17. Oktober 2015

Fernweh: “7 Tage in Portugal – Porto I”

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Porto, Tag 1

Regen, Regen, Regen. Es ist ein wenig ungemütlich, als wir am Freitagabend in Porto ankommen. Zum Glück liegt unsere Airbnb-Unterkunft bei Ana nur wenige hundert Meter von der großen Metro-Station “Trindade” entfernt. Ihre Wohnung ist ein großes Einzimmer-Apartment mit Bad – kein Palast, aber zentral, sauber und im typischen Ikea-Stil eingerichtet.

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In Porto laufen wir alles zu Fuß ab. Die mittelgroße Stadt mit rund 230.000 Einwohnern und dem Fluss Douro bietet im Zentrum kleine schmucke Häuser, prächtige Kolosse und ganz schön viele Steigungen. Unser Städte-Trip wird zum Aktiv-Urlaub.

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An diesem ersten Abend machen wir uns schnell auf die Suche nach einem Restaurant. Westlich der Avenida dos Aliados sind wir dazu unterwegs – und werden in der belebten Rua da Galeria de Paris relativ schnell fündig. Hier reihen sich zahlreiche Bars und Kneipen aneinander und ein Restaurant, das wie die Straße heißt: “Galeria de Paris”.

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Die Einrichtung ist ein wenig skurril. Nostalgie paart sich mit Kitsch. Ein alter Mini-Trabant hängt an der Wand, Bugs Bunny Figuren reihen sich dazu und ganz schön viel anderer Krimskrams. Wir wagen uns hinein. Hunger. Auf der Bühne direkt vor uns spielt ein Männer-Duo mit Gitarre ganz große Pop-Hits. Unter anderem von Elton John und John Lennon. Das Steak ist leider zäh, die Bedienung unfreundlich. Eine Flasche Rotwein hilft.

Danach holen wir uns in einer der zahlreichen Bars ein Getränk und stellen uns einfach zu den zahlreichen Portugiesen auf die Straße. Es herrscht eine sehr angenehme Atmosphäre. Ein Tanz-Flashmob bildet sich plötzlich aus dem Nichts. Allein das Beobachten macht Freude. Wir sind uns schnell einig: Hier werden wir auch den nächsten Abend verbringen.

Porto Tag 2:

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Frühstück. Wir wählen das Café Majestic in der Rua Santa Catarina aus. Hier schrieb Joanne K. Rowling an Harry Porter. Da meine Begleitung Fabi weitaus fitter als ich ist, schlendert sie die Steigung dorthin hoch, ich kämpfe mit jedem Meter – innerlich fluchend, dass ich die letzten Wochen das Joggen so schwer vernachlässigte. Es ist verflixt. Vor dem Café steht nun auch noch eine riesige Schlange von Menschen, die alle das gleiche Ansinnen wie wir hatten.

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Planänderung. Für einen Kaffee möchte ich nicht zwischen zig Harry Potter-Fans anstehen. Wir nehmen auf der Santa Catarina einfach das nächste Café – eines, wo sich keine Touristenströme versammeln. Es ist eine weise Entscheidung: Den Galao, das Lachsbrötchen und ein Pastel de Nata, eine leckere Blätterteigtasche mit Puddingfüllung, bekommen wir zusammen für weniger als fünf Euro. Wir sind begeistert.

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Danach laufen wir durch die verregnete Stadt. Wir schlendern durch die Markthallen des Mercado do Bolhao, wo ich mir Geschirr kaufe, und wir kommen vorbei am Bahnhof Sao Bento, er ist verziert mit 20.000 Azulejos. Das sind die primär blauen und weißen Fliesen, die im 16. Jahrhundert von Flandern nach Portugal kamen – sie sehen nicht nur hübsch aus und erzählen, wie in diesem Bahnhof Geschichten, sondern schützen an der Häuserfront auch vor Feuchtigkeit.

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Nicht weit vom Bahnhof ist die Kathedrale Sé. Von dort ist die Aussicht über die Dächer Portos beeindruckend. Danach laufen wir die Rua das Flores entlang Richtung Douro. Dort gibt es viele kleine Cafés, Restaurants und noble Häuser. Wir machen Stopp in einem kleinen Feinkostladen und testen dort Brot mit Ziegenkäse und Schinken. Fabelhaft.

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Für das Abendessen entscheiden wir uns für ein Fisch-Restaurant direkt am Fluss. Schon bei der Reservierung am Nachmittag werden wir mit den Flirt-Künsten der portugiesischen Kellnern vertraut. Unseren Namen möchte der Herr gar nicht erst wissen. Unser Tisch ist auf 21 Uhr unter “Beautiful Ladies” reserviert. Kostenloser Portwein am Abend folgt. Aufdringlich oder nervig werden die Kellner aber nie. Sie schaffen die perfekte Balance zwischen freundlichem, lustigem Flirten und höflicher Zurückhaltung. So machen uns die Restaurant-Besuche unglaublich viel Freude.

Bei der Auswahl des Menüs entscheiden wir uns für einen portugiesischen Brotbrei, einen Alentejo, mit Meeresfrüchten. Interessant und empfehlenswert. Nach dem Essen kämpfen wir uns vom Fluss hoch in das Zentrum zurück – und landen wieder auf der Straße im Partyviertel, solange bis mein Schirm unter den Regengüssen nachgibt und es ganz schön ungemütlich wird.

Bilder vom Stadtspaziergang:

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Wie es in Porto für uns weitergeht: https://dieschreibmaschine.net/2015/10/24/fernweh-7-tage-portugal-porto-ii/

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Hallo, ich bin Miriam

Stets bin ich auf der Reise: durch Karlsruhe, die Kultur und die Welt. Dabei begegnen mir immer wieder interessante Menschen, Bücher, Filme und anderer Krimskrams. Damit all diese Erfahrungen und Eindrücke nicht einsam in meinem Kopf schwirren, gibt es diesen Blog. Aus Grau wird Kunterbunt.

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