10. August 2014

Flimmerkasten: “Searching for Sugar Man”

Es ist ein wenig wie ein Pop-Märchen, ein schöneres Ende könnte es kaum geben: Der Dokumentarfilm „Searching for Sugar Man“ handelt von der Suche nach dem amerikanischen Sänger Rodriguez, der in den 1970er-Jahren in seiner Heimat erfolglos blieb, in Südafrika aber großen Erfolg hatte. Niemand wusste in dem zerrütteten Land mehr über ihn, Gerüchte über seinen Selbstmord auf der Bühne kursierten. Die beiden Südafrikaner Stephen „Sugar“ Segerman und Craig Bartholomew Strydom wollen nun wissen, was hinter dem Mythos „Rodriguez“ steckt. Sie beginnen zu recherchieren – mit überwältigenden Ergebnissen. „Searching for Sugarman“ bekam 2013 den Oscar als besten Dokumentarfilm.

Das Geheimnis um den Sänger aus Detroit

Während in den USA keiner Notiz von Rodriguez nahm, traf er in Südafrika in den 1970er-Jahren mit seiner Musik genau den Nerv der Zeit. In dem Land ging es sehr konservativ zu, die Apartheid war auf ihrem Höhepunkt. Es gab kein Fernsehen, alles wurde zensiert und war verboten. Rodriguez‘ Songs wie „I wonder“ kamen an – besonders bei den jungen Menschen. Das Album „Cold fact“ wurde in Südafrika zu einer der bekanntesten Platten – und lag neben denen von den Beatles und Simon & Garfunkel in nahezu jedem liberalen Mittelschichtshaus. Die Botschaft der Platte: „Seid gegen das Etablishment“. Rodriguez wurde zu einem Rebell, einer Ikone. Seine Platten verkauften sich bestens, aber niemand wusste, wer er eigentlich ist.

Ein stiller Star mit großem Talent

Die Geschichte um den Künstler Rodriguez ist unglaublich interessant und berührend. Es wird unter anderem gezeigt, auf welche Art Schallplatten in Südafrika zensiert wurden und wie berechnend und kalt die Musikbranche in den USA ist. Die Erkenntnisse, die die Autoren um den Menschen Sixto Rodriguez herausfinden, sind darüber hinaus unglaublich facettenreich. Ein stiller Star, mit großem Talent. Über Jahrzehnte würdigten nur die Menschen in Südafrika seine wunderbare Musik. Dank „Searching for Sugar Man“ ist er nun weltweit bekannt. Es ist ein Dokumentarfilm, den man sich unbedingt anschauen sollte. Ich saß am Ende völlig gerührt und glücklich auf meinem Sofa.

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Stets bin ich auf der Reise: durch Karlsruhe, die Kultur und die Welt. Dabei begegnen mir immer wieder interessante Menschen, Bücher, Filme und anderer Krimskrams. Damit all diese Erfahrungen und Eindrücke nicht einsam in meinem Kopf schwirren, gibt es diesen Blog. Aus Grau wird Kunterbunt.

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