22. Oktober 2015

Flimmerkasten: “The Walk”

Ein spannender Drahtseilakt

Die letzte halbe Stunde konnte ich mir das Treiben auf der Leinwand vor Spannung kaum mehr anschauen. Der französische Akrobat Philippe Petit balanciert seelenruhig auf einem Seil, das in über 400 Metern Höhe zwischen die Twin Towers in New York gespannt ist. Der junge Mann ist ohne jede Absicherung. Aufgebrachte Polizisten stehen auf beiden Seiten und wollen ihn verhaften. Philippe bleibt nichts anderes übrig, als den Drahtseilakt in schwindelerregender Höhe fortzuführen. Eine riesige Menschenansammlung beobachtet das Spektakel vom Boden aus. Die Melodie von “Für Elise” erklingt dazu. Wird er es schaffen? Der beeindruckende 3D-Film “The Walk” basiert auf einer wahren Begebenheit aus dem Jahr 1974 und ist seit heute im Kino zu sehen. Das ist bestes Popcorn-Kino, das besonders durch die Dreidimensionalität und Architektur der Stadt New York unglaubliche Dynamik und Tiefe entwickelt. Ich hatte das Gefühl, ich stehe mit Philippe auf dem Seil. Ein Thriller ohne Bösewicht.  Weiterlesen »

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2. August 2015

Flimmerkasten: “Taxi Teheran”

Goldener Bär für Taxi Teheran

Die zwölfjährige Hana quasselt ohne Unterbrechung. Sie soll für die Schule einen Film drehen. Aber ganz schön viele Regeln gibt es zu beachten: Mann und Frau dürfen sich nicht berühren. Die Guten dürfen keine Krawatten tragen und das Thema sollte weder politischer noch wirtschaftlicher Natur sein. Hana erzählt dies dem iranischen Regisseur Jafar Panahi. Er ist ihr Onkel und holt sie an diesem Tag mit einem alten Taxi von der Schule ab. „Mit so einer Schrottkarre kommst du mich abholen? Ich hab allen in der Schule erzählt, dass mein Onkel Regisseur ist, und dann kommst du mit so was hier an?“, echauffiert sie sich mit ihrer hohen Mädchenstimme. Jafar Panahi bleibt gelassen und fährt los.

Hana ist nur eine von mehreren Fahrgästen, die an diesem Tag in seinem Taxi Platz nehmen. Wie ein Dokumentarfilm kommt „Taxi Teheran“ daher – ist es aber nicht. Jafar Panahi hat ein  wunderbares Werk geschaffen, das einen Einblick in das derzeitige Leben in Irans Hauptstadt gibt – intelligent, nachdenklich und an vielen Stellen außerordentlich komisch. Verdient hat er bereits den Goldenen Bären gewonnen. Da er offiziell aber 20 Jahre Berufsverbot hat und sich kaum in der Öffentlichkeit zeigt, kam Hana in Berlin auf die Bühne und nahm den Preis entgegen.  Weiterlesen »

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7. April 2015

Flimmerkasten: “In meinem Kopf ein Universum”

Bewegend, aber nicht kitschig: “In meinem Kopf ein Universum”

Er kann nicht richtig greifen, laufen und auch das Sprechen bleibt ihm verwehrt: Mateus leidet an einer zerebralen Bewegungsstörung – von Geburt an. Ärzte halten ihn so wenig aufnahmefähig wie „Gemüse“. Doch seine Mutter glaubt fest daran, dass Mateus’ Verstand funktioniert und er bewusst mitbekommt, was um ihn herum geschieht. Der Film „In meinem Kopf ein Universum“ beruht auf einer wahren Geschichte. Der polnische Regisseur Maciej Pieprzyca hat sie nun auf die Leinwand gebracht und 108 Minuten geschaffen, die tief bewegen, aber trotz der Tragik keineswegs schwer sind oder kitschig. Im Gegenteil: Es ist ein Film entstanden, der so wunderschön ist, dass er noch lange nachwirkt.

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10. Februar 2015

Flimmerkasten: Yaloms Anleitung zum Glücklichsein”

Kluge Ansätze zum Leben

Seine Patienten bittet er, eine Linie zu zeichnen. Für die Zeitspanne des Lebens soll diese stehen. Links die Geburt, rechts der Tod. Dann sollen die Patienten einen Punkt machen für die Stelle des Lebens, an der sie vermutlich gerade stehen. Viele Menschen erkennen dadurch, wie wenig Zeit ihnen noch bleibt. Oft ist dieser Moment der Beginn eines Prozesses, in dem sie lernen, anders mit sich umzugehen.

Diese Sätze stammen von Irvin David Yalom. Er ist einer der bekanntesten Psychotherapeuten unserer Zeit. Der Dokumentarfilm „Yaloms Anleitung zum Glücklichsein“ erzählt aus seinem Leben und enthält viele kluge Ansätze über das Leben bereit. Weiterlesen »

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17. Januar 2015

Flimmerkasten: “St. Vincent”

Grumpy old Man

Zigaretten, Rum und Pferdewetten: Vincent McKenna (Bill Murray) führt alles andere als ein solides Leben. Das Geld ist knapp, in seinem Haus herrscht Chaos. Stets ist er mürrisch, ein grumpy old man. Für kurzzeitiges Vergnügen sorgt lediglich Daka, eine „Dame der Nacht” (Noami Watts), die regelmäßig bei ihm vorbeischaut. Als ihn seine neue Nachbarin Maggie bittet, nachmittags auf ihren Sohn aufzupassen, willigt er zunächst nur widerwillig ein. Doch der kleine, sensible Junge (Jaeden Lieberher) wächst ihm ganz schön schnell ans Herz. Weiterlesen »

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7. Januar 2015

Flimmerkasten: “Die süße Gier”

Toller und spannender Film!

Es erwischt ausgerechnet den unschuldigen Kellner. Zu später Stunde wird er auf dem Nachhauseweg auf seinem Fahrrad von einem großen Auto erfasst, er stürzt, stirbt später. Wie es zu diesem tragischen Unfall kommen konnte, wird in „Die süße Gier“ nun aus verschiedenen Perspektiven erzählt. Der Film rund um die glitzernde Welt der Reichen und Schönen in Italien ist spannend sowie unterhaltsam. Er gehört gar zu den besten Sneak-Filmen, die ich in den vergangenen Jahren sah. Weiterlesen »

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28. Dezember 2014

Flimmerkasten: “Die Entdeckung der Unendlichkeit”

Ein sehr sehenswerter Film

Auf einer Party lernen sie sich kennen: Stephen, ein schlacksiger Physiknerd, und Jane, eine hübsche Sprachwissenschaftlerin. Anfang 20 sind sie da. Es ist Liebe auf den ersten Blick. Sie kommen sich näher, alles scheint gut zu werden. Bis Stephen kurze Zeit später an der Autoimmunkrankheit ALS erkrankt. Seine Lebenserwartung: zwei Jahre. Jane bleibt bei ihm. Der Film „Die Entdeckung der Unendlichkeit“ erzählt die Liebesgeschichte zwischen den beiden Briten und zeigt so einen Ausschnitt aus dem Leben des weltberühmten Physikers. Ein sehr gelungener Film, der trotz einiger Kitschmomente sehenswert ist und nachhaltig berührt. Weiterlesen »

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8. Dezember 2014

Flimmerkasten: “Magic in the Moonlight”

Der neue Film von Woody Allen: Magic in the Moonlight

Er sägt Frauen auseinander und lässt Elefanten verschwinden: Der Brite Stanley (Colin Firth) ist in den 1920er-Jahren ein erfolgreicher Magier. An Übersinnliches und Mystik glaubt er gleichwohl nicht, dem Rationalen ist er zugewandt. So scheint er der Richtige zu sein, um einem guten Freund zur Hilfe zu ereilen und eine Hellseherin (Emma Stone) zu enttarnen. Sie treibt äußerst charmant ihr Unwesen – Männerherzen verdreht sie außerdem dabei. Mit „Magic in the Moonlight“ hat Woody Allen eine nette Komödie geschaffen, die jedoch nach „Blue Jasmine“ eher enttäuschend ist. Weiterlesen »

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25. November 2014

Flimmerkasten: “Einer nach dem anderen”

Bitterböse skandinavische Komödie: “Einer nach dem anderen”

Er packt die Leichen in Hühnerdraht und schmeißt sie den Wasserfall hinunter – eine nach der anderen. Nils schwört Rache, nachdem Ganoven von der Mafia seinen Sohn töteten. Er beginnt die Verantwortlichen zu eliminieren, arbeitet sich dabei vom Handlanger zum Boss hoch. Mal erwürgt er sie, mal erschießt er sie. Rot vs. Weiß: Blut fließt reichlich in der schneebedeckten Landschaft Norwegens. „Einer nach dem anderen“ ist eine bitterböse skandinavische Komödie, die voll subtilem und groteskem Humor ist. Ganz im Stil von „Adams Äpfel“. Weiterlesen »

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2. November 2014

Flimmerkasten: “Le passé – Das Vergangene”

Ein wunderbarer Film: „Le Passé – Das Vergangene“

Es ist ein sehr leiser Film, doch so voller Spannung, Emotion und wundervoller Schauspieler. Der Iraner Asghar Farhadi hat mit „Le Passé – Das Vergangene“ ein kleines Meisterwerk geschaffen. Weiterlesen »

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Hallo, ich bin Miriam

Stets bin ich auf der Reise: durch Karlsruhe, die Kultur und die Welt. Dabei begegnen mir immer wieder interessante Menschen, Bücher, Filme und anderer Krimskrams. Damit all diese Erfahrungen und Eindrücke nicht einsam in meinem Kopf schwirren, gibt es diesen Blog. Aus Grau wird Kunterbunt.

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