21. Januar 2018

Heimat: “Ein Abend bei Amélie Hentschel”

Alle Bilder sind von Sebastian Heck.

Kreatives unter dem Dach

Direkt unter dem Dach hat sich Amélie Hentschel ihr Atelier eingerichtet. Wenn es regnet, hört sie dort das Prasseln der Tropfen, wenn die Sonne scheint, erhellen die Strahlen den kleinen Raum. Drei Stockwerke wandert sie jeden Morgen von ihrer Wohnung dorthin hoch – sobald ihre zwei kleinen Jungs in der Kindertagesstätte sind und sie den Kopf frei hat: für Stoffe, Muster und neue Kreationen an der Nähmaschine.

Das ist Amélie.

„Mein Kämmerchen“, nennt die Designerin liebevoll ihre Oase. „Hier kann ich kreativ sein und neue Stücke für mein Label entwerfen.” AH310 hieß ihr Hautprojekt bislang, der Name setzt sich zusammen aus den Anfangsbuchstaben ihres Namens und dem Startdatum, dem März 2010. Zukünftig wird die Designerin ihre eigenen Kollektionen aber unter dem Label “Amélie Hentschel” herausbringen, AH310 besteht mit ihrem Mützen-Upcycling-Projekt fort.   Weiterlesen »

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27. Dezember 2017

Heimat” Ein Nachmittag mit Johanna Wohlgemuth”


Aus Gedanken werden Worte

Selbst nachts hat Johanna Wohlgemuth ihr Notizbuch immer griffbereit. Wenn im Halbschlaf ihre Gedanken kreisen, plötzlich eine neue Idee für ihren Roman entsteht, schaltet sie schnell die Nachttischlampe an, greift zum kleinen Buch mit farbigem Einband – und zum Kugelschreiber. Aus Gedanken werden Worte. “Ich muss einfach schreiben, ich habe gar keine andere Wahl”, erzählt mir die 29-Jährige, als wir uns an einem kalten Vorweihnachtstag in einem Café in Karlsruhe treffen. “Mein Kopf würde sonst platzen.”

Johanna und ich sind uns zum ersten Mal begegnet, als ich im vergangenen Jahr für den Blog über “beschriftet” schrieb. Die 29-Jährige ist Gründungsmitglied dieser Literatengruppe, die regelmäßig in Karlsruhe Lesungen hält. 2017 hat Johanna nun auch einige Veranstaltungen alleine bestritten. Der Anlass: Die Veröffentlichung ihres ersten Romans “Frau Schnieder kehrt heim”, der beim Gorilla Verlag erschienen ist.   Weiterlesen »

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4. Dezember 2017

Heimat: “Ein Nachmittag bei ,Open Codes’ im ZKM”

Eine Falle aus Salz

Mitten in einem weißen Salzkreis steht das selbstfahrende Auto. Hinter ihm befinden sich die wuchtigen Berge des Parnass, die Straße liegt vor ihm. Das Problem: Das Auto startet nicht. Denn der Salzkreis blockiert das Computersystem des selbstfahrenden Fahrzeugs.

“Autonomous Trap” heißt diese Fotografie von James Bridle. Sie ist Teil der Ausstellung “Open Codes” im Zentrum für Kunst und Medien (ZKM) Karlsruhe. Das Besondere daran: Das ZKM hat nach eigenen Aussagen mit “Open Codes” ein einzigartiges bildungspolitisches Experiment geschaffen.

Konkret heißt das: “Open Codes” soll Bürgern das Thema “Digitalisierung” näher bringen. Schließlich sind Codes in unserem Alltag inzwischen omnipräsent: Sie bestimmen beispielsweise was wir auf unserem Facebook-Feed sehen, mit ihnen lassen sich Haustüren ver- und entsperren, und sie nehmen eben auch bei der Entwicklung von selbstfahrenden Autos eine Schlüsselrolle ein.

Als ich von der Ausstellung las, war meine Neugierde geweckt. Sowohl bei der Arbeit als auch privat begegnet mir das Thema Digitalisierung immer wieder. Ich wollte mehr wissen und verstehen, was es mit analogen Codes (Morsezeichen oder Gebärdensprache) und eben diesen digitalen Codes auf sich hat. Besonders der Zusatz, dass “Open Codes” zur Bürgerbildung beitragen möchte, machte mir Hoffnung, dass nicht alles völlig abstrakt ist, sondern ich auch tatsächlich einen Zugang bekomme und die Digitalisierung danach noch besser verstehen werde – leider ist das nun nicht geschehen.

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1. Dezember 2017

Heimat: “Spätjahresputz”

Tschüss!

Das Jahr neigt sich dem Ende zu. 2017 war ein besonderes Jahr: Ich habe mal gründlich ausgemistet. Nicht etwa meine Wohnung und meinen Kleiderschrank. Nein, meinen Freundeskreis, es war dringend notwendig.

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14. November 2017

Schmöker: “Ein Abend mit Stefanie Sargnagel”

Happy End für Stefanie Sargnagel

Stefanie Sargnagel ist erwachsen geworden. Ein bisschen zumindest. Statt tagelang verkatert zu sein und sich mit Minimal-Budget durchs Leben zu kämpfen, macht die 32-Jährige nun tatsächlich Sport, geht zur Psychotherapie und trägt an diesem Abend auf der Bühne ganz besondere Ohrringe: zwei Exemplare aus der Schmuckkollektion von Natascha Kampusch. “60 Euro haben sie gekostet”, erzählt sie. Das sei nun drin bei ihrem Erfolg und dem vielen Geld – also gemessen an ihren Verhältnissen. Von einem Leben mit Alkoholproblemen an der Wiener Kunstakademie hin zur erfolgreichen Autorin: “Das ist doch mal eine Geschichte mit Happy End”, resümiert sie zufrieden.

Selbstironisch, sarkastisch, politisch: Es ist ein riesiges Vergnügen, Stefanie Sargnagel dabei zuzuhören, wie sie im ausverkauften P8 in Karlsruhe unter anderem aus ihrem neuen Buch “Statusmeldungen” vorliest, gesellschaftliche Entwicklungen und sich selbst analysiert sowie von ihren Erfahrungen in einem Callcenter berichtet. Das hat Witz, Treffsicherheit und Intelligenz. Weiterlesen »

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8. November 2017

Heimat: Ein Morgen bei Miriam und Sven in der Patisserie Ludwig”

Das sind Miriam und Sven.

Wie im Museum!

Grüne Pistaziensplitter haben sich auf weißen Baiserklecksen versammelt, dicht daneben befinden sich kleine Feigenstückchen. Unter ihnen ist eine fein geschichtete Mischung aus Feigenkompott, Mandelcrumble und Käsekuchencreme. „Cheesecake Feige“, der Name dieser Kreation ist festgehalten mit schwarzer Schrift auf weißem Papier an der Vitrine.

Dieses Törtchen ist nur eines von zahlreichen süßen Kunstwerken, die in der neuen Filiale der Patisserie Ludwig Am Stadtgarten 15 liegen. Macarons, Tartes, Eclairs: Sie sind alle perfekt beleuchtet. Ebenso wie die Quiches, Croissantes, Baguettes und die vielen anderen Köstlichkeiten, die daneben in Körben liegen. In den Regalen stehen außerdem Schoko-Nikoläuse und Adventskalender bereit.

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22. Oktober 2017

Heimat: #metoo

Darüber schreiben oder nicht?

Als ich vor einigen Tagen zahlreiche #metoo auf meinem Facebook- und Instagramfeed hatte, war ich keineswegs überrascht. Wenn es um den Machtmissbrauch von Männern in der Arbeitswelt geht, schockt mich gar nichts mehr – leider.

Bereits vor Jahren saß ich mit einer Freundin bei einem Glas Wein und überlegte, ob ich auf dem Blog aus meiner Perspektive darüber schreiben soll, ja, nein? Letztlich entschied ich mich nach dem Abend dagegen, es schien mir zu privat, zu gefährlich.

Aber nun, durch diesen Skandal um Harvey Weinstein, bin ich doch nochmals sehr ins Nachdenken kommen. Ist es tatsächlich nicht gerade der falsche Weg, zu schweigen? Aus Angst und falscher Rücksicht diese Geschichten nur mit sich selbst auszumachen beziehungsweise nur den allerengsten Freunden zu erzählen – und dadurch den Schein aufrechtzuerhalten, dass schon alles in Ordnung ist mit dieser Gesellschaft und der Arbeitswelt? Und mit diesen Männern? Weiterlesen »

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18. Oktober 2017

Melodien: “Ein Abend mit Angus & Julia Stone in Stuttgart”

Schwerer Start!

Es ist ausgerechnet ein Lied von Udo Lindenberg, das den Umschwung bringt. Als Julia Stone „Durch schwere Zeiten“ anstimmt, sich mit ihrem bezaubernden Akzent tapfer durch den deutschen Text kämpft, herrscht endlich Ruhe im Publikum, das permanente Hintergrund-Gemurmel hört auf, alle Aufmerksamkeit gilt der Bühne, damit Angus und Julia Stone, ihrer Band und der wunderbaren Musik. Endlich.

Das Konzert beginnt enttäuschend. Nicht etwa, weil Angus und Julia Stone auf der Bühne etwas falsch machen. Nein, im Gegenteil. Mit weißem Häkelkleid und Blumen im Haar sieht Julia aus wie eine Elfe, beginnt den ersten Song „Baudelaire“ fulminant mit der Trompete, auf der Leinwand hinter ihr flimmert ein Meer auf, ein Totempfahl erscheint, die Augen seines Vogelkopfes blitzen und funkeln, immer wieder passt sich das Bühnenbild der Musik an – Schnee fällt bei „Snow“ herab, bei „Big Jet Plane“ ziehen Wolken vorbei. Weiterlesen »

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17. September 2017

Heimat: “Ein Abend mit Markus und Kian von ,interKArt'”

Das sind Markus (links) und Kian

Festival in der Fettschmelze!

Am Ende stehen alle Konzertbesucher im Tollhaus auf. Gerührte und beeindruckte Gesichter überall. Der Applaus dauert minutenlang. Er ist der verdiente Lohn für einen überwältigenden Abend, bei dem Musiker aus der ganzen Welt auf der Bühne vereint sind – aus dem Iran, der Mongolei, Italien und auch Deutschland.

„Wir waren selbst überrascht, wie toll alles lief“, erzählen mir Markus Widmaier und Kian Jazdi nun knapp vier Monate später, in ihren Augen blitzt es dabei, das Grinsen ist riesig. Die beiden Studenten der Hochschule für Musik organisierten mit ihrem interkulturellen Verein „interKArt“ diesen bunten Weltmusikabend – es war die erste Veranstaltung des Vereins, der Beginn seines sozialen Engagements, das nun mit dem dreitägigen Festival „ZwischenRäume“ in der Fettschmelze am letzten Septemberwochenende seine Fortsetzung findet. Weiterlesen »

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30. August 2017

Heimat: “Ein Abend im Café NUN”

Alle Fotos: Café NUN

Ein Wohnzimmer für die Oststadt: Das Café NUN öffnet wieder

Es ist eine kleine, grüne Oase zwischen all dem Asphalt und Beton: Manuel und ich sitzen an diesem Spätsommerabend vor dem Cafe NUN in der Gottesauerstraße 35 auf Holzstühlen – umgeben von Beeten, in denen Zucchini und Radieschen munter vor sich hin wachsen, und großen Grünpflanzen, die die Autos, die gelegentlich vorbei sausen, verdecken und so vergessen lassen, dass wir uns inmitten der Stadt befinden.

Am 29. September, 11 Uhr, eröffnet das Café NUN wieder – nach zwei Jahren Pause. Selten habe ich mich so sehr über eine Nachricht aus dem Karlsruher Stadtleben gefreut. Deshalb habe ich Manuel geschrieben, wollte mich mit ihm treffen, um zu erfahren, was nun alles geplant ist. Es hört sich wunderbar an: Konzerte, DIY-Workshops, Ausstellungen und feste Öffnungszeiten von mittwochs bis samstags – das Café NUN kommt mit einem bunten Angebot zurück. Die erste kulturelle Veranstaltung ist am 3. Oktober mit dem Kabarett von „Die Wahrhaft Schwachen“ anlässlich der Karlsruher Literaturtage. Weiterlesen »

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Hallo, ich bin Miriam

Stets bin ich auf der Reise: durch Karlsruhe, die Kultur und die Welt. Dabei begegnen mir immer wieder interessante Menschen, Bücher, Filme und anderer Krimskrams. Damit all diese Erfahrungen und Eindrücke nicht einsam in meinem Kopf schwirren, gibt es diesen Blog. Aus Grau wird Kunterbunt.

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