21. März 2020

Heimat: Ein Interview mit Caroline Götz vom Projekt “Sharing is caring”

“Sharing is caring”: Ein Hilfsprojekt aus Karlsruhe während der Coronakrise

Der Kühlschrank ist leer, der Geldbeutel leider auch? Hunger, aber Angst, das Haus zu verlassen, weil man selbst zur Risikogruppe gehört?

Für all die Menschen, die derzeit selbst nicht in den Supermarkt gehen können, hat Caroline Götz nun ein soziales Projekt gestartet: “Sharing is caring”. Die Doktorandin am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) und Dozentin am “House of Competence” möchte auf der Plattform Menschen zusammenbringen, die Hilfe geben und benötigen – in Karlsruhe, aber auch bundesweit. Ich habe mit ihr über “Sharing is caring” geschrieben.

“Ein Zeichen der Solidarität”

Liebe Caro, du hast das Projekt „Sharing is Caring“ ins Leben gerufen. Welche Idee steckt dahinter?

Caro: Die Idee zu “Sharing is Caring” kam mir, weil ich schon länger bei Foodsharing aktiv bin und dadurch mitbekomme, wie gut es funktionieren kann, Lebensmittel zu teilen. In der aktuellen Situation konnte ich in den Nachrichten und meinem direkten Umfeld gut mitverfolgen, dass es gerade jetzt viele Leute gibt, die finanziell nicht gut aufgestellt sind oder sich jetzt noch ein paar “Notgroschen” zur Seite legen wollen, weil nicht klar ist, wie es für sie beruflich weitergeht.

Auch bei meiner Arbeit am KIT treffe ich immer wieder auf Selbstständige, die nicht wissen, wie lange sie ohne Einkommen auskommen können. Auch die Tafeln sind gerade geschlossen. Die grundsätzlich Versorgung ist zwar gesichert, aber nicht immer in der angemessenen Preisklasse. Für jene Personen, die jetzt mit der Unsicherheit kämpfen, wollte ich ein Zeichen der Solidarität setzen: Wir stemmen das mit euch und zwar simpel und unbürokratisch.

Und wie?

Caro: Jede*r darf und kann einen Einkaufszettel mit Dingen des täglichen Gebrauchs auf unserer Seite posten und seine/ihre Postleitzahl dazu packen. Menschen aus der direkten Umgebung nehmen diesen Einkaufszettel mit, wenn sie sowieso einkaufen gehen, bezahlen dafür und bringen das den Menschen.

Dadurch werden die Kosten auf der einen Seite minimiert. Außerdem müssen Risikogruppen nicht vor die Tür. Und diejenigen, die gerade viel Sicherheit haben durch eine feste Anstellung, sichere Bezahlung und der Möglichkeit, unkompliziert im Homeoffice zu arbeiten, können auf diese Weise ganz gezielt helfen. 

“Sharing is caring” ist nicht auf Karlsruhe beschränkt

Ist das Projekt auf Karlsruhe beschränkt oder können von überall Menschen helfen?

Caro: Ich habe das Projekt hier in Karlsruhe mit einem guten Freund gestartet. Die Idee ist aber groß gedacht. Deshalb darf das Konzept genauso samt Logo in allen anderen Städten übernommen werden. Mir geht es nicht um Exklusivität oder Innovation, sondern darum, so viele Menschen wie möglich, zu erreichen. 

Warum ist es dir wichtig, zu helfen?

Caro: Solidarität und Hilfsbereitschaft wurden mir quasi in die Wiege gelegt. Ich komme aus einer Familie, in der so gut wie alle in sozialen Berufen arbeiten. Ich versuche meinen Beitrag zu leisten und für all die Hilfe, die ich schon bekommen habe, etwas zurückzugeben.

Und gerade jetzt in einer Zeit, in der ich zuhause sitze, mit allem was ich brauche und was mir lieb ist, finde ich es wichtig, an jene zu denken, die in Sorge oder Not sind. 

Benötigst du noch Unterstützung?

Caro: Da das Projekt erst gestartet ist, brauchen wir vor allem Unterstützung dabei, die richtigen Leute auch zu erreichen. Uns ist viel geholfen, wenn die Gruppe geteilt und darüber gesprochen wird, dass es dieses Projekt gibt. 

Information: In dieser “Sharing-is-caring”-Gruppe könnt ihr aktiv werden und euch gegenseitig helfen.

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Hallo, ich bin Miriam

Stets bin ich auf der Reise: durch Karlsruhe, die Kultur und die Welt. Dabei begegnen mir immer wieder interessante Menschen, Bücher, Filme und anderer Krimskrams. Damit all diese Erfahrungen und Eindrücke nicht einsam in meinem Kopf schwirren, gibt es diesen Blog. Aus Grau wird Kunterbunt.

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