23. Juni 2022

Flimmerkasten: Liebe und Anarchie

“Liebe und Anarchie”: Warum die zweite Staffel fantastisch ist!

Sie ist schön, ehrgeizig und erfolgreich: Sofie (Ida Engvoll) hat mit Mitte 30 alles erreicht, was in einem gutbürgerlichen Leben wichtig ist. Mit ihrem Mann und den zwei Kindern lebt sie in einer Designerwohnung mitten in Stockholm, als Beraterin verdient sie eine Menge Geld, ihre Freizeit verbringt sie auf hippen Partys. Es ist ein Leben wie im Bilderbuch.

Doch als sie wegen eines neuen Auftrags zu einem konservativen Verlag kommt, trifft sie dort auf den jungen IT-Techniker Max (Björn Mosten). Es knistert zwischen ihnen – nach und nach gerät Sofies geregeltes Leben immer mehr aus den Fugen. Ihre Welt steht Kopf.

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20. Juni 2022

Karlsruhe: “Kulturfestival Hereinßpaziert”

Silke Roth, Kathi Bauer und Isabella Münnich
Das sind Kathi, Silke und Isabella (von links)

Drei Vereine organisieren das Festival “Hereinßpaziert” in der Schauenburgstraße 5

Sonnenstrahlen knallen vom Himmel, als ich am Samstagmittag auf dem Gelände des Panomaravereins in der Schauenburgstraße 5 ankomme. Trotz der Hitze läuft der Aufbau für das Kulturfestival „Hereinßpaziert“ auf Hochtouren. Große Autos rollen an, Helfer*innen entladen Equipment und fahren es mit Transportwagen in die Räume des ehemaligen Elektrogroßhandels.

Verabredet bin ich an diesem Mittag mit Silke Roth, Kathi Bauer und Isabella Münnich. Sie sind Teil des interdisziplinären Vereins „die Anstoß“, der gemeinsam mit dem Panoramaverein und dem Verein „Nägel mit Köpfen“ das dreitägige Festival von 24. bis 26. Juni veranstaltet. Es ist die offizielle Eröffnung des neuen soziokulturellen Zentrums des Panoramavereins, für das es derzeit noch keinen Namen gibt.

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14. Juni 2022

Melodien: “Ein Wanderkonzert mit Flavian Graber”

Ein “Wanderkonzert” mitten in der Natur mit Flavian Graber

Als Flavian Graber vor vier Jahren mit seiner mobilen Disco-Bar-Box im Tollhaus Karlsruhe auftritt, kreuzen sich zum ersten Mal unsere Wege. Der ehemalige Frontmann der Band „We invented Paris“ spielt dort mit verschiedenen lokalen Musikern ein illustres Konzert, bei dem Indie-Pop, Folk und elektronische Klänge aufeinandertreffen.

Seit einem Jahr ist Flavian Graber nun als Solokünstler unterwegs und kommt am kommenden Donnerstag, 16. Juni, zu einem „Wanderkonzert“ nach Leopoldshafen (Landkreis Karlsruhe) – sein erster Auftritt dieser Art außerhalb der Schweiz.

Ich habe den Musiker, der mit seiner Frau und seinen drei Kindern in der Nähe von Basel lebt, gefragt, was die Besucher*innen genau erwartet.

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8. Juni 2022

Flimmerkasten: “Borgen – Macht & Ruhm”

“Borgen – Macht & Ruhm” – die vierte Staffel ist auf Netflix zu sehen

Erfolgreiche Politikerin und glückliches Familienleben – geht das gut? Die dänische Serie „Borgen“ zeigt genau diesen Spagat. Und lässt darüber hinaus einen Blick zu hinter die Kulissen des Politikbetriebs. Es wird deutlich, wie nützlich Netzwerke sein können, wie Intrigen entstehen und welche Rolle die Medien dabei spielen. Das ist spannend und sehr unterhaltsam.  

Nach den ersten drei erfolgreichen Staffeln war eine lange Pause. Nun hat Netflix eine vierte Staffel produziert. Mit altbekannten Gesichtern. Protagonistin Brigitte Nyborg (Sidse Babett Knudsen) ist nun Außenministerin und muss sich um einen politischen Skandal in Grönland kümmern. Dort entdeckte eine Firma bei Bohrungen Öl. Das Interesse an dem fossilen Brennstoff ist groß – nicht nur bei Dänemark und Grönland, sondern auch bei den USA, China und Russland. Ein internationaler Konflikt entsteht. Brigitte Nyborg befindet sich mittendrin.

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29. Mai 2022

Buchkritik: “Blauwal der Erinnerung” von Tanja Maljartschuk

"Blauwal der Erinnerung" von Tanja Maljartschuk

“Blauwal der Erinnerung”: Über einen ukrainischen Volkshelden und eine Frau mit Panikattacken

Als sie unberechenbare Panikattacken überfallen, ihr das Herz bis in die Kehle drängt, Wörter an Bedeutung verlieren und der Gang aus dem Haus zu einer riesigen Überwindung wird, findet die namenlose Ich-Erzählerin zu Wjatscheslaw Lypynskyj.

In einer alten ukrainischen Tageszeitung entdeckt sie eine Todesanzeige des ukrainischen Volkshelden. Im Juni 1931 ist der Politiker und Historiker gestorben. Wer ist dieser Mann, der Anfang des 20. Jahrhunderts für die Geschichte der Ukraine eine wichtige Rolle spielt, aber danach nahezu in Vergessenheit gerät?

Um selbst wieder Halt im Leben zu finden, beginnt die junge Frau seine Geschichte zu recherchieren – und beschäftigt sich dadurch auch mit sich und der Vergangenheit ihrer eigenen Familie.

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23. Mai 2022

Fernweh: Pulsierendes Palermo”

Palermo

Sizilien: Urlaub in Palermo & Cefalù

Dass in Palermo nicht immer alles nach Plan läuft, bekommen wir direkt bei unserer Ankunft zu spüren. Es ist ein früher Samstagabend im November, es dämmert bereits. Mit dem Zug sind wir vom Flughafen in die Stadt gekommen und haben nun nur noch eine letzte Etappe vor uns – eigentlich. Mit dem Linienbus soll es in die Nähe unserer Airbnb-Unterkunft gehen. Das Problem: Er kommt nicht.

Ratlos stehen wir an der Bushaltestelle, fragen nach einer Weile Menschen, die an uns vorbeikommen. Sie zucken mit den Schultern, wissen auch nicht mehr. Als wir nach einer halben Stunde resigniert zu einer anderen Haltestelle laufen, erleben wir die gleiche Situation. „Herzlich willkommen in Palermo, lauft besser“, sagt eine ältere Dame, die an uns vorbeikommt. „Am Wochenende ist auf den Bus keinen Verlass.“

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16. Mai 2022

Serienkritik: “Workin’ Moms”

Die Netflixserie “Workin’ Moms” zeigt, mit welchen Problemen moderne Frauen kämpfen

Es war zu Beginn meines Studiums, als Pro7 immer dienstags eine Serie zeigte, die ich damals gerne schaute: „Desperate Housewives“. Im Mittelpunkt dieser amerikanischen Produktion stehen vier weiße Frauen aus dem fiktiven Vorort Wisteria Lane, die größtenteils wohlhabende Ehemänner haben, selbst nicht arbeiten, sondern sich um den Haushalt und die Kinder kümmern. Ein bisschen Spannung wird gemixt mit Gossip und Drama. Fertig ist der Spannungsbogen. Damals funktionierte das Konzept prächtig.

18 Jahre später hat sich die Welt zum Glück weitergedreht. Statt den gelangweilten Hausfrauen läuft nun bereits in der sechsten Staffel die kanadische Serie „Workin‘ Moms“ auf Netflix. Auch hier stehen überwiegend weiße Frauen in großen Häusern im Mittelpunkt – dieses Mal beschäftigen sie sich aber nicht vorrangig mit dem Klatsch und Tratsch in der Nachbarschaft, sondern um die Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Das ist zwar an manchen Stellen überspitzt, aber trotzdem äußerst unterhaltsam und sehenswert.

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13. Mai 2022

Buchkritik: „Das achte Leben (Für Brilka)“ von Nino Haratischwili

„Das achte Leben (Für Brilka)“ von Nino Haratischwili

„Das achte Leben (Für Brilka)“: Eine fulminante Reise durch das 20. Jahrhundert in Georgien

Wow, was für ein Wälzer. Als ich „Das achte Leben (Für Brilka)“ von Nino Haratischwili aus dem Versandkarton ziehe, staune ich kurz über den Umfang des Bestsellers. Es sind knapp 1300 Seiten, eine echte Herausforderung also.

Der Krieg in der Ukraine hat mich dazu bewegt, dem Ullstein-Verlag zu schreiben und um ein Rezensionsexemplar des im Jahr 2017 erschienen Romans zu bitten. In den vergangenen Wochen ist mir klar geworden, wie wenig ich über die Geschichte der ehemaligen Sowjetrepubliken weiß.

Ich schaue deshalb Dokumentationen in Mediatheken und beschließe, auch vermehrt Romane darüber zu lesen. „Das achte Leben (Für Brilka)“ ist nun der Anfang. Die Familiensaga umfasst das gesamte 20. Jahrhundert und gibt einen umfangreichen Einblick in das Leben der Menschen in Georgien und Russland – angefangen vom Sturz des russischen Zaren bis hin zum Zerfall der Sowjetunion.

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8. Mai 2022

Buchkritik: “Der große Sommer” von Ewald Arenz

Der große Sommer" von Ewald Arenz

Flashbacks in die eigene Jugend: “Der große Sommer”

Wenige Tage vor den Sommerferien kommt die niederschmetternde Nachricht: Frieder wird das Schuljahr nicht schaffen, seine Latein- und Mathenoten sind zu schlecht. Er hat nur noch eine Chance: die Nachprüfungen am Ende der Ferien. Statt schönem Urlaub in der Sonne heißt es für den Teenager nun: Latein lernen beim strengen Großvater.

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4. Mai 2022

Krimskrams: “Ein Nachmittag mit Rita Miskevych”

Rita Miskevych

Die ukrainische Künstlerin Rita Miskevych arbeitet in Ettlingen an ihren abstrakten und figurativen Malereien

Als am 24. Februar russische Soldaten in die Ukraine einmarschieren und Bomben vom Himmel fallen, erschüttert das auch die Welt von Künstlerin Rita Miskevych. Die Ukrainerin liest davon in ihrer Wohnung im Süden Deutschlands. „Zuerst verfiel ich in eine Schockstarre, dann begann ich meinen Freund*innen in Charkiw zu schreiben“, erzählt sie mir, als ich sie Ende April in ihrem Atelier in Ettlingen besuche.

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Hallo, ich bin Miriam

Stets bin ich auf der Reise: durch Karlsruhe, die Kultur und die Welt. Dabei begegnen mir immer wieder interessante Menschen, Bücher, Filme und anderer Krimskrams. Damit all diese Erfahrungen und Eindrücke nicht einsam in meinem Kopf schwirren, gibt es diesen Blog. Aus Grau wird Kunterbunt.

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