5. April 2021

Fernweh: Heiter bis wolkig – vier Tage in Leipzig

Alte Spinnerei Leipzig

Ein grauer Empfang in Leipzig

Leipzig empfängt uns stürmisch. Als wir an einem Samstagnachmittag im Oktober am Hauptbahnhof ankommen, prasseln die Regentropfen mit voller Wucht vom Himmel. Die Pfützen auf dem grauen Betonboden bilden kleine Seen, lassen sich mit den Rollkoffern nur schwer umrunden.

Ein dichter Grauschleier liegt über der Stadt. In der S-Bahn, die uns in den Stadtteil Plagwitz bringt, sind die Scheiben so milchig beschlagen, dass uns erst mal ein Blick nach draußen verwehrt bleibt. Leipzig ziert sich, gibt sich geheimnisvoll.

Vier Tage Leipzig, fünf Tage Füssen. Erst der Osten, dann der Süden Deutschlands – so ist der Plan für unseren Urlaub. Groß war der Wunsch gewesen, von Leipzig nach Lissabon zu fliegen, doch die Inzidenz-Werte in Portugal stiegen in die Höhe, wir blieben am Boden.

Nun also ein Zug-Trip – zuerst zu einer Freundin, die in Leipzig am Theater arbeitet, danach zu den hübschen Seen und Bergen Bayerns, von denen ich seit dem Wanderurlaub rund um den Walchensee so angetan bin.

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14. März 2021

Fernweh: “Urlaub in Bayern – Kochelsee & Walchensee”

Walchensee

Kochelsee und Walchensee: Urlaub in der bayrischen Karibik

Eine Reise zu schimmernden Seen, majestätischen Bergen und dichtem Wald. Als eine Freundin und ich im Februar 2020 einen Roadtrip in die Slowakei planten, ahnten wir noch nicht, dass wir wenige Wochen später alles wieder stornieren müssen.

Unser damaliges Ziel: die Hochzeit einer gemeinsamen Freundin. Sie hatte uns am 06.06.2020 in die Nähe von Bratislava eingeladen. Die Vorfreude war riesig. Mit dem Auto wollten wir dorthin – mit mehrtägigen Stopps in Bayern, Südtirol und Slowenien.

Wir hatten traumhafte Unterkünfte am Walchensee, am Pragser Wildsee, in einem Nationalpark in Slowenien und in Bratislava gefunden. Die Trauer war groß, als klar war, dass die Hochzeit nicht stattfindet, wir dadurch weder unsere Freundin sehen, noch unseren Roadtrip starten werden.

Als Ende Mai 2020 aber die Inzidenz-Zahlen wieder deutlich sanken, beschlossen wir spontan, wenigstens zum ersten Stopp zu fahren: zum Kochelsee und Walchensee in Bayern.

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2. Januar 2021

Fernweh: “New York II – Brooklyn & mehr”

Bushwick-Collective
Bushwick Collective

Bagels & bunte Bilder in Brooklyn!

Graffiti, hippe Cafés und Secondhand-Shops: Die zweite Hälfte unseres New-York-Trips haben wir hauptsächlich in Brooklyn verbracht. Konkret: in Williamsburg, Bushwick und Coney Island. Außerdem besuchten wir noch drei Museen, die abwechslungsreicher kaum sein könnten.

Willkommen in Williamsburg (Brooklyn)

In Williamsburg blüht das bunte Leben. Es braucht deshalb keine Sehenswürdigkeiten, um dort eine gute Zeit zu haben. Durch die Straßen zu laufen und die Fassaden der Häuser anzuschauen, ist schon ein riesiges Vergnügen.

Je nachdem, in welche Richtung wir abbiegen, gibt es unauffällige lateinamerikanische Kirchen ohne Protz, Basketball-Plätze oder jüdische Menschen mit Kippa. Auch die Serie „Unorthodox“ ist in Williamsburg gedreht. Als ich sie vor wenigen Monaten auf Netflix anschaue, sehe ich genau die Orte wieder, an denen wir in diesem Spätsommer entlang gelaufen sind.

Williamsburg
Williamsburg
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7. November 2020

Fernweh: New York – Manhattan & mehr

Coney Island

New York: Eine unvergessliche Reise!

Es ist ein traumhaft schöner Spätsommertag in Coney Island. Die Möwen fliegen kreischend über das Meer, das Wasser glitzert in der Sonne und als ein Straßenmusiker seinen mitgebrachten Retro-Ghettoblaster aufdreht, eine CD von Michael Jackson einlegt, sein Saxofon in die Hand nimmt und zu spielen beginnt, weiß ich: Das ist ein Moment, der in meinem Gedächtnis haften bleibt. „I remember the time“ hallt es um mich herum und in meinem Kopf.

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12. September 2020

Fernweh: “Sommerliches Sevilla”

Alcazar Sevilla
Patio de las Doncellas

48 Stunden in Sevilla

Überall Blumen und ein klimatisierter Empfangsbereich: Es ist eine kleine Oase, in die ich am späten Nachmittag in Sevilla stolpere. 37 Grad hat es draußen, die Sonne brennt vom Himmel und ich bin froh, mit meinem Koffer in der Pension Lisdos zu stehen. Sevilla ist der zweite Stopp meiner kleinen Spanientour. Nach den angenehmen Temperaturen in Cádiz ist die Hitze nun eine große Umstellung – das Meer und der Wind fehlen mir.

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12. August 2020

Fernweh: “Chilliges Cádiz”

Cadiz

Sonne, Strand & Cafés in Cádiz

Als am 26. August um 23.59 Uhr die Uhr umspringt, der Tag wechselt, sitze ich auf meinem Bett in der Airbnb-Unterkunft in Cádiz, ein Buch von Joachim Meyerhoff in der Hand und ein Glas Rotwein auf dem verschnörkelten Nachttisch neben mir. Ein gemeinsames Anstoßen um Mitternacht mit Freunden fällt in diesem Jahr aus, es ist ganz ruhig um mich herum. Nur die Klimaanlage brummt leise vor sich hin. Happy Birthday, sage ich zu mir selbst. Noch nicht wissend, welche vielen Überraschungen das nächste Jahr mit sich bringen wird.

Cádiz und Sevilla, eine Woche Spanien nur mit mir alleine. Es war eine spontane Entscheidung, die ich drei Wochen vor meinem Geburtstag getroffen hatte. An einem Montagabend überfiel mich die Idee kurz nach Mitternacht im Halbschlaf. Lesen, Spaziergänge am Strand und Texte schreiben in kleinen Cafés in Spanien. Es klang verlockend.

Cadiz
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8. Februar 2020

Fernweh: “Limoncello in Limone am Gardasee”

Ein Ausflug nach Limone

Das Gefühl, dass irgendetwas nicht stimmt, kam mir nachts um 4 Uhr. Es war ein kalter Februartag, dick eingepackt lag ich in meinem Bett, nur das matte Laternenlicht von der Straße fiel in mein dunkles Zimmer. Wo ist dieser Bahnhof in Limone? In meinem Kopf ratterte es. Ich tastete nach meinem Handy auf dem Nachttisch, deaktivierte den Schlafmodus, setzte meine Brille auf und schrieb meiner Freundin eine Nachricht: „Wir müssen unsere Zugverbindung nochmals checken, ich habe ein ganz komisches Gefühl – wirklich, ein ganz komisches.“

Pool, Pizza und Pasta

Die Schnapsidee, eine Woche lang als Profi-Touris am Gardasee zu chillen, war uns zu später Stunde beim Abendessen in einem italienischen Restaurant gekommen. „Lass uns irgendwo hinfahren, wo es gemütlich ist“, hatte ich zu meiner Freundin gesagt. “Cose della vita”. Eros Ramazzotti trällerte im Hintergrund seine Schnulzen, ließ unser Kopfkino anspringen. Gemeinsam überlegten wir: Wie wäre ein entspannter Urlaub in Norditalien. Ohne Partys. Einfach nur Pool, Pizza und Pasta?

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8. Januar 2020

Heimat: “Ein Mittag mit Maurice Moel”

Maurice Moel umreiste die Welt mit der Schreibmaschine

Maurice Moel lag gemütlich in einer Hängematte auf dem Schiffsdeck, als er den Amazonas überquerte. Tagelang tuckerte er mit dem Dampfer über das Wasser – umrahmt von einer dicht bewachsenen Dschungellandschaft. Moskitos schwirrten nachts um den Reisenden, fanden jedoch keinen Weg durch das Netz, das ihn sicher schützte.

Der Poet war zu diesem Zeitpunkt völlig frei. Kein Smartphone, mit dem er Kontakt zu seiner Familie nach Deutschland halten konnte, kein Bankkonto, auf dem sein Geld lag. Alles, was er besaß, hatte er bei sich, gut verstaut in einem großen Rucksack, auf den er immer gut aufpasste.

Fünf Jahre ist die Amazonasüberquerung nun her – es ist nur ein Ausschnitt aus Maurice Moels siebenjähriger Weltumrundung. „Es war eine faszinierende Erfahrung“, erzählt mir der heute 35-Jährige, als wir uns vor wenigen Tagen in einem Café in der Karlsruher Südweststadt treffen. Mit seinem schwarzen Hut sticht er sofort aus der Masse heraus, ein geflochtenes, buntes Band ziert seinen schmalen Arm, über sein blaues T-Shirt hat er eine locker sitzende Weste mit Kapuze gezogen. Maurice Moel ist ein Weltenbummler, der ein wenig zart sowie zerbrechlich aussieht – als hätte er viel erlebt.

Seit drei Monaten ist er nun zurück in der Fächerstadt, unter anderem um sein Buch zu promoten, das im Brot & Kunst Verlag erschienen ist. „typewrite the world: episode eins“ heißt es und ist eine Dokumentation seines Trips. Am 13. Januar liest Maurice Moel im Kulturraum Kohi in der Südstadt daraus vor. Einlass ist um 19.30 Uhr.

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10. November 2019

Fernweh: “Liebenswertes Ljubljana”

 Ljubljana

Ein Ausflug alleine nach Ljubljana

Wer im Alltag ein wenig Langweile hat, sollte im tiefsten Winter alleine mit dem Flixbus von Karlsruhe nach Ljubljana fahren – und sich dort in eine Schein-WG einmieten. Ich garantiere: Noch viele Monate später wirken die Erinnerungen nach.

Äußerst spontan hatte ich mich im vergangenen Jahr für einen Urlaub in Slowenien entschieden. Die Kündigung für meinen damaligen Job war gerade abgeschickt, der Vertrag beim neuen Arbeitgeber bereits unterschrieben. Am 1. Januar sollte es losgehen. Den kompletten Dezember hatte ich dadurch frei. Was tun in den vier Wochen? Zürich! Das stand zuerst mit zwei Freundinnen auf dem Plan. Danach wollte ich aber nochmals alleine weg. Nur wohin so kurz vor Weihnachten?

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13. April 2019

Fernweh: “Valencia”

Sechs Tage alleine in Valencia

Valencia. Zutiefest verwirrt komme ich in der spanischen Stadt an, klar sortiert verlasse ich sie wieder. Nur wenige Wochen vor dieser Reise bin ich in einen neuen Job gestartet, voller Freude, Energie und Tatendrang. Die Ernüchterung kommt schnell. Innerhalb kürzester Zeit weiß ich: Dort kann ich nicht bleiben, auf gar keinen Fall. Nur: Was dann?

In meinem Kopf schlagen zu dieser Zeit die Gedanken Purzelbäume. Wo möchte ich mich bewerben? Wie stelle ich mir meine Zukunft überhaupt vor? Soll ich nochmals in eine andere Stadt?

Schnell wird mir klar: Ich muss für eine Woche raus, alleine sein, in Ruhe nachdenken und die ersten Bewerbungen schreiben. Aber was für eine Stadt passt gut für dieses Bedürfnisse? Wo gibt es Meer, schöne Cafés, Museen und ein buntes Angebot zur Zerstreuung?

Da fällt mir ein: Eine Freundin war kurze Zeit davor in Valencia, hatte mir Fotos geschickt, von Orangenbäumen, vom Meer, von einem strahlend blauen Himmel. Über Airbnb finde ich bei einem Herrn namens Alex ein schönes WG-Zimmer, ein Schnäppchen für 18 Euro die Nacht, von Frankfurt aus geht wenige Tage später ein Flug. Ich buche, packe meinen Koffer – und ziehe los.

Es war die perfekte Entscheidung, die sechs Tage alleine in Valencia haben mein Leben wieder in die richtige Bahn gelenkt – auch dank der Bekanntschaft eines illustren Herrn. Aber alles der Reihe nach.

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Hallo, ich bin Miriam

Stets bin ich auf der Reise: durch Karlsruhe, die Kultur und die Welt. Dabei begegnen mir immer wieder interessante Menschen, Bücher, Filme und anderer Krimskrams. Damit all diese Erfahrungen und Eindrücke nicht einsam in meinem Kopf schwirren, gibt es diesen Blog. Aus Grau wird Kunterbunt.

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