17. November 2019

Kurioses: Pendeln II

Raus aus meiner Filterblase

Wer jeden Tag mit dem Zug zur Arbeit fährt, sieht definitiv mehr von der Welt. Mehr als 300 Tage pendle ich nun schon. Tschüss Filterblase, hallo Realität. In dieser Zeit habe ich Menschen und Dinge gesehen, die ansonsten eher selten meine Wege kreuzen.

Bereits im Januar schwebte der Herr vom Abfallamt in meine Welt. Er wandert fast jeden Tag in seiner orangefarbenen Uniform zwischen dem Bahnhofsvorplatz und den Fahrradparkplätzen hin und er. Manchmal pikst er mit einer Zange Dosen, Tüten oder Zigarettenstummel auf und lässt sie in einen Eimer fallen, oder er bläst in ohrenbetäubender Lautstärke Laub zusammen.

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15. Oktober 2019

Heimat: “Ein Nachmittag mit Malte & Fred in der Dampfßchreinerei”

Das sind Fred und Malte (von links)

Willkommen in der Dampfßchreinerei

Dunkle Gänge, blockierte Türen und nur schummriges Licht: Ich fühle mich wie in einem Horrorfilm, als mich Malte und Fred von Die Anstoß an diesem verregneten Sonntagmittag durch den Keller des Nebengebäudes in der Roonstraße 23a führen. Wo zuerst im 19. Jahrhundert Schreinerei-Mitarbeiter mit Dampfmaschinen auf Hochtouren arbeiteten, danach eine Pharmafirma Pillen kreierte und eine Versicherung Verträge abschloss, herrscht nun Leerstand.

Aber nicht mehr lange. Am Samstag, 19. Oktober, verwandeln die Mitglieder der unabhängigen Initiative „Die Anstoß“ das riesige Gelände in eine temporäre Kultur-Oase. Drei Wochen lang. Bis zum 9. November gibt es inmitten der Südweststadt Lesungen, Workshops, Feten, Ausstellungen, Performances und noch vieles mehr. Am 26. Oktober ziehen beispielsweise ein Flohmarkt und eine Plattenbörse in die Dampfßchreinerei.

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13. Oktober 2019

Kurioses: Der Anschlag

Und plötzlich gehen im Kino die Sirenen an!

Es gibt viele Dinge, vor denen ich Angst habe. Vor großen Hunden, die laut kläffen beispielsweise oder vor schweren Gewittern mit Blitz und Donner. Bei Dingen dagegen, die nur rein hypothetisch eintreten können, fürchtete ich mich bislang dagegen nur selten.

Ein Terroranschlag müsste mich erstmal finden, dachte ich lange. Denn die Plätze, an denen ich mich aufhalte, sind nicht gerade prädestiniert für große Effekte. Ich vermeide das Herumgeschubse auf Weihnachtsmärkten. Die Konzerte, die ich besuche, gehören eher zur Kategorie „Nische“ und eine U-Bahn gibt es in Karlsruhe ja bekanntlich noch nicht.

Vor Terroranschlägen und Amokläufen fühlte mich also sicher. Bis zu diesem einen Samstag.

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19. September 2019

Heimat: “Ein Nachmittag mit Nogay von der Pinseria Bufala”

Das ist Nogay. Er hat auch fast alle Fotos gemacht.

Neu für Karlsruhe & Ettlingen: Die Pinseria Bufala

In einem Bistro in Rom entdeckte Nogay seine Liebe zur Pinsa. Ein fluffig-knuspriger Teig in Kombination mit fruchtigen Cherry-Tomaten und Büffel-Mozzarella: „Das war eine richtige Geschmacksexplosion – ich war vom ersten Bissen an restlos begeistert“, erinnert sich der 26-Jährige heute noch ganz genau daran.

Nur zufällig war er damals mit einem Freund in dem kleinen Restaurant in Italien gelandet, der große Hunger hatte sie spontan dort einkehren lassen. Die beiden Herren überflogen die Speisekarte – und blieben an dem Angebot „Pinsa“ hängen. „Was ist das?“, fragte Nogay den Kellner. „Die leichte und ovale Doppelgängerin der Pizza – mit weniger Zucker, weniger Gluten und weniger Kalorien“, bekam er als Antwort. Nogays Neugierde war geweckt. Er bestellt eine Pinsa und wartete gespannt.

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14. September 2019

Heimat: “Happy Birthday, Family Tree Shop”

Der Family Tree Shop. Fast alle Fotos kommen von Claudi.

Karlsruhe: Der Family Tree Shop feiert fünften Geburtstag

Ein eigener Laden – Claudia (Claudi) Kappenberger und Marina (Mine) Eggen haben sich vor fünf Jahren getraut und in der Rüppurrer Straße 25 den Family Tree Shop eröffnet. Es wimmelt dort von schönen Dingen: Papeterie, Schmuck- und Wohnaccessoires von internationalen und regionalen Künstlern sowie ihrem eigenen, gleichnamigen Label.

Das sind Mine (oben) und Claudi. Das Bild unten hat Jaron Frick gemacht.

Zum fünften Geburtstag habe ich Claudi gefragt: Wie ist es tatsächlich, in Karlsruhe einen eigenen Laden zu haben. Was sind die Herausforderungen, was die schönen Dinge? Hier sind nun die Antworten. Viel Spaß beim Lesen.

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11. September 2019

Heimat: “Ein Nachmittag mit Malte Pawelczyk zum Galerientag 2019”

Karlsruher Galerientag 2019: Kooperation von Die Anstoß und theartape

Es sind die Augen des Fabelwesens, die sofort meine Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Sie sind weit aufgerissen, blicken zu zwei Beinen am Boden. Auch der Mund des kleinen Monsters ist offen. Die auseinanderstehenden und leicht schrägen Zähne sind dadurch deutlich sichtbar. Hat es etwa einen Menschen getötet? Oder sich nur beim Anblick eines Schlafenden oder Verletzten erschreckt? Was genau passiert ist, bleibt offen, es gibt viel Raum für Spekulation.

Das ist Malte. (Credit: Sebastian Heck)

Das faszinierende Bild von Tenki Hiramatsu ist auf dem Flyer zu sehen, den mir Malte Pawelczyk an diesem sonnigen Nachmittag in die Hand drückt. Neben dem Werk des Japaners ist auf dem Handzettel außerdem eine Arbeit von Santiago Ydáñez abgedruckt. Weiße und blaue Farbfelder erinnern an einen Horizont, wecken Sehnsucht und Hoffnung.

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14. Juli 2019

Heimat: “Ein Morgen mit Alexander Suvorov-Franz und Nathalie Franz in der Fürstengruft”

“Fürstengruft”: Eine Ausstellung in der Stadtkirche Karlsruhe

Am Ende des Gangs befindet sich die Gruft. Noch liegt sie im Dunkeln. Als der Künstler Alexander Suvorov-Franz aber auf einen Lichtschalter drückt, ist der schummrige Raum plötzlich erleuchtet. Mein Blick fällt sofort auf den Sarg, der darin steht, umrahmt von Blumen, die schon ein wenig verstaubt aussehen. „Die sterblichen Überreste von Friedrich Weinbrenner sind darin“, erzählt mir Alexander, der mich an diesem Samstag in die Krypta der Stadtkirche Karlsruhe eingeladen hat.

Der Anlass: Alexander Suvorov-Franz koordiniert im Gewölbe der Stadtkirche Karlsruhe mit seiner Frau Nathalie Franz den Aufbau der Ausstellung „Fürstengruft“, die am kommenden Mittwoch, 17. Juli, offiziell eröffnet. Insgesamt 23 junge Künstler, von denen viele an der Kunstakademie Karlsruhe studieren oder dort Meisterschüler waren, werden bis Freitag, 26. Juli, auf einer Fläche von etwa 500 Quadratmetern ihre Arbeiten zeigen. „Fürstengruft“ ist ein Kooperationsprojekt der Citypastorale der evangelischen Stadtkirche Karlsruhe und einer Studierenden-Initiative der Kunstakademie Karlsruhe.

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5. Juni 2019

Heimat: “Ein Nachmittag mit Daniel Bollinger”

Das ist Daniel. Von ihm kommen auch alle Bilder.

Karlsruhe: Ein Wohnzimmerkonzert bei Daniel Bollinger

Versteckt in einem Hinterhof in der Karlsruher Südstadt, abseits des Trubels am Werderplatz, hat es sich Daniel Bollinger schön gemacht. In seiner mehrstöckigen Wohnung versammeln sich Dinge, die sein Leben ausmachen, ihn prägen, ihn widerspiegeln. Bücher, Bilder, Blumen. Eine Leiter aus dunklem Holz lehnt im großen Wohnraum im Erdgeschoss an einer Ecke, ein großer Stern hängt an der Decke, auf einem kleinen Schränkchen steht ein Plattenspieler. In diese Kulisse lädt er am Donnerstag, 13. Juni, zu einem Wohnzimmerkonzert ein. Zu Gast: Das Duo Loulou, das besteht aus der Sopranistin Lisa Ströckens und dem Jazz-Kontrabassisten Stephan Goldbach.

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1. Juni 2019

Heimat: Ein Nachmittag mit Lena Angenleuf von “LA frisør & co”

Das ist Lena.
Das ist Lena.

Lenas Laden: LA frisør & co. in Karlsruhe

Hübsche Holzmöbel, eine dunkelgrüne Kommode, ausgefallene Lampen und ein Waschbecken, vor dem ein kleiner orientalischer Teppich liegt: Als Lena Angenleuf vor knapp zwei Jahren begann, ihren eigenen Laden in der Werderstraße 23 einzurichten, ging ein Traum für sie in Erfüllung. Welche Farben harmonieren, welche Stoffe passen zusammen? Die Karlsruherin tobte sich bei der Inneneinrichtung aus, ließ sich von unzähligen Pins auf Pinterest inspirieren und verband zwei ihrer Leidenschaften miteinander: die Liebe zu schönen Dingen und zu Frisuren. Das Ergebnis: „LA frisør & co.“, eine kleine Oase am trubeligen Werderplatz.

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10. März 2019

Heimat: “Ein Nachmittag in der Manhattan Bar”

Ein neuer Projektraum für Karlsruhe: die Manhattan Bar

Fast alles flog raus, der Name und die alte Motiv-Tapete hinter der Theke sind geblieben: Die Skyline von Manhattan ziert noch immer die Wand, zahlreiche Lichter brennen in den Wolkenkratzern, erhellen das Grau des Himmels. Ansonsten weht frischer Wind in der ehemaligen Bar in der Amalienstraße 53. Statt müder, gelangweilter Stammgäste sind dort nun vor allem Studierende der Hochschule für Gestaltung (HfG) anzutreffen. Gemeinsam organisieren sie Veranstaltungen – Konzerte, Lesungen und freie Formate.

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Hallo, ich bin Miriam

Stets bin ich auf der Reise: durch Karlsruhe, die Kultur und die Welt. Dabei begegnen mir immer wieder interessante Menschen, Bücher, Filme und anderer Krimskrams. Damit all diese Erfahrungen und Eindrücke nicht einsam in meinem Kopf schwirren, gibt es diesen Blog. Aus Grau wird Kunterbunt.

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