14. Juni 2022

Melodien: “Ein Wanderkonzert mit Flavian Graber”

Ein “Wanderkonzert” mitten in der Natur mit Flavian Graber

Als Flavian Graber vor vier Jahren mit seiner mobilen Disco-Bar-Box im Tollhaus Karlsruhe auftritt, kreuzen sich zum ersten Mal unsere Wege. Der ehemalige Frontmann der Band „We invented Paris“ spielt dort mit verschiedenen lokalen Musikern ein illustres Konzert, bei dem Indie-Pop, Folk und elektronische Klänge aufeinandertreffen.

Seit einem Jahr ist Flavian Graber nun als Solokünstler unterwegs und kommt am kommenden Donnerstag, 16. Juni, zu einem „Wanderkonzert“ nach Leopoldshafen (Landkreis Karlsruhe) – sein erster Auftritt dieser Art außerhalb der Schweiz.

Ich habe den Musiker, der mit seiner Frau und seinen drei Kindern in der Nähe von Basel lebt, gefragt, was die Besucher*innen genau erwartet.

Flavian Graber

Lieber Flavian, du spielst am 16. Juni ein „Wanderkonzert“ in Leopoldshafen. Was genau steckt dahinter?

Flavian: Bei meinem “Wanderkonzert” laufen die Gäste gemeinsam mit mir einen Weg durch die Natur. Bei diesem besonderen Spaziergang spiele ich immer wieder auf natürlichen Bühnen einen Song. Es ist ein Zusammenspiel von Musik, Texten und der Stille beziehungsweise den Umgebungsgeräuschen der Natur.

Auf die Idee mit den Wanderkonzerten kam ich in den vergangenen zwei Jahren, in denen wegen der Corona-Pandemie Auftritte in Clubs kaum möglich waren. Stattdessen erlebte ich viele schöne Spaziergänge in der Natur. 

In Leopoldshafen starten wir bei „Tante Polly“ und gehen während des Konzerts etwa vier Kilometer lang durch die Rheinauen. Am Ende landen wir wieder bei „Tante Polly“, wo es eine Weinverkostung zum Thema “Sauvignon Blanc” mit Wein-Nerd Mark Reichmann und Flammkuchen gibt.

Wie ergänzen sich für dich Musik und Natur?

Flavian: Auf unglaublich schöne Art. Es ist enorm einfach, braucht nur Stimme und Gitarre, unverstärkt. Das ist so direkt, unmittelbar und irgendwie auch nackt wie die Natur selbst. Es braucht in dem Setting keine Lichtshow oder sonstige Technik – die Natur tut ihr Eigenes dazu. Wenn ein Lied ausklingt, übernehmen die Klänge der Natur. 

Im Vorfeld überlege ich mir einzig, wann und wo ich welchen Song spiele und wie ich die Gäste auf dem Weg mit an der Hand nehmen kann. Natürlich braucht es auch die Stille, also die Abwesenheit von Ablenkung, um die Musik und Natur auch wahrnehmen zu können.

Neben den Klängen spielen auch die Songtexte eine bedeutende Rolle bei deinem „Wanderkonzert“. Was möchtest du mit ihnen transportieren?

Flavian: Bei „We invented Paris“ habe ich immer auf Englisch Songs geschrieben, nun texte ich neu in meiner Muttersprache Schweizerdeutsch (Mundart) und auf Deutsch. In meiner eigenen Sprache kann ich mich viel direkter und differenzierter ausdrücken, also mehr zwischen den Zeilen sagen.

Der Küchentisch wurde dabei zu meinem Lyrischen Zentrum – oft schreibe ich die Songtexte aus der dortigen Perspektive. Meist verarbeite ich Gesprächsfetzen und Gedanken über mein Leben als Familienvater und Musiker.

Du warst Frontmann der Band „We invented Paris“. Wie ist es für dich nun, allein auf Tour zu sein?

Flavian: Einiges ist sehr viel einfacher. Es gibt keine „Materialschlacht“ mehr und ich kann mit dem Zug reisen. Außerdem genieße ich es, mehr spontane Begegnungen und Gespräche zu haben.

Ein wenig Wehmut ist trotzdem da. Es war auch toll, mit der Crew im Bus unterwegs zu sein. In Zukunft plane ich, Konzerte mit anderen Musiker*innen zu spielen. Dann kann ich beide Vorteile miteinander verbinden.

Was sind nach dem „Wanderkonzert“ deine Pläne?

Über den Sommer spiele ich zunächst hauptsächlich Wanderkonzerte. Vergangenes Jahr war ich außerdem im Studio zusammen mit anderen Musikern – zum Teil auch von „We invented Paris“. Es werden deshalb bald Aufnahmen mit Band erscheinen. 

Aber ich mache gerade eins nach dem anderen. Ich versuche, mehr im Hier und Jetzt zu sein und im Kopf nicht schon immer um fünf Ecken zu denken. Deshalb liegt nun der Fokus dem Konzert am kommenden Donnerstag. Die Vorfreude ist groß.

Das “Wanderkonzert” beginnt um 17 Uhr. Weitere Infos gibt es auf der Webseite des Veranstalters.

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Hallo, ich bin Miriam

Stets bin ich auf der Reise: durch Karlsruhe, die Kultur und die Welt. Dabei begegnen mir immer wieder interessante Menschen, Bücher, Filme und anderer Krimskrams. Damit all diese Erfahrungen und Eindrücke nicht einsam in meinem Kopf schwirren, gibt es diesen Blog. Aus Grau wird Kunterbunt.

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