwandelt sie sich in eine Show-Diva. Ihre Absätze sind hoch, die Kleider elegant, der Lippenstift ist dick aufgetragen. „Claudette“ ist eine, die genau weiß, wie sie Männer um den Finger wickelt. Neben ihr kann „Ilse“ (Judith Goldbach) nur schwer bestehen. Sie hat den Part der grauen Maus, die sich gerne hinter ihrem Kontrabass versteckt – schüchtern und zurückhaltend. Auf ihrem Instrument aber, da zaubert sie mitreißende Klänge hervor.

„Fräuleinjazz“ nennt sich das Projekt von Sarah Lipfert und Judith Goldbach. Zusammen interpretieren die beiden Musikerinnen auf ihre ganz eigene Art Lieder unter anderem von Hildegard Knef, Zarah Leander und Helge Schneider. Karlsruhe-Premiere des „komischen Musikjazztheaters“ ist am Samstag, 21. September, 20 Uhr, in der Hemingway Lounge (Uhlandstraße 26). Weiterlesen »

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Hallo, ich bin Miriam

Stets bin ich auf der Reise: durch Karlsruhe, die Kultur und die Welt. Dabei begegnen mir immer wieder interessante Menschen, Bücher, Filme und anderer Krimskrams. Damit all diese Erfahrungen und Eindrücke nicht einsam in meinem Kopf schwirren, gibt es diesen Blog. Aus Grau wird Kunterbunt.

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