22. August 2014

Flimmerkasten: “Das Mädchen Wadjda”

Einblick in das Leben in Saudi-Arabien

Sie trägt Chucks sowie Jeans unter ihrem Schleier und vertickt Mixtapes: Wadjda ist elf Jahre alt und weiß genau, wie sie am besten Geschäfte macht. Sie ist lebenslustig und voller Energie. Ihr größter Traum: Ein grünes Fahrrad, mit dem sie ein Rennen mit dem Nachbarsjungen fahren kann. Das große Problem: Wadjda lebt in Saudi-Arabien, dort ist das für ein Mädchen quasi unmöglich. Statt mit Rädern durch die Gegend zu flitzen, tragen bereits kleine Damen einen Schleier und müssen brav und anständig sein. Wadjda ist aber eine Kämpferin und gibt ihren Traum nicht so schnell auf. Weiterlesen »

keine Kommentare
14. Juni 2014

Flimmerkasten: “Boyhood”

Vom kleinen Jungen zum Mann: “Boyhood”

Verträumt liegt der kleine Mason ganz zu Beginn von „Boyhood“ im Gras. Er schaut nach oben, Richtung Himmel, so lange, bis ihn seine Mutter holt, ihn ins Auto setzt und mit ihm nach Hause fährt. Mason ist zu diesem Zeitpunkt sechs Jahre alt. Eine kleine Stupsnase ziert sein Gesicht, seine braunen Haare fallen ihm ins Gesicht, sensibel ist er und seine Schwester nervt ihn mit Britney Spears-Liedern ganz gewaltig. Am Ende des Films ist aus dem kleinen Junge ein 18-Jähriger mit kantigem Gesicht geworden – sein Herz schlägt für die Fotografie. Und wie das Leben spielt, das versteht er nicht so ganz. Vor allem wenn es um Mädchen geht. Weiterlesen »

keine Kommentare
3. Juni 2014

Flimmerkasten: “Monsieur Claude und seine Töchter”

Herrlich unterhaltsam: „Monsieur Claude und seine Töchter“

Monsieur Claude hat es nicht einfach. Nur das Beste möchte der Notar aus der französischen Provinz für seine vier adretten Töchter. Mit katholischen Ehemännern sollen sie glücklich werden. Doch es ist wie verhext. Seine drei ältesten Mädchen heiraten statt eines konservativen Franzosen lieber einen Chinesen, einen Juden und einen Muslim. Eine kunterbunte Mischung sitzt so bei Familientreffen am Tisch zusammen. Ein Spiegelbild der Multi-Kulti-Nation im heimischen Wohnzimmer. Das Familienoberhaupt kann es nicht fassen. Sticheleien, Reibereien und Konflikte reihen sich während des Essens aneinander. Handgreiflichkeiten: nicht ausgeschlossen. Weiterlesen »

1 Kommentar
25. März 2014

Flimmerkasten: “Die Bücherdiebin”

Bücher als Rettung im Zweiten Weltkrieg

Es ist der Tod, mit dem alles beginnt – und endet. Als düsterer Sprecher fungiert er in „Die Bücherdiebin“ und erzählt die Geschichte von Liesel Memminger. Einem neunjährigen Mädchen, das kurz vor und während des Zweiten Weltkriegs Romane stiehlt und mit den Schrecken der Naziherrschaft konfrontiert wird.

Unbedingt wollte ich diesen Film im Kino sehen. Die literarische Vorlage von Markus Zusak las ich vor etwa drei Jahren. Sie bewegte mich sehr. Ein wenig suspekt fand ich zwar zu Beginn, dass der Roman aus der Perspektive des Todes geschrieben ist, als ich mich aber nach wenigen Seiten daran gewöhnt hatte, konnte ich nicht mehr davon lassen. Vor allem das Ende haute mich um. Weiterlesen »

keine Kommentare
24. Januar 2014

Flimmerkasten: “Hannas Reise”

Soziales Engagement mit Hintergedanken: Hannas Reise

Sie ist oberflächlich, berechnend und absolut kein sozialer Mensch: Hanna (Karoline Schuch) studiert BWL und lebt mit ihrem Freund in der typischen Kapitalisten-Welt. Höher, schneller, weiter. Wie komme ich nach der Uni schnell zu einem prestigeträchtigen und lukrativen Job? Diese Frage treibt Hanna um. So flunkert sie in einem Vorstellungsgespräch bei einer Unternehmungsberatung – gibt vor, in den Semesterferien nach Isarel fliegen zu wollen, um sich dort um jüdische Menschen zu kümmern. Der Sozialbonus ist ihr damit sicher. Perfekt, denkt sie.

Fest geht Hanna davon aus, dass ihre Mutter (Suzanne von Borsody), die für den Friedensdienst solche Reisen vermittelt, ihr ein entsprechendes Zertifikat fälscht. Doch die sozial engagierte Frau denkt gar nicht daran, ihrer Tochter diesen Gefallen zu tun. So bleibt der Studentin nichts anderes übrig, als sich tatsächlich in den Flieger nach Tel Aviv zu setzen. Es wird eine Reise, die die junge Frau verändert. Weiterlesen »

keine Kommentare
13. Januar 2014

Flimmerkasten: “Nebraska”

Wunderbare Milieu-Studie

Es ist ein unverhofftes Wiedersehen mit Saul, dem zwielichtigen Anwalt aus Breaking Bad – in Schwarz-Weiß und ganz ohne Drama. Bob Odenkirk spielt in „Nebraska” den Fernsehmoderator Ross. Es ist eine kleine Nebenrolle, die er in dem melancholischen Roadmovie von Alexander Payne ergatterte. „Nebraska“ ist eine wunderbare Milieu-Studie über die Menschen im Mittleren Westen der USA – mit bittersüßem Humor. Weiterlesen »

keine Kommentare
6. Januar 2014

Flimmerkasten: “Blau ist eine warme Farbe”

Ganz schön viele Emotionen

Minutenlange Sexszenen, ein Ozean voller Tränen und ganz schön viel Gefühlschaos – selten habe ich einen Film gesehen, der mich emotional so berührte, wie „Blau ist eine warme Farbe“. Obwohl das Werk von Regisseur Abdellatif Kechiche drei Stunden lang ist, langweilte ich mich keine einzige Sekunde. Im Gegenteil: Es ist ein wunderbar einfühlsames und sensibles Werk, das der Tunesier auf die Leinwand zauberte. 179 Minuten voller Liebe, ganz ohne Kitsch. Einzig die zahlreichen und teilweise sehr langen intimen Szenen zwischen beiden Frauen hätten einen Ticken kürzer ausfallen dürfen. Weiterlesen »

keine Kommentare
29. Dezember 2013

Flimmerkasten: “Only Lovers Left Alive”

Der neue Film von Jim Jarmusch

Zu Jim Jarmusch-Filmen habe ich ein ambivalentes Verhältnis. Während mich „Broken Flowers“, „Coffee and Cigarettes“ oder auch „Night On Earth“ sehr gut unterhielten, war „Dead Man“ eine nicht zu bewältigende Herausforderung. Gleich zwei Mal versuchte ich ihn in unterschiedlicher Gesellschaft auf DVD anzuschauen, jedes Mal schliefen alle Beteiligten ein.

Nun lief am Donnerstag das neueste Werk von Jim Jarmusch an: „Only Lovers Left Alive“, ein Film über ein Vampir-Ehepaar. Sehr skeptisch war ich, ob mich eine Geschichte mit Blut saugenden Geschöpfen wirklich mitnimmt. Doch jede Sorge war unbegründet – der Film ist äußerst sehenswert, wenn auch der Spannungsbogen gering und es an manchen Stellen ein wenig langatmig ist. Macht am Ende aber nichts. In „Only Lovers Left Alive“ stimmt jedes Detail – sowohl visuell als auch akustisch. Weiterlesen »

keine Kommentare
12. Dezember 2013

Flimmerkasten: “Imagine”

Über eine Blindeneinrichtung in Lissabon: Imagine

Er schnipst mit den Fingern, klatscht in die Hände und bahnt sich mithilfe des Echos seinen Weg durch Lissabon. Ian (Edward Hogg) ist blind. Zur Orientierung hat er sich seine ganz eigenen Methoden antrainiert. Auf einen Stock verzichtet er. Stattdessen schätzt er mithilfe von Geräuschen Entfernungen ein und versucht so, Hindernisse zu umgehen. Das gelingt ihm mal mehr, mal weniger. Zahlreiche Schrammen zieren sein Gesicht, Blutkrusten erinnern an Stürze und Kollisionen.

Ian kommt nun an eine private Blindeneinrichtung in Lissabon und soll dort den Kindern bei der Orientierung im Alltag helfen. Doch seine alternativen Methoden geraten an ihre Grenzen und sorgen für Ärger. Weiterlesen »

keine Kommentare
3. Dezember 2013

Flimmerkasten: “Inside Llewyn Davis”

Der neue Film der Coen-Brothers: Inside Llewyn Davis

Ein Film der Coen-Brothers über einen erfolglosen Folkmusiker – seit Wochen freue ich mich schon auf den Kinostart von „Inside Llewyn Davis“. Ungeduldig zählte ich bereits die Tage bis zum 5. Dezember, schaute gefühlte 30-mal den Trailer. Nun wurde meine Wartezeit verkürzt: Der Film flimmerte gestern Abend in der Sneak Preview über die Leinwand. Meine Erwartungen wurden nicht enttäuscht. Es ist ein wunderbarer Film. Die Schauspieler, die Musik, die Bilder, die Dialoge: Es passt einfach alles. Weiterlesen »

keine Kommentare

Hallo, ich bin Miriam

Stets bin ich auf der Reise: durch Karlsruhe, die Kultur und die Welt. Dabei begegnen mir immer wieder interessante Menschen, Bücher, Filme und anderer Krimskrams. Damit all diese Erfahrungen und Eindrücke nicht einsam in meinem Kopf schwirren, gibt es diesen Blog. Aus Grau wird Kunterbunt.

Newsletter abonnieren
Etwas verloren?
Vergangenes
Facebook
Instagram
Instagram@miriam_steinbach