22. Oktober 2017

Heimat: #metoo

Darüber schreiben oder nicht?

Als ich vor einigen Tagen zahlreiche #metoo auf meinem Facebook- und Instagramfeed hatte, war ich keineswegs überrascht. Wenn es um den Machtmissbrauch von Männern in der Arbeitswelt geht, schockt mich gar nichts mehr – leider.

Bereits vor Jahren saß ich mit einer Freundin bei einem Glas Wein und überlegte, ob ich auf dem Blog aus meiner Perspektive darüber schreiben soll, ja, nein? Letztlich entschied ich mich nach dem Abend dagegen, es schien mir zu privat, zu gefährlich.

Aber nun, durch diesen Skandal um Harvey Weinstein, bin ich doch nochmals sehr ins Nachdenken kommen. Ist es tatsächlich nicht gerade der falsche Weg, zu schweigen? Aus Angst und falscher Rücksicht diese Geschichten nur mit sich selbst auszumachen beziehungsweise nur den allerengsten Freunden zu erzählen – und dadurch den Schein aufrechtzuerhalten, dass schon alles in Ordnung ist mit dieser Gesellschaft und der Arbeitswelt? Und mit diesen Männern? Weiterlesen »

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18. Oktober 2017

Melodien: “Ein Abend mit Angus & Julia Stone in Stuttgart”

Schwerer Start!

Es ist ausgerechnet ein Lied von Udo Lindenberg, das den Umschwung bringt. Als Julia Stone „Durch schwere Zeiten“ anstimmt, sich mit ihrem bezaubernden kanadischen Akzent tapfer durch den deutschen Text kämpft, herrscht endlich Ruhe im Publikum, das permanente Hintergrund-Gemurmel hört auf, alle Aufmerksamkeit gilt der Bühne, damit Angus und Julia Stone, ihrer Band und der wunderbaren Musik. Endlich.

Das Konzert beginnt enttäuschend. Nicht etwa, weil Angus und Julia Stone auf der Bühne etwas falsch machen. Nein, im Gegenteil. Mit weißem Häkelkleid und Blumen im Haar sieht Julia aus wie eine Elfe, beginnt den ersten Song „Baudelaire“ fulminant mit der Trompete, auf der Leinwand hinter ihr flimmert ein Meer auf, ein Totempfahl erscheint, die Augen seines Vogelkopfes blitzen und funkeln, immer wieder passt sich das Bühnenbild der Musik an – Schnee fällt bei „Snow“ herab, bei „Big Jet Plane“ ziehen Wolken vorbei. Weiterlesen »

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9. Oktober 2017

Flimmerkasten: “Körper und Seele”

Die Welt steht still

Es ist der Moment, in dem Mária (Alexandra Borbély) in ihrer Wohnung auf die Taste des CD-Players drückt, die Stimme von Sängerin Laura Marling erklingt und die Kamera langsam durch das Zimmer wandert, an einer ausgefallenen roten Deckenleuchte hängen bleibt, verharrt. In diesem Moment bleibt für mich die Welt kurz still stehen: die Musik, die Bilder, die Stimmung, ich bin verzaubert, der Film “Körper und Seele” zieht mich komplett in seinen Bann. Weiterlesen »

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1. Oktober 2017

Fernweh: “Sunny Scotland – Edinburgh”

Hallo fremder Mann!

Falsches Haus, falscher Mann. Es ist kurz vor 9 Uhr und ich stehe in Stockbridge völlig übermüdet in einer fremden Wohnung – meinen riesigen Koffer in der einen, einen Kaffee-Pappbecher in der anderen Hand und meinen vollbepackten Rucksack auf dem Rücken. Fünf Stockwerke bis hoch unter das Dach habe ich den ganzen Krempel geschleppt. Und nun das: „Nein, ich vermiete kein Airbnb-Zimmer“, sagt mir der zunächst noch unbekannte Mann und muss dann lachen. „Komm aber rein, wir schauen zusammen, wo du hinmusst.“ Es ist eine sehr nette Begegnung, die ich gleich zu Beginn in dem hübschen Stadtviertel in Edinburgh habe – und es wird nicht die letzte bleiben.

 

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17. September 2017

Heimat: “Ein Abend mit Markus und Kian von ,interKArt'”

Das sind Markus (links) und Kian

Festival in der Fettschmelze!

Am Ende stehen alle Konzertbesucher im Tollhaus auf. Gerührte und beeindruckte Gesichter überall. Der Applaus dauert minutenlang. Er ist der verdiente Lohn für einen überwältigenden Abend, bei dem Musiker aus der ganzen Welt auf der Bühne vereint sind – aus dem Iran, der Mongolei, Italien und auch Deutschland.

„Wir waren selbst überrascht, wie toll alles lief“, erzählen mir Markus Widmaier und Kian Jazdi nun knapp vier Monate später, in ihren Augen blitzt es dabei, das Grinsen ist riesig. Die beiden Studenten der Hochschule für Musik organisierten mit ihrem interkulturellen Verein „interKArt“ diesen bunten Weltmusikabend – es war die erste Veranstaltung des Vereins, der Beginn seines sozialen Engagements, das nun mit dem dreitägigen Festival „ZwischenRäume“ in der Fettschmelze am letzten Septemberwochenende seine Fortsetzung findet. Weiterlesen »

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5. September 2017

Kurioses: “whatsapp”

Milieu-Studie über whatsapp

Nachrichten schreiben ist eines meiner liebsten Hobbys. Vorrangig über whatsapp. Mr. Zuckerberg muss einen ganz guten Einblick in mein alltägliches Chaos haben. Manchmal stelle ich mir vor, wie er gerade meine Nachrichten mitverfolgt und sich wieder denkt: Mensch, Mensch, Mensch, was ist denn bei dieser Dame schon wieder los?! Dieser Trubel reicht ja für drei weitere Leben.

Seit meine Eltern nun auch whatsapp haben, betreibe ich nebenbei noch eine Milieu-Studie, mein Soziologie-Studium ging eben doch nicht ganz spurlos an mir vorbei. Meine Erkenntnis: Was es bei whatsapp zwischen den Generationen für Unterschiede gibt – ich bin beeindruckt. Weiterlesen »

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30. August 2017

Heimat: “Ein Abend im Café NUN”

Alle Fotos: Café NUN

Ein Wohnzimmer für die Oststadt: Das Café NUN öffnet wieder

Es ist eine kleine, grüne Oase zwischen all dem Asphalt und Beton: Manuel und ich sitzen an diesem Spätsommerabend vor dem Cafe NUN in der Gottesauerstraße 35 auf Holzstühlen – umgeben von Beeten, in denen Zucchini und Radieschen munter vor sich hin wachsen, und großen Grünpflanzen, die die Autos, die gelegentlich vorbei sausen, verdecken und so vergessen lassen, dass wir uns inmitten der Stadt befinden.

Am 29. September, 11 Uhr, eröffnet das Café NUN wieder – nach zwei Jahren Pause. Selten habe ich mich so sehr über eine Nachricht aus dem Karlsruher Stadtleben gefreut. Deshalb habe ich Manuel geschrieben, wollte mich mit ihm treffen, um zu erfahren, was nun alles geplant ist. Es hört sich wunderbar an: Konzerte, DIY-Workshops, Ausstellungen und feste Öffnungszeiten von mittwochs bis samstags – das Café NUN kommt mit einem bunten Angebot zurück. Die erste kulturelle Veranstaltung ist am 3. Oktober mit dem Kabarett von „Die Wahrhaft Schwachen“ anlässlich der Karlsruher Literaturtage. Weiterlesen »

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22. August 2017

Heimat: “The Great Graphic Boom” in der Staatsgalerie Stuttgart

Schimmelkäse und Olive

Lachs, Marmelade, Diät-Drinks: Ed Ruscha hat eine ganz besondere Vorliebe. Der Künstler aus den USA experimentiert bei seinen Arbeiten gerne mit Lebensmitteln. Bei seinem Siebdruck „Green Cheese Mold Standard with Olive“ dominieren die pastellgrünen und ins Türkis gehenden Töne, hinterlassen einen leicht bedrohlichen, fahlen Eindruck, besonders in Kombination mit den Tankschläuchen, die wie Henkerschlingen von den Zapfsäulen baumeln. Die Tankstelle wirkt verlassen, droht die Apokalypse, ein Atom-Krieg?

„Green Cheese Mold Standard with Olive“ ist eine von etwa 200 Graphiken, die noch bis 5. November in der Sonderausstellung „The Great Graphic Boom“ in der Sterling-Halle der Staatsgalerie Stuttgart zu sehen sind. Sie vereinen unterschiedliche Stilrichtungen der amerikanischen Druckgraphik von 1960 bis 1990 von 22 verschiedenen Künstlern. Darunter sind unter anderem Pop-Art-Arbeiten von Andy Warhol, Roy Lichtenstein sowie Abstrakter Expressionismus von Jackson Pollock. Dank der Veranstaltung #museumsbande, einer gemeinsamen Aktion von elf Karlsruher und Stuttgarter Museen, bekam ich einen Einblick in die bunte und sehr interessante Ausstellung. Weiterlesen »

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6. August 2017

Schmöker: Ein Abend mit Fatma Aydemir und ,Ellbogen’ im Kohi”

Wut und schlechte Laune

Fatma Aydemir und ihre “Ellbogen”-Protagonistin Hazal könnten unterschiedlicher kaum sein: Während die Autorin studierte, inzwischen Redakteurin bei der Taz ist, für Magazine schreibt und nun erfolgreich ihren Debütroman veröffentlichte, eiert Hazal in Berlin perspektivlos vor sich hin, steckt unmotiviert in berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahmen und läuft schnurstracks auf die Katastrophe zu. Aber trotzdem, eines haben sie dann doch gemeinsam: Sie sind beide wütend und schlecht gelaunt. Weiterlesen »

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31. Juli 2017

Fernweh: “Ein Tag in Jerusalem”

Jerusalem – ein Tag voller unglaublicher Eindrücke

Punkt 6 Uhr klingelt der Wecker. Puuh. Unser Ausflug nach Jerusalem beginnt früh. Um möglichst viel an einem Tag sehen zu können, haben wir uns für eine geführte Tour mit dem Anbieter „Viator“ entschieden. Eines der teuersten Angebote, aber dafür auch eines der umfangreichsten. Auf uns wartet ein Tag voll gepackt mit Geschichte, Religion und unglaublichen Bildern. Es ist so bewegend, dass der Ausflug selbst Monate später noch unglaublich präsent in meinem Kopf ist. Weiterlesen »

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Hallo, ich bin Miriam

Stets bin ich auf der Reise: durch Karlsruhe, die Kultur und die Welt. Dabei begegnen mir immer wieder interessante Menschen, Bücher, Filme und anderer Krimskrams. Damit all diese Erfahrungen und Eindrücke nicht einsam in meinem Kopf schwirren, gibt es diesen Blog. Aus Grau wird Kunterbunt.

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