30. Oktober 2021

Schmöker: “Der Club” von Takis Würger

"Der Club" von Takis Würger

Spannend & zart zugleich: “Der Club” von Takis Würger – Buchkritik

Spannend wie ein Krimi, aber gleichzeitig so zart geschrieben, dass jeder Satz eine Wohltat ist: Den Roman „Der Club“ von Takis Würger habe ich innerhalb nur weniger Tage gelesen. Es ist ein Buch, das mich sanft, aber mit unglaublicher Kraft mitten rein ins Geschehen zog und gedanklich weit von meiner Couch fortschleifte: zu den kriminellen Machenschaften eines elitären Clubs an der Universität in Cambridge.

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9. Oktober 2021

Schmöker: “Verzweiflungstaten” von Megan Nolan

"Verzweiflungstaten" von Megan Nolan

„Verzweiflungstaten“ von Megan Nolan: Dieser Roman über eine toxische Beziehung ist eine Wucht!

Cieran ist für sie der schönste Mann auf der Welt. Als die namenlose Ich-Erzählerin ihn in einer Galerie in Dublin sieht, ist sie ergriffen von seinen großen grauen Augen, der Adlernase, seinem engelsgleichen Mund und der enormen Ruhe, die er ausstrahlt. Sie kommen ins Gespräch, treffen sich wieder, beginnen miteinander zu schlafen.

Das klingt zunächst alles romantisch. Doch von Anfang an ist Cieran kalt zu ihr, sprunghaft, unberechenbar. Anstatt sich von ihm zu lösen, ist die Erzählerin aber so bedürftig, dass sie alles mit sich geschehen lässt, Gemeinheiten akzeptiert, nur damit er bei ihr bleibt. Sie schlittern in eine toxische Beziehung, in der es mehr um Macht und Leiden als um ehrliche Liebe geht.

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24. September 2021

Schmöker: “Das weibliche Prinzip” von Meg Wolitzer

"Das weibliche Prinzip" von Meg Wolitzer

Ein sanftes Buch mit weisen Ansichten: “Das weibliche Prinzip” – Kritik

Der Roman „Das weibliche Prinzip“ von Meg Wolitzer war mir bereits 2018 in den Buchhandlungen aufgefallen – vor allem wegen seines tollen Covers, das Weiblichkeit auf abstrakte und bunte Weise darstellt.

Dass das Buch trotzdem nicht sofort in meiner Einkaufstasche landete, lag vor allem am Titel. Ich erwartete eine trockene, sachbuchartige Geschichte. Erst als ich im vergangenen Winter von Meg Wolitzer „Die Interessanten“ las, unglaublich berührt von diesem Buch war, begann ich mich ernsthaft mit ihren weiteren Werken auseinanderzusetzen. So landete nun „Das weibliche Prinzip“ doch noch bei mir – zum Glück.

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29. Juni 2021

Schmöker: “Swing Time” von Zadie Smith

 "Swing Time" von Zadie Smith

Kritik “Swing Time”: Toller Roman über eine Mädchen-Freundschaft

Es ist ein Samstag im Jahr 1982, als sich die beiden dunkelhäutigen Mädchen zum ersten Mal auf dem Weg zu einer Ballettstunde in einem Kirchhof begegnen. Sofort sind die Dinge sichtbar, die sie miteinander verbinden:

„Wir hatten beide den identischen Braunton, als hätte man ein Stück hellbraunen Stoff durchgeschnitten, um uns beide daraus zu machen, unsere Sommersprossen sammelten sich an der gleichen Stelle, wir waren gleich groß.”

Das erzählt die namenlose Ich-Erzählerin gleich zu Beginn von „Swing Time“. Sie und Tracey leben in tristen Hochhausanlagen in London. Ihre große Leidenschaft: das Tanzen und Musicals. Die zufällige Begegnung bei den Ballettstunden ist der Beginn einer tiefen Freundschaft, die in den nächsten Jahrzehnten jedoch immer wieder großen Herausforderungen ausgesetzt ist.

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23. Mai 2021

Schmöker: “Der Gang vor die Hunde” von Erich Kästner

"Der Gang vor die Hunde" von Erich Kästner

“Der Gang vor die Hunde”: ein starkes Buch!

Arbeitslose Männer auf der Suche nach Sinn, eine pulsierende Berliner Unterwelt und ein erstarkender Rechtsextremismus: Erich Kästner hatte ein unfassbar gutes Gespür für die gesellschaftlichen Verhältnisse, als er Ende der 1920er-Jahre „Der Gang vor die Hunde“ schrieb.

Er zog dabei alle Register und brachte die „anatomische Verschiedenheit der Geschlechter“ so genau auf den Punkt, dass der Verlag den Roman zunächst nur zensiert veröffentlichte – und auch den Titel änderte: Aus „Der Gang vor die Hunde“ wurde „Fabian“. Erich Kästner kommentierte sein Werk mit diesen Worten: „Dieses Buch ist nicht für Konfirmanden, egal wie alt sie sind.“

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22. Mai 2021

Schmöker: Mit Blick aufs Meer” von Elizabeth Strout

“Mit Blick aufs Meer”: Schön, aber nicht kitschig!

Sie ist launisch, streng und ganz schön oft mürrisch – ein Leben an der Seite von Olive ist nicht gerade einfach. Vor allem ihr Ehemann Henry muss mit ihrem ständigen Gezeter leben. Zusammen wohnt das Ehepaar in Crosby, einer kleinen Stadt an der Küste von Maine. Henry ist Apotheker, Olive Lehrerin. Über Jahrzehnte erfahren sie immer wieder, dass das Leben wunderbar, aber auch sehr hart sein kann.

„Mit Blick aufs Meer“ empfahl mir eine Freundin, als ich dringend ein schönes, aber keinesfalls kitschiges Buch zum Lesen suchte. Der Roman von Elisabeth Strout passt perfekt zu diesem Bedürfnis, zurecht wurde die Autorin mit dem Pulitzerpreis dafür ausgezeichnet. Weiterlesen »

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6. Mai 2021

Schmöker: „Der Wal und das Ende der Welt“ von John Ironmonger

"Der Wal und das Ende der Welt"

Eine große Enttäuschung: „Der Wal und das Ende der Welt“

In Großbritannien droht eine Epidemie. Eine besonders aggressive Form der Grippe ist im Anmarsch. Der Analytiker Joe Haak sieht die Gefahr durch ein Computerprogramm früh kommen. Was wird passieren? Werden sich die Menschen kooperativ oder egoistisch verhalten?

Joe Haak beschließt, kein Risiko einzugehen und das kleine Dorf St. Pieran rechtzeitig zu beschützen. Ein Wal hatte ihn dorthin getragen, nachdem er aus London geflohen war und sich in Cornwall ins Wasser stürzte. Die Arbeit für eine raffgierige Bank hatte ihn seelisch kaputt gemacht.

Mit einem Transporter fährt Joe Haak nun unzählige Male in den Supermarkt und macht Hamsterkäufe deluxe. Gelingt es ihm tatsächlich durch eine Abschottung des Dorfs, die Grippe fern zu halten und das Leben der Einwohner*innen zu retten? Das ist das Szenario, um das sich „Der Wal und das Ende der Welt“ dreht. Leider klingt das alles spannender, als es ist.

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14. April 2021

Buchkritik: “The Circle” von Dave Eggers

Der Circle I Dave Eggers

Wie viel Realität steckt in “The Circle” von Dave Eggers?

Die Nachricht knatterte vor wenigen Tagen aus meinem Radio in der Küche: „Facebook bietet nun allen Nutzern die Funktion ,Live-Video’ an“, tönte es aus dem kleinen Ding. Das heißt, jeder kann nun sein Leben filmen und es seinen Freunden über das soziale Netzwerk präsentieren.

Mich fröstelte es. Meine Gedanken wanderten zu dem Buch „The Circle“ von Dave Eggers, das ich gerade zuvor zu Ende gelesen hatte. Ein eigentlich dystopischer Roman, der mir aber erschreckend real erscheint. Weiterlesen »

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18. März 2021

Lesung: “Ein Abend mit Benedict Wells im Kohi”

BenedictWells_c_Bogenberger_autorenfotos

Foto: Bogenberger/autorenfotos

Benedict Wells liest aus “Vom Ende der Einsamkeit”

Ein Autounfall wirbelt alles durcheinander. Die Geschwister Jules, Liz und Marty verlieren ihre Eltern, sind plötzlich Vollwaisen. Vorbei ist ihre wohlbehütete Kindheit, das Internat in der Provinz wartet – und der harte Kampf mit dem Alltag.

Autor Benedict Wells hat die Lese-Reihe zu seinem neuesten Roman „Vom Ende der Einsamkeit“ jüngst im Kohi in der Karlsruher Südstadt gestartet. Ein ehrlicher und authentischer Abend. „Der Roman hat mich heruntergezogen, die Themen haben mich belastet“, gesteht der Autor aus München. Aber mit diesem Buch sei er nun endlich angekommen. Die Veranstaltung fand anlässlich der Reihe “Lesung Süd” statt. Weiterlesen »

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7. März 2021

Buchkritik: “Bienensterben” von Lisa O’Donnell

"Bienensterben" von Lisa O'Donnell

Pechschwarzer Humor: “Bienensterben” von Lisa O’Donnell

Es ist eine schöne Bescherung: Ausgerechnet an Heiligabend müssen die 15-jährige Marnie und ihre kleine Schwester Nelly ihre Eltern im Garten begraben. Der Vater liegt tot im Bett, die Mutter erhängte sich in der Garage. Hilfe holen? Das ist keine Option für die beiden Mädchen. Sie haben keine Angehörigen und möchten nicht ins Heim. Also beschließen sie, die beiden Leichen zu verbuddeln. Gar nicht so einfach bei dem frostigen Boden. Es bleibt nicht das einzige Problem.

Lisa O’Donnell erzählt die unendlich traurige Geschichte von Marnie und Nelly so bitterböse und lakonisch, dass die Gefühle Achterbahn fahren. Lachen oder weinen? Es ist eine turbulente Fahrt, die durch das gesamte Buch kaum an Geschwindigkeit verliert. Nicht nur einmal blieb mir bei „Bienensterben“ das Lachen im Hals stecken. Die Frage nach einer Lösung treibt an. Weiterlesen »

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Hallo, ich bin Miriam

Stets bin ich auf der Reise: durch Karlsruhe, die Kultur und die Welt. Dabei begegnen mir immer wieder interessante Menschen, Bücher, Filme und anderer Krimskrams. Damit all diese Erfahrungen und Eindrücke nicht einsam in meinem Kopf schwirren, gibt es diesen Blog. Aus Grau wird Kunterbunt.

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