14. Juli 2019

Heimat: “Ein Morgen mit Alexander Suvorov-Franz und Nathalie Franz in der Fürstengruft”

“Fürstengruft”: Eine Ausstellung in der Stadtkirche Karlsruhe

Am Ende des Gangs befindet sich die Gruft. Noch liegt sie im Dunkeln. Als der Künstler Alexander Suvorov-Franz aber auf einen Lichtschalter drückt, ist der schummrige Raum plötzlich erleuchtet. Mein Blick fällt sofort auf den Sarg, der darin steht, umrahmt von Blumen, die schon ein wenig verstaubt aussehen. „Die sterblichen Überreste von Friedrich Weinbrenner sind darin“, erzählt mir Alexander, der mich an diesem Samstag in die Krypta der Stadtkirche Karlsruhe eingeladen hat.

Der Anlass: Alexander Suvorov-Franz koordiniert im Gewölbe der Stadtkirche Karlsruhe mit seiner Frau Nathalie Franz den Aufbau der Ausstellung „Fürstengruft“, die am kommenden Mittwoch, 17. Juli, offiziell eröffnet. Insgesamt 23 junge Künstler, von denen viele an der Kunstakademie Karlsruhe studieren oder dort Meisterschüler waren, werden bis Freitag, 26. Juli, auf einer Fläche von etwa 500 Quadratmetern ihre Arbeiten zeigen. „Fürstengruft“ ist ein Kooperationsprojekt der Citypastorale der evangelischen Stadtkirche Karlsruhe und einer Studierenden-Initiative der Kunstakademie Karlsruhe.

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5. Juni 2019

Heimat: “Ein Nachmittag mit Daniel Bollinger”

Das ist Daniel. Von ihm kommen auch alle Bilder.

Karlsruhe: Ein Wohnzimmerkonzert bei Daniel Bollinger

Versteckt in einem Hinterhof in der Karlsruher Südstadt, abseits des Trubels am Werderplatz, hat es sich Daniel Bollinger schön gemacht. In seiner mehrstöckigen Wohnung versammeln sich Dinge, die sein Leben ausmachen, ihn prägen, ihn widerspiegeln. Bücher, Bilder, Blumen. Eine Leiter aus dunklem Holz lehnt im großen Wohnraum im Erdgeschoss an einer Ecke, ein großer Stern hängt an der Decke, auf einem kleinen Schränkchen steht ein Plattenspieler. In diese Kulisse lädt er am Donnerstag, 13. Juni, zu einem Wohnzimmerkonzert ein. Zu Gast: Das Duo Loulou, das besteht aus der Sopranistin Lisa Ströckens und dem Jazz-Kontrabassisten Stephan Goldbach.

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1. Juni 2019

Heimat: Ein Nachmittag mit Lena Angenleuf von “LA frisør & co”

Das ist Lena.
Das ist Lena.

Lenas Laden: LA frisør & co. in Karlsruhe

Hübsche Holzmöbel, eine dunkelgrüne Kommode, ausgefallene Lampen und ein Waschbecken, vor dem ein kleiner orientalischer Teppich liegt: Als Lena Angenleuf vor knapp zwei Jahren begann, ihren eigenen Laden in der Werderstraße 23 einzurichten, ging ein Traum für sie in Erfüllung. Welche Farben harmonieren, welche Stoffe passen zusammen? Die Karlsruherin tobte sich bei der Inneneinrichtung aus, ließ sich von unzähligen Pins auf Pinterest inspirieren und verband zwei ihrer Leidenschaften miteinander: die Liebe zu schönen Dingen und zu Frisuren. Das Ergebnis: „LA frisør & co.“, eine kleine Oase am trubeligen Werderplatz.

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10. März 2019

Heimat: “Ein Nachmittag in der Manhattan Bar”

Ein neuer Projektraum für Karlsruhe: die Manhattan Bar

Fast alles flog raus, der Name und die alte Motiv-Tapete hinter der Theke sind geblieben: Die Skyline von Manhattan ziert noch immer die Wand, zahlreiche Lichter brennen in den Wolkenkratzern, erhellen das Grau des Himmels. Ansonsten weht frischer Wind in der ehemaligen Bar in der Amalienstraße 53. Statt müder, gelangweilter Stammgäste sind dort nun vor allem Studierende der Hochschule für Gestaltung (HfG) anzutreffen. Gemeinsam organisieren sie Veranstaltungen – Konzerte, Lesungen und freie Formate.

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11. Februar 2019

Kurioses: “Pendeln”

Abenteuer Alltag

Bei mir bleibt gerade viel Zeit auf der Strecke. Ich pendle. Mein neuer Job macht es erforderlich. 140 Kilometer fahre ich nun täglich mit dem ICE, von montags bis freitags. Schon nach sechs Wochen weiß ich: Langweilig wird das nicht. Der Zug ist voll mit kuriosen Gestalten und Geschichten. Mein Alltag ist zu einem kleinen Abenteuer geworden.

Danke, Deutsche Bahn!

Bereits mein erster Arbeitstag am 2. Januar begann äußerst holprig. Ja, es knirschte und kratzte gewaltig. Wer schon mal einen neuen Job angetreten ist, weiß: Am ersten Tag möchte man unbedingt pünktlich sein, einen guten Eindruck machen. Fit sein, nicht etwa noch zerstört von Silvester mit Restalkohol und Fahne im Büro aufkreuzen, mit roten Äderchen in den Augen und abstehenden Haaren, weil man zu spät dran war und alles drunter und drüber ging.

Nein.

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6. Februar 2019

Heimat: “Ein Morgen mit Craig Judkins im Electric Eel”

Das ist Craig. (Foto: Sebastian Heck)

Ein fester Anker am Werderplatz: das Electric Eel

Sonntagmorgen. Die Kaffeemaschine läuft gerade auf Hochtouren, als ich im Electric Eel ankomme. Es klackt und brummt leise. Auf dem Plattenspieler dreht eine Vinylscheibe ihre Runden, entspannte Musik summt aus den Lautsprechern. Besitzer Craig Judkins steht gutgelaunt hinter der Theke, eine schwarze Wollmütze bändigt seine graumelierten Haare. „Alles gut bei dir?“, fragt er mich auf Englisch. Ich nicke und setze mich.

Vor etwa 2,5 Jahren eröffnete der gebürtige Amerikaner die Bar am Werderplatz. Wo einst bemalte Fliesen und Vintagemöbel dem Vorgänger Bento eine gemütliche, aber auch raue Atmosphäre gaben, zogen stilvolle Möbel ein – in warmen Braun- und Goldtönen. Die handgeschriebene Getränkeliste an der Wand verschwand, eine mehrseitige Karte mit außergewöhnlichen Drinks liegt nun auf dem Tisch. Darauf zu finden: hausgemachte Limonaden mit Rosmarin oder Blaubeeren, Espresso Tonic, Craft Beer und Cocktails mit Namen wie Roses are free. Die Veränderung war enorm, die Skepsis vor allem bei Bento-Stammgästen zunächst groß. Sie hat sich aber inzwischen gelegt. Das Electric Eel ist fest am Werderplatz etabliert.

(Fotos 2: Sebastian Heck)
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27. Januar 2019

Flimmerkasten: “Capernaum – Stadt der Hoffnung”

Herzreißend und voller Wucht: Capernaum – Stadt der Hoffnung

Es ist der schräge Kakerlaken-Mann aus dem Freizeitpark, der in „Capernaum – Stadt der Hoffnung“ einen minikurzen Moment lang für Humor sorgt. Der ältere Herr im rosa Ganzkörperkostüm setzt sich im Bus zu dem zwölfjährigen Zain, der verzweifelt und planlos raus aus Beirut möchte. Mutterseelenallein. Nur einen blauen Müllsack hat er bei sich, in den er sein Hab und Gut gestopft hat. Etwas zum Anziehen, ein paar Geldscheine, sonst nix. Seine Eltern prügelten ihn zuvor aus der Wohnruine, als er seine jüngere Schwester beschützen wollte. Der Kakerlaken-Mann zeigt Interesse an Zain, fragt ihn, wohin die Reise geht, erklärt ihm scherzhaft, er sei der Cousin von Spiderman. Zain spürt die Wärme und folgt dem Mann in den Freizeitpark voller bunter Lichter und Fahrgeschäfte.

Diese Leichtigkeit, sie ist eine kostbare Rarität in dem libanesischen Film, der für den Oscar 2019 als bester nicht-englisch-sprachiger Film nominiert ist. Ansonsten ist das Werk von Regisseurin Nadine Labaki tieftraurig. Denn selbst in dem trubeligen Freizeitpark trifft Zain schnell wieder auf Menschen, die schwer vom Schicksal gebeutelt sind. „Das Leben ist die Hölle“, sagt er gegen Ende des Films. Und man kann ihm, nach all dem was vorausging, nur zustimmen.

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30. Dezember 2018

Heimat: “Ein Morgen mit Robert Loos”

Willkommen im Wahrnehmungstornado!

Ein kurzer Druck auf den Sprühknopf der Dose genügt, schon schießt blitzschnell Farbe aus dem Ventil. Mit Kraft, aber fein wie Nebel, treffen die Pigmente auf die Leinwand, erzählen auf der weißen Fläche ihre ganz eigene Geschichte – für sich alleine und im Zusammenspiel mit weiteren Komponenten.

Die Sprühdose. Sie begleitet Robert Loos, seit er die Malerei für sich entdeckt hat. „Sie ist mein roter Faden, alles andere sind Begleiter“, erzählt er mir an diesem Sonntagmorgen, als ich ihm in seinem Wohnzimmer gegenübersitze. Trubelig ist es dort. Ein Filmteam der Hochschule Karlsruhe ist ebenfalls da. „Können sie unser Interview aufnehmen?“, hatte Robert mich gefragt. Klar, warum nicht. So sitzen wir nun da, er eine Kippe in der Hand, seine Kaffeetasse hat er mit einem Wasserglas auf ein braunes Holztablett gestellt, neben meinem Kopf surrt die Kamera, los geht es.

Credit für alle kommenden Fotos: Robert Loos
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16. Dezember 2018

Heimat: “Ein Nachmittag im A&S Bücherland”

Eine Oase in Karlsruhe: das A&S Bücherland 

Als die Regale des Supermarkts in der Rintheimer Straße 19 leer geräumt waren, alle Gläser mit eingelegten Gurken, Nudelpackungen und Chipstüten verschwanden, zogen die Bücher ein. Im Frühjahr 2003 war das.

Die beiden Freunde Klaus Ackermann und Thomas Stieber schleppten damals in großen Kisten 24.000 Exemplare in den 380 Quadratmeter großen Raum in der untersten Etage des Hochhauses. Manche hatten Knicke, andere zierten unterkringelte Sätze, einige waren nahezu unversehrt. „Wir sammelten sie monatelang und lagerten sie in mehreren Kellern und Garagen“, erinnert sich Thomas Stieber, als ich an diesem winterlichen Nachmittag bei ihm im A&S Bücherland in der Karlsruher Oststadt stehe.  

Viele Romane und Sachbücher bekamen die Männer zum Start von Freunden und Bekannten, außerdem stöberten sie auf zahlreichen Flohmärkten, suchten nach Raritäten aus bedrucktem Papier, eingerahmt von einem Einband, der mal härter, mal weicher, mal sauberer, mal schmutziger ist.

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28. Oktober 2018

Heimat: Ein Nachmittag im Waffelwerk Karlsruhe”

Leider eine Enttäuschung: das Waffelwerk Karlsruhe

Waffeln. Jedes Mal, wenn ich in Berlin bin, muss ich in ein Kauf-dich-glücklich-Café, um mich damit in einen tranceähnlichen Zustand zu essen – egal ob herzhaft mit Lachs oder süß mit Kirschen und Vanilleeis. Ich liebe Waffeln. Schmerzlich habe ich deshalb in Karlsruhe bislang ein Café vermisst, wo es ein entsprechendes Angebot gibt. Nun entdeckte ich endlich in der Bürgerstraße einen neuen Laden: das Waffelwerk. Dort wo früher der italienische Imbiss “Il Gusto” war, gegenüber vom Krokokeller, soll es nun lecker duftende Waffeln in den verschiedensten Variationen geben. Mit Soßen, Früchten und Schokokram.

Hervorragend. Perfekt für verregnete Sonntage.

Mit Freundinnen bin ich dort nun gelandet. Die Enttäuschung ist groß.

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Hallo, ich bin Miriam

Stets bin ich auf der Reise: durch Karlsruhe, die Kultur und die Welt. Dabei begegnen mir immer wieder interessante Menschen, Bücher, Filme und anderer Krimskrams. Damit all diese Erfahrungen und Eindrücke nicht einsam in meinem Kopf schwirren, gibt es diesen Blog. Aus Grau wird Kunterbunt.

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