4. Mai 2022

Krimskrams: “Ein Nachmittag mit Rita Miskevych”

Rita Miskevych

Die ukrainische Künstlerin Rita Miskevych arbeitet in Ettlingen an ihren abstrakten und figurativen Malereien

Als am 24. Februar russische Soldaten in die Ukraine einmarschieren und Bomben vom Himmel fallen, erschüttert das auch die Welt von Künstlerin Rita Miskevych. Die Ukrainerin liest davon in ihrer Wohnung im Süden Deutschlands. „Zuerst verfiel ich in eine Schockstarre, dann begann ich meinen Freund*innen in Charkiw zu schreiben“, erzählt sie mir, als ich sie Ende April in ihrem Atelier in Ettlingen besuche.

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19. April 2022

Krimskrams: Ein Abend mit Maximilian Zschiesche & Ben Rentz von “DIE SIPPE”

“DIE SIPPE”: Wiederaufnahme des performativen Theaterstücks im P8 in Karlsruhe

Als sich zu Beginn der Corona-Pandemie im April 2020 das alltägliche Leben schlagartig änderte, Treffen mit Freund*innen nur noch sehr eingeschränkt möglich waren, saß Maximilian Zschiesche in seinem Zimmer und überlegte: Wie kann ich unter diesen Umständen ein Theaterstück mit performativen Ansätzen realisieren?

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25. Februar 2022

Krimskrams: “Embrace”-Ausstellung im Badischen Kunstverein

Platform Embrace Badischer Kunstverein
Credit: Marta Bogdanska

Kerstin Möller und Karolina Sobel haben “Platform Embrace” gegründet

„Ihr seid nicht normal.“ Ein Nachbar rief diesen Satz aus seinem Fenster, als die deutsch-polnische Medienkünstlerin Karolina Sobel im Juni 2020 in einer Galerie in Warschau ihre erste Solo-Ausstellung „LEZBY“ veranstaltete. Ihre dort präsentierten Arbeiten waren eine Antwort auf die Ausstellung „Pedaly“ (Schwuchteln) von Karol Radziszewski aus dem Jahr 2005.

Das Besondere an „Pedaly“: Es war die erste Ausstellung in Polen, die öffentlich von einem schwulen Künstler veranstaltet wurde und das Thema Homosexualität in den Fokus stellte. 15 Jahre später, inmitten des Wahlkampfes des ultrakonservativen Präsidenten Andrzej Duda, fragte Karolina Sobel mit ihren Arbeiten: War seither genug Zeit, um eine queere Geschichte Polens zu schreiben und wo sind darin die weiblichen Positionen zu finden?

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9. Februar 2022

Krimskrams: “Göttinnen des Jugendstils” im Badischen Landesmuseum

Cover der Zeitschrift „Jugend“ © Badisches Landesmuseum, Foto: ARTIS – Uli Deck

Ausstellung „Göttinnen des Jugendstils“ im Badischen Landesmuseum Karlsruhe

Die Welt steht Kopf um 1900. Industrialisierung, Modernisierung und Elektrifizierung haben die Gesellschaft durcheinandergewirbelt. Darwins Evolutionstheorie erschüttert die Kirche und stellt das Menschenbild infrage. Neue technische Erfindungen ermöglichen einen Massenkonsum – zumindest für alle, die es sich leisten können. Fortschrittsglaube kollidiert mit Kulturpessimismus. Es entsteht eine Kluft in der Gesellschaft, die erst noch geschlossen werden muss.

Der Jugendstil wendet sich in dieser Phase des Umbruchs gegen den traditionellen Historismus und findet eine eigene Formsprache. Er experimentiert mit Farben, geschwungenen Linien, Schnörkeln und mit unterschiedlichen Schrifttypen. Das zentrale Motiv für Grafiker und Bildhauer: Frauen.

Sie werden aber keineswegs real dargestellt. Vielmehr sind auf Werbeplakaten und Kunstwerken idealisierte junge Damen zu sehen. Oft rekeln sie sich makellos in der Natur, sind leichtbekleidet und umgeben von geschwungenen Linien und Blumen. Im Kontrast dazu symbolisieren gefährliche Frauen wie die Medusa den befürchteten kulturellen Verfall.

Die Ausstellung „Göttinnen des Jugendstils“ im Badischen Landesmuseum präsentiert dieses Phänomen der vielfältigen Frauendarstellungen im Jugendstil auf sehr sehenswerte Weise.

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5. Februar 2022

Krimskrams: “Ein neues Zuhause für den Panorama e.V. & das P8”

Panoramaverein I P8 I Karlsruhe

Karlsruhe: Der Panorama-Verein und das P8 sind nun in der Schauenburgstraße 5

Dass ich gleich am Ziel angekommen bin, erkenne ich an dem großen Schild, das auf der Straße schon von Weitem zu erkennen ist. „Kein Mensch ist illegal“ steht in prägnanten weißen Buchstaben auf schwarzem Hintergrund. Grüne und rote Sprühfarbe umrahmt die Schrift.

Langsam bremse ich ab und fahre mit meinem Fahrrad auf das Gelände der Schauenburgstraße 5, wo der soziokulturelle Panoramaverein ein neues Zuhause gefunden hat. Mitten im Bulacher Industriegebiet – umgeben vom Diakonie-Secondhandladen, McDonalds und einer Esso-Tankstelle.

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12. Dezember 2021

Krimskrams: “Ein Abend in der Orgelfabrik Karlsruhe”

"Du und ich" I Orgelfabrik Durlach

“Du und ich” – Ausstellung von Hiroko Nagata, Ryosuke Yamauchi & Tomoki Tsutsumi

Jedes Mal, wenn in diesem Sommer die Sonne schien, öffnete Künstlerin Hiroko Nagata in ihrer Wohnung das Fenster zum Hinterhof und blickte hinaus. Was sie dort sah, waren bunte Blumen und Pflanzen, Kinder beim Spielen oder Menschen, die es sich im Liegestuhl bequem gemacht hatten. Warmes Licht umspielte die Szenarien. Hiroko ließ sich davon inspirieren und hielt ihre Eindrücke mit schnellen Pinselstrichen schemenhaft auf der Leinwand fest.

Die Energie, die sie spürte, ist deutlich auf den Bildern sichtbar, die noch bis nächsten Sonntag, 19. Dezember, anlässlich der Ausstellung „Du und ich“ in der Orgelfabrik in Karlsruhe-Durlach zu sehen sind. Außer Hirokos Malereien sind auch die Werke von Ryosuke Yamauchi und Tomoki Tsutsumi dort vertreten.

Hiroko Nagata I Orgelfabrik Durlach
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26. November 2021

Kurioses: “Die Bäckerei-Fachverkäuferin”

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Ich schlafe gerne lange

Frühes Aufstehen gehört definitiv nicht zu meinen Stärken. Wer schon mal neben mir geschlafen hat, weiß das. Meine Schlummerfunktion im Handy tritt bereits zwei Stunden vor der eigentlichen Weckzeit ihren Dienst an. Das wiederholt sich dann mindestens fünf Mal. Das ist wichtig. Ich muss mich langsam darauf vorbereiten, dass es bald vorbei ist – vorbei, mit dem kuscheligen Abhängen unter der warmen Decke.

Alles, was vor 10 Uhr ist, gehört für mich zur tiefsten Nacht. Darüber diskutiere ich nicht. Als ich noch Redakteurin bei einer Zeitung war, begann der Arbeitstag genau um diese Zeit. Damit konnte ich noch einigermaßen umgehen. Mein jetziger Arbeitgeber sieht es dagegen gerne, wenn ich spätestens um 8.45 Uhr an meinem Platz sitze. Das ist eine Herausforderung, jeden Morgen. Weiterlesen »

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26. November 2021

Ein Nachmittag in der “Frischzelle” mit den Werken von André Wischnewski

André Wischnewski
TAETERAETAEAEAEAEAE (Foto: Frank Kleinbach © André Wischnewski)

Frischzelle_26 im Kunstmuseum Stuttgart

Mit TAETERAETAEAEAEAEAE beginnt die Ausstellung von André Wischnewski im Kunstmuseum Stuttgart. Die 19 Großbuchstaben bog der Bildhauer aus Metall zurecht. Nun schlängelt sich die silbern funkelnde Lautmalerei im Sammlungsbereich des Museums die Treppenstufen hinunter und führt direkt zu weiteren Werken des Absolventen der Kunstakademie Karlsruhe. Darunter: Messerschnitte, Plastiken, Fotoprints und Skulpturen. Ihre Gemeinsamkeit: die Wechselbeziehung von Architektur und Sprache.

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14. November 2021

Schmöker: “Ein Abend mit Stefanie Sargnagel”

Stefanie SargnagelLesung von Stefanie Sargnagel in Karlsruhe

Stefanie Sargnagel ist erwachsen geworden. Ein bisschen zumindest. Statt tagelang verkatert zu sein und sich mit Minimal-Budget durchs Leben zu kämpfen, macht die 32-Jährige nun tatsächlich Sport, geht zur Psychotherapie und trägt an diesem Abend auf der Bühne ganz besondere Ohrringe: zwei Exemplare aus der Schmuckkollektion von Natascha Kampusch. “60 Euro haben sie gekostet”, erzählt sie. Das sei nun drin bei ihrem Erfolg und dem vielen Geld – also gemessen an ihren Verhältnissen. Von einem Leben mit Alkoholproblemen an der Wiener Kunstakademie hin zur erfolgreichen Autorin: “Das ist doch mal eine Geschichte mit Happy End”, resümiert sie zufrieden.

Selbstironisch, sarkastisch, politisch: Es ist ein riesiges Vergnügen, Stefanie Sargnagel dabei zuzuhören, wie sie im ausverkauften P8 in Karlsruhe unter anderem aus ihrem neuen Buch “Statusmeldungen” vorliest, gesellschaftliche Entwicklungen und sich selbst analysiert sowie von ihren Erfahrungen in einem Callcenter berichtet. Das hat Witz, Treffsicherheit und Intelligenz. Weiterlesen »

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8. November 2021

Heimat: Ein Morgen bei Miriam und Sven in der Patisserie Ludwig”

 

Patisserie Ludwig Karlsruhe

Das sind Miriam und Sven.

Patisserie Ludwig in Karlsruhe: Törtchen wie aus Paris!

Grüne Pistaziensplitter haben sich auf weißen Baiserklecksen versammelt, dicht daneben befinden sich kleine Feigenstückchen. Unter ihnen ist eine fein geschichtete Mischung aus Feigenkompott, Mandelcrumble und Käsekuchencreme. „Cheesecake Feige“, der Name dieser Kreation ist festgehalten mit schwarzer Schrift auf weißem Papier an der Vitrine.

Dieses Törtchen ist nur eines von zahlreichen süßen Kunstwerken, die in der Filiale der Patisserie Ludwig Am Stadtgarten 15 in Karlsruhe liegen. Macarons, Tartes, Eclairs: Sie sind alle perfekt beleuchtet. Ebenso wie die Quiches, Croissantes, Baguettes und die vielen anderen Köstlichkeiten, die daneben in Körben liegen. In den Regalen stehen außerdem Schoko-Nikoläuse und Adventskalender bereit.

Patisserie Ludwig Karlsruhe

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Hallo, ich bin Miriam

Stets bin ich auf der Reise: durch Karlsruhe, die Kultur und die Welt. Dabei begegnen mir immer wieder interessante Menschen, Bücher, Filme und anderer Krimskrams. Damit all diese Erfahrungen und Eindrücke nicht einsam in meinem Kopf schwirren, gibt es diesen Blog. Aus Grau wird Kunterbunt.

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