13. Dezember 2014

Schmöker: “Etwas, das mich glücklich macht” von Tessa Müller

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Einfühlsame Kurzgeschichten
Und plötzlich ist alles anders. Als Sophie von ihrem Freund verlassen wird, dreht sich ihre Welt. Sie muss aus der gemeinsamen Wohnung ausziehen, sich ein neues Leben aufbauen – und damit zurecht kommen, dass er eine neue Freundin hat. Loslassen kann ganz schön schwer sein. „Die Lösung eines Problems“ ist eine von insgesamt elf Kurzgeschichten in Tessa Müllers Debüt „Etwas, das mich glücklich macht“. Jede Geschichte ist aus der Sicht einer anderen Frau geschrieben. Alter und Lebenslagen differieren. Ihre Gemeinsamkeit: Alle Protagonistinnen haben mit ihrem Leben zu kämpfen. Tessa Müller schafft es dabei, jeder Geschichte eine ganz eigene Atmosphäre zu geben – voller Empathie.

Panikattacken im Bus
Besonders ans Herz gewachsen ist mir die zweite Geschichte: „Madonna“. Wanda leidet unter Panikattacken, kann nicht mehr atmen, hyperventiliert. Alleine traut sie sich kaum mehr aus dem Haus. Eine gewöhnliche Busfahrt wird zur Tortur. Ihr Vater ist überfordert, schickt Wanda zur Therapie. Verspannungen im Nacken sollen wegmassiert werden. „Glauben Sie, dass ich verrückt bin?“, fragt Wanda ihren Arzt. Er verneint. Manchmal kann das Leben anstrengend sein. Singen hilft Wanda.

Verzweiflung und Traurigkeit
In „Die Mütze“ hat die Protagonisten eigentlich ein ausgefülltes Leben. Einen Mann, mit dem sie zwei Kinder hat, ein Haus, Freunde. Doch der Alltag hat sich eingeschlichen, alles fühlt sich irgendwie leer an, sie ist unzufrieden, würde gerne etwas verändern, doch weiß nicht wie. Ein Besuch bei den Freunden bringt all die Traurigkeit und Verzweiflung zum Vorschein.

Hoffnung besteht
„Etwas, das mich glücklich macht“ las ich im Zug auf der Heimfahrt von Konstanz fast am Stück durch. Tessa Müller hat eine sehr klare Sprache, schnell fühlte ich ich mich in die Geschichten hineingezogen und litt mit den einzelnen Mädchen sowie Frauen mit. Die Kurzgeschichten bedrücken aber keineswegs, vielmehr zeigen sie, dass das Leben eben nicht nur Schönes beinhaltet, es aber trotzdem weitergeht – es Hoffnung gibt.

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Stets bin ich auf der Reise: durch Karlsruhe, die Kultur und die Welt. Dabei begegnen mir immer wieder interessante Menschen, Bücher, Filme und anderer Krimskrams. Damit all diese Erfahrungen und Eindrücke nicht einsam in meinem Kopf schwirren, gibt es diesen Blog. Aus Grau wird Kunterbunt.

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