14. November 2017

Schmöker: “Ein Abend mit Stefanie Sargnagel”

Happy End für Stefanie Sargnagel

Stefanie Sargnagel ist erwachsen geworden. Ein bisschen zumindest. Statt tagelang verkatert zu sein und sich mit Minimal-Budget durchs Leben zu kämpfen, macht die 32-Jährige nun tatsächlich Sport, geht zur Psychotherapie und trägt an diesem Abend auf der Bühne ganz besondere Ohrringe: zwei Exemplare aus der Schmuckkollektion von Natascha Kampusch. “60 Euro haben sie gekostet”, erzählt sie. Das sei nun drin bei ihrem Erfolg und dem vielen Geld – also gemessen an ihren Verhältnissen. Von einem Leben mit Alkoholproblemen an der Wiener Kunstakademie hin zur erfolgreichen Autorin: “Das ist doch mal eine Geschichte mit Happy End”, resümiert sie zufrieden.

Selbstironisch, sarkastisch, politisch: Es ist ein riesiges Vergnügen, Stefanie Sargnagel dabei zuzuhören, wie sie im ausverkauften P8 in Karlsruhe unter anderem aus ihrem neuen Buch “Statusmeldungen” vorliest, gesellschaftliche Entwicklungen und sich selbst analysiert sowie von ihren Erfahrungen in einem Callcenter berichtet. Das hat Witz, Treffsicherheit und Intelligenz. Weiterlesen »

keine Kommentare
8. November 2017

Heimat: Ein Morgen bei Miriam und Sven in der Patisserie Ludwig”

Das sind Miriam und Sven.

Wie im Museum!

Grüne Pistaziensplitter haben sich auf weißen Baiserklecksen versammelt, dicht daneben befinden sich kleine Feigenstückchen. Unter ihnen ist eine fein geschichtete Mischung aus Feigenkompott, Mandelcrumble und Käsekuchencreme. „Cheesecake Feige“, der Name dieser Kreation ist festgehalten mit schwarzer Schrift auf weißem Papier an der Vitrine.

Dieses Törtchen ist nur eines von zahlreichen süßen Kunstwerken, die in der neuen Filiale der Patisserie Ludwig Am Stadtgarten 15 liegen. Macarons, Tartes, Eclairs: Sie sind alle perfekt beleuchtet. Ebenso wie die Quiches, Croissantes, Baguettes und die vielen anderen Köstlichkeiten, die daneben in Körben liegen. In den Regalen stehen außerdem Schoko-Nikoläuse und Adventskalender bereit.

Weiterlesen »

keine Kommentare
30. Oktober 2017

Fernweh: “Grey Glasgow”

Wo bist du?

Kurze Aufregung. Der Start in Glasgow verläuft ein wenig turbulent. Während ich mit dem Zug am Bahnhof „Queen Street“ ankomme, landet meine Freundin, die von London anreist, am Hauptbahnhof – irrtümlicherweise gingen wir fest davon aus, dass wir am gleichen Bahnhof sein werden. So stehen wir aber in unterschiedlichen Empfangshallen und suchen einander. Vergeblich.

Nicht mal unsere Smartphones können helfen. Der Handy-Akku meiner Freundin ist leer. Meine Anrufversuche enden so im Nirvana. Und nun? Wir greifen zurück zu konservativen Kommunikationsmitteln. Das heißt: auf das direkte Gespräch mit Bahnhofsangestellten. So erfahren wir, dass es unterschiedliche Möglichkeiten gibt, um mit Fernzügen nach Glasgow zu kommen. Und während sie intuitiv am Hauptbahnhof bleibt, ziehe ich mein Gepäck einmal quer durch die Fußgängerzone und finde sie endlich.

Juhu, geschafft, nun können wir weiter zusammen nach Dennistoun fahren – in dem Stadtteil im Eastend von Glasgow werden wir die nächsten 2,5 Tage wohnen. Weiterlesen »

keine Kommentare
22. Oktober 2017

Heimat: #metoo

Darüber schreiben oder nicht?

Als ich vor einigen Tagen zahlreiche #metoo auf meinem Facebook- und Instagramfeed hatte, war ich keineswegs überrascht. Wenn es um den Machtmissbrauch von Männern in der Arbeitswelt geht, schockt mich gar nichts mehr – leider.

Bereits vor Jahren saß ich mit einer Freundin bei einem Glas Wein und überlegte, ob ich auf dem Blog aus meiner Perspektive darüber schreiben soll, ja, nein? Letztlich entschied ich mich nach dem Abend dagegen, es schien mir zu privat, zu gefährlich.

Aber nun, durch diesen Skandal um Harvey Weinstein, bin ich doch nochmals sehr ins Nachdenken kommen. Ist es tatsächlich nicht gerade der falsche Weg, zu schweigen? Aus Angst und falscher Rücksicht diese Geschichten nur mit sich selbst auszumachen beziehungsweise nur den allerengsten Freunden zu erzählen – und dadurch den Schein aufrechtzuerhalten, dass schon alles in Ordnung ist mit dieser Gesellschaft und der Arbeitswelt? Und mit diesen Männern? Weiterlesen »

keine Kommentare
17. September 2017

Heimat: “Ein Abend mit Markus und Kian von ,interKArt'”

Das sind Markus (links) und Kian

Festival in der Fettschmelze!

Am Ende stehen alle Konzertbesucher im Tollhaus auf. Gerührte und beeindruckte Gesichter überall. Der Applaus dauert minutenlang. Er ist der verdiente Lohn für einen überwältigenden Abend, bei dem Musiker aus der ganzen Welt auf der Bühne vereint sind – aus dem Iran, der Mongolei, Italien und auch Deutschland.

„Wir waren selbst überrascht, wie toll alles lief“, erzählen mir Markus Widmaier und Kian Jazdi nun knapp vier Monate später, in ihren Augen blitzt es dabei, das Grinsen ist riesig. Die beiden Studenten der Hochschule für Musik organisierten mit ihrem interkulturellen Verein „interKArt“ diesen bunten Weltmusikabend – es war die erste Veranstaltung des Vereins, der Beginn seines sozialen Engagements, das nun mit dem dreitägigen Festival „ZwischenRäume“ in der Fettschmelze am letzten Septemberwochenende seine Fortsetzung findet. Weiterlesen »

keine Kommentare
6. August 2017

Schmöker: Ein Abend mit Fatma Aydemir und ,Ellbogen’ im Kohi”

Wut und schlechte Laune

Fatma Aydemir und ihre “Ellbogen”-Protagonistin Hazal könnten unterschiedlicher kaum sein: Während die Autorin studierte, inzwischen Redakteurin bei der Taz ist, für Magazine schreibt und nun erfolgreich ihren Debütroman veröffentlichte, eiert Hazal in Berlin perspektivlos vor sich hin, steckt unmotiviert in berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahmen und läuft schnurstracks auf die Katastrophe zu. Aber trotzdem, eines haben sie dann doch gemeinsam: Sie sind beide wütend und schlecht gelaunt. Weiterlesen »

keine Kommentare
31. Juli 2017

Fernweh: “Ein Tag in Jerusalem”

Jerusalem – ein Tag voller unglaublicher Eindrücke

Punkt 6 Uhr klingelt der Wecker. Puuh. Unser Ausflug nach Jerusalem beginnt früh. Um möglichst viel an einem Tag sehen zu können, haben wir uns für eine geführte Tour mit dem Anbieter „Viator“ entschieden. Eines der teuersten Angebote, aber dafür auch eines der umfangreichsten. Auf uns wartet ein Tag voll gepackt mit Geschichte, Religion und unglaublichen Bildern. Es ist so bewegend, dass der Ausflug selbst Monate später noch unglaublich präsent in meinem Kopf ist. Weiterlesen »

keine Kommentare
19. Juli 2017

Kurioses: “Achterbahn”

Gestatten: Sad Saturday

Hereinspaziert: Sad Saturday

Vor einigen Wochen hatte ich einen Sad Saturday, völlig unvorhergesehen kam er vorbei, durchkreuzte meinen Alltag und brachte mich gehörig durcheinander.

Der Grund: Eine Freundin hatte mir kurzfristig abgesagt. Sie war krank geworden, das hieß für sie: wunderschöner Sommertag ade, hallo Bett. Für mich: Abendplanung futsch. Aber sowas passiert. Manche Pläne gelingen, manche scheitern. Manchmal kann man da einfach nix machen. Und eigentlich macht mir das Alleinsein auch gar nichts aus.  Weiterlesen »

1 Kommentar
14. Juli 2017

Heimat: “Ein Abend mit CEON”

Das ist CEON. (Foto: Sebastian Heck)

Sommer am Rheinhafen

Es dauert nicht mehr lange, bis die Sonne an diesem Sommerabend untergeht, aber noch wirft sie ihre Strahlen auf das Wasser am Rheinhafen, lässt es glitzern und funkeln. René, aka CEON, und ich sitzen mit dieser Aussicht auf einer Bank und sehen den Ruderern zu, die vor uns vorbei gleiten. All das ist jedoch nur Kulisse, im Mittelpunkt stehen die Worte des 33-jährigen Graffiti-Künstlers, die sich Satz für Satz in eine bewegende Geschichte verwandeln. Das Gespräch mit CEON ist eines, das lange in meinem Kopf nachhallt. Weiterlesen »

keine Kommentare
27. Juni 2017

Heimat: “Ein Abend in der Pop-up-Bar am Wasserturm”

4x Pop-up-Bar am Wasserturm

Pils, Crafter, Radler. Leere Bierflaschen reihen sich auf der Theke aneinander. Daneben stehen zahlreiche Gläser, ineinander gestapelt, noch mit Strohhalmen versehen, kleine Pfützen haben sich ganz unten an ihrem Bodenrand gebildet. „Oh, hier sieht es aus, als ob jemand eine Party gefeiert hätte“, kommentiert Marcel Böttner lachend, als er die massive Tür des Wasserturms öffnet und wir in das Innere eintreten. Es ist das erste Mal, dass der Organisator selbst nach der Eröffnung der Pop-up-Bar am vergangenen Freitagabend wieder auf dem Gelände hinter dem Hauptbahnhof ist.

„Ich bin überglücklich, wie gut alles angelaufen ist“, sagt Marcel dann zu mir und strahlt. Punkt 1 Uhr waren alle alkoholischen Getränke weg. Ausverkauft. „Aber es gibt nun noch ein paar Dinge, die wir unbedingt an der Bar bis zum zweiten Abend verbessern möchten“, fügt er hinzu – und meint damit vor allem die langen Schlangen, die sich bei der Premiere bereits am frühen Abend vor der Theke bildeten.

Das sind Marcel und Saskia.

Weiterlesen »

keine Kommentare
1 2 3 4 11

Hallo, ich bin Miriam

Stets bin ich auf der Reise: durch Karlsruhe, die Kultur und die Welt. Dabei begegnen mir immer wieder interessante Menschen, Bücher, Filme und anderer Krimskrams. Damit all diese Erfahrungen und Eindrücke nicht einsam in meinem Kopf schwirren, gibt es diesen Blog. Aus Grau wird Kunterbunt.

Etwas verloren?
Vergangenes
Facebook
Instagram
Instagram@mademoiselle_miriam