3. Februar 2014

Flimmerkasten: “Frances Ha”

Im Leben läuft nicht immer alles nach Plan. Das bekommt Frances (Greta Gerwig) deutlich zu spüren. Ihre beste Freundin Sophie zieht aus der gemeinsamen Wohnung aus, lässt sie im Stich. Damit nicht genug: Ihre Karriere als Tänzerin hakt, das Geld ist knapp. Ein passender Mann: nicht in Sicht. Aber die 27-Jährige lässt sich nicht unterkriegen, läuft durch die Straßen, stürzt, steht wieder auf, läuft weiter.

Als „Frances Ha“ im vergangenen Jahr im Kino lief, wollte ich den Film unbedingt sehen. Die Kritik auf „Spiegel online“ hatte mich neugierig gemacht: „Die schönste Komödie des Sommers“ stand da. Eine Endzwanzigerin, die sich durch das Leben kämpft, frei von biederem Hipster-chic. Im Gegensatz zu Hannah in „Girls“ brauche Frances dabei keinen romantischen Ritter, der für ihr Glück verantwortlich ist. Vielmehr liege ihr Fokus auf Freundschaften – die jedoch an unterschiedlichen Lebensplänen auch wieder zu zerbrechen drohen. Willkommen in der Wirklichkeit.

Ins Kino schaffte ich es leider nicht, nun bekam ich endlich die DVD. Und bin angetan. Die witzige Indie-Komödie von Noah Baumbach ist etwas ganz Besonderes – die Figuren, die tollen Schwarz-Weiß-Bilder aus New York sowie der Soundtrack sind perfekt aufeinander abgestimmt. Außerdem ist Adam Driver zu sehen. Er spielt den Bildhauer Lev. Ein Hut ziert meist seinen Kopf. Ein toller Typ.

Strukturiert ist der Film nach Frances Unterkünften. Die Szenen wechseln schnell, dadurch wird alles Schwere genommen. Nachdem Sophie sie hängen ließ und  mit einer anderen Freundin zusammenzog, landet Frances bei Benji und Lev. Zwei jungen Künstlern, die es sich leisten können, in einer hippen Wohnung für 4000 Dollar im Monat zu leben. Lev schleppt ständig Mädels ab, Benji schreibt Skripte für Saturday Night Live. Wenn es mit dem Geld knapp wird, ruft er seinen Stiefvater an. Der ist zwar ein Arsch, aber macht ja nix.

Frances fühlt sich wohl, kann sich diese Wohnung aber auf Dauer nicht leisten. So fährt sie erstmal über Weihnachten zu ihren Eltern nach Kalifornien, kehrt dann wieder nach New York zurück.

Tollpatschig, leicht verquer und oft auch unüberlegt hangelt sich die 27-Jährige durchs Leben. Dabei bleibt sie immer loyal und sympathisch. In den 86 Minuten, die schnell verfliegen, wird aus der auf Gleise pinkelnden Frances gegen Ende dann doch eine bisschen reifere junge Dame. Aber fertig erzählt wird nichts, was gut ist.

Frances Ha ist ein realistischer Ausschnitt, wie es wohl so vielen kreativen Köpfen mit Ende 20 geht. Es läuft nicht alles nach Plan, aber das macht das Leben interessant. Langweilig ist anders.

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Hallo, ich bin Miriam

Stets bin ich auf der Reise: durch Karlsruhe, die Kultur und die Welt. Dabei begegnen mir immer wieder interessante Menschen, Bücher, Filme und anderer Krimskrams. Damit all diese Erfahrungen und Eindrücke nicht einsam in meinem Kopf schwirren, gibt es diesen Blog. Aus Grau wird Kunterbunt.

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