20. Mai 2017

Kurioses: “WG – Liebe”

Love- and Sex-Vermittlerin

In meiner Zeit in WGs hätte ich als Partner- oder One-Night-Stand-Vermittlerin reich werden können. So oft wie mich in dieser Zeit Freundinnen besuchten – das war rekordverdächtig. Der Grund für ihre Besuche: meine durchaus adretten Mitbewohner.

Es begann bereits wenige Tage, nachdem ich in die nette Vierer-WG neben der KSC-Kneipe eingezogen war. Es war August und eine Freundin aus einer anderen Stadt, die gerade Single war und Semesterferien hatte, hing gerne bei mir ab.

Wir schliefen lange, saßen tagsüber auf dem Balkon und gingen feiern. Auch einer meiner Mitbewohner leistete uns gerne Gesellschaft. Er trank Wein mit uns, war mit uns in den Clubs, groovte über die Tanzfläche und sorgte für gebrochene Herzen. “Ich mag ihn”, gestand mir dann meine Freundin. Nur, was wolle er? Knutschen, ja oder nein? Ich wusste es auch nicht. Ratlosigkeit herrschte. Weiterlesen »

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18. März 2017

Kurioses: “WG – der Beginn”

Der Beginn.

Meine WG-Zeit war ein wenig wild. Wenn ich heute darauf zurückschaue, ist viel Melancholie in mir. Ja, ich werde richtig wehmütig, wenn ich an die tollen Sommerabende auf dem Balkon mit Kanister voller Wein, die Küchenpartys und die vielen netten Gespräche denke. Ach.

Top-Lage, schräges Haus!

Die erste WG in Karlsruhe war in der Kronenstraße. Sie lag zwischen einer Fußball-Kneipe mit Biergarten und einem alternativen Club. Unter meinem Fenster versammelten sich nachts Ultras und Punks, grölten, feierten Siege und trösteten sich bei Niederlagen. Es war immer etwas los. Weiterlesen »

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25. September 2016

Heimat: Ein Nachmittag mit Mojique, Sarah, Nele und Janosch”

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Das ist Mojique Herrmann.

VW-Bus mitten in Rom geklaut

Mit Wasserflaschen und Milchbeuteln stand Mojique Herrmann mitten auf einer Straße in Rom, schaute erst nach links, dann nach rechts, aber was er sah war: nichts. Sein dunkelgrüner VW-Bus war weg. „Ich hatte ihn auf einem regulären Parktplatz am Straßenrand abgestellt, um im Supermarkt kurz Lebensmittel zu kaufen“, erinnert er sich. Nur wenige Minuten war er in dem Laden, doch die Diebe waren schnell.

In Mojiques Kopf begann es zu rattern, die Gedankenblitze fügten sich zusammen, dann war ihm klar: Der Familienurlaub mit seiner Frau und den beiden Kindern in Italien ist vorbei. Vorbei, bevor er richtig anfangen hat. „Ich war fassungslos“, erzählt er. Gefühle kamen auf, die sich in Worten nur schwer ausdrücken lassen. Panik, Angst und Wut. „Was nun?“ Mojique zückte sein Handy, rief die Polizei. Währenddessen stand seine Frau Sarah mit den beiden Kindern Nele und Janosch am Flughafen in Rom und wartete auf ihn. Vergeblich. Weiterlesen »

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20. September 2016

Heimat: “Ein Nachmittag mit beschriftet”

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Das sind Jörg, Simon, Dominik, Johanna, Thomas und Aleksej (hinten von links) sowie Annegret und Daniela (vorne von links).

Junge Straßenliteraten mit Texten to go

Sie ziehen durch die ganze Stadt – an vier Tagen, ausgerüstet mit Mikrofon und ganz schön vielen Worten. Die Autorengruppe beschriftet bringt vom morgigen Donnerstag bis Sonntag unter dem Motto „Unterwegs“ moderne Literatur mitten auf öffentliche Plätze in Karlsruhe – zweimal täglich, jeweils 20 Minuten lang.

„Diese Teaser-Lesungen sind Werbung für unsere zweistündige Hauptveranstaltung im Kinosaal in der ,Kurbel’ am Montag, 26. September,“, sagt Daniela Waßmer, ein Mitglied der beschriftet-Gruppe. Diese Hauptlesung ist ab 19 Uhr und läuft unter dem Motto „Angekommen“. Eingebettet sind die Veranstaltungen von „beschriftet“ in die Karlsruher Literaturtage 2016. Weiterlesen »

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11. September 2016

Heimat: “Ein Nachmittag mit dem HopOn/HopOff-Bus”

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Bequem durch Karlsruhe

Eigentlich kannte ich den roten Doppeldecker nur aus Großstädten. Berlin, London, Istanbul. Wer Sightseeing bequem und gebündelt haben möchte, kann sich in die Busse setzen und bekommt Information in passender Sprache ins Ohr gequasselt. Super easy, wenn auch nicht billig und eben für die Masse gemacht. Insider-Tipps exklusive.

Nun also auch Karlsruhe. Ich muss gestehen, ich war irritiert, als ich davon hörte, verdrehte die Augen und dachte: Was bitte bietet Karlsruhe alles für Stopps für eine zweistündige (!) Rundfahrt?! Ich mag Karlsruhe ja wirklich ganz gerne, aber dieses Projekt fand ich überdimensioniert. Große Sehenswürdigkeiten sind in der Stadt Mangelware, das kann man sich nur begrenzt schön reden. Da helfen auch keine Filter. Nun wollte ich aber nicht lästern, ohne mir selbst ein Bild zu machen. Ich suchte mir eine nette Begleitung, los ging es. Weiterlesen »

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25. Juni 2016

Heimat: “Ein Besuch bei Goldzünglein”

Das sind Marcel und Daniel (von links)

Zack, Boom, überrannt.

Es klackert, klirrt und kracht ganz leise: Knapp drei Minuten dauert es, bis Daniel und Marcel in ihrem Eiscafé „Goldzünglein“ ein gerolltes Eis in den Becher zaubern. Mit einer silbernen Spachtel verteilen sie dazu eine cremige Masse auf einer kalten Platte, werfen Oreo-Kekse oder Früchte dazu, hacken sie klein, verteilen die Masse erneut – solange, bis am Ende alles gefroren ist.

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Tüfteln und Werkeln

Seit Anfang Mai verkaufen die beiden Studenten die selbst kreierten Eis-Becher am Zirkel 11. Ein altes Kiosk haben sie dafür umgebaut, in Eigenarbeit. „Wände ziehen, eine Verkaufstheke schaffen, streichen – wir haben seit Dezember viel Zeit hier verbracht“, sagt Daniel. Das Werkeln und Tüfteln hat sich ausbezahlt. Ihre Idee ist eingeschlagen – seit Anfang Mai bilden sich ununterbrochen Menschen-Schlangen am Kiosk. „Es ist verrückt, besser hätte es einfach nicht laufen können“, sagt Marcel. Das Strahlen der Jungs ist kaum zu überbieten.

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14. Mai 2016

Kurioses: “Dates”

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Karlsruhe ist die Single-Hölle

Das Leben als Single ist in Karlsruhe nicht ganz so einfach. Es gibt Stimmen, die sagen: Karlsruhe ist die Single-Hölle. Ich widerspreche dem nie, ich nicke meist, minutenlang.

Als ich vor acht Jahren zum Arbeiten in die Fächerstadt zog, war ich zunächst nicht auf Männer-Suche. Deshalb fielen mir die Unterschiede zu Heidelberg erst gar nicht auf. Dort hatte ich studiert, Soziologie mit Politik und Psychologie. Ich muss sagen: Meine männlichen Kommilitonen waren nicht verkehrt. Freigeister, zu Diskussionen geneigt, weltoffen. Mit diesem Männerbild kam ich nach Karlsruhe – und wohnte in Wohngemeinschaften mit Maschinenbauern, Informatikern, Verfahrenstechnikern. Ich lernte dort schnell: Diese alleinstehenden Männer mögen Maultaschen und Pesto. Und sie ziehen Blockbuster Art-House-Filmen vor. Weiterlesen »

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30. Juli 2015

Heimat: “4 x Happy Birthday, Karlsruhe”

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Melle Munz:

“Happy Birthday, Karlsruhe. Mich hat es 2014 nach sechs schönen Jahren in Mainz wieder zurück in meine Heimatstadt Karlsruhe gezogen. Ich fühlte mich in Mainz zwar immer sehr wohl. Aber gerade weil ich jetzt so lange nicht in Karlsruhe lebte, genieße ich die Rückkehr um so mehr.

Mit diesem Abstand zurückzukommen, hat den Vorteil, dass ich viele Dinge plötzlich viel intensiver wahrnehme. Vor allem auf dem Werderplatz hat sich in den sechs Jahren viel getan. Ich wohne direkt in der Südstadt, arbeite dort auch in einem Atelier und habe es dann zu einem Feierabend-Sekt mit netten Menschen nicht weit.

Wenn ich ein bisschen Abstand zum Stadttrubel brauche, finde ich in meinem Geburtsort Durlach immer ein schönes, ruhiges Plätzchen. Ich liebe den Markt dort. Und die Turmbergbahn erinnert mich immer an meine Kindheit: Für mich ist das der beste Sonntagsausflug.

Auch im Nachtleben hat sich in Karlsruhe einiges getan. Mit der ,Venus’ habe ich ein zweites Wohnzimmer gefunden, in dem auch Schote, Curlyman oder anderer guter Karlsruher Rap aus den Lautsprechern kommt. Denn das mag ich auch an der Fächerstadt: Karlsruher Rap.”

 

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11. Januar 2014

Heimat: “Tango mit Theresa Obhof”

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Das ist Theresa.

Sobald die ersten Tangoklänge im großen Raum im AKK ertönen, vergisst Theresa Obhof die Welt um sich herum. Sie legt sanft ihre Arme um den Oberkörper ihres Tanzpartners, schließt die Augen und lässt sich vom Rhythmus der lateinamerikanischen Musik treiben. Sekunden, Minuten, Stunden. Tango ist Theresas Leidenschaft. Um mehr junge Karlsruher für den Tanz zu begeistern, bietet sie mit Gleichgesinnten jeden Montag zwischen 21 und 24 Uhr in der alten Sporthalle auf dem KIT-Campus die Möglichkeit, Grundschritte zu erlernen und Kontakte zu knüpfen – kostenlos. „TAKK – Tango im AKK“ lautet der Name der Veranstaltung.

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Salsa oder Tango? Diese Frage stellte sich die 26-Jährige vor knapp fünf Jahren. „Ich tanzte von klein auf gerne, probierte Unterschiedliches aus“, erzählt sie. Auf Zehenspitzen beim Ballett, zu Popmusik beim Jazzdance und mit einem Schulfreund bei klassischen Kursen. „Das reichte mir aber nicht mehr, etwas Neues sollte es sein“, sagt sie. Ihre Eltern tanzten bereits Tango, schwärmten davon. „So fiel meine Wahl darauf.“

Im Internet klickte sie sich durch verschiedene Seiten, fand im März 2009 ein passendes Angebot in Karlsruhe, nahm ihre ersten Stunden. „Zu Beginn hatte ich noch keinen festen Partner, musste mit unterschiedlichen Männern tanzen.“ Das änderte sich glücklicherweise ein knappes Jahr später. Die Biologie-Doktorandin fand so großen Gefallen an dem lateinamerikanischen Tanz, dass sie fünfmal die Woche mit ihm übers Parkett schwebte, zum Tango-Festival nach Brüssel fuhr. Die Leidenschaft war geweckt, wurde immer größer.

Drei Jahre lang nahm sie Kurse, oft bis spät in die Nacht. „Schnell machte ich Fortschritte, lernte viele Leute kennen“, erzählt die 26-Jährige. Theresa merkte aber auch, dass Tango schwerer ist als gedacht. Die Verbundenheit mit dem Partner sei groß, vieles laufe intuitiv ab – ohne verbale Kommunikation. „Das ist aber auch das Schöne daran.“

Im vergangenen Jahr fuhr Theresa für drei Wochen nach Argentinien, tanzte in Buenos Aires nächtelang durch, feilte mit Profis an ihrer Technik. „Wieder in Deutschland war die Sehnsucht danach riesengroß“, sagt sie mit einem wehmütigen Blick. „Ich wollte deshalb auch in Karlsruhe junge Tänzer zusammenbringen.“ Die 26-Jährige überlegte gemeinsam mit anderen Tango-Begeisterten, welche Möglichkeiten es gibt. „Es sollte unabhängig von einer bestimmten Tanzschule sein“, erklärt die Doktorandin. Vielmehr ein neutraler Ort, zu dem jeder kommen kann.

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Die Wahl fiel letztlich aufs AKK. Dort gibt es bereits seit längerer Zeit einen kostenlosen Übungsabend (Práctica), der aber nur mäßig besucht wurde, erzählt sie. „Wir machten deshalb gemeinsam Werbung, mit Erfolg.“ Inzwischen kommen jeden Montag etwa 30 Tango-Fans dorthin.

„Es ist aber kein klassischer Kurs“, betont Theresa. Vielmehr sei es ein offenes Angebot, auch zum Reinschnuppern. Tangomusik laufe den ganzen Abend und die erfahrenen Tänzer helfen den Anfängern. „Es hat sich so in den vergangenen Monaten eine kleine Gemeinschaft gebildet – und wir freuen uns, wenn noch mehr junge Tänzer dazu kommen“, sagt Theresa Obhof. Sie fliegt nun am 21. Januar erneut für knapp drei Wochen nach Buenos Aires, wird nächtelang tanzen und mit geschlossenen Augen die Welt um sich herum vergessen.

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Wer Interesse am TAKK hat, mehr Informationen hier:
http://www.akk.org/tanzen/
https://www.facebook.com/groups/600706246607864/

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Hallo, ich bin Miriam

Stets bin ich auf der Reise: durch Karlsruhe, die Kultur und die Welt. Dabei begegnen mir immer wieder interessante Menschen, Bücher, Filme und anderer Krimskrams. Damit all diese Erfahrungen und Eindrücke nicht einsam in meinem Kopf schwirren, gibt es diesen Blog. Aus Grau wird Kunterbunt.

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