1. August 2014

Flimmerkasten: “Wir sind die Neuen”

Ein neuer Film von Ralf Westhoff. Juchei. Nachdem ich vor wenige Wochen mein Herz an „Der letzte schöne Herbsttag“ verlor, war meine Freude groß, als ich den Trailer von „Wir sind die Neuen“ sah. Nun schaffte ich es vor wenigen Tagen endlich ins Kino – und hatte einen leicht schrägen Abend.

Der Saal war voll mit Senioren. Meine Begleitung und ich waren wohl die beiden einzigen Menschen unter 35 Jahren. Während wir vermehrt den Kopf über die Dialoge und die Handlung schüttelten, hatten die Älteren einen großen Spaß. Warum? Es ist vor allem das Thema des Films, was für sie ansprechender ist.

Anne, Johannes und Eddi sind frisch pensioniert und suchen sich gemeinsam eine WG, in der sie zusammen alt werden möchten. Anne kann sich von der Rente als Biologin sonst auch keine Wohnung in der teuren bayerischen Hauptstadt leisten. Lebhafte Diskussionen, Rotwein und Feten: Die Drei möchten an ihr früheres Studentenleben anknüpfen. Leider sind die Nachbarn davon gar nicht begeistert. Zwei Jura- und eine Kunstgeschichte-Studentin wohnen in der WG über ihnen. Sie sind im Lernstress, arrogant und distanziert. Lärm: nicht erwünscht.

Ralf Westhoff packt in diesen Film die unterschiedlichsten Themen: den demografische Wandel, die teuren Mieten in München, den Lernstress vieler Studenten und auch den Austausch zwischen den Generationen. Das ist alles ganz nett, aber vor allem die Studenten-WG ist völlig überzeichnet.

Vielleicht muss man aber tatsächlich auch ein paar Jahre älter sein, um von dem Film nachhaltig begeistert zu sein. „Die Zeit“ schreibt von einem „kleinen filmischen Juwel“. Das versteh ich nicht. Weder an der dargestellten Welt der Studenten konnte ich etwas Realitätsnahes entdecken, noch an den Alt-68er. Ich fand die Komödie ok, mehr aber nicht. Einen Kinobesuch würde ich nicht empfehlen. Irgendwann kommt der Film bestimmt auch im Fernsehen.

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29. Juni 2014

Flimmerkasten: “Der letzte schöne Herbsttag”

Es kommt selten vor, dass ich mir einen Film gleich zweimal innerhalb von wenigen Tagen anschaue. Bei „Der letzte schöne Herbsttag“ war es der Fall. Eigentlich reizte mich der Film gar nicht, den Titel fand ich viel zu melancholisch. Noch so eine Geschichte über das Scheitern einer Liebe, nein danke. Nur über Wirrungen fand die Leih-DVD überhaupt den Weg zu mir.

Zum Glück. Die 89 Minuten über das Paar Claire und Leo haben mich verzaubert. Ich bin so begeistert von der Komödie von Ralf Westhoff, dass ich mir die DVD nun sogar gekauft habe. Ein wirklich schöner Film aus Deutschland.

Was passiert? Claire (Julia Koschitz) und Leo (Felix Hellmann) sind um die 30 Jahre alt und lernen sich kennen, weil Claire Leo einen Reifen flickt. Er lädt sie danach zum Kochen ein und dann kommt eines zum anderen. Verliebt. Erst läuft alles gut, dann kommt der Alltag. Probleme treten auf, Claire wünscht sich mehr Aufmerksamkeit, Leo scheint überfordert. Miteinander reden ist jedoch nicht ihre Stärke, so reihen sich Missverständnisse aneinander, die Distanz wird immer größer.

Es sind zwei Dinge, die mir an der „Der letzte schöne Herbsttag“ so gut gefallen: Zum einen ist die Konzeption sehr abwechslungsreich. Claire und Leo erzählen dem Zuschauer immer wieder direkt, was in ihren Köpfen vorgeht. Diesen pseudo-dokumentarische Stil fand ich auch bei „Stromberg“ sehr amüsant. Zum anderen sind die Dialoge wunderbar, stundenlange könnte ich den Gesprächen und Monologen lauschen: witzig, durchdacht, intelligent.

„Der letzte schöne Herbsttag“ ist ein leichter Film, der aber keineswegs trivial ist. Und vor allem das Ende fand ich so schön, dass ich mir alles gleich nochmals anschauen musste. Ein Film fürs Herz: zum Lachen und Weinen.

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Hallo, ich bin Miriam

Stets bin ich auf der Reise: durch Karlsruhe, die Kultur und die Welt. Dabei begegnen mir immer wieder interessante Menschen, Bücher, Filme und anderer Krimskrams. Damit all diese Erfahrungen und Eindrücke nicht einsam in meinem Kopf schwirren, gibt es diesen Blog. Aus Grau wird Kunterbunt.

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