27. Juli 2016

Melodien: „Fettes Brot bei Das Fest“

Die Sprache!!!

Ich bin enttäuscht. Wahrscheinlich bin ich damit eine Ausnahme, weil ganz schön viele Menschen am Samstagabend verdammt viel Spaß mit Fettes Brot hatten. Ich dagegen fluchte ganz schön oft. Warum? Die Sprache!!! Ich fragte mich mehr als einmal: Was ist in den vergangenen zehn Jahren mit den Hamburger Herren bitte passiert?! Waren ihre Songs früher lustig, kreativ und abwechslungsreich („Jein“, „Nordisch ny Nature“, „Emanuela“), singen sie nun einfallslos von der Liebe („Wenn ich bei dir bin, macht alles einen Sinn“), vom „Echo“ („Gib mir ein Echo – ohohoh“) geben post-pubertäre Ausdrücke wie „arschcool“ von sich und malen einen neongrünen Penis an die Wand – und das mit Ü40. Fragezeichen über meinem Kopf. Weiterlesen »

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27. Juli 2015

Melodien: „Ein Abend mit AnnenMayKantereit“

Wow

Ein verschmitztes Grinsen, eine leicht zerzauste Frisur und dann diese Stimme: Henning May sorgte am Sonntagabend für den größten Wow-Moment bei Das Fest 2015. Der Sänger von AnnenMayKantereit haute mit seinem Gesang einfach um. Kraftvoll, sicher und markant. Dazu die eingängigen Melodien und netten Texte auf Deutsch und Englisch. AnnenMayKantereit sind meine liebste Neuentdeckung vom Wochenende. Und bereits am 30. September im Karlstorbahnhof in Heidelberg wieder in der Region live zu sehen. Weiterlesen »

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26. Juli 2015

Melodien: „Ein Abend mit The Subways und The Kooks“

Erinnerung an die Studienzeit

Es gab eine Zeit, da purzelten „The“-Bands quasi im Vierwochen-Takt an die Musikoberfläche. Das war Mitte der 2000er-Jahre. Die Bands kamen primär aus Großbritannien und machten meist melodiöse Gitarrenmusik. Zwei Exemplare: The Subways und The Kooks. Ich studierte gerade, als ihre Debütalben 2005/2006 erschienen – und ich hörte die Songs von „Young for Eternity“ und „Inside In/Inside Out“ hoch und runter. Hatte jede Songzeile auswendig im Kopf und konnte stundenlang in Clubs dazu tanzen. Wie oft ich The Kooks schon live sah, ich habe irgendwann aufgehört zu zählen. Aber sie waren nie in Karlsruhe – und nun endlich: gleich beide Bands bei Das Fest, an einem Abend, hintereinander, wunderbar. Weiterlesen »

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25. Juli 2015

Melodien: „Ein Abend mit Clueso“

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Endlich wieder Clueso

Ein Date mit Clueso in Karlsruhe. Vier Jahre Wartezeit – endlich vorbei. Ort und Uhrzeit wie gehabt: 21 Uhr, Hauptbühne auf dem Fest-Gelände. Nur dieses Mal kommt der Erfurter freitags statt sonntags. Macht aber nix, der Tag ist egal, die Erwartungen sind groß. Ein leicht nervöses Grummeln kommt ab dem frühen Abend in der Magengegend auf. Vorfreude!

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11. März 2014

Melodien: „Sonic Avalanche“

Raus aus dem Studio, rauf auf die Bühne: „Sonic Avalanche“ sind zurück. Am kommenden Freitag, 14. März, präsentieren die vier Jungs im Jubez die Songs von ihrer gerade erschienenen EP „Emily, It’s Future“. Mit dabei sind an diesem Abend außerdem „The Ikarus Effect“ und Mareike Berg.

„Es steckt viel Arbeit in der neuen CD“, erzählt „Sonic Avalanche“-Sänger und Gitarrist Daniel Thomas. Insgesamt drei Monate nahmen sich die Musiker Zeit, um in Weingarten die vier Lieder einzuspielen. Jedes Detail sollte passen. „Wir haben den Schaffensprozess im Studio mit einem Musikvideo dokumentiert“, sagt der 26-Jährige. „Science for Fiction“ heißt es. Die Mühen haben sich gelohnt. Bei einem Auftritt im Substage vor wenigen Wochen war die Resonanz toll.

Ihren Stil beschreiben? „Schwierig“, meinen die Jungs. Rock, Progressive und Indie: Verschiedene Richtungen beeinflussen die Musik von „Sonic Avalanche“, einfache Genreschubladen funktionieren nicht. Jedoch: Wie ein roter Faden ziehen sich die kreativen und klugen Texte, kombiniert mit äußerst angenehmen Melodien, durch die Alben. „Incubus“ lässt grüßen.

2008 erschien die erste „Sonic Avalanche“-EP mit dem Titel „How to define Destiny“. Viel ist seither passiert. Die Band spielte unter anderem in Köln, Hamburg und Frankreich. „Höhepunkt war 2010 der Auftritt am Freitagabend bei ,Das Fest‘, wo wir auf der gleichen Bühne wie später Jan Delay standen“, sagt Sänger Daniel. Außerdem wurde die Band mit dem Preis „Musik ist Kunst“ ausgezeichnet.

„Gerade sind wir dabei, neue Gigs zu organisieren“, verrät der Frontmann. Fix sind bereits die Auftritte am 27. März in der Bruchsaler PZ Lounge, am 8. Mai in der Heidelberger Halle 01 und am 8. August beim Kraichtaler Anti Fruschd. Nun steht aber erstmal der Auftritt im Jubez am Freitag an. Beginn ist um 20 Uhr.

„Sonic Avalanche“ sind Daniel Thomas (Gesang und Gitarre), Daniel Mayer (Gitarre), Fabian Altermann (Bass) und David Büchner (Drums). Weitere Informationen unter www.sonicavalanche.de und https://www.facebook.com/sonicavalanche?fref=ts

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23. Juli 2013

Heimat: Lieblingsmelodien bei „Das Fest'“

Es war der verplante Abgang von Leslie Clio, der mich bei „Das Fest“ am meisten verzückte. „Wo geht ihr denn alle hin?“, fragte sie ihre Bandmitglieder, als diese nach „Told you so“ nacheinander die Bühne verließen. Völlig verdutzt stand sie da, schaute irritiert umher. Ihr Schlagzeuger Max Schröder half ihr grinsend auf die Sprünge: „Leslie, das Konzert ist zu Ende.“

„Oh, achso“, meinte sie dann. „Ok, dann Tschüss.“

Drei Tage lang herrschte in Karlsruhe am Wochenende Ausnahmezustand, mehr als 200 000 Leute waren da und mit Leslie Clio, Bosse und Friska Viljor musizierten einige meiner Lieblingsinterpreten.

Am meisten Freude hatte ich definitv mit Leslie. Die 26-Jährige amüsierte mit ihrer schrägen Show. Ihre Tanzeinlagen: experimentell („die sind ganz neu“), ihr Versuch, bei „I couldn’t care less“ dem Publikum ein Spiel zu erklären: verwirrt. Oder wie sie kurz beim Singen ihr Mikrofon vergisst: upps.

Macht aber alles nix. Im Gegenteil: Nicht nur auf Platte, sondern auch live klingen ihre Retro-Pop-Soul-Songs fabelhaft. Ihre markante Stimme in Kombination mit der Band – das funktioniert hervorragend. Beim Dockville in Hamburg sehe ich sie bald wieder. Toll.

Völlig verquer, aber auch sehr unterhaltsam, das sind die Jungs der schwedischen Band Friska Viljor. Mit ihren weißen Outfits und verzottelten Haaren sahen sie in Karlsruhe aus wie eine Matrosen-Boyband. Sie hatten das Vergnügen am Samstagnachmittag bei hochsommerlichen Temperaturen zu spielen. Trotz der Hitze: Stillstehen kaum möglich. Aber nicht nur Zuhören, sondern auch Zuschauen macht eine Menge Spaß – dank der lustigen Mimik der Bandmitglieder. Immer wieder ziehen sie Grimassen, der Keyboarder grinst quasi das gesamte Konzert durch. Ein Konzert mit den Jungs ist nur zu empfehlen.

Groß war die Freude auch Bosse am Samstagabend auf der Hauptbühne erleben zu dürfen. Ein wenig angespannt wirkte der 33-Jährige. Zig tausend Menschen dürfen aber auch nervös machen. Und Bosse gab alles, erzählte Anekdoten, lustige, politische, tanzte sich in das Publikum, ließ die Fans singen und holte eine Dame auf die Bühne. Am Ende hatte er – auch dank seiner großartigen Band – das „Fest“-Publikum auf seiner Seite.

Neu entdeckt und in mein Musik-Herz geschlossen, habe ich zur späten Stunde am Samstagabend Newton Faulkner. Der Sänger mit den roten Dreadlocks war mir bislang nur durch „Dream catch me“ im Ohr. Eher zufällig bin ich bei dem Konzert gelandet. Ich war begeistert. Was Newton Faulkner mit seiner Gitarre anstellt, das ist großartig.

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Hallo, ich bin Miriam

Stets bin ich auf der Reise: durch Karlsruhe, die Kultur und die Welt. Dabei begegnen mir immer wieder interessante Menschen, Bücher, Filme und anderer Krimskrams. Damit all diese Erfahrungen und Eindrücke nicht einsam in meinem Kopf schwirren, gibt es diesen Blog. Aus Grau wird Kunterbunt.

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