„Emily in Paris“: Die fünfte Staffel ist eine große Enttäuschung!
Franzosen und Französinnen, die erst nach 10 Uhr zu arbeiten beginnen, mittags schon Weißwein trinken und konsequent Englisch boykottieren: „Emily in Paris“ bedient Klischees nicht nur, die Netflix-Serie zelebriert sie regelrecht. Auch die Bilder aus der französischen Hauptstadt wirken, als hätte jemand einen quietschbunten Instagram-Filter darübergelegt. Paris leuchtet, blüht und erscheint wie eine märchenhafte Version seiner selbst. Die raue Realität? Fehlanzeige.
Zu viel Kitsch halte ich normalerweise nur schwer aus. Bei „Emily in Paris“ ging es mir – überraschenderweise – anders. Bereits die erste Folge zog mich wie ein Hurrikan in diese bonbonfarbene Bubblegum-Welt hinein.
Doch wie so oft bei Serien, die vor allem von Oberfläche leben, nutzte sich auch hier der Effekt schnell ab. Was anfangs noch leicht, verspielt und charmant wirkte, verlor mit jeder weiteren Staffel an Substanz. In der dritten Staffel und der erste Hälfte der vierten ließ die Spannung bereits spürbar nach – die Geschichten wiederholten sich, die Konflikte wirkten zunehmend konstruiert.
In den letzten fünf Folgen der vierten Staffel keimte mit Marcello kurz Hoffnung auf: Neue Gesichter und neue Schauplätze brachten Bewegung in Emilys Leben. Das endlose Drama um Gabriel und Camille trat endlich etwas in den Hintergrund. Umso größer ist nun die Enttäuschung über die fünfte Staffel. Bereits ab der zweiten Folge kämpfte ich mit dem flachen Spannungsbogen und den schwachen, lieblos erzählten Geschichten. Vieles davon ist schlicht langweilig. Doch dazu später mehr.
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