18. Oktober 2018

Melodien: “Ein Abend mit Joe Astray”

Das ist Joe. Credit für alle Fotos: Melancholie Maritim

Eine unerwartete Begegnung mit Joe Astray

Manchmal schließt sich der Kreis an der Bar. Im Iuno in der Südstadt, an einem Freitagabend, viele Wochen zurück. Ein fremder Herr sitzt neben mir, die Kapuze seines schwarzen Pullis hat er über seinen Kopf gezogen, markant schimmert sein Bart im schummrigen Licht, es ist bereits nach 24 Uhr. Er komme von einem Konzert nebenan im Kohi, beginnt er zu erzählen.

Wir trinken ein Getränk, dann das nächste. Irgendwann macht es klick. Erinnungsfetzen fügen sich zusammen, bilden einen klaren Gedanken. Neben mir sitzt Joe Astray. Über den Sänger und seine Band „Lucky Ginger“ hatte ich meinen allerersten Artikel zu Beginn meines Volontariats in der Kulturredaktion einer Tageszeitung geschrieben. Ein längeres Telefonat zwischen ihm und mir: die Basis für diesen Text. Gesehen haben wir uns nie, nur die Stimme, sie hatte ich schon mal gehört. Nun endlich, eine persönliche Begegnung, zufällig, unerwartet.

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5. August 2018

Melodien” Ein Abend mit Tamino auf dem Maifeld Derby”

Melancholische Melodien und eine eindringliche Stimme!

Ganz in Schwarz gekleidet steht Tamino an diesem Sonntagabend auf der Bühne beim Maifeld Derby in Mannheim – zwischen bunten Pompoms und Seifenblasen, die schwerelos durch die Luft schweben. Taminos Blick schweift in die Ferne, seine Finger lassen sanft die E-Gitarre erklingen, seine gefühlvolle Stimme, die über vier Oktaven reicht, berührt sofort. Den melodiösen und melancholischen Liedern des 21-jährigen Singer/Songwriters aus Belgien zuzuhören, ist etwas Besonderes. In Frankreich schaffte es seine EP „Habibi“ so bereits auf den ersten Platz, „Radiohead“-Bassist Colin Greenwood unterstützte ihn außerdem beim Song „Indigo Night“.

Als wir uns nach seinem Auftritt im Backstage-Bereich treffen, erlebe ich Tamino als einen Musiker, der sehr nachdenklich und ruhig über seinen Auftritt, seine Musik und seine Träume spricht. Immer wieder macht er beim Sprechen Pausen, um sich seine Sätze genau zu überlegen, bevor er sie laut ausspricht.

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29. Juni 2018

Melodien: “Ein Abend mit Luis Ake und Luca Morte”

 

Ein Song zur WM!

Club Mate. Luca weiß genau, was Luis in diesen Tagen dringend braucht. Luis studiert Grafikdesign an der Hochschule für Gestaltung und ist im Vordiplom-Stress, zahlreiche schlaflose Nächte hat er vor und hinter sich. Trotzdem fand er nun Zeit, in die Fettschmelze zu kommen, um dort gemeinsam mit Luca über den Song zu reden, den sie zur Fussball-Weltmeisterschaft aufgenommen haben.

“Komm spiel den Laufpass zu mir”, heißt ihr Meisterwerk. Ein Song über Liebe, Leidenschaft und Brüderlichkeit, über die ganz großen Themen des Lebens also, eingebettet in treibende Beats. Luca stellt Luis das prickelnde Erfrischungsgetränk hin, dieser nickt dankend, ihr Verständnis untereinander braucht keine Worte. Okay. Das Interview mit mir kann nun losgehen.* Weiterlesen »

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25. Juni 2018

Melodien: “3 Tage auf dem Maifeld Derby”

Maifeld Derby: entspannte Stimmung und tolle Acts

Ihre Energie ist übermächtig. Als Tank and the Bangas die Bühne betreten, schwappt von der ersten Sekunde an unendlich viel Kraft durch das große Zirkuszelt. Besonders Sängerin Tarriona „Tank“ Bal ist eine Wucht. Hiphop, Soul, Jazz, Funk und kluge Texte. Die Musik der Gruppe aus New Orleans ist dynamisch, bunt und wild. Für mich ist ihr Auftritt definitiv ein Highlight des dreitägigen Festivals in Mannheim.

Blauer Himmel, Wimpelketten, keine Alkoholleichen und etwa 70 Konzerte verteilt auf vier Bühnen: Das Maifeld Derby ist auch in diesem Jahr wieder eine riesige Freude für mich. Das Besondere an dem mit insgesamt rund 15.000 Besucher relativ kleinen Festival: die große Bannbreite der außergewöhnlichen Acts. Elektro, Black Metal, Hiphop und Pop – von Musikern aus der ganzen Welt. Beim Maifeld Derby treffen 2018 Newcomer wie Tamino auf etablierte Größen wie die Eels. Weiterlesen »

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15. Mai 2018

Melodien: “Ein Abend mit den Beginnern”

“Für Dich gibt’s nur noch eins und sonst keins,
und hält jemand nicht Deins für Nummer eins,
siehst du rot wie Heinz und sperrst ihn ein,
quälst ihn mit Simple Minds bis er weint.”

Es war ein Abend im Januar 1999, als mir einer meiner ersten Freunde übers Telefon von den Beginnern und der Mongo-Clikke erzählte. Er rezitierte für mich Songzeilen von seinem neuesten “Lieblingslied”, euphorisch, Satz für Satz. Seine Begeisterung schwappte durch die Leitung, übersprang die zehn Kilometer, die uns trennten und erreichten mich, mit dem großen, olivefarbenen Telefonhörer im Flur der Eltern stehend.

Die Beziehung zerbrach, “Bambule” blieb, schaffte es von der CD auf den iPod und sogar aufs iPhone. Das “Advanced Chemistry”-Konzert der Beginner in der Schwarzwaldhalle Karlsruhe: ein Tribut an die alten Zeiten, Nostalgie gepaart mit Melancholie – und verdammt viel Spaß. Weiterlesen »

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8. März 2018

Melodien: Ein Abend mit Flavian Graber von ‘We invented Paris'”

Foto: Nico Schnepf

Auf Tour mit der „Catastrophe-Disco-Bar-Box“

Plötzlich war alles anders. Ende 2017 entschieden sich die Künstler von “We invented Paris” getrennte Wege zu gehen. “Wir hatten zwar keinen Streit, waren aber auch keine Einheit mehr”, erzählt mir Flavian Graber, der Kopf des Schweizer Kollektivs, bei unserem Treffen im Tollhaus in Karlsruhe.

Was nun? Termine für die “Tour de Catastrophe” waren bereits fix, Locations gebucht. “Ich wollte nicht alles canceln – zu sehr hatte ich mich auf die Konzerte gefreut”, sagt Flavian. Er überlegte. Auf die Schnelle eine neue Band zusammen trommeln? Nein. Es sollte anders sein. Weiterlesen »

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18. Oktober 2017

Melodien: “Ein Abend mit Angus & Julia Stone in Stuttgart”

Schwerer Start!

Es ist ausgerechnet ein Lied von Udo Lindenberg, das den Umschwung bringt. Als Julia Stone „Durch schwere Zeiten“ anstimmt, sich mit ihrem bezaubernden Akzent tapfer durch den deutschen Text kämpft, herrscht endlich Ruhe im Publikum, das permanente Hintergrund-Gemurmel hört auf, alle Aufmerksamkeit gilt der Bühne, damit Angus und Julia Stone, ihrer Band und der wunderbaren Musik. Endlich.

Das Konzert beginnt enttäuschend. Nicht etwa, weil Angus und Julia Stone auf der Bühne etwas falsch machen. Nein, im Gegenteil. Mit weißem Häkelkleid und Blumen im Haar sieht Julia aus wie eine Elfe, beginnt den ersten Song „Baudelaire“ fulminant mit der Trompete, auf der Leinwand hinter ihr flimmert ein Meer auf, ein Totempfahl erscheint, die Augen seines Vogelkopfes blitzen und funkeln, immer wieder passt sich das Bühnenbild der Musik an – Schnee fällt bei „Snow“ herab, bei „Big Jet Plane“ ziehen Wolken vorbei. Weiterlesen »

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24. Juli 2017

Melodien: “Das Fest 2017 in Karlsruhe”

Das Fest 2017: Kein Feuerwerk für mich!

Ausgewählt statt das volle Programm: Dieses Jahr wollte ich mir eigentlich nur Amy MacDonald bei „Das Fest“ anschauen. Ihr erstes Album „This is the Life“ hatte mich 2008 durch meine letzten Uni-Monate getragen, die Texte von „Poison Prince“ oder „This is the Life“ sind noch immer Zeile für Zeile fest in meinem Kopf. Ihr Auftritt deshalb am Sonntagabend: Pflicht.

Ansonsten wollte ich „Das Fest“ meiden. Mir ist es inzwischen viel zu voll, zu hektisch, zu anstrengend. Nur dann hatte eine Freundin noch eine Karte für Samstag übrig. Okay, also dann doch noch Feine Sahne Fischfilet und Sido. Eine illustre Mischung an Musik. Wirklich mitgerissen hat mich am Ende aber nichts. Hier nun drei Kurz-Kritiken. Weiterlesen »

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19. Juni 2017

Melodien: “Ein Nachmittag mit Nicolas Sturm”

Credit: Max Zerrahn

Angst!

Als sich die politische Situation in Deutschland vor drei Jahren zuspitzte, Pegida-Anhänger voller Wut und Hass durch die Straßen Leipzigs und Dresdens stapften, setzte sich Nicolas Sturm an seinen Schreibtisch und begann, Songtexte zu schreiben. Über eine verängstigte Gesellschaft, die sich trotz ihres Luxus’ fürchtet, nicht aus Fehlern lernt, in ihrer Doppelmoral gefangen ist und sich ständig um sich selbst kreiselt. „Ich konnte nicht mehr schweigend zusehen“, erzählt er mir, als wir uns an einem sonnigen Nachmittag auf dem Werderplatz treffen. Zehn Songs landeten auf „Angst Angst Overkill“, einem Album geprägt von poppigem 80er-Jahre-Gitarrensound gepaart mit sprachlich ausgefeilten Texten. Zu hören sind sie am kommenden Freitag bei seinem Konzert im Kohi Kulturraum.

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16. April 2017

Melodien: “Ein Abend mit Magnus Sauer von ,The Tremolettes'”

Das ist Magnus. Foto: David Becker

Ein Konzert bei „Die Anstoß“

Stuttgart, Konstanz, Basel, Karlsruhe. Sieben Tage, vier Konzerte mit „The Tremolettes“ – es ist eine spannende Woche für Magnus Sauer. „Zum ersten Mal spielen wir live unsere neuen Songs“, erzählt mir der 26-Jährige, als wir uns am Werderplatz treffen und ein Feierabend-Getränk zusammen trinken. Erst vor wenigen Wochen waren die vier Musiker in einem Stuttgarter Studio und haben die Lieder für ihr erstes Album eingespielt. „Nun sind wir gespannt, wie sie beim Publikum ankommen“, sagt Magnus, der in der Band auf die Tasten der elektronischen Orgel haut.

Soul meets Darkness

Bei „The Tremolettes“ zieht sich ein düsterer Grundton durch die soulige Musik. „In unseren Songs tauchen immer wieder psychedelische Elemente auf“, beschreibt Magnus. Das klingt aber schwerer als es ist. Denn es groovt ganz schön, wenn die vier Jungs an ihren Instrumenten loslegen. In Karlsruhe sind sie am kommenden Donnerstag, 20. April, ab 19 Uhr im Projektraum von „Die Anstoß“ in der Fritz-Erler-Straße 7 zu hören. Der Eintritt ist frei, Spenden möglich. Weiterlesen »

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Hallo, ich bin Miriam

Stets bin ich auf der Reise: durch Karlsruhe, die Kultur und die Welt. Dabei begegnen mir immer wieder interessante Menschen, Bücher, Filme und anderer Krimskrams. Damit all diese Erfahrungen und Eindrücke nicht einsam in meinem Kopf schwirren, gibt es diesen Blog. Aus Grau wird Kunterbunt.

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