14. November 2017

Schmöker: “Ein Abend mit Stefanie Sargnagel”

Happy End für Stefanie Sargnagel

Stefanie Sargnagel ist erwachsen geworden. Ein bisschen zumindest. Statt tagelang verkatert zu sein und sich mit Minimal-Budget durchs Leben zu kämpfen, macht die 32-Jährige nun tatsächlich Sport, geht zur Psychotherapie und trägt an diesem Abend auf der Bühne ganz besondere Ohrringe: zwei Exemplare aus der Schmuckkollektion von Natascha Kampusch. “60 Euro haben sie gekostet”, erzählt sie. Das sei nun drin bei ihrem Erfolg und dem vielen Geld – also gemessen an ihren Verhältnissen. Von einem Leben mit Alkoholproblemen an der Wiener Kunstakademie hin zur erfolgreichen Autorin: “Das ist doch mal eine Geschichte mit Happy End”, resümiert sie zufrieden.

Selbstironisch, sarkastisch, politisch: Es ist ein riesiges Vergnügen, Stefanie Sargnagel dabei zuzuhören, wie sie im ausverkauften P8 in Karlsruhe unter anderem aus ihrem neuen Buch “Statusmeldungen” vorliest, gesellschaftliche Entwicklungen und sich selbst analysiert sowie von ihren Erfahrungen in einem Callcenter berichtet. Das hat Witz, Treffsicherheit und Intelligenz. Weiterlesen »

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1. Februar 2014

Melodien: “Ein Abend mit Vereinsheim Baldu (die VI.)”

Seine Erkältung hätte er am liebsten ins Weltall geschossen. Ging aber nicht. So stand Maxim am Freitagabend ein wenig blass und angeschlagen auf der Bühne in der Scenario Halle im Kulturzentrum Tempel. Machte letztlich aber überhaupt nichts. Der Sänger riss mit seiner leicht rauchigen und eindringlichen Stimme das Publikum mit – bedingungslos. Kurz vor Ende sorgte er mit „Soldaten“ für den Höhepunkt eines insgesamt eindrucksvollen Abend.

Vereinsheim Baldu die sechste: Komplett ausverkauft waren die beiden Veranstaltungen in Karlsruhe und Mannheim. Sehr zur Freude des Vorstands um Tommy Baldu (Schlagzeug), David Maier (Gesang), Nico Schnepf (Tasten), Rouven Eller (Ton) und Haegar (Visuals). Auch Arthur Braitsch gehört inzwischen zum festen Inventar des Vereinsheims; bereits seit Beginn sitzt er jedes Mal mit im musizierenden Kreis, begeistert an der Gitarre.

Bunt gemischt sind an diesem Abend die Gäste. Besonders Jemma Endersby sticht hervor. Einen kurzen, knallgrünen Overall trägt die englische Sängerin, eine Netzstrumpfhose mit Blumenstickereien dazu. Ihre experimentelle Duttfriseur sowie ihre große Brille lassen an ein Gesamtkunstwerk denken.

Aber nicht nur optisch haut Jemma Endersby um, auch ihre Stimme ist eindrucksvoll. Eine Prise Blues gepaart mit Soul, klar und sicher: Die Britin trifft jeden Ton. Bei dem mitschwingenden „Bubble“ zeigt sie, welche Energie in ihr steckt. Bei dem ruhigen „Fairytales“ wiederum, wie tief ihre Songs gehen. Ihr Mann Paucker, der an diesem Abend ebenfalls mit dabei ist, Bass spielt, lauscht der Stimme seiner Frau mit geschlossenen Augen.

„Es ist nicht einfach nun zu singen“, meint Tim Neuhaus dann mit einem Schmunzeln, als er nach Jemma Endersby die Bühne betritt. Seine Bescheidenheit: nicht notwendig. Der ehemalige Schlagzeuger der Clueso-Band zeigt sich als Singer/Songwriter äußerst versiert. Vor allem mit „As Life Found you“ zieht er das Publikum mit, geschlossen summt es die Melodie, hört gar nicht mehr damit auf. Und bei „Easy Or Not“ kommt dann auch Jemma Endersby wieder auf die Bühne, singt mit Tim Neuhaus gemeinsam den ruhigen Song.

Schwarze Cap, orange-schwarz gesteiftes Hemd und Vans – Maxim entspricht keineswegs dem Stereotypen des deutschen Popsängers. Hat er seine Wurzeln auch im Reggae-Bereich. Davon ist inzwischen nichts mehr zu hören. Maxim 2014: Eingängige Melodien, Texte rund um das Leben, nicht kitschig, sondern ehrlich, nachdenklich. „Soldaten“ lief im Radio hoch unter runter. „Rückspiegel“, „Haus aus Schrott“ und „Wut“ komplettieren seine Songauswahl an diesem Abend. Wunderbar.

Die nächste Vereinsheim Baldu-Veranstaltung ist am 23. Mai in Karlsruhe.

Zum Konzept der Veranstaltung: http://wp.me/p3915e-j5

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1. Mai 2013

Heimat: “Vereinsheim Baldu”

Der Vereinsheim-Vorstand

Pohlmann und Paucker waren bereits da, Laith al Deen ebenso und der Newcomer Jonathan Kluth erhielt beim letzten Mal minutenlang Applaus. Nun öffnet das Vereinsheim Baldu am nächsten Freitag, 10. Mai, im Kulturzentrum “Tempel” wieder seine Türen. Mit dabei sind bei der vierten Auflage Francesco Wilking, Kat Frankie, Gastone, Arthur Braitsch und Dominik Krämer. Sie musizieren gemeinsam mit dem Vereinsheim-Vorstand: mit Tommy Baldu (Schlagzeug), David Maier (Gesang), Nico Schnepf (Tasten), Rouven Eller (Sound) und Haegar (Visuals).

Es ist ein Konzert der besonderen Art: Die Bühne ist mitten im Raums, umringt von den Zuschauern. An den Wänden flimmern die Lichtspiele des Medienkünstlers Haegar. „Wir wollten keine klassische Konzertsituation schaffen”, sagt der Vorsitzende Tommy Baldu. „Eher eine Art Wohnzimmer.” Musiker und Publikum sollen sich dort wohlfühlen; einen besonderen Abend erleben. Das Konzept geht auf: Die drei bisherigen Veranstaltungen von „Vereinsheim Baldu“ waren komplett ausverkauft. Die Stimmung prächtig.

Songs mit Seele: „Wir wollten etwas fernab des Mainstreams und der Cover-Musik machen“, sagt Baldu, der aus Jockgrim stammt und in der Fächerstadt seine ersten Schritte als Künstler machte. Verschiedene Musiker bekommen bei „Vereinsheim Baldu“ eine Plattform – bekannte aber auch unbekanntere. „Wir wollen uns gegenseitig helfen“, betont der Produzent. Außer Jonathan Kluth, Laith Al-Deen und Paucker war auch die Sängerin Cäthe zu Besuch.

Nun steht die vierte Auflage an. Am 10. Mai in Karlsruhe, am 11. Mai in Worms. „Wir möchten jedes Mal von Neuem eine künstlerische Insel schaffen“, betont Baldu. Die Resonanz zeigt: Die Seelen in Karlsruhe sind hungrig darauf.

„Vereinsheim Baldu“ ist am Freitag, 10. Mai, 20.30 Uhr, im Kulturzentrum Tempel, Scenario Halle. Tickets online unter www.kulturzentrum-tempel.de oder per Telefon unter (0721) 554174.

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Hallo, ich bin Miriam

Stets bin ich auf der Reise: durch Karlsruhe, die Kultur und die Welt. Dabei begegnen mir immer wieder interessante Menschen, Bücher, Filme und anderer Krimskrams. Damit all diese Erfahrungen und Eindrücke nicht einsam in meinem Kopf schwirren, gibt es diesen Blog. Aus Grau wird Kunterbunt.

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