8. März 2014

Melodien: “Ein Abend mit Arthur Gepting”

Arthur

Arthur Gepting sah ich im vergangenen Herbst zum ersten Mal beim Songslam im Kulturraum „Kohi“. Ganz in Schwarz gekleidet stand er mit seiner Akustikgitarre auf der Bühne, stimmte im Halbfinale sein Lied „Beaugency“ an. Vom ersten Takt an hatte er meine gesamte Aufmerksamkeit. Melancholisch, voller Gefühl. Sehnsucht. Arthur Gepting berührte mich mit diesem Lied. Er schaffte es ins Finale. Und blieb in meinem Kopf. Als ich vor wenigen Wochen eine Email von ihm in meinem Postfach entdeckte, beschloss ich, mich mit ihm zu treffen.

[bandcamp width=350 height=470 album=1716223126 size=large bgcol=ffffff linkcol=0687f5 tracklist=false]

Seine neue EP hat der 24-Jährige an diesem verregneten Abend dabei, schiebt sie mir über den Tisch. Fünf Songs sind darauf, inklusive Intro und Outro. „Friend, Foe And Lover“ lautet der Titel. „Produziert hat sie Dr. Robin von Both“, erzählt Arthur. Jedes Lied erzählt eine Geschichte, aufgeteilt in verschiedene Akte, quasi eine Tragödie. „Die CD ist eine Herausforderung, als Hintergrundmusik eignet sie sich nicht“, sagt er. Dem Text lauschen: unabdingbar. Es sind sehr intime Aufnahmen geworden.

Außer der Musik macht Arthur gerade sein Diplom an der Kunstakademie. Bis zum Sommer möchte er damit fertig sein. „An der Akademie hatte ich 2009 auch meinen ersten Auftritt in Karlsruhe“,  erinnert er sich. Es war auf einer Semesterparty und die Resonanz war toll. „Das motivierte mich, weiterzumachen.“

Arthurs Ursprünge liegen im Punk. „Mit 15 Jahren hatte ich meine erste Band.“ Damals lebte er noch in einem kleinen Dorf im Odenwald, eckte in dem scheinbar friedlichen Idyll mit seinem dunklen Aussehen und der lauten Musik an. „Es war schwierig für uns, dort Auftritte zu bekommen“, sagt er mit Blick zurück.

Als er nach dem Abitur nach Karlsruhe zum Studieren kam, machte er alleine weiter. Folk, Country und ganz viel Drama: Arthurs Musik wurde facettenreicher. „Gefühlsdusseligkeit versuche ich zu vermeiden“, betont er. Nicht weinerlich, sondern direkt soll es sein. „Was bewegt mich?“ Das spiegle sich in seinen Songs wider, sagt der 24-Jährige. Das Resultat: Lieder über Liebe, Freundschaft, Hass. Im Mai 2013 erschien seine erste EP mit vier Liedern. „Money For The Saints“ heißt sie.

Ein musikalischer Landstreicher auf Tour: Bereits 2010 trat Arthur im Kohi bei einem Songslam auf, gewann. Seither hatte er zahlreiche Auftritte, durfte im Herbst vergangenen Jahres in Karlsruhe den Support für die Band „Candellila“ machen. „Das lief so gut, dass ich mit ihnen auch in Passau spielte“, sagt Arthur. Ansonsten sei es in Karlsruhe ein wenig schwierig, an Auftritte zu kommen. „Bei der Liedermachernacht im Vanguarde wäre ich gerne dabei.“ Oder “Das Fest” reize ihn sehr.

Fest eingeplant ist dagegen schon die Tour mit Joe Astray. „Wir wollen im Herbst durch Deutschland reisen, eine gemeinsame EP soll es vorher noch geben“, verrät Arthur. Gerade seien sie dabei, Locations zu buchen sowie Flyer und Plakate zu entwerfen. „Ich freue mich auf die nächste Zeit, es bleibt spannend“, ist sich der 24-Jährige sicher.

Weitere Infos:
https://arthurgepting.bandpage.com/
https://www.facebook.com/arthurgepting

keine Kommentare
8. Januar 2014

Heimat: “Liedermachernacht”

Sie schreibt ihre eigenen Texte, spielt verschiedene Instrumente und möchte mit ihrer Musik bewegen: Die Karlsruher Sängerin „Petite Rouge“ tritt am Freitag, 10. Januar, gemeinsam mit Sophie Steinchen bei der Liedermachernacht im Kulturraum Vanguarde auf. Beginn des Konzerts ist um 21 Uhr. Im Anschluss gibt es eine offizielle Aftershowparty mit dem DJ-Duo Les Artistes.

Liedermachernacht reloaded: Bereits im vergangenen Jahr fand in regelmäßigen Abständen ein Konzertabend mit zwei verschiedenen Künstlern im Kulturraum statt – ein Moderator führte durch das Programm, es gab Interviews, Kameras hielten das Geschehen auf mehreren Ebenen fest. „Wir haben den Ablauf nun ein wenig verändert“, sagt Nora Braun, die die Organisation von Constantin Sanders übernahm. „Es wird nur noch Musik geben.“ Kein Schnickschnack mehr um die Künstler herum.

Ziel der Liedermachernacht sei es nach wie vor, lokalen und regionalen Künstlern eine Plattform zu bieten, betont Nora Braun: „,Petite Rouge‘ und Sophie Steinchen kommen beide aus der Fächerstadt und sind Gesangsschülerinnen von Liv Solveig Wagner.“ Sie präsentieren am Freitagabend etwa zwei Stunde lang ihre eigenen Songs.

Sophie Steinchen singt auf Englisch und verarbeitet in ihren Liedern ihre Gefühle sowie Dinge, die sie um sich herum im Alltag beobachtet. Bei ihrem Konzert im Vanguarde wird sie außerdem ihre erste und gerade frisch gepresste EP mit vier Titeln vorstellen, die sie anschließend auch verkauft.

Die Liedermachernacht soll es 2014 wieder in regelmäßigen Abständen geben, sagt Veranstalterin Nora Braun. „Dazu suchen wir noch Künstler, die Lust haben, im Vanguarde aufzutreten.“

Kontakt: https://www.facebook.com/LiedermacherNachtKarlsruhe?fref=ts

keine Kommentare
27. April 2013

Melodien: “Ein Kaffee mit Astra van Nelle”

373955_240513002680990_1724239006_n

Bei Kaffee und Kippen

Das Haar ist leicht zerzaust, der Blick ein wenig müde, ein Lächeln huscht ihm aber übers Gesicht. Astra van Nelle ist glücklich. Am Vorabend ging in Mannheim seine erste Tour zu Ende. „Es ist super gelaufen“, erzählt er an diesem verregneten Samstagnachmittag in einem Café in Heidelberg. Zehn Auftritte in ganz Deutschland standen auf seinem Plan. Von Lübeck bis nach Stuttgart ging die Reise. Über Hamburg und Berlin. „Der Titel der Tour ,Konzerte und Kater‘ war sehr passend“, sagt der 21-Jährige und lacht. In Hamburg stand er bei einer Veranstaltung vor knapp 700 Leuten auf der Bühne. „Das war bislang mein größter Auftritt.“ Eine großartige Erfahrung, meint er und dreht sich eine Kippe.

Weiterlesen »

3 Kommentare
5. April 2013

Melodien: “Liedermachernacht III im Vanguarde”

Ein Abend mit Alex Mayr und Bischler

Er singt von schlaflosen Nächten und der Angst zu versagen. Sie von ihren Sehnsüchten, der Liebe und davon, aus dem Alltag auszubrechen. Patrick Bischler und Alex Mayr waren zu Gast bei der dritten Liedermachernacht im Vanguarde in Karlsruhe – und verzauberten mit ihren Songs.

Weiterlesen »

keine Kommentare
16. März 2013

Lieblingslied der Woche: “Doppelleben”

keine Kommentare
14. März 2013

Melodien: “Bosse”

Bosse brachte mir bereits vor vielen Jahren ein Freund näher. “Kamikazeherz” lief damals hoch und runter.  Die Beziehung zerbrach, Bosse blieb. Vor allem “Wartesaal” ist eines meiner liebsten Alben überhaupt. Es sind die Texte, die so nahe am Alltag sind, die Melodien, die so schnell ins Ohr gehen, aber auch nach unzähligem Male hören nicht überdrüssig werden. Ich weiß nicht, wie oft mich im Zug auf dem Weg zur Arbeit “Roboterbeine”, “Du federst” oder “Metropole” begleiteten.

Sehr gespannt war ich auf “Kraniche”, das vergangenen Freitag erschien. Es ist ein sehr unbeschwertes Album geworden. Es zündet zwar im Ganzen nicht so schnell wie sein Vorgänger, aber umso häufiger ich es nun hörte, desto mehr hängt mein Herz an den einzelnen Liedern. An dem leicht orientalisch angehauchten “Istanbul”, an “Alter Affe Angst”, an “Vive la danse”, aber ganz besonders an “So oder so”.

Bosse erzählt auf “Kraniche” ganze Geschichten (“Familienfest”), schafft es unglaublich schöne Bilder zu erzeugen (“heulte auf Papier/du warst wie ein Polaroid im Regen), selten hörte ich so genau hin. Für jeden, der die deutsche Sprache und entspannte, eingängige Musik mag, lohnt es sich, zumindest reinzuhören.

“So oder so”:

Das Leben ist bitter und süß wie Feigen
Du musst runterkommen und dich entscheiden
Zwischen hinterher rennen und gelassen
Ich mein’ unverkrampft die Dinge kommen lassen

Denn dein Glück geht tanzen
dein Glück kommt heim

Dinge gehen, Dinge bleiben

Ist nicht gesund, Kampf um Kampf,
weil du es grad nicht ändern kannst

Das Leben beißt, das Leben küsst

Aber was Gutes wird passier’n
und wenns gut ist, bleibts bei dir
Jede Liebe wird irgendwann ans
Licht kommen
Es ist so einfach und nicht schwer
Is nur so, dass es sich nie so anfühlt

Wenn du lebst und lebst und lebst und lebst
(Und Lebst und Lebst und Lebst)

So oder so oder so
So oder so oder so
So

Lalelalela,”lamentier nicht” sagt der Vater zu dem Emo-Mädchen
Unser Herz hängt oft an Dingen,
die schrecklich wehtun und nur austeiln’

Oder eben so für immer bleiben,
weil sie gut tun, passen,heilen und ja
so musst du nicht nur weinen
nur weil irgend ein Idiot gegangen ist

Aber was Gutes wird passier’n
und wenns gut ist, bleibts bei dir
Jede Liebe wird irgendwann ans Licht kommen
Es ist so einfach und nicht schwer
Is nur so, dass es sich nie so anfühlt

Wenn du lebst und lebst und lebst und lebst
(Und Lebst und Lebst und Lebst)

Was Gutes wird passier’n

Wenns gut ist, bleibts hier

Wenn du lebst und lebst und lebst und lebst

Lebst und Lebst und Lebst

keine Kommentare

Hallo, ich bin Miriam

Stets bin ich auf der Reise: durch Karlsruhe, die Kultur und die Welt. Dabei begegnen mir immer wieder interessante Menschen, Bücher, Filme und anderer Krimskrams. Damit all diese Erfahrungen und Eindrücke nicht einsam in meinem Kopf schwirren, gibt es diesen Blog. Aus Grau wird Kunterbunt.

Newsletter abonnieren

Etwas verloren?
Vergangenes
Facebook
Instagram
Instagram@miriam_steinbach