29. September 2013

Melodien: “Ein Abend mit Paddy Bohr im Indicative Studio”

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Alle Fotos: Run Ten

Aufnahmen für neue EP

Es sind Tage mit wenig Schlaf für Paddy Bohr – Le Grand uff Zaque haben sich für eine Woche im „Indicative Studio“ in Bruchsal angemeldet, wuseln dort umher. Der Anlass: Die Aufnahmen für die neue EP „This is Shanghai“ stehen an. Es ist Ende Juni, ein heißer Sommertag. Pianist Max und Drummer Jonathan sitzen mit Paddy Bohr an diesem Abend in der Regie, dem Herzen des Studios. Gemeinsam gehen sie die bereits aufgenommenen Songs durch, feilen an den Details. An welchen Stellen ist der Gesang zu laut, zu leise, passt das Saxofon-Solo? Die Konzentration ist hoch. Die Nacht wird lang.

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Mit 16 Jahren die erste Band

Für Paddy Bohr, der in Weingarten aufwuchs und inzwischen in der Fächerstadt lebt, ging mit dem „Indicative Studio“ vor fünf Jahren ein großer Traum in Erfüllung. „Musik spielte in meinem Leben von klein auf eine Rolle“, erzählt der 35-Jährige. Seine Eltern, beide Lehrer, brachten ihm früh verschiedene Instrumente näher. „Ich hatte Geigen- und Klavierunterricht“, erzählt er. Die Gitarre kam in der Jugend dazu. „In meiner ersten Band spielte ich mit 16 Jahren“, erinnert er sich. Paddy begann damals eigene Texte zu schreiben, komponierte Songs – in jeder freien Sekunde.

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Kunststudium in Karlsruhe

„Als ich 19 Jahre alt war, begegnete ich Tino Oac“, erzählt er weiter. Oac ist heute Sänger bei den Söhnen Mannheims. Durch ihn machte er die ersten Erfahrungen, wie es möglich ist, eigene Songs aufzunehmen. „Mit einem 8-Spur-Aufnahmegerät und einem CD-Brenner“, erzählt der 35-Jährige mit einem Schmunzeln. „Die Leidenschaft war geweckt.“ Nach der Schule begann Paddy aber erstmal ein Studium an der Kunstakademie in Karlsruhe. Das war 1999. Seinen Abschluss machte er 2004. „Mein Schwerpunkt lag auf der Bildhauerei.“ Nebenbei begann er Bands zu managen. „Das machte mir unwahrscheinlich großen Spaß“, erzählt er. Er gab ihnen Tipps, berichtete von seinen Erfahrungen – und lernte dabei Eugen Holzwart und Daniel Megally kennen. „Wir waren musikalisch auf einer Wellenlänge und entschieden uns dazu, zusammen eine Band zu gründen.“

Seit 2009 gibt es das Indicative Studio

Ein Ort zum Proben und Aufnehmen musste nun her. In einem Hinterhofgebäude in der Bruchsaler Innenstadt wurden sie fündig: ein 265 Quadratmeter großer Raum – leerstehend. „Es gab kein Wasser, keinen Strom, nur eine einzige Steckdose zierte die Wand“, erinnert sich Paddy. In Handarbeit bauten sich die drei Jungs das Musikstudio auf. Tino Oac erfuhr von dem Projekt, beschloss miteinzusteigen und sein Equipment mitzubringen. Im Sommer 2009 war es soweit, das „Indicative Studio“ war fertig.

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Seither hat Paddy dort unzählige Stunden verbracht. Viele gute Dinge erlebt, aber auch viel Kraft investiert. „Große Disziplin ist oft notwendig, ein 15 Stunden-Tag keine Ausnahme, der Stundenlohn nicht immer hoch.” Trotzdem liebt er seinen Job über alles, das sagt der Musikproduzent voller Überzeugung.

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Weitere Informationen:
http://www.indicative-studio.de/
http://www.lguz.de/

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Stets bin ich auf der Reise: durch Karlsruhe, die Kultur und die Welt. Dabei begegnen mir immer wieder interessante Menschen, Bücher, Filme und anderer Krimskrams. Damit all diese Erfahrungen und Eindrücke nicht einsam in meinem Kopf schwirren, gibt es diesen Blog. Aus Grau wird Kunterbunt.

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