16. Januar 2018

Kurioses: “Irrungen in Israel – Teil I”

Life is what happens to you while you’re busy making other plans

Manchmal läuft es im Leben kreuz und quer, das ist okay, daran bin ich gewöhnt. Doch nun hat das Chaos meinen Urlaub kräftig durcheinander gewirbelt – so sehr, dass ich irgendwann nur noch dachte: Man man man, was habe ich eigentlich in meinem früheren Leben für unmoralische Dinge angestellt, dass mein Karmakonto so im Minus ist.

„Life is what happens to you while you’re busy making other plans“ – diese weisen Worte von John Lennon ploppten bereits am ersten Tag in Israel auf – und sie blieben bis zum Schluss.

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13. Januar 2018

Flimmerkasten: “La Mélodie – Der Klang von Paris”

Sozialprojekt mit Geigen

Der Ton untereinander ist rau, die Stimmung explosiv. Als Musiker Simon Daoud an eine Pariser Brennpunktschule kommt, um einer Klasse Geigenunterricht zu geben, stößt er schnell an seine Grenzen. Anstatt zuzuhören, kommentieren die Schüler alles mit wenig Interesse, beleidigen sich gegenseitig – und auch Simon Daoud bekommt die Häme ab, so sehr, dass er sich bereits nach wenigen Schulstunden verliert. Das Ziel, an der Philharmonie in Paris ein Konzert zu geben, scheint unerreichbar.

„La Mélodie – Der Klang von Paris“ erzählt auf sehr realistische und einfühlsame Weise von einem Projekt an einer Schule in einem Banlieue in der französischen Hauptstadt. Die Geschichte, hinter der der Regisseur Rachid Hami steht, ist fiktiv, wirkt aber wohl deshalb so authentisch, weil es tatsächlich solch ein Projekt in Paris gibt. Und: Die Schüler, zwischen 12 und 13 Jahre alt, sind keine Schauspieler, sondern wurden extra für den Film in Pariser Schulen ausgesucht.

Besonders Alfred Renely, der den begabten und sensiblen Arnold spielt, sticht hervor. Allein ihm dabei zuzusehen, wie er über den Dächern von Paris mit Geduld, Konzentration und Hartnäckigkeit das Geigenspielen lernt, ist es wert, in diesen Film zu gehen. Weiterlesen »

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27. Dezember 2017

Heimat” Ein Nachmittag mit Johanna Wohlgemuth”


Aus Gedanken werden Worte

Selbst nachts hat Johanna Wohlgemuth ihr Notizbuch immer griffbereit. Wenn im Halbschlaf ihre Gedanken kreisen, plötzlich eine neue Idee für ihren Roman entsteht, schaltet sie schnell die Nachttischlampe an, greift zum kleinen Buch mit farbigem Einband – und zum Kugelschreiber. Aus Gedanken werden Worte. “Ich muss einfach schreiben, ich habe gar keine andere Wahl”, erzählt mir die 29-Jährige, als wir uns an einem kalten Vorweihnachtstag in einem Café in Karlsruhe treffen. “Mein Kopf würde sonst platzen.”

Johanna und ich sind uns zum ersten Mal begegnet, als ich im vergangenen Jahr für den Blog über “beschriftet” schrieb. Die 29-Jährige ist Gründungsmitglied dieser Literatengruppe, die regelmäßig in Karlsruhe Lesungen hält. 2017 hat Johanna nun auch einige Veranstaltungen alleine bestritten. Der Anlass: Die Veröffentlichung ihres ersten Romans “Frau Schnieder kehrt heim”, der beim Gorilla Verlag erschienen ist.   Weiterlesen »

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19. Dezember 2017

Flimmerkasten: “Aus dem Nichts”

NSU-Drama: Langweile kommt keine auf!

Hmmm. Hin- und hergerissen sitze ich beim Abspann von „Aus dem Nichts“ in meinem Kinosessel. Mit einem großen Wumm endet der neue Film von Fatih Akin – und auch die 106 Minuten davor sind voller Dynamik und Spannung. „Aus dem Nichts“ berührt, erschüttert und lässt mich am Ende erschlagen und nachdenklich zurück.

Doch, irgendwie, so ganz rund ist der Film zunächst nicht für mich. An einigen Stellen bin ich sehr irritiert, vor allem deshalb, weil in meinem Kopf ständig der Vergleich mit dem tatsächlichen NSU-Geschehen abläuft. Regisseur Fatih Akin hat die Parallelen auch bewusst gesetzt. Im Abspann erinnert er nochmals an die Untaten von Beate Zschäpe, Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos. Weiterlesen »

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10. Dezember 2017

Fernweh: “Zauberhafte Isle of Skye”

Hier ist es schön, hier bleibe ich!

Es gibt Momente, da weiß ich einfach, dass ich genau richtig bin, dass das ein Ort ist, an dem ich bleiben möchte.

Genau so geht es mir an diesem verregneten Morgen im Cafe 1925 in Armadale auf der Isle of Skye. Ich sitze in dem alten Postcontainer auf meinem Stuhl, schaue mich um, sehe den Backpacker, der neben mir in seinem Buch liest, höre hinter mir zwei ältere Damen schwatzen und an der Theke einen kleinen Jungen mit seinen Autos spielen. Selbst gebackene Kuchen stehen neben frisch gebackenem Brot an der Seite des Cafés und bunte Papierwimpel dienen als Deko.

Hier in Armadale würde ich gerne länger bleiben, einfach den ganzen Tag schreiben, spazieren gehen und die Ruhe genießen. Dieser Mini-Ort auf der Isle of Skye verzaubert mich. Weiterlesen »

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4. Dezember 2017

Heimat: “Ein Nachmittag bei ,Open Codes’ im ZKM”

Eine Falle aus Salz

Mitten in einem weißen Salzkreis steht das selbstfahrende Auto. Hinter ihm befinden sich die wuchtigen Berge des Parnass, die Straße liegt vor ihm. Das Problem: Das Auto startet nicht. Denn der Salzkreis blockiert das Computersystem des selbstfahrenden Fahrzeugs.

“Autonomous Trap” heißt diese Fotografie von James Bridle. Sie ist Teil der Ausstellung “Open Codes” im Zentrum für Kunst und Medien (ZKM) Karlsruhe. Das Besondere daran: Das ZKM hat nach eigenen Aussagen mit “Open Codes” ein einzigartiges bildungspolitisches Experiment geschaffen.

Konkret heißt das: “Open Codes” soll Bürgern das Thema “Digitalisierung” näher bringen. Schließlich sind Codes in unserem Alltag inzwischen omnipräsent: Sie bestimmen beispielsweise was wir auf unserem Facebook-Feed sehen, mit ihnen lassen sich Haustüren ver- und entsperren, und sie nehmen eben auch bei der Entwicklung von selbstfahrenden Autos eine Schlüsselrolle ein.

Als ich von der Ausstellung las, war meine Neugierde geweckt. Sowohl bei der Arbeit als auch privat begegnet mir das Thema Digitalisierung immer wieder. Ich wollte mehr wissen und verstehen, was es mit analogen Codes (Morsezeichen oder Gebärdensprache) und eben diesen digitalen Codes auf sich hat. Besonders der Zusatz, dass “Open Codes” zur Bürgerbildung beitragen möchte, machte mir Hoffnung, dass nicht alles völlig abstrakt ist, sondern ich auch tatsächlich einen Zugang bekomme und die Digitalisierung danach noch besser verstehen werde – leider ist das nun nicht geschehen.

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1. Dezember 2017

Heimat: “Spätjahresputz”

Tschüss!

Das Jahr neigt sich dem Ende zu. 2017 war ein besonderes Jahr: Ich habe mal gründlich ausgemistet. Nicht etwa meine Wohnung und meinen Kleiderschrank. Nein, meinen Freundeskreis, es war dringend notwendig.

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27. November 2017

Schmöker: “Ein wenig Leben” von Hanya Yanagihara

Eine emotionale Wucht!

Ich hoffte, litt und bangte – und am Ende war ich emotional komplett am Ende. „Ein wenig Leben“ hat mich in einen gewaltigen Gefühlsstrudel gerissen. So sehr, dass ich Autorin Hanya Yanagihara auf einigen Seiten dafür verfluchte, wie sie mir nur solch eine traurige Geschichte zumuten kann.

Aber auf den meisten der knapp 1.000 Seiten war ich ihr zutiefst dankbar, dass sie dieses wunderbare Buch geschrieben hat – einen literarischen Orkan, der zwar erstmal alles platt macht, in die schlimmsten menschlichen Abgründe führt, mir schrecklich oft die Tränen in die Augen trieb, aber gleichzeitig soviel Weisheit und Klugheit offenbart. Die Wortwahl, die Anordnung der Sätze, die Handlungsstruktur: „Ein wenig Leben“ ist ein Roman, der mich unglaublich bereicherte und mich sehr zum Nachdenken brachte. Er ist für mich ein Meisterwerk. Weiterlesen »

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14. November 2017

Schmöker: “Ein Abend mit Stefanie Sargnagel”

Happy End für Stefanie Sargnagel

Stefanie Sargnagel ist erwachsen geworden. Ein bisschen zumindest. Statt tagelang verkatert zu sein und sich mit Minimal-Budget durchs Leben zu kämpfen, macht die 32-Jährige nun tatsächlich Sport, geht zur Psychotherapie und trägt an diesem Abend auf der Bühne ganz besondere Ohrringe: zwei Exemplare aus der Schmuckkollektion von Natascha Kampusch. “60 Euro haben sie gekostet”, erzählt sie. Das sei nun drin bei ihrem Erfolg und dem vielen Geld – also gemessen an ihren Verhältnissen. Von einem Leben mit Alkoholproblemen an der Wiener Kunstakademie hin zur erfolgreichen Autorin: “Das ist doch mal eine Geschichte mit Happy End”, resümiert sie zufrieden.

Selbstironisch, sarkastisch, politisch: Es ist ein riesiges Vergnügen, Stefanie Sargnagel dabei zuzuhören, wie sie im ausverkauften P8 in Karlsruhe unter anderem aus ihrem neuen Buch “Statusmeldungen” vorliest, gesellschaftliche Entwicklungen und sich selbst analysiert sowie von ihren Erfahrungen in einem Callcenter berichtet. Das hat Witz, Treffsicherheit und Intelligenz. Weiterlesen »

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8. November 2017

Heimat: Ein Morgen bei Miriam und Sven in der Patisserie Ludwig”

Das sind Miriam und Sven.

Wie im Museum!

Grüne Pistaziensplitter haben sich auf weißen Baiserklecksen versammelt, dicht daneben befinden sich kleine Feigenstückchen. Unter ihnen ist eine fein geschichtete Mischung aus Feigenkompott, Mandelcrumble und Käsekuchencreme. „Cheesecake Feige“, der Name dieser Kreation ist festgehalten mit schwarzer Schrift auf weißem Papier an der Vitrine.

Dieses Törtchen ist nur eines von zahlreichen süßen Kunstwerken, die in der neuen Filiale der Patisserie Ludwig Am Stadtgarten 15 liegen. Macarons, Tartes, Eclairs: Sie sind alle perfekt beleuchtet. Ebenso wie die Quiches, Croissantes, Baguettes und die vielen anderen Köstlichkeiten, die daneben in Körben liegen. In den Regalen stehen außerdem Schoko-Nikoläuse und Adventskalender bereit.

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Hallo, ich bin Miriam

Stets bin ich auf der Reise: durch Karlsruhe, die Kultur und die Welt. Dabei begegnen mir immer wieder interessante Menschen, Bücher, Filme und anderer Krimskrams. Damit all diese Erfahrungen und Eindrücke nicht einsam in meinem Kopf schwirren, gibt es diesen Blog. Aus Grau wird Kunterbunt.

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